stifterpost-nr.-23-mai-2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe Stifterinnen und Stifter,

„Der Mai, der Mai, der lustige Mai … der Mai und der war grüne” reimt ein Volkslied. Wenn diese Post zu Ihnen kommt, ist er fast schon vorbei. Allerdings hat er wieder einiges in dieser Stifterpost sprießen lassen: Den „Ersten Weinheimer Theatertagen für Grundschulen” werden die zweiten im Februar 2015 folgen, vom Falten des Großvaters geht es zur aufgehenden Saat musikalischer Fortbildungen, die Veggies waren beim Pflänzletag dabei und werden das Weststadtfest bereichern, ein Weinheimer Bürger schließt einen Erbevertrag mit der Bürgerstiftung (wenn das keine Saat ist!) und Ritter Giselher Klipp von Klappersbach kündigt beim Dritten Singfest der Bürgerstiftung am 9. Juli sein Kommen an.
Damit das alles künftig noch besser ins Wort gebracht werde, gab es auch noch eine „Einführung in das journalistische Schreiben” für unsere Schüler-Redakteure.
Einen guten Sommer und
herzliche Grüße
Ihr

Dr. Adalbert Knapp

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

was brauchst du

was brauchst du? einen Baum ein Haus zu
ermessen wie grosz wie klein das Leben als Mensch
wie grosz wie klein wenn du aufblickst zur Krone
dich verlierst in grüner üppiger Schönheit
wie grosz wie klein bedenkst du wie kurz
dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume
du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus
keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach
zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen
zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund
die Gestirne das Gras die Blume den Himmel
Friederike Mayröcker
(Friederike Mayröcker, Gesammelte Gedichte, Suhrkamp Verlag, Berlin 2004)
1984)

Foto: Alexa Gelberg

Ein Gedicht von wunderbarer Leichtigkeit, fast liedhaft kommt es daher und lässt doch innehalten. Diese so einfache Frage führt ins Nachdenken: Ja, was brauchst du wirklich? Mit Demut nur kann man sich messen am Leben der Bäume, an den Gestirnen. Wir klein ist doch der Mensch und nur kurz sein Leben. Sicher auch ein weises Gedicht, weil es versöhnen kann und in der Hektik dieser Welt anders fühlen lehrt. Rückbesinnung also, wie schön!

1995 erstveröffentlicht, verwahre ich seither das Gedicht und habe es in meiner Anthologie „Großer Ozean” sogar Kindern angeboten. In dem fast tausendseitigen Band mit Mayröckers Gedichten fällt es in seiner Einfachheit auf. Ansonsten bevorzugt die Dichterin eine sehr experimentelle, fantasiereiche Poesie, zudem ungewöhnlich in Sprache und Schreibweise. Ihr Leben ist Schreiben und Schreiben Leben – so hat sie es beschrieben. Geboren 1924 in Wien, war sie 1946 bis 1969 Englischlehrerin an Wiener Hauptschulen, danach freischaffend. 2001 erhielt sie den Georg-Büchner-Preis.

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Nachgefragt

Erste Weinheimer Theatertage für Grundschulen: Kleine Schauspieler erbringen große Leistungen

Von zarten Klängen begleitet öffnete sich das „Tor der Träume”. 27 Kinder der 2. Klasse der Friedrich-Grundschule eröffneten mit ihrer Präsentation die „Ersten Weinheimer Theatertage für Grundschulen”, an denen sich fünf Klassen beteiligt hatten.
Gudrun Aisenbrey, Schulleiterin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, verwies in ihrer Begrüßung darauf, welch hohen Stellenwert Theater für Kinder und Jugendliche habe. Deshalb war es ihr eine Freude, dass dieses besondere Ereignis im Musiktheater ihrer Schule stattfinden konnte.
Mit Theaterpädagogin Stefanie Jerg und Klassenlehrerin Corinna Klier hatten die Friedrich-Grundschüler zum Thema „Türen, Tore, Träume” in den drei Workshop-Tagen verschiedene Szenen erarbeitet. Im Zeitraffer zeigten sie nun den Ablauf eines Tages, gaben auch Einblick in ihre Fantasiewelt, in der sie Apfelbäume oder die umherfliegenden Samen einer Pusteblume darstellten.
Die 3. Klasse der Theodor-Heuss-Grundschule Oberflockenbach zeigte verschiedene Situationen, für die einfach gilt: „Mensch, ärgere dich nicht!” Schauspielerin Fee Vajna und Klassenlehrerin Carola Müller unterstützten die Kinder bei der Umsetzung ihrer Ideen. Besonders eindrucksvoll war das mit Mimik und Gestik unterstützte Lied „Wildwasserfall” und die rhetorische Schlussfrage nach der Schuld. „Wer – ich?” Natürlich nicht, sondern: „Nein, du!”
„Mut tut gut!” Zu diesem Thema hatten die Kinder der 3./4. Klasse der Grundschule Rippenweier mit der Regisseurin Corinna Preisberg und Klassenlehrerin Susanne Flick gearbeitet. Mit „toi, toi, toi” begannen sie ihr Spiel, das sie mit bunten Accessoires unterstützten. So zeigten sie in kurzen Szenen, wie gut es ist, wenn jemand Mut hat und sich helfend oder unterstützend in eine(r) heikle(n) Situation einmischt.

Nach einer kurzen Pause ging es mit der 2. Klasse der Grundschule Lützelsachsen weiter. Mit Schauspieler Florian Kaiser und Klassenlehrerin Sabine Keuthen-Brandt hatten sie ihr „Grimmiges Märchen” erarbeitet. Ihren Helden, einem Forscher, dem Geheimagenten und einem Hund gelang es, Ungeheuer listig zu besiegen und schließlich die entführten Königskinder wieder nach Hause zu bringen.
Die 4. Klasse der Waldschule hatte sich mit dem Theaterpädagogen Rob Doornbos und Klassenlehrerin Katja Hoger mit dem Thema „Der große Umzug – alles ist neu” befasst. In mehreren Szenen wirbelten die kleinen Schauspieler über die Bühne und zeigten verschiedene Theatertechniken. Besonders gelungen war das Bespielen der Hüte, die zum Beispiel Gameboy, Besen, Topf oder Buggy waren.
Danach bat Iris Rüsing von der Forschungsgruppe Modellprojekte, die die Vorstellung moderierte, die Schirmherrin der Theatertage auf die Bühne. Ingrid Noll bestätigte in ihrer kurzen Ansprache die besondere Bedeutung von Theaterspiel für Kinder. Begeistert von den Darbietungen äußerte sie die Hoffnung auf eine Fortführung des Projekts. Zum Abschluss dankte Dr. Adalbert Knapp Ingrid Noll, dass sie die Schirmherrin des Projekts war und mit einer großzügigen Spende viel zum Gelingen beigetragen hatte. Auch den anderen Spendern, allen Mitwirkenden und der Projektleiterin Monika Endriß dankte Dr. Knapp. Dann bat er alle 100 Kinder, die am Projekt beteiligt waren, mit ihren Workshopleitern und Lehrerinnen auf die Bühne. Mit diesem schönen Schlussbild endeten die Ersten Weinheimer Theatertage für Grundschulen.

Johanna Danz und Mikail Öztürk

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Das Falten des Großvaters und die Bonbonniere von Johann Wolfgang von Goethe: Ein Gespräch mit Joan Sallas

Der internationale Origami- und Faltkünstler Joan Sallas gastierte vom 27.01. bis zum 30.01.2014 in Weinheim und besuchte die Schülerinnen und Schüler der städtischen Helen-Keller-Schule. Ermöglicht wurde sein Besuch durch eine großzügige Förderung der Bürgerstiftung Weinheim.

Joan Sallas ist gebürtiger Katalane und lebt seit 16 Jahren in Freiburg im Breisgau. Dort lebt er den Traum, anderen Menschen mit seiner Kunst ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Angefangen hat seine Leidenschaft durch seinen Großvater, der ihm schon im Alter von 5 Jahren das Falten beibrachte. Intensivstes Selbststudium machte ihn zu einem Faltkünstler, dessen Werke in namhaften Museen in aller Welt ausgestellt werden.

Er betreibt eine Origamischule, verlegt Kinderfaltbücher und veranstaltet jährlich die „Internationale Tagung zur Didaktik des Papierfaltens” in Freiburg und bringt jungen Erzieherinnen und Erziehern das Falten als pädagogisches Werkzeug näher. Dies war auch das Ziel seines Besuchs in der Helen-Keller-Schule.

Seine Arbeit ist Leidenschaft, seine Motivation ist Überzeugung, bescheiden und froh ist er, dass er seinen künstlerischen Beruf leben kann. „Ein Beruf muss Spaß machen! Geld reicht nicht aus!”
Er freut sich, dass seine Arbeit Menschen menschlicher machen, emotional berühren und auch verschlossene Menschen erreichen kann.
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Beim Falten ist für ihn wie in jedem künstlerischen Prozess Kreativität das Wichtigste. Jedes Objekt ist einzigartig, ein Unikat, etwas Besonderes. Und das Besondere ist, wie er sagte, das Bevorstehende.

Während wir mit ihm sprachen, demonstrierte er seine Kunst, indem er kurzerhand eine verschließbare Schachtel faltete. Keine einfache Schachtel, sondern eine Bonbonnière à la Romaine und sie hat, wie jedes Objekt von ihm, eine ganz besondere Geschichte. Es ist die Bonbonnière von Johann Wolfgang Goethe, als er in Weimar gastierte. Schmunzelnd erzählte er uns, dass Goethe in dieser Schachtel Schokolade sammelte.

Joan Sallas hat uns nachhaltig beeindruckt und inspiriert. Wir wünschen ihm, dass er mit seiner ganz besonderen Kunst noch viele Menschen erreicht und glücklich macht.

Lucian Henkelmann, Volker Witschel, Joelle Böttcher und Roman Senger

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Die Saat geht auf

Folgt man dem guten Klang, kann man in den Katakomben der Pestalozzischule nicht irregehen. Schnell findet man zum Übungsraum der Musikschule: „Hey brother, there is an endless road to re-discover …”, singt und spielt eine Gitarrengruppe mit dem Leiter der Musikschule, Jürgen Osuchowski. Vor eineinhalb Jahren fing es mit einem Kurs an der Helen-Keller-Schule an. Künftige Erzieherinnen wollten in ihren künftigen Beruf „nicht ohne meine Gitarre” starten. Die Bürgerstiftung Weinheim machte es durch einen Zuschuss möglich, die Gebühren gering zu halten. Inzwischen sind die jungen Frauen „reguläre” Schülerinnen an der Musikschule, die berufliche Aus- und Weiterbildung mit der persönlichen Freude am Musizieren verbinden.

Auch die anschließende Unterrichtsgruppe, Erzieherinnen und eine Altenpflegerin, ist der Meinung, dass Gitarre und Erzieherin ein Synonym sein sollte. Die Freude beim Singen und Musizieren bei und mit den Kindern ist einfach um vieles größer mit einem Instrument, das leicht zu transportieren und durch motivierenden Erfolg zu lernen ist. Das Repertoire ist bei den Fortgeschrittenen breiter, da ist je nach Wunsch auch das eine oder andere am Radio gehörte Stück dabei oder es werden Kinderlieder für den Beruf gelernt. Anfängerinnen wie die Fortgeschrittenen stehen mitten im Beruf, sodass die Zeit fürs Üben begrenzt ist: freilich, je gefälliger das Lied, umso größer die Begeisterung. Locker gerne, aber konsequent, wenn es um die Musik geht, meint Kursleiter Osuchowski; die Konsequenz, mit der viele seiner Schülerinnen dabei bleiben, bestätigt die Methode. So haben Teilnehmerinnen an den von der Bürgerstiftung 2011 geförderten Singfest-Kursen inzwischen mit anderen Erwachsenengruppen fusioniert. Die Saat geht auf, die Pflanze gedeiht.

So war es gemeint, sinnt der Reporter: Motivation wecken und unterstützen, die das Musizieren mit den Kindern noch selbstverständlicher werden lässt, als es das oft schon ist. Dass im Regenbogenland inzwischen vom Träger Hausgitarren angeschafft wurden, wen sollte es wundern?
Und natürlich sind alle beim Dritten Singfest der Bürgerstiftung am 9. Juli um 10 Uhr unter der großen Zeder am Schloss dabei.

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Diesmal so …

Über den Basar der Bürgerstiftung am 15. März berichten wir diesmal in der Form eines Auszugs aus der Mail, die unsere Basar-Managerin und Vorstandsmitglied Iris Thomsen an „ihr” Team geschrieben

„Liebes Basarteam,
wir können so stolz auf uns sein. In diesem Jahr haben wir einen Umsatz von 2.900 Euro erzielt. Dazu möchte ich den Glückwunsch an alle Beteiligten von Herrn Knapp weiterleiten zum höchsten Ergebnis, seit es den Basar gibt.
Zu unserem Erfolg kann ich mich nur wiederholen: Unser tolles Miteinander macht nicht nur die Arbeit zum Vergnügen, es sorgt auch für gute Kauflaune bei unseren Kunden.
Unseren Verkauf haben wir in diesem Jahr 10 Minuten früher gestartet, wir konnten die wartende Menge nicht länger hinhalten. Neu in unserem Verkaufsteam konnten wir Frau Osthelder begrüßen und neu in unserem Abbauteam Herrn Velija. Beide fanden sich ganz schnell in unser Team ein und haben tatkräftig mit angepackt. Vielen Dank dafür. Bei Frau Bettermann und Frau Heil habe ich miterlebt, wie sie die Seiten gewechselt, wenn ihnen als Verkäuferin der Preis zu niedrig war, wurden sie selbst schnell zu Kundinnen. Das haben einige von uns gemacht und das kam unserer Kasse sicher auch zu Gute.
Genauso wie wir mit unserem Umsatz in diesem Jahr Geschichte schreiben, so können wir das auch mit dem Abbau tun. Unglaublich. Ganz gezielt haben wir zuerst alle dabei geholfen, die Haushaltswaren einzupacken und zu verladen. Gleichzeitig wurden die Bücher abgeholt. Um 13.20 legte der LKW ab in Richtung Cafe Krempel. Dann machten wir uns an den Abbau der Kleiderständer und das Einpacken der Klamotten. Als um 13.40 Uhr der leere LKW wieder vor der Tür stand, war alles für die Verladung bereit und um 14.20 Uhr standen alle Reste in der Kleiderkammer.Ja, wir sind ein eingespieltes Team, Hand in Hand wird gearbeitet, dabei wird nett erzählt und gelacht. Und ganz nebenbei stellen wir Rekorde auf. Ich möchte mich bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken. Frau Ruoff und ich als Organisatorinnen erhalten viel Lob und Dank. Wir freuen uns darüber und möchten dieses ‚positive Bündel‘ direkt an Sie alle weitergeben. Danke auch an alle Basargründer/innen, die diesen Erfolg gesät haben und immer noch mit uns zusammen ernten.
Herzlich
IhreIris Thomsen”

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Veggie -Team beim Pflänzletag

Vor mehr als einem Jahr, am Donnerstag, 14. März 2013, startete Weinheim einen wöchentlichen Aktionstag für fleischlose Kost als erste Stadt im Rhein-Neckar-Kreis und mit großem Medien-Interesse. Der Veggie-Tag hat sich bereits gut etabliert bei Weinheimer Restaurants, Kantinen, Großküchen, Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen.
Dieses Projekt der Bürgerstiftung Weinheim wendet sich an alle, die überwiegend Fleisch essen – selbstverständlich als Angebot statt Verbot. Auch wenn es jemandem tierisch gut schmeckt, muss es nicht immer Fleisch sein. Der Veggie-Tag lädt ein, bewusst wahrzunehmen, was wir essen und den meist zu hohen Fleischkonsum zu überdenken. Er regt an, eingefahrene Ernährungspfade zu verlassen und auf Entdeckertour zu gehen durch die fleischlose oder vegane Küche – auf den Geschmack zu kommen, neue vielfältige Geschmackserlebnisse zu erfahren. Je höher der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln ist oder je geringer die Fleischproduktion, desto besser für das Klima, die Umwelt, für Tiere, Nahrungsmittel-Ressourcen (mehr für den Teller, weniger für den Trog) und für die Gesundheit.
Der Veggie-Tag ist kein Selbstläufer. Kontinuierliche Nacharbeit ist nötig, damit die Aktion glaubwürdig und überzeugend praktiziert wird. Die inzwischen fünfzehn Akteure des Veggie-Tag-Teams wollen künftig die gute Idee verstärkt durch öffentliche Aktionen fördern. Ermuntert durch das überaus große Publikumsinteresse beim Pflänzletag soll es weitere Infostände mit schmackhaften fleischlosen Kostproben geben. Auch regelmäßige vegetarische und vegane Brunchs sind geplant – offen für alle, die sich gern mit anderen treffen und mit Lust und Laune essen und trinken.
Veggie-Tag: Wir arbeiten weiter an diesem Erfolgsmodell für Weinheim.

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Schreiben für die Stifterpost: 50 Tipps und viele Übungen

Seit zwei Jahren schreiben Schülerinnen und Schüler der Helen-Keller-Schule und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Berichte für die Stifterpost. Zum einen sind dies Berichte über Projekte oder Veranstaltungen der Bürgerstiftung, die für junge Leute besonders interessant sind oder ganz eigenständige Texte, für die die Stifterpost ein Forum bietet. In der Helen-Keller-Schule läuft dieses Projekt im Rahmen des Deutschunterrichts am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium, bei der Dietrich-Bonhoeffer-Schule sind die Nachwuchsjournalisten just for fun dabei.

Wie diese Idee entstanden ist? Eigentlich ganz einfach: Junge Leute lernen by doing bürgerschaftliches Engagement kennen und sind unversehens selbst bürgerschaftlich engagiert.
Als Anerkennung und fachliche Verstärkung bot Günther Grosch von der Rhein-Neckar-Zeitung während der Winterferien den Workshop „Einführung in das journalistische Schreiben” an. Freundlicherweise stellte die Volkshochschule einen Raum zur Verfügung und die Volksbank kümmerte sich um die Vervielfältigung der Seminarunterlagen. In bester Stimmung lernten sechs Schülerinnen und Schüler sowie die begleitende Lehrerin Jasmin Cicek, dass es zum Beispiel kein „optimalstes” Ergebnis geben kann und ein guter Satz nicht mehr als 30 Wörter haben sollte. Ein begeisternder Günther Grosch regte an, mit einem weiteren Vormittag zur Interview-Technik die Einführung in das journalistische Schreiben zu ergänzen.
Sehr herzlich bedankte sich die Leiterin des Projekts, Monika Endriß, im Namen der Bürgerstiftung bei allen Beteiligten.

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Das Porträt

Weinheimer Bürger schließt Erbvertrag mit der Bürgerstiftung

Im Jahr 1914, vor hundert Jahren also, gründete der Bankier und Rechtsanwalt Frederick Goff mit der Cleveland Foundation die erste Bürgerstiftung. Seine Begründung fasste er in diese Worte: „Es wäre schön, wenn jemand, der sein Testament aufsetzt, zu einer dauerhaft bestehenden Organisation gehen und sagen könnte: Hier ist eine große Geldsumme. Ich möchte sie hinterlassen, um das Gemeinwohl vor Ort zu fördern. Da ich nicht weiß, was in 50 Jahren die größten Bedürfnisse sein werden, gebe ich sie in Ihre Hände, um zu entscheiden, was getan werden soll.”

Im Juni 2013 treffen sich ein Weinheimer Bürger und die Vorsitzenden des Vorstandes der Bürgerstiftung Weinheim im Notariat I in Weinheim. Vor der Oberjustizrätin Claudia Stauffer schließen dieser Bürger und die beiden Vorsitzenden „in ihrer vollen Geschäftsfähigkeit” einen Erbvertrag, in dem der Erblasser die Bürgerstiftung zum alleinigen Erben seines nicht unbeträchtlichen Vermögens einsetzt. Diesem Rechtsakt war eine ausführliche Beratung mit Fachkundigen und anderen Bürgerstiftungen vorausgegangen: Warum bedenkt jemand die Bürgerstiftung nach seinem Tod mit einem doch erheblichen Vermögen? Woran sollten alle Beteiligten denken? Welche Verpflichtungen gehen die Vertragspartner damit ein?
Einen letzten Impuls, meint der kinderlose Mittsechziger, habe die große Geste des Ehepaars Maiwald gegeben. Wie die Maiwalds gehe er davon aus, dass die Bürgerstiftung Weinheim die Gewähr dafür biete, dass nach seinem Tod „das Richtige” mit seinem Vermögen geschehe. Dem Stifter gefällt, dass die Bürgerstiftung ausschließlich in seiner Heimatstadt unbürokratisch und bürgernah tätig ist. Dies alles habe ihn bestärkt in seinen Überlegungen, die Bürgerstiftung als Erbin einzusetzen.
Die Bürgerstiftung übernimmt die Verantwortung einer „Vorsorge- und Generalvollmacht”, wenn der Erblasser selbst nicht mehr zu bestimmten rechtlichen Handlungen in der Lage. Außerdem schließen die „Vertragspartner” eine Patienten- und eine Betreuungsverfügung ab.
Der Austausch mit anderen Bürgerstiftungen zeigt, dass diese Form der Erbregelung nicht selten ist. Etwas Besondere ist jedoch das Vertrauen in eine Bürgerstiftung, den Nachlass nicht mit einer bestimmten Zweckbindung verbinden.
Die Bürgerstiftung Weinheim dankt von ganzem Herzen dem großzügigen Spender und wünscht ihm nach dem Ende seiner beruflichen Aufgaben ein langes, gesundes und erfülltes Leben.

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Aktuell

Entwicklungsstufen eines Neugeborenen: Viertes Elternseminar der Bürgerstiftung

Zum vierten Mal führte die Bürgerstiftung unter Federführung von Stiftungsrat Dr. Peter Schuster ein Elternseminar in Zusammenarbeit mit der Gynäkologischen Abteilung der GRN-Klinik durch.
Das Seminar befasst sich mit der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahren, die einzelnen Vorträge greifen verschiedene Unterthemen auf. Am dritten Abend ging es um das Thema „Soziale Beziehungen und Emotionen bei Babys und Eltern”.
Zu Beginn erläuterte der Referent, Matthias Beringer, die theoretischen Grundlagen seiner Ausführungen. Im lebendigen Gespräch, Vortrag und Kleingruppenarbeit ging es mit vielen Fallbeispielen weiter.
Zusätzlich zu diesem Seminar bietet der Ratgeber „Denken von der ersten Minute an” eine Hilfe für Eltern und Angehörige. Die Broschüre wurde ebenfalls von der Bürgerstiftung Weinheim herausgegeben und beinhaltet einige Hilfestellungen zum Umgang mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr.
Wie in den vorhergehenden Seminaren waren die Besucherinnen eine bunte Mischung aus Eltern, Großeltern, Tagesmüttern und Erzieherinnen.
Am nächsten Abend, am Mittwoch, 18. Juni um 19 Uhr steht das Thema „Sprache ist die Kleidung der Gedanken und jedes Alter hat seinen Trend” auf dem Programm. „Schritt um Schritt in der Selbstregulation” heißt es am Mittwoch, 16. Juli um 19 Uhr. Beide Abende finden wie immer in der GRN-Klinik statt. Der Eintritt ist frei.
Eine unverbindliche Anmeldung ist im Sekretariat Dr. Lelia Bauer, Telefon 06201/ 892701 erbeten.

Matthias Beringer, B.Sc., hat während des Studiums der Psychologie unterschiedliche Felder der Psychologie, u.a. im Cambridge und an der Harvard University, kennengelernt. Seit 2011 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Psychologischen Institut, Abteilung für Entwicklungspsychologie und Biologische Psychologie, an der Universität Heidelberg im Projekt MONDEY. Seine Aufgabengebiete sind Labor- und Felderhebungen, Fortbildungen pädagogischen Fachpersonals sowie die Ausbildung von Laborassistenten.

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Ritter Giselher Klipp von Klappersbach zum Stadtjubiläum in Weinheim: Drittes Singfest der Bürgerstiftung

Fanfarentusch und Trommelwirbel wird das Singfest der Bürgerstiftung am 9. Juli um 10 Uhr unter der großen Zeder am Schloss eröffnen. Der Willkommensgruß für die vielen Kinder, Senioren und ihre Begleiterinnen ist dem Motto des Festes gemäß: Ein Ritterfest wird gefeiert, mit Fahnenträgern, Tanzen und Singen und einem fast echten Ritter Giselher Klipp von Klappersbach.

Natürlich darf auch die Minne nicht fehlen, die „wohl einem Rosenstock gleicht”, und man wird hören, ob die Minne oder die Maid damit gemeint ist. Mehr wird nicht verraten von dem, was alles geschehen sein wird, ehe zum Abschluss von Alt und Jung ein fröhliches „Alle Leut‘ geh’n jetzt nach Haus” erklingen wird.

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Forum

Hundertwasser und Musik

Eine Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums der Helen-Keller-Schule beschäftigte sich im Rahmen des Deutschunterrichts mit „Kreativem Schreiben”. In dieses Projekt war auch die Bürgerstiftung Weinheim einbezogen. Ergebnisse sind u.a. der Bericht in der Stifterpost über die Künstlertage an der HKS (siehe oben „Das Falten des Großvaters”) sowie die fogenden Assoziationen zu einem Bild von Friedensreich Hundertwasser. Es wurde angeregt vom Maiwald-Förderpreis der Bürgerstiftung, der 2013 an das Projekt „Musik handgemacht – trifft Hundertwasser” an der Johann-Sebastian-Bach-Förderschule und der Musikschule ging.
Zum wunderbaren Ergebnis dieses Projekts und der Idee, wie die Klangskulptur, der zweite Preisträger, und Hundertwasser-Musik zusammenspielen können, erfahren Sie mehr in der Juli-Stifterpost.

Die Traumstadt

Auf einer langen Reise,
entdeckte ich ne Stadt,
auf wundersame Weise.
Die Straßen, die sind wild verzerrt,
als ob man durch ein Traumland fährt.
Plötzlich scheint mein Ziel so fern,
so unerreichbar wie ein Stern.
In der Mitte ist ein Licht so hell
es leuchtet wie die Sonne grell
es spiegelt mein Gesicht wider
Legt meine innersten Gefühle nieder.
Noch nie hat mich ein Gefühl so getroffen,
ich bin verwirrt, mein Herz ist offen.
Ich sammle mich und möchte weitergehen,
doch ich schaffe es nicht weit und bleib wieder stehen.
Welch wunderschöne Farbenfülle
trägt jedes Haus als seine Hülle.
Ob dick, ob dünn, ob groß, ob klein,
hier steht nichts und niemand einsam und allein.
Die Stadt ist voller Geborgenheit,
fern von Armut, Stress und Leid.
Alles ist verschwommen, nichts mehr klar,
es ist das das Wunderschönste, was ich jemals sah.
Es gibt keine Kanten, keine Ecken,
keine ungewollten Flecken.
Alles scheint gemalt wie von Kinderhand,
in diesem wundersamen Land.
Wer einmal kommt in es hinein,
der wird niemals mehr traurig sein.

Johanna Groh, Franziska Roth und Sophie Rothe

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Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal ein Mail an uns,
das ist nicht so riskant …

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Lust auf Schreiben?

Sie schreiben gerne Mails oder Briefe oder andere Texte und würden gerne einmal in der Gruppe mitarbeiten, die die Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim vorbereitet, Texte schreibt, redigiert und das Ganze in die richtige „technische” Form bringt, wie sie vor Ihnen auf dem Bildschirm erscheint?
Dann rufen Sie ohne Scheu an (Telefon 06201 63254) oder schreiben Sie an uns. Alles Weitere klären wir bei einer Tasse Tee oder Kaffee!

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So helfen Sie uns

Wie Sie uns helfen können, das erfahren Sie hier.

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Siegfriedstraße 7
69469 Weinheim
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim
Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de
Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.Redaktion: Adalbert Knapp
Texte: Joelle Böttcher, Johanna Danz, Hans-Joachim Gelberg, Johanna Groh, Lucian Henkelmann, Adalbert Knapp, Michail Öztürk, Franziska Roth, Sophie Rothe, Roman Senger, Iris Thomsen, Volker Witschel
Bilder:
Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Michael Endriß, Adalbert Knapp, Constanze Zotz
Mitarbeit: Brigitte Burger, Monika Endriß, Gunter Faigle, Marcus Graf und Claudia WernerLayout und Webdesign:
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