stifterpost-nr.-21-oktober-2013

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe Stifterinnen und Stifter,

„Dieser Abend hätte den Maiwalds sicher sehr gut gefallen”, resümiert ein Freund des Stifterpaares. Am 1. Oktober, dem Tag der Stiftungen, hat die Bürgerstiftung die Preisträger des Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Preises und ein Porträt des Stifterpaares vorgestellt. Ingrid Noll meint, das kleine Buch sei „fürwahr trefflich gelungen”.
Damit es jetzt mit der Selfpromotion nicht zu arg wird: Hans-Joachim Gelberg erinnert an Josef Guggenmoos, dem gleich drei Päpste im Traum erschienen, der Bericht über das Seminar für Demenzpaten trägt die Überschrift „Unvergesslich” und dass Weihnachten vor der Tür steht, sehen Sie nicht nur an den Lebkuchenständen bei EDEKA und Marktkauf, sondern auch an der Ankündigung der vierten Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung. Übrigens: Im nächsten Krimi von Ingrid Noll kommt der EDEKA (Nord) auch vor. Auf dieses Buch müssen Sie allerdings noch bis zum Januar warten.

Jetzt erst einmal Freude beim Lesen dieser Stifterpost und
herzliche Grüße
Ihr

 

Dr. Adalbert Knapp

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Josef Guggenmos
TraumIn meinem armen kleinen Haus,
drei Schritte vom Ende der Welt,
hatte ich meine Kerze, die letzte,
vor mich auf den Tisch gestellt.
Da kamen sie und klopften nicht an,
draußen war’s dunkel und kalt:
drei Jungen, drei Mädchen, drei Päpste in Weiß,
ein Puppenspieler, zerlumpt und alt.
Die Flamme duckte und streckte sich,
an den Wänden glomm ihr Licht.
Wir saßen zusammen und sprachen zusammen
und kannten einander nicht.

Ein poetischer Traum! Das Gedicht stammt aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen Dichters, erstmals 2011 veröffentlicht (in meiner Anthologie „Wo kommen die Worte her?”). Was geschieht? In dem kleinen Haus, drei Schritte vom Ende der Welt, bin ich bitter allein. Die letzte Kerze brennt. Da kommen welche, klopfen nicht einmal an und können unterschiedlicher kaum sein, setzen sich und reden mit mir. Was sagen sie? Was sagt der alte Puppenspieler, was sagen die Päpste? Und was sagen die Kinder? Wir dürfen nachdenken. In solch einem Traum bist du nicht mehr allein. Dieses Gedicht ist staunenswert und zugleich voller Rätsel.

Josef Guggenmos kam 1922 in Irsee (Allgäu) zur Welt. Den Krieg überlebte er als Funker. Nach seinem Studium ging er für ein Jahr nach Finnland, wo er in einer Gärtnerei arbeitete. Er war Lektor, Übersetzer, Erzähler, vor allem aber Lyriker, ein Autor, der etwa 50 Bücher veröffentlicht hat. Die meiste Zeit seines Lebens lebte er in seinem Geburtshaus. Mit Frau und drei Töchtern. Zu seinem 80. Geburtstag ehrte ihn seine Heimatgemeinde mit der Ehrenbürgerschaft. Der Kinderliteratur hat er Bleibendes gestiftet. Für seine Sammlung „Was denkt die Maus am Donnerstag?” und für viele weitere Gedichte wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er liebte die unscheinbaren Dinge und brachte sie mit spielerischem Einfall zur Geltung. Und er war ein stiller Beobachter. Die Jahreszeiten, Natur und Tiere spielen in seinen Gedichten eine besondere Rolle. Darüber hinaus mag manches in seinen hintergründigen Gedichten an Morgenstern und Ringelnatz erinnern. So gesehen ist er ein bedeutender Lyriker, wenngleich dies bislang noch nicht erkannt wurde.

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Nachgefragt

Unvergesslich

Was haben Volksliedgut und Märchen gemeinsam? Sie helfen Demenzkranken, heute mit gestern zu leben. Unter diesem Motto referierte Christian Rupp, seit 2000 Pflegedienstleiter des Bodelschwinghheims, über Biografiearbeit bei Demenz. 27 Menschen – drei Männer und 24 Frauen nehmen an einem Schulungsprogramm für Demenzpaten teil, das der Förderverein Alzheimer Weinheim e. V. mit Unterstützung der Freudenberg Stiftung, der Volksbank Weinheim Stiftung und Bürgerstiftung durchführt. Bisher gibt es bei Demenz keine Heilungschancen, weiß der Referent zu berichten. Allerdings können es Pflege- und Begleitpersonen mit verschiedenen Angeboten und Strategien ermöglichen, dass sich demente Menschen angenommen fühlen.

In diesem Zusammenhang stellte Rupp das psychobiografische Pflegemodell nach Professor Erwin Böhm vor. Dieser Ansatz für Pflege und Betreuung geht davon aus, dass die Prägungsphase des Menschen in den ersten 25-30 Lebensjahren stattfindet. Demenzkranke reisen, so die These, in diese Zeit zurück. Deshalb ist es sehr wichtig, die Lebensgeschichte solcher Menschen zu kennen: Das Elternhaus und die Kindheit, Idole in der Jugendzeit, Berufswünsche oder Hobbys und manches andere mehr. Am besten und einfachsten können dabei nahe Angehörige helfen. Anschaulich trug der Referent ein Beispiel vor: Eine Patientin hat in ihrer Kindheit und Jugend jeden Samstag mit einer Kaffeemühle Kaffee gemahlen. Zeigt man der betagten Dame den Gegenstand und befragt sie dazu, fängt sie oft von alleine an zu erzählen, wie damals alles war. Legt man einem ehemaligen Schreiner einen Holzblock vor, in dem Nägel zur Hälfte eingehauen sind, hämmert er sie möglicherweise mit einem Hammer komplett ein und erzählt von seinen Lehrjahren. Sogenannte „Tastwände” auf den Fluren, auf denen diverse Bürsten oder Schlüssel verankert sind, bieten zusätzliche Hilfsmittel, um die Erlebniswelt der Patienten zu erhalten und zu erweitern. Die haptische Erfahrung wird zum Schlüssel der Erinnerung. Weitere Schlüssel können Sinneseindrücke oder Musik sein: der Duft des Sonntagsbratens oder des Lieblingskuchens aus der Kindheit, ein altes Fotoalbum, das zusammen durchgeblättert wird, oder Weihnachtslieder, die früher im Kreise der Familie gesungen wurden. Das Märchen, das einem der Vater abends vor dem Zubettgehen vorgelesen hat. Allesamt sind wirkungsvolle Möglichkeiten im Pflegealltag, um eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen dementen Menschen und Pflegepersonen soweit wie möglich zu erhalten.
Es ist sicher kein Zufall, dass am Tage des Seminarabends die „Süddeutsche Zeitung” unter dem Titel „Unvergesslich” davon berichtet, wie sehr das Erzählen von Märchen ein guter Weg sei, den Umgang mit Demenzkranken zu verbessern.

VL

Christian Rupp ist 41 Jahre alt und von Beruf examinierter Altenpfleger. Er absolvierte verschiedene Fachweiterbildungen in den Bereichen Wohnbereichs- und Pflegedienstleitung, Qualitäts- und Wundmanagement sowie Sozialmanagement und Heimleitung. Seit 2000 ist er im stationären Bereich der Bodelschwingh GmbH in Weinheim als Pflegedienstleiter tätig.

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What shall we do with the drunken sailor?

Weder waren die kleinen Schätzchen dabei noch sind sie des Englischen bei aller frühkindlichen Förderung so mächtig, dass sie den Text des Liedes vom „drunken sailor” verstehen, den angehende Erzieherinnen mit einem begeistert einstimmenden Publikum schmetterten. Zwei Gruppen von Schülerinnen der Helen-Keller-Schule hatten ein halbes Jahr Gitarrenunterricht durch den Leiter der Musikschule, Jürgen Osuchowski , erhalten und präsentierten sich bei „Kids at Sue”, einer Tagespflegeeinrichtung für die ganz Kleinen in der mittleren Hauptstraße. Natürlich hatten sie vorwiegend Kinderlieder gelernt und geübt. Für die Flanierenden des Weinheimer Herbstes griffen sie lieber auf den „drunken sailor” und den „bonny” zurück, der leider „over the ocean” ist. Beim nächsten Mal wird es dann vielleicht „Frère Jacques, frère Jacques …”, dann stimmen auch die Gäste aus Cavaillon beim Provence-Markt nebenan mit ein – und die Kleinen werden nicht durch alkoholselige Lieder gefährdet.
Was die Bürgerstiftung damit zu tun hat? Sie freute sich, fördernderweise für das Singfest im nächsten Jahr eine kräftige Unterstützung zu gewinnen und in den Kindergärten Gitarren und noch mehr Lieder zum Klingen zu bringen.KN

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Round Table Kulturinsel Madagaskar

Dama Mahaleo, madagassische Musikerlegende, Politiker und Soziologe, und „Botschafterin” Lea Raholinirina forderten eine von gegenseitigem Respekt geprägte kulturelle Begegnung. Nicht von oben herab, von Nord auf Süd, sollte der Blick auf die Kultur ihres Landes gerichtet sein, sondern auf Augenhöhe. Moderiert vom Erziehungswissenschaftler Hermann Rademacker diskutierten die beiden mit fünf deutschen Madagaskarkennern am 21. Juli vor einem mehrheitlich mit Madagassen besetzten Publikum. Vorausgegangen waren Madagaskartage in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und ein deutsch-madagassisches Konzert im Weinheimer Schlosshof.
Gerne hat die Bürgerstiftung ihrem satzungsgemäßen Ziel der Völkerverständigung folgend diese ganz besondere Begegnung unterstützt.

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Vom Kohlbach ins Museum

Die Hobby-Bergleute der Arbeitsgemeinschaft Altbergbau übergaben wieder historische Werkzeuge aus dem Hohensachsener Bergwerk „Marie an der Kohlbach” an das Weinheimer Museum. Dort ergänzen die Raritäten aus dem 18. Jahrhundert nun in einer Bergbauvitrine die früheren Fundstücke und typischen Steine der Region. Diesmal handelt es sich um einen so genannten Krätzer oder Raumlöffel, wie Klaus Gründel und Jochen Babist von der AG Altbergbau erklärten. „Wir zählen zu unseren Aufgaben neben der Erkundung des historischen Bergwerks und der Arbeitstechnik der Bergleute auch die Erhaltung des Grubengebäudes und der montanarchäologischen Funde. Diese alten besonderen Werkzeuge aus Hohensachsen sind ja nicht gerade alltägliche Gegenstände für Weinheim und die Bergstraße”, erklärte Klaus Gründel. Wie alle bisher ausgegrabenen Werkzeuge stammt auch der neuerliche Fund aus der Zeit um 1780, aus der letzten großen Bergbauphase der „Marie”. Die Bürgerstiftung hatte die Restaurierung des Krätzers ermöglicht, wofür sich Bergwerker und Historiker gleichermaßen bedankten. Museumsleiterin Claudia Buggle und ihr Kollege Wolfgang Titze freuten sich über den Neuzugang für das Weinheimer Museum.

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Das Porträt

Die Rubrik „Im Porträt” hat sich ein wenig ausgeruht, seit wir Uwe Geiß vor über zwei Jahren als Stifter vorgestellt haben. Wiedererweckt wird sie künftig regelmäßig Persönlichkeiten vorstellen, die mit der Bürgerstiftung zu tun haben: seien es Zeitstifter, seien es Geldstifter oder Kooperationspartner.
Diesmal steht Brigitte Burger Rede und Antwort. Was sie alles mit der Bürgerstiftung zu tun hat, sagt sie Ihnen gleich selbst.

Brigitte Burger

Stifterpost: Frau Burger, Sie engagieren sich bei der Stifterpost – warum?

Brigitte Burger: Mit Beginn meines Ruhestands habe ich angefangen, ehrenamtlich tätig zu sein. Es bereitet mir Freude, mit Menschen zusammenzuarbeiten und Neues kennenzulernen. Bei der Bürgerstiftung Weinheim bin ich seit Ende 2010 dabei. Die erste Berührung mit der Bürgerstiftung hatte ich 2007 über den KontaktPunkt.

Inzwischen arbeiten Sie auch bei der Stifterpost mit?

Seit etwa zwei Jahren bin ich bei der Text- und Bildeingabe dabei. Zuvor korrigiere ich die vorgesehenen Texte.

Inwieweit hilft Ihnen Ihre berufliche Erfahrung bei Ihrer Arbeit für die Stifterpost?

Meine Freude am Organisieren und die lebenslange Erfahrung im Büromanagement helfen mir ungemein.

Sie haben Interviews mit Weggefährten des Ehepaars Maiwald vom Aufnahmegerät in Text übertragen. Was fanden Sie besonders interessant?

So konnte ich die beiden aus sehr unterschiedlichen Sichtweisen kennenlernen. Dadurch erhielt ich ein sehr differenziertes Bild.

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass es eine Einrichtung wie die Bürgerstiftung Weinheim gibt?

Ich finde es sehr gut, Projekte, die den Bürgern zugutekommen, zu unterstützen. Sei es finanziell oder durch Mitarbeit.

Sie sind Vorsitzende der Vereinigung der Freunde der Musikschule, außerdem verantwortlich für das Konzert- und Kulturprogramm an der evangelischen Stadtkirche. Was verbindet Sie mit der Musik?

Die Freude an der Musik hat mir mein Vater früh vermittelt. Mit acht Jahren besuchte ich meine erste Oper, die Zauberflöte. Wir gingen regelmäßig in Konzerte und zu Theateraufführungen. Ich mag heute die Oper, Klassik und Jazz. Die Konzerte, die wir organisieren, sind vielfältiger. Es treten sowohl regionale Gruppen, Kammerchöre als auch Schüler der Musikschule auf. Weinheim ist eine musikalische Stadt und das abwechslungsreiche Programm wird erfreulich gut angenommen.

Frau Burger, vielen Dank für das Interview!

Brigitte Burger war Sekretärin, in den letzten 16 Berufsjahren Mitarbeiterin des technischen Werkleiters und Ausbildungsbeauftragte für die Azubis bei der EvoBus GmbH in Mannheim. Sieben Jahre leitete sie Maschinenschreibkurse an der Volkshochschule Badische Bergstraße. Ihre Hobbys sind Lesen, Musik, Nordic Walking und Yoga.

VL

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Blick über den Zaun

Bürgerstiftungen bewähren sich in der Finanzkrise – mehr Vermögen, mehr Spenden, mehr Förderung

Immer mehr Menschen wählen Bürgerstiftungen als Partner für ihre eigene Stiftung.
Bürgerstiftungen genießen zunehmend das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und anderer Institutionen. Gerade in Zeiten der Finanzkrise wählen diese verstärkt Bürgerstiftungen als Partner, um eine eigene Stiftung zu gründen. Auch für Vereine und andere gemeinnützige Einrichtungen sind Bürgerstiftungen weiterhin verlässliche Partner: Im vergangenen Jahr haben sie mehr denn je für Bildung, Soziales, Kultur oder Gesundheit ausgeschüttet. Dies zeigt der „Länderspiegel Bürgerstiftungen. Fakten und Trends 2013”, den die Aktive Bürgerschaft zum Tag der Stiftungen am 1. Oktober 2013 vorgelegt hat.

348 Bürgerstiftungen sind seit 1996 in Deutschland entstanden. Über 38 Millionen Menschen leben im Einzugsgebiet einer Bürgerstiftung und können sich dort als Stifter, Spender und Ehrenamtliche engagieren.

Das Stiftungsvermögen wächst weiter auf insgesamt 235 Millionen Euro. Mehr als 25,6 Millionen Euro vertrauten Stifterinnen und Stifter den Bürgerstiftungen im Jahr 2012 an Zustiftungen an, das ist ein Wachstum um 12,3 Prozent.

Bürgerstiftungen schütten mehr denn je für gemeinnützige Zwecke aus. Über 14 Millionen Euro haben sie insgesamt im Jahr 2012 in das lokale Gemeinwohl investiert. Nahezu 72 Millionen Euro haben sie seit 2005 für Bildung, Soziales, Kultur und andere gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet.

Bürger spenden so viel wie noch nie an Bürgerstiftungen. 10,2 Millionen Euro haben Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und andere Institutionen 2012 an die Bürgerstiftungen gespendet. Das ist die bisher höchste Spendensumme, die Bürgerstiftungen innerhalb eines Jahres eingeworben haben.

„Länderspiegel Bürgerstiftungen 2013” als Faktenblatt und mit Grafiken finden Sie hier

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Auf ein Neues!

Zum zweiten Mal summte es im Freudenberg-Casino bis in den späten Abend: Bürgerschaftlich Engagierte, auch ehrenamtlich Tätige genannt, trafen sich zum netzwerkenden Austausch. Deren Initiative „Wir tun was” hatte zum zweiten Mal im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements eingeladen und mehr als 80 Menschen von 30 ehrenamtlichen Projekten waren dem Ruf gefolgt.
Begrüßt von Cornelia Buchta-Noack, der Freudenberg-Kommunikationschefin, und OB Bernhard hörten die Besucher zunächst einen Vortrag von Professorin Gisela Jakob aus Darmstadt. Sie stellte Überlegungen zur „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements” an, dessen Intensität sie auch in seinen biografischen und sozialen Zusammenhängen beschreibt.
Nachdenklich stimmen Untersuchungen, die zeigen, dass G8-Schüler und solche an Ganztagsschulen weniger bürgerlich-freiwilliges Engagement zeigen als andere: Viel Wissen als Bildungsziel und wenig Familie ist möglicherweise doch etwas wenig für ein soziales Wesen.Nicht jede Zuhörerin und nicht jeder Zuhörer folgte uneingeschränkt der These, dass sich die 68er-Generation des vergangenen Jahrhunderts aufgrund ihrer Sozialisation besonders bürgerschaftlich engagiert zeige.
Vehement sprach sich die Referentin dagegen aus, ehrenamtlich Tätigen über eine Aufwandsentschädigung hinaus ihre Arbeit auch nur symbolisch mit Geld zu vergüten, wie das in den USA gang und gäbe werde. Dies wäre der Anfang vom Ende des Ehrenamtes.
Bei Schnittchen plauderten Bekannte und Unbekannte, und es wurde an den Stehtischen munter be- und verhandelt, wie und was man alles künftig gemeinsam angehen könnte oder sollte, und was doch schon längst hätte sein sollen.
Auf ein Neues im nächsten Jahr!KN/VL

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Aktuell

Ehepaar Maiwald: Bürgerstiftung präsentiert Preisträger und Buchporträt

Der „Tag der Bürgerstiftungen” am 1. Oktober bot den willkommenen Rahmen für die erstmalige Verleihung des „Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Förderpreises”. Die Bürgerstiftung Weinheim hatte in den Bürgersaal des Alten Rathauses eingeladen, um ein Porträt des Stifterpaares und die beiden diesjährigen Preisträger vorzustellen.
Das handliche Porträt-Buch gründet auf biografischen Aufzeichnungen sowie Erinnerungen von Weggefährten. Dr. Adalbert Knapp, Stiftungsvorsitzender und Autor des Buches, moderierte den Abend, den Musikschullehrer Thorsten Gellings (Marimbaphon) und Sandra Maria Frey (Fagott) begeisternd begleiteten. In der lebendig vorgetragenen Lesung von Monika Endriss und Felicitas Vajna erhielt das Publikum gute Einblicke in die Vita des Stifterpaars.
Susanne und Dr. Arnulf Tröscher, deren Kinder die „Adoptivenkel” der Maiwalds waren, und Professor Helmut Determann, einstiger Kollege und Freund, gaben im Gespräch noch allerlei persönliche Eindrücke vom Leben und Wirken der Stifter.


V.l.n.r. Margarete Ruoff, Iris Rüsing, Jennifer Drum, Karen Backmeyer, Jürgen Osuchowski, Horst Busse, Adalbert Knapp, Kreszentia Amann, Torsten Nesselhauf
Im Gedenken an das sehr kunstinteressierte Paar wird nun alle zwei Jahre der mit 5 000 Euro dotierte Förderpreis verliehen, mit dem sich die Bürgerstiftung für das entgegengebrachte Vertrauen und das Vermächtnis von 700 000 Euro bedankt. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die im Elternhaus kaum einen Zugang zum kulturellen Austausch erhalten. Dieses Jahr erschienen zwei Projekte preiswürdig. Ausgezeichnet wurden „Musik handgemacht – trifft Hundertwasser” der Johann-Sebastian-Bach Schule zusammen mit der Musikschule Badische Bergstraße sowie „Klangskulptur”, eine Kooperation der Hans-Freudenberg-Schule mit dem Künstler Horst Busse.
Musik trifft Kunst – beide Projekte fördern individuelle Begabungen, stärken das Selbstvertrauen, sich alleine und in der Gruppe zu behaupten und so gemeinsam Verantwortung für ein Projekt zu übernehmen und Anerkennung für das Geleistete zu erfahren.
Seit 2005 gibt es das Begegnungsprojekt „Musik handgemacht”. Durch die Beschäftigung mit dem Künstler Friedensreich Hundertwasser wird dieses Konzept um den visuellen Aspekt erweitert. Die Kunst Hundertwassers ist bunt, die Bauwerke sind krumm – ausreichend Vielfalt, um der eigenen Kreativität zu begegnen. Die Kinder vervollständigen Bildausschnitte eigenständig weiter zu einem neuen Kunstwerk oder rappen über den Künstler.
Das Projekt „Klangskulptur” hat inzwischen begonnen. Basis ist ein Trägersystem aus behandelten und durchlöcherten Fichtenbrettern für die Klangkörper. Es lässt Freiraum für Farben und Formen jeglicher Art. Diese Kunstaktion ist ein Entwicklungsprozess, bei dem man nie weiß, ob die Anfangsskizze dem fertigen Gebilde entsprechen wird, berichtet der begleitende Künstler Horst Busse. Ein wichtiges Ziel beider Projekte ist es, den Schülerinnen und Schülern mehr Selbstbewusstsein zu ermöglichen. Am Ende der Aktionen steht an beiden Schulen eine Abschlussveranstaltung, bei der die Werke von Schülern vor- bzw. aufgeführt werden sollen. Den Maiwalds hätte dies sicher gefallen.VL

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Ein gelungenes Werk!


V.l.n.r. Thorsten Gellings, Monika Endriss, Helmut Determann, Felicitas Vajna, Arnulf und Susanne Tröscher, Adalbert Knapp, Sandra Frey
Eine erfreulich gute Aufnahme fand das Porträt der Eheleute Maiwald, sei es die Präsentation am Tag der Stiftungen oder das kleine Buch selbst. „ … der Abend hat mir nicht nur sehr gut gefallen, er hat mich in mehrerer Hinsicht sehr beeindruckt”, schreibt eine Besucherin und fährt fort: „Der Inhalt hat so viel gegeben, dass die Zeit wie im Flug verging. Eine tolle Idee war auch die Lesung durch Schauspielerfahrene, dadurch fühlte ich mich richtig mitgerissen… Es war nicht nur eine Präsentation, es regte zum Nachdenken an … Toll gemacht.” Diesen Faden spinnt ein Leser weiter, wenn er meint: „Die geschickte Verknüpfung der unterschiedlichsten Quellen und die kluge Balance zwischen ihr und ihm machen die Lektüre zu einem Vergnügen, das zum Nachdenken anregt. Über die eigenen Eltern, über mein Glück mit Geschwistern aufgewachsen zu sein.”
Andere blicken zurück:

„Ja, ein ‚toller Abend‘ war auch unser Fazit im Anschluss an die schöne und interessante Veranstaltung letzten Dienstag. Dazu hat sicher in erster Linie das Ehepaar Maiwald und deren wirklich interessantes Leben beigetragen.”
„Gratulation! Ein gelungenes Portrait!” schreibt ein weiterer Besucher und fährt fort: „Auch die Vorstellung des Buches fand ich sehr kurzweilig und interessant gestaltet. Die gesprochenen Passagen des Buches mit verteilten Rollen, die Interviews und der gelesene Text: Alles harmonierte wunderbar.”
Freunde des Ehepaars schreiben: „Mit dem Porträt … ist eine umfassende Würdigung der beiden Persönlichkeiten gelungen … Für all diejenigen, die Gudrun und Karl Heinz Maiwald geschätzt haben, wurde ein Erinnerungsbuch geschaffen, in dem das jeweils eigene Wesen dieser beiden so unterschiedlichen Eheleute aufleuchtet. All diejenigen, die sie nicht kannten, sind beeindruckt von diesen Lebensbildern in der Kraft ihrer Handlungen und Aussagen.”

Info:
Adalbert Knapp
Gudrun und Karl Heinz Maiwald – Ein Porträt
Herausgegeben von der Bürgerstiftung Weinheim
Erhältlich bei den Buchhandlungen Beltz, Bahnhofstraße 3, und Schäffner, Hauptstraße 90 sowie
bei der Bürgerstiftung Weinheim, Telefon 06201 63254 Mail
Preis: 12 Euro

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Spitze!

Das folgende Schreiben erreichte die Bürgerstiftung Weinheim am 24. September:

„Liebe Bürgerstiftungsengagierte,

wir freuen uns, dass es Ihrer Bürgerstiftung gelungen ist, sich in der Spitzengruppe der Bürgerstiftungen bundesweit im Bürgerstiftungs-Benchmark der Aktiven Bürgerschaft zu platzieren.

Ihren Platz im Vermögenswachstum können Sie hier einsehen.

Der Bürgerstiftungs-Benchmark bietet den Gremienmitgliedern Orientierung für die Entwicklung ihrer Bürgerstiftung und das strategische Management. Potenziellen Stiftern, Spendern und Projektpartnern verdeutlicht er die Leistungsfähigkeit einzelner Bürgerstiftungen.

Mit besten Grüßen
Bernadette Hellmann, Dr. Stefan Nährlich und Andreas Grabsch”

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Gütesiegel erneut verliehen

Zum dritten Mal verlieh die Initiative Bürgerstiftungen für die Zeit vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2016 der Bürgerstiftung Weinheim das Gütesiegel. 259 Bürgerstiftungen entsprechen inzwischen den 10 Merkmalen der Bürgerstiftungen.
Bei der Verleihung auf dem 42. Treffen des Arbeitskreises Bürgerstiftungen stand neben der feierlichen Übergabe die künftige strategische Ausrichtung der Bürgerstiftungen im Mittelpunkt:
– Bürgerstiftungen als Vermögensverwalter
– Bürgerstiftungen als Plattformen für bürgerschaftliches Engagement
– Bürgerstiftungen als Mittler und Moderatoren.
Wie die Initiative Bürgerstiftungen mitteilt, gibt es in Deutschland rund 21.000 Bürgerstifterinnen und Bürgerstifter. Das geht aus der aktuellen Bürgerstiftungsumfrage der Initiative hervor. Innerhalb der letzten sechs Jahre hat sich damit die Anzahl der Menschen, die sich finanziell an einer Bürgerstiftung beteiligen, fast verdoppelt. „Bürgerstifter sind heute die größte Gruppe lebender Stifter”, sagt Professor Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Wer in seinem Umfeld etwas bewegen will, ist bei Bürgerstiftungen bestens aufgehoben.”

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Weihnachtsbaumaktion 2013

Diesmal noch mehr Päckchen

Zum vierten Mal wird die Bürgerstiftung Weinheim im Advent dieses Jahres die Aktion „Weihnachtsbaum” durchführen. Diese Aktion hilft, Kindern aus bedürftigen Familien durch Spenden aus der Bürgerschaft einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Aufgrund der großen Unterstützung durch die Weinheimer Bürger 2012, als innerhalb von drei Tagen die Geschenkwünsche von den Weihnachtsbäumen abgepflückt waren, dürfen dieses Jahr 50 weitere Kinder ihre Weihnachtswünsche bei Caritas, Diakonie und Jugendamt abgeben.
In der Innenstadt (Weinheim Galerie), in der Südstadt (Marktkauf), in der Nordstadt (Amend) und in der Weststadt (Filiale der Volksbank) werden zum ersten Advent Weihnachtsbäume aufgestellt, an denen Wünsche von Weinheimer Kindern hängen, die von Diakonie, Caritas und Jugendamt ermittelt wurden. Wer einen dieser Wünsche erfüllen möchte, nimmt den Wunschanhänger ab, besorgt das Geschenk und gibt es verpackt im Bürgerbüro der Stadt Weinheim ab. Caritas, Diakonie und Jugendamt sorgen dafür, dass diese Geschenke den Kindern rechtzeitig zum Fest übergeben werden.
Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie einfach an: Telefon 06204 73290 oder 01522 1908336 (Margarete Ruoff)

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Forum

Stifterpost über den großen Teich

Aus Sao Paulo erreicht die Stifterpost diese Mail:
„Herzlichen Dank für das Gedicht von Mascha Kaléko in der Juli-Stifterpost. Nicht nur, weil es rührend und berührend und schön und einfach ist, sondern weil mir die Autorin unbekannt war und es nicht sein sollte.
Die Erklärung vermute ich im biographischen Abriss: sie ist wohl eine der Personen, die durch die Bücherverbrennung aus dem literarischen Kosmos verschwanden und nach 1945 nicht „auferstanden”. Meine Generation (Jahrgang 33) hörte in der Schule nichts von ihnen – nach dem Krieg war sie nicht mehr – noch nicht wieder – zeitgemäß.
Ähnlich ging es wohl auch Korngold, der erst in jüngster Zeit wieder ein wenig gespielt wird. Teil einer Generation, die fast spurlos zu verschwinden droht, wenn es eben nicht Publikationen wie die Stifterpost gäbe, der ich auch aus diesem Grund viel Glück und fleißige Arbeit und zahlreiche Leser auch über Weinheim hinaus wünsche.”
W.K.

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Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal ein Mail an uns,
das ist nicht so riskant …

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Lust auf Schreiben?

Sie schreiben gerne Mails oder Briefe oder andere Texte und würden gerne einmal in der Gruppe mitarbeiten, die die Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim vorbereitet, Texte schreibt, redigiert und das Ganze in die richtige „technische” Form bringt, wie sie vor Ihnen auf dem Bildschirm erscheint?
Dann rufen Sie ohne Scheu an (Telefon 06201 63254) oder schreiben Sie an uns. Alles Weitere klären wir bei einer Tasse Tee oder Kaffee!

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So helfen Sie uns

Wie Sie uns helfen können, das erfahren Sie hier.

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Stifterpost abbestellen

Wir möchten die „Stifterpost” nur an Personen versenden, die wirklich interessiert sind. Wenn Sie die „Stifterpost” abbestellen wollen, klicken Sie bitte hier!

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Siegfriedstraße 7
69469 Weinheim
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim
Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de
Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.Redaktion: Adalbert Knapp
Texte: Aktive Bürgerschaft, Freunde Madagaskars, Hans-Joachim Gelberg, Initiative Bürgerstiftungen, Roland Kern, Adalbert Knapp, Verena Larbig,M.A., Margarete Ruoff
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Michael Endriß, Adalbert Knapp
Mitarbeit: Brigitte Burger, Monika Endriß, Gunter Faigle, Marcus Graf, Verena Larbig, und Claudia WernerLayout und Webdesign:
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