stifterpost-nr.15-april-2012

Liebe Stifterinnen und Stifter,

liebe Leserinnen und Leser,

Alles neu …, nein, der Mai ist noch nicht gekommen, dafür erhalten Sie heute die aktuelle Stifterpost, diesmal mit einer ganz neuen Rubrik: Hans-Joachim Gelberg hat sich bereit erklärt, für Sie und für jede Ausgabe ein Gedicht auszuwählen und Ihnen vorzustellen. Diesmal ist es die „liebe Zeit” von Erich Fried. Ich bin sicher, Sie freuen sich über diesen Neuzugang ebenso wie die Redaktion der Stifterpost!
Wir haben diesmal nachgefragt, wie das denn so war, als die Bürgerstiftung in Weinheim entstand, wollten wissen, wie interkulturell der Gesprächskreis an der Volkshochschule war (ziemlich!), was Tim und Tam im Opernland erlebt haben (viel!) und wie kreativ es bei dem Wettbewerb für ein neues Plakat für das internationale Kulturfest zuging (sehr!).
Über den Zaun blickend können Sie die neuesten Trends in Bürgerstiftungskreisen kennen lernen, und wirklich ganz aktuell ist der Vortrag von Deutschlands Chefkriminologen Professor Pfeiffer „Wer rettet unsere Söhne?”. Damit das möglichst schnell geht, gibt es wieder einen Elternbegleitkurs „Denken von der ersten Minute an”.
Es wäre schön, wenn Sie beim nächsten Stifterforum dabei sein könnten: Worum es gehen wird, erfahren Sie gleich. Für die nächste Ausgabe wird übrigens die Redaktion erweitert: Im Rahmen eines Projekts werden Schülerinnen und Schüler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums der Helen-Keller-Schule dabei sein. Wie finden Sie das?

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr

Dr. Adalbert Knapp

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Du liebe Zeit

Da habe ich einen gehört
wie er seufzte: „Du liebe Zeit!”

Was heißt da „Du liebe Zeit”?
„Du unliebe Zeit”, muß es heißen

„Du ungeliebte Zeit!”
von dieser Unzeit, in der wir

leben müssen. Und doch
Sie ist unsere einzige Zeit

Unsere Lebenszeit
Und wenn wir das Leben lieben

können wir nicht ganz lieblos
gegen diese unsere Zeit sein

Wir müssen sie ja nicht genau so
lassen, wie sie uns traf

Erich Fried

(Aus: Erich Fried, Unverwundenes, Berlin 1988)

Immer wieder suchen Dichter mit ihren Worten nach dem Sinn des Lebens. „Was sind das für Zeiten”, fragt Bertolt Brecht. Und Mascha Kaléko erklärt: „Kein Morgen bringt das Heute uns zurück, / Wir habe keine andre Zeit als diese.” Das sagt uns auch Erich Fried mit seinem Gedicht. Es ist eines seiner vielen Warngedichte. Statt über die verlorene Zeit zu klagen, könnten wir liebevoll mit ihr umgehen, solange es unsere Zeit ist. „Du liebe Zeit” kann man ja auf zwei Arten sprechen – als Seufzer oder als Liebeserklärung. Und schließlich ist Veränderung angesagt: Machen wir etwas aus unserer Zeit. Erich Fried schrieb dieses Gedicht im Jahr seines Todes 1988. In Wien 1921 geboren, floh er 1938 nach England, lebte in London als Autor und Übersetzer (u. a. Shakespeare). Er schrieb zahlreiche Gedichte, „die so einfach und so wichtig waren, dass man sie sich hinter die Ohren schreiben konnte”, erklärte der Lyriker Karl Krolow.

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Nachgefragt

Sieben Jahre Bürgerstiftung

Im Gespräch …

Elisabeth Bettermann, Mitbegründerin und Gründungsvorsitzende der Bürgerstiftung, und
Dr. Heinrich Hornef, ebenfalls Mitbegründer und Stiftungsratsmitglied des ersten Tages, sind mit dem Jahresende 2011 aus dem Stiftungsrat ausgeschieden.
Nach sechs Jahren als Vorstandsmitglied, davon drei Jahren als dessen Vorsitzender, hat sich Dr. Peter Schuster aus dem Vorstand zurückgezogen. Der Stiftungsrat hat ihn in seine Reihen aufgenommen. Die Stifterpost sprach mit ihnen.

Teestunde, Darjeeling und Kuchen bei Dr. Schuster mit Frau Bettermann und Dr. Hornef: Wie das denn damals war, als die Bürgerstiftung in Weinheim Gestalt gewann? Es begann, wie so oft: Eine Idee liegt in der Luft und bewegt an diesen und jenen Orten einzelne Menschen. Initiativ wurde im Frühjahr 2005 Elisabeth Bettermann, damals Präsidentin von Soroptimist International Weinheim. Sie sondierte bei unterschiedlichen Personen und Institutionen: Brauchen wir in Weinheim eine Bürgerstiftung und wenn ja, wofür? Die Antwort war der 11. November 2005, als 63 Erststifter und natürlich auch -stifterinnen die Bürgerstiftung Weinheim mit dem Anfangskapital von 150.000 Euro gründeten.
Was war den Gründerinnen und Gründern, der Gründungsvorsitzenden Elisabeth Bettermann, ihrem Stellvertreter Dr. Peter Schuster und dem Stiftungsrat der ersten Stunde, Dr. Heinrich Hornef, besonders wichtig?

Anstöße geben

„Wir wollten Anstöße geben”: Frühkindliche Erziehung, Bündnis für Familie, eine Ehrenamtsbörse für Weinheim, den Kontaktpunkt. Und von Anfang an wollten wir auch selbst aktiv sein und nicht nur Geld sammeln und verteilen. Und außerdem war uns immer die Zusammenarbeit mit Partnern wichtig, seien es Diakonie oder Caritas, die VWU (Vereinigung Weinheimer Unternehmer), die Musikschule oder der WUB (Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart), der in der Nachbarschaft zur Bürgerstiftung gegründet wurde, das Kreiskrankenhaus und viele andere mehr. Dass z. B. die Soziale Vielfalt und der Kontaktpunkt eng zusammenarbeiten: „So haben wir uns das vorgestellt.” Der Begriff Netzwerk trifft es sicher ganz gut, was wir wollten und was sich auch entwickelt hat.

Fördern und gestalten

Wichtig war es immer, die Balance zu halten zwischen Förderung und Gestaltung: Was konnte, was sollte die Bürgerstiftung selbst schultern, was lediglich finanziell fördern?
So stand bei der Weihnachtsbaumaktion oder beim Basar mit vielen Helferinnen und Helfern das eigene Tun im Vordergrund, ebenso beim KontaktPunkt, während beim „Denken lernen von der ersten Minute an” finanzieller und personeller Einsatz sich ergänzten und die Musik-Wochenenden der Musikschule in Weikersheim finanziell gefördert und bei Besuchen vor Ort gewürdigt wurden.
Wie lief es mit der Akquisition von Finanzmitteln? Natürlich, da ist immer der persönliche Kontakt wichtig und das Ziel bzw. das Projekt, für das „Gönner” (Dr. Schuster) alias Sponsoren und Spender angesprochen wurden.

Gönnerinnen und Gönner

Seit dem elektronischen Versand der Stifterpost wurde es notwendig, eine neue Systematik schriftlicher Ansprache der potenziellen Gönnerinnen und Gönner zu entwickeln. „Insgesamt freuen wir uns sehr darüber, dass die Bürgerstiftung in ihrem siebten Jahr die Marke von 100.000 Euro für Projektförderung überschreiten wird.” Immerhin standen damit jährlich rund 15.000 Euro zur Verfügung.

Wünsche

Und gute Wünsche? Ob es möglich sein wird, die Netz- und Brückenfunktion, die das Logo nahelegt, weiter zu verstärken und Plattform des Austauschs und des gemeinsamen Wirkens für unterschiedliche Gruppen und Menschen zu sein? Neben den Kindern und der Jugend auch an ältere Menschen denken, und dass das neue Projekt „wellcome” etwas ist, was wir uns schon vor sechs Jahren vorgestellt haben und was jetzt realisiert werden kann: Das ist doch wunderbar! Also: Alles Gute weiterhin!!

Kn

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Bis Sie schwarz werden …

Interkultureller Gesprächskreis an der Volkshochschule

„Da können Sie warten, bis Sie schwarz werden”, sagte ein freundlicher Saarländer zu ihm. „Kein Problem, da bin ich schon ziemlich weit fortgeschritten”, habe er erwidert.

Ibrahima Ndiaye, senegalesischer Germanist und Wahlsaarländer seit 1987, führte im Saal der Volkshochschule kabarettistisch in die Höhen und Tiefen des saarländischen Dialektes ein und ermöglichte im Dialog mit den Weisheiten seiner Großmutter umfassende interkulturelle Erkenntnisse.
Die Volkshochschule hatte zur Auftaktveranstaltung eines interkulturellen Gesprächskreises eingeladen, und vhs-Leiterin Dr. Cristina Ricca konnte ein volles Haus begrüßen, der Oberbürgermeister bekennen, dass die Übergabe der Deutsch-Zertifikate für ihn eine besondere Herzensangelegenheit sei, und Dr. Schuster für die unterstützende Bürgerstiftung die interkulturelle Historie Deutschlands beschwören.

Bunt geht es weiter

Acht Tage später ging es noch bunter weiter: Gefühlte 1001, real ein Dutzend Kulturen waren beim ersten Treffen des interkulturellen Gesprächskreises zusammengekommen und lernten sich munter beim Erklären ihrer Vornamen kennen. Malgorzata ist die polnische Margarete, ob der Claudius ein Claudus, also ein Hinkender sei oder einfach ein römischer Name, der Felix immer glücklich sein müsse und der Vorname Jun im Chinesischen schön und wertvoll bedeute, der indische Subhash ein Benedikt, also ein Gesegneter sei und die Eva die Frau der Frauen: Das waren die Fragen, die ein lebendiges Gespräch über Kulturen und ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestimmten und die zu einem völlig zwanglosen und lebendigen Austausch führten.

Jeder Name hat eine Geschichte

Jeder Name hat eine Geschichte, und zwischendrin blitzten auch, wie sollte es anders sein, die Religionen auf. Agathe Haastert (von griechisch ??a???- das Gute) führte zusammen mit Subhash Maharaj souverän durch eine lebendige Kulturgeschichte. Glück und Unglück, Werte, biografische Übergänge, Religion, Fremde und die Frage, was ein Kulturschock sei, begleiteten den Gesprächskreis in den Frühling. Wenige Tage nach dessen Beginn ging es um das schönste Fest im Leben: die Hochzeit und die Riten und Gebräuche drum herum. Es war von Balz- und Männerspielen die Rede und davon, was bei einer kurdischen Hochzeit das rote Band um die Hüfte der Braut bedeute (Jungfräulichkeit natürlich), dass in Georgien nicht nur in alten Zeiten die Schwiegertochter von der Schwiegermutter vier Wochen lang in ihre neue Familie eingeführt wurde und der Sohn und junge Ehemann erst einmal warten durfte. Bemerkenswert die Ähnlichkeiten in unterschiedlichen Kulturen und souverän der Austausch darüber, ob die traditionellen Formen und Werte besser seien als die heutigen.

„Erzählen können vom Eigenen und Lernen von Fremden”

„Erweitern des eigenen Horizonts”, „Viel Deutsch sprechen”, „Erzählen können vom Eigenen und Lernen von Fremden”, „Erfahren und Hören von der deutschen Kultur” – so berichtete die Gesprächsrunde davon, was ihr besonders gefiel. Subhash Maharaj faszinierten vor allem die Gemeinsamkeiten in vielen Kulturen, Agathe Haastert hatte sich besonders darüber gefreut, so viele Gesichter aus vorhergehenden Sprachkursen gesehen und sehr viel dazugelernt zu haben. Das abschließende Frühlingsfest wird hoffentlich nicht das letzte Treffen sein!

Kn

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Tim und Tam im Opernland

Bürgerstiftung unterstützt Projekttage an der Helen-Keller-Schule

Der Abschluss war zugleich der Höhepunkt. Die derzeitigen fünf Unterkurs-Klassen in der Erzieherausbildung an der Helen-Keller-Schule fanden sich in der Aula des Berufsschulzentrums ein und erlebten einen ganz besonderen Unterrichtstag. Schulleiterin Margarete Ruoff freute sich mit den Schülern und Lehrkräften, die Bühne für „Tim und Tam im Opernland” freigeben zu können. Sie führte in ihrer Begrüßung aus, dass diese Veranstaltung in verschiedene Aktivitäten, die bis zurück in den November 2011 gingen, eingebunden gewesen sei. Eine solch aufwändige Projektarbeit sei nur mit dem besonderen Engagement der Lehrkräfte, allen voran der Hauptorganisatorin Ilona Bayer, möglich. Ihr Dank galt aber auch der Bürgerstiftung Weinheim für die finanzielle Unterstützung im Rahmen einer großzügigen Spende.

Das Projekt hatte zum Ziel, den angehenden Erziehern den Stellenwert von Ästhetik, Kreativität, Musik und Rhythmik für Kinder zu verdeutlichen. Im November konnte man der Aufführung des Holzbläserensembles der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen beiwohnen. Nach der Aufführung stand der Musiker und Konzertpädagoge der Staatsphilharmonie, Jochen Keller, den Studierenden für Fragen zur Verfügung.
Auch beim nächsten Baustein des Projekts, dem Besuch der Dreigroschenoper (von Bertolt Brecht und Kurt Weill) in einer adaptierten Version, führte Jochen Keller in die Arbeit ein. Die Gruppe der Helen-Keller-Schule konnte die nun fünfte Aufführung im Pfalzbau besuchen und erlebte eine wirklich eindrucksvolle Version dieses wohl bekanntesten gesellschaftskritischen Werks von Brecht.

Die Möglichkeit, mit Kindern ein interaktives Musikmuseum aufsuchen zu können, wurde mit der Führung durch das „KlangReich”, ebenfalls in Ludwigshafen, in einem weiteren Projektschritt aufgezeigt.

Die Aufführung der „TourneeOper” Mannheim war schließlich der Glanzpunkt des Projekts. „Tim und Tam im Opernland” hat sich zur Aufgabe gemacht, Kinder in die Welt der Oper einzuführen. Den angehenden Erzieherinnen wurde durch die spielerische Rahmenhandlung gut vermittelt, wie bei Kindern mit Sicherheit der Funken der Begeisterung überspringen wird.
Erlebnis, Erfahrung, Wissen, Begeisterung: Die Erzieherinnen werden sich in ihrem späteren Berufsleben nicht nur erinnern, sondern Kinderscharen neu begeistern!

Fn

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Der Plakatwettbewerb „Internationales Kulturfest” geht in die letzte Runde

Pünktlich zum Einsendeschluss, dem 30. März, reichten die Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, der Hans-Freudenberg-Schule, der Johann-Philipp-Reis-Schule und der Helen-Keller-Schule ihre Werke im Kulturbüro ein. David Gaiser, Kunsterzieher an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, brachte 15 Werke mit, Swantje Göschel, Kunsterzieherin an den berufsbildenden Schulen kam mit 34 Werken ihrer Schülerinnen und Schüler.

Die Juroren aus dem Veranstaltungskomitee, der Bürgerstiftung und dem Kulturbüro können auf eine umfangreiche und vielfältige Auswahl gespannt sein.

Fast alle denkbaren Techniken und Motive sind vertreten: Collagen, Zeichnungen sowie digitale Grafikeffekte. Und die Motive reichen von symbolträchtigen Händen, der Erdkugel oder folkloristischen Klischees bis hin zu Früchten und Hüten, die die kulturelle Vielfalt symbolisieren. Es wird sicher keine leichte Aufgabe für die Jury, die richtige Auswahl für das neue Plakat zu treffen.

Bis Mitte Mai wird sich die Jury zusammensetzen und die Gewinnerin oder den Gewinner ermitteln, die bzw. der dann offiziell beim Internationalen Kulturfest im Schlosshof am 8. Juli den Preis der Bürgerstiftung überreicht bekommt. Das neue Plakat wird aber schon im Juni für dieses Fest werben.

Fu

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„wellcome” in Weinheim

Wer Kinder hat, kennt dieses Problem: Das Baby ist da, die Freude ist riesig, aber der Kummer bricht von irgendwoher auf die junge Familie ein – Schlafmangel, Stress, Sorgen um das Kleine. Und oft nicht der Mut, sich einzugestehen: Die Geburt eines Kindes ist nicht nur ein freudiges, sondern auch ein anstrengendes Ereignis. Früher konnte die Großfamilie vieles mildern. Aber wo die Oma, die Tante oder auch die Nachbarin die nötige Ruhe für Mutter und Säugling herstellte, stehen die Eltern heute oft alleine da.

Dagegen hilft das „wellcome”-Konzept, das in Weinheim mit Unterstützung der Bürgerstiftung von der Diakonie seit März angeboten wird. Die Weinheimer Ehrenamtsinitiative WEI unterstützt das Projekt und stellt gerne einen Kontakt her. Verantwortlich bei der Diakonie ist Harriet Rappmund. Mit Hilfe von ehrenamtlichen Helferinnen sorgt die Diakonie mit dem 2002 in Hamburg gegründeten Social-Franchise-System „wellcome” dafür, dass sich erschöpfte Mütter erholen können und der Säugling bei allen Turbulenzen der ersten Wochen auf dieser Welt eine ausgeglichene Bezugsperson hat. „Wie ein guter Engel”, so die Beschreibung des Projektes, „kommt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Familie zu Hilfe.” Sie wacht beispielsweise über den Schlaf des Babys, während die Mutter einmal in Ruhe duschen kann, bringt das Geschwisterkind in den Kindergarten oder auch mal zu einem Arzttermin. Der Einsatz dauert im Allgemeinen zwei bis drei Monate und findet ein- bis zweimal pro Woche statt. Die Konzept-Betreuer legen Wert darauf, dass die „wellcome”-Helferinnen kein Ersatz für Hebammen oder andere Fachkräfte sein können und auch nicht als Haushaltshilfen gedacht sind. „wellcome” hilft so, wie sonst Familie, Freunde und Nachbarn helfen würden.
Für die Hilfe sollen Familien einen Obolus von 5 Euro pro Stunde entrichten, plus einer einmaligen Vermittlungsgebühr von 10 Euro. Die Diakonie bietet aber auch individuelle Ermäßigungen an.
Kontakt und weitere Informationen gibt es bei Harriet Rappmund, Diakonie Weinheim, Hauptstraße 72, Telefon 06201 90 290.
Gerne stellt auch die Weinheimer Ehrenamtsinitiative WEI die Verbindung her. Ansprechpartner dort ist der KontaktPunkt der Bürgerstiftung, Telefon 06201 12651, oder Mail
Kontaktpunkt@buergerstiftung-weinheim.de oder
ehrenamt@weinheim.de.
Mehr über „wellcome” erfahren Sie hier

Kn

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Blick über den Zaun

Wie Bürgerstiftungen ihre Mittel verwenden

Ergebnis einer aktuellen Umfrage bei 166 Bürgerstiftungen

Bürgerstiftungen investieren unmittelbar und langfristig
Zwei Drittel ihrer Mittel setzen Bürgerstiftungen für die Förderung vor Ort ein, also für die Verwirklichung der Stiftungszwecke . Weitere 23 % stellen sie in Rücklagen ein. Gut 11 % der Mittel werden in den Aufbau leistungsfähiger Strukturen eingebracht: Sie fließen in Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising.

Bürgerstiftungen wollen gestalten
Bürgerstiftungen fördern überwiegend gemeinnützige Zwecke (93 %). 6,5 % ihrer Mittel wenden sie für mildtätige Zwecke auf, 0,5 % für kirchliche Zwecke. Diese Verteilung weist darauf
hin, dass Bürgerstiftungen nicht in erster Linie wohltätig arbeiten und reine Notfallhilfe leisten, sondern an der Ursache von Problemen ansetzen und Gesellschaft gestalten wollen. Der Gestaltungsanspruch wird auch dadurch deutlich, dass jede zweite Bürgerstiftung ein Schwerpunktthema wählt, das über mehrere Jahre und oftmals mit mehreren Projekten verfolgt wird.

Bürgerstiftungen setzen Zukunftsthemen
Bürgerstiftungen investieren fast die Hälfte der Mittel, die sie für gemeinnützige Zwecke einsetzen, in Bildung und Erziehung (47,2 %), gefolgt von Kunst und Kultur (17,3 %) und Sozialem (14,7%). Die Gesamtfördersumme der Bürgerstiftungen verteilt sich in etwa zu gleichen Teilen auf operative („eigene”) (46 %) und geförderte Projekte (54 %). Drei Viertel der Bürgerstiftungen spezialisieren sich auf das eine oder das andere: Je operativer, desto mehr Ehrenamtliche. Bei fast ausschließlich operativ arbeitenden Bürgerstiftungen gibt es im Durchschnitt 60 Ehrenamtliche, bei fast ausschließlich fördernd tätigen Bürgerstiftungen sind es nur 10.
Die Ergebnisse ausführlicher und ganz viel Interessantes darüber hinaus finden Sie hier

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Aktuell

Bürger bewegen – deutschlandweit

Gut 320 Bürgerstiftungen sind im Verlauf der letzten 16 Jahre in Deutschland entstanden. Gemeinsam verfügen sie heute auf ihren Kapitalkonten über etwa 200 Millionen Euro.
Einer der Initiatoren von Bürgerstiftungen in Deutschland, der Hannoveraner Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer, hat sich dazu entschlossen, zugunsten der deutschen Bürgerstiftungen eine Fahrradtour zu unternehmen. Zwischen dem 27. April und dem 3. Juni wird er von Wismar aus auf dem Weg über Hamburg, Hannover, Bielefeld, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, München und Berlin insgesamt 35 Bürgerstiftungen besuchen.
Am 21. und 22. Mai wird Professor Pfeiffer auf dieser Fahrt in Weinheim sein.Die Bürgerstiftung Weinheim freut sich darüber, dass Professor Pfeiffer nach der
Begrüßung durch Ersten Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner
einen Vortrag halten wird.Wie retten wir unsere Söhne?
Die (Leistungs-)Krise der JungenMontag, 21. Mai 2012, 19:30 Uhr, Bürgersaal des Alten Rathauses

Professor Pfeiffer wird zunächst auf die im Verlauf der letzten sieben Jahre vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) erarbeiteten Forschungsergebnisse zur (Leistungs-)Krise der Jungen eingehen und dabei auf völlig neue Forschungsbefunde aus einer 2011 durchgeführten Repräsentativbefragung von 11500 16- bis 40-Jährigen eingehen. Sie belegen – auch im Vergleich zu einer 1992 entsprechend durchgeführten Datenerhebung – dass es in der Erziehung von Jungen und Mädchen wachsende Unterschiede gibt. Hinzu kommen dazu passende Erkenntnisse aus der Kinderkrippen-, Kindergarten- und Schulforschung. Im zweiten Teil des Vortrags soll es danach primär um die Frage gehen, welche Konsequenzen sich aus den Forschungsbefunden für Kinder-, Jugend- und Schulprojekte ableiten lassen, die von Bürgerstiftungen gefördert oder von ihnen initiiert werden.

Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der
„Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart” (WUB)
über seine Arbeit berichten

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Denken lernen von der ersten Minute an

Begleitkurs für Eltern

Das erste Mal das Köpfchen heben, das erste Lächeln, das erste Wort – die Entwicklung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren ist kaum zu fassen: Eltern sehen, wie sich ihr Kind entfaltet, neue Seiten zeigt und immer unabhängiger wird. Die Entwicklung jedes Kindes ist nicht nur aus der Sicht der Eltern ein kleines Wunder. Auch die Forschung begleitet staunend diesen Weg.

Zum gemeinsamen Nachdenken über die Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren bietet die Bürgerstiftung Weinheim auch dieses Jahr von April bis Juli wieder vier Elternabende an. Jeweils mittwochs um 19 Uhr wird die Entwicklungspsychologin Stefanie Peykarjou Meilensteine der ersten drei Lebensjahre in der GRN-Klinik Weinheim (Kreiskrankenhaus) vorstellen. Grundlage ist das von Prof. Dr. Sabina Pauen an der Universität Heidelberg entwickelte Entwicklungstagebuch Mondey. Dabei wird es sowohl um aktuelle Forschungsergebnisse als auch um die praktische Beobachtung der Entwicklung und Gestaltung des Alltags mit Babys und Kleinkindern gehen: Wie verläuft die kindliche Entwicklung in verschiedenen Bereichen, welche Entwicklungsschritte bauen aufeinander auf? Was lernen Kinder ganz von selbst, und wo ist liebevolle Unterstützung hilfreich? Warum ist es wichtig, sich als Eltern Gedanken über die Entwicklung der Kleinen zu machen?

Themen der einzelnen Abende sind:
„Krabbeln, Laufen, Werfen – Mit Siebenmeilen-Stiefeln durch die ersten Jahre” (Termin war der 25. April)
„Denken Babys – und wenn ja, wie?” (30. Mai)
„Ich und Du – soziale Beziehungen und Sprachentwicklung” (27. Juni)
„Schlafen, Essen, Weinen – Chaos der Gefühle” (18. Juli)
Die Teilnahme an den Abenden ist kostenlos. Ein Besuch aller vier Abende oder auch nur die Teilnahme an einzelnen Sitzungen ist möglich.

Stefanie Peykarjou hat nach einer Ausbildung zur Staatlich
Anerkannten Erzieherin Psychologie mit dem Schwerpunkt
Entwicklungspsychologie des Säuglingsalters in Heidelberg studiert.
Sie forscht im Bereich der neurophysiologischen Denkentwicklung
bei Säuglingen, ist Dozentin im MONDEY-Fortbildungsteam und gibt
Fortbildungen zu unterschiedlichen entwicklungspsychologischen
Themen.

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Stifterforum 2012 der Bürgerstiftung Weinheim

Für Dienstag, 15. Mai 2012, 19:30 Uhr lädt die Bürgerstiftung Weinheim zu ihrem siebten Stifterforum in den Bürgersaal des Alten Rathauses ein.
Nach einem Rückblick auf sechs Jahre Bürgerstiftung mit Elisabeth Bettermann, Dr. Heinrich Hornef, und Dr. Peter Schuster ermöglicht das Forum einen Blick über den Zaun:
Vorstandmitglieder dreier Bürgerstiftungen, von denen zwei in vergleichbar großen Städten (Ostfildern und Wiesloch) tätig sind und die dritte, nämlich Hirschberg, Nachbarin ist, werden in einem Rundgespräch ihre Stiftungen mit jeweils sehr unterschiedlichen Strukturen vorstellen.
Eingeladen sind alle bisherigen Stifterinnen und Stifter, Verantwortliche aller bisher geförderten Projekte und die Öffentlichkeit.

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Forum

Lust auf Schreiben?

Sie schreiben gerne Mails oder Briefe oder andere Texte und würden gerne einmal in der Gruppe mitarbeiten, die die Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim vorbereitet, Texte schreibt, redigiert und das Ganze in die richtige „technische” Form bringt, wie sie vor Ihnen auf dem Bildschirm erscheint?
Dann rufen Sie doch einfach an (06201 63254) oder schreiben an uns . Alles weitere klären wir bei einer Tasse Tee oder Kaffee!

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Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollten einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!!!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

oder Sie schreiben erst einmal ein Mail an uns,
das ist nicht so riskant …

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So helfen Sie uns

Wie Sie uns helfen können, das erfahren Sie hier

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Stifterpost abbestellen

Wir möchten die „Stifterpost” nur an Personen versenden, die wirklich interessiert sind. Wenn Sie die „Stifterpost” abbestellen wollen, klicken Sie bitte hier!

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Siegfriedstraße 7
69469 WeinheimKontakt: info@buergerstiftung-weinheim.deAnerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.Redaktion: Dr. Adalbert Knapp
Texte: Hans-Joachim Gelberg, Ralf Fabian, Gunnar Fuchs und Adalbert Knapp
Bild Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Mitarbeit: Brigitte Burger, Gunter Faigle, Marcus Graf und Claudia Werner.