stifterpost-nr.-12-juli-2011

Liebe Stifterinnen und Stifter,
liebe Leserinnen und Leser,

Das zweite große Singfest Weinheimer Kindergärten wurde zu einem besonderen Ereignis: Mit den 300 kleinen Sängerinnen und Sängern aus elf evangelischen und katholischen Kindergärten vereinigten sich unter der Zeder im „kleinen Schlosspark” auch die vereinigten Chöre des Bodelschwingh-Heims und des GRN-Betreuungszentrums. Bei schönstem Sommerwetter waren so fast 400 Personen zum gemeinsamen Singen vereint.

Singen und Musizieren vom frühesten bis ins hohe Alter: Das ist eines der Förderziele, die die Bürgerstiftung Weinheim langfristig verfolgt. Sie wurde diesmal unterstützt von den Soroptimist International und dem Verein der Freunde und Förderer der Kultur, was neue Möglichkeiten eröffnete. Die musikalische Weiterbildung der Erzieherinnen, die ebenfalls in diesem Jahr fortgesetzt wurde und die musikalischen Wochenenden in Schloss Weikersheim, beides in Zusammenarbeit mit der Musikschule Badische Bergstraße, gehören zu dieser umfassenden Zielsetzung. Sie hat an Breite und Tiefe erneut gewonnen, darüber freuen wir uns.

Helfen Sie uns auch weiterhin, diese Ziele zu erreichen!

Ihr

Dr. Peter Schuster

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Kolumne

Vakanz

von Adalbert Knapp

Früher, als die Menschen noch die heiligen Zeiten kannten und noch nicht das Telefon, da freute man sich (inklusive frau) auf Sommerfrische und Vakanz, strebte aus grauer Städte Mauern im Frühtau zu Berge, wo der junge Wandersmann die Zeit herankommen sah, die Freud´ bringen sollte. Und in den wildromantischen Alpen kommunizierten die Sennerin und der Senn jodelnd von Berg zu Tal und das Echo tat das Seinige.
Heute ist das ja eigentlich alles fast noch ganz genau so, wenn auch die Sommerfrische zum Urlaub auf den Malediven oder an der Copacabana wurde und die Vakanz zur großen Fülle und die Städte nicht mehr grau, sondern heiß sind und der Frühtau zu früh. Gejodelt wird noch, allerdings konkurrieren die Schall- mit den Handywellen, wenn Yvonne vom großen Arber ihrer Freundin Simone auf den Malediven und der Mutter auf der Zugspitze mitteilt, dass es ganz ganz wunderbar hier sei, dass die Sonne gerade unglaaaublich untergehe und sie davon eben ein Foto gesendet habe und dass sie doch bitte gleich ihr iPhone streicheln möge… Ein wenig störend sei der Sendemast mitten im Abendrot.
Was das jetzt alles mit unserer kleinen Sozialkunde-Reihe zu tun hat? Erstens sollten auch Sie in den Feriengenuss kommen, um sich umso mehr auf die nächste Stunde freuen zu können, und zweitens könnten Sie die Moral dieser Feriengeschichte gleich umsetzen, denn – ein bisschen Latein muss sein – „non scholae, sed vitae discimus” (das Leben ist unsere Schule , oder so):
Handy weg, iPhone aus, Ohren und Augen auf und so wird – Sie glauben es nicht – die Vakanz zur Fülle, das Wandern zur Freude und „Es blitzt ein Tropfen Morgentau / Im Strahl des Sonnenlichts / Ein Tag kann eine Perle sein / Und (das meint jedenfalls Gottfried Keller) hundert Jahre – Nichts!”

Bonnes vacances!

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Nachgefragt

Happy Birthday, lieber KontaktPunkt!

Nachdem die Stelle der Ehrenamtsbeauftragten der Stadt Weinheim aufgelöst worden war, hat die Bürgerstiftung Weinheim am 25.09.06 den KontaktPunkt im Bürgerbüro eröffnet. Beim KontaktPunkt laufen die Fäden zur Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten zusammen. Wir haben zwei Fragebögen entwickelt (einen für Bürger, die ein Ehrenamt übernehmen wollen, und einen anderen für Organisationen, die Ehrenamtliche suchen), um durch die Erfassung von wichtigen Parametern eine möglichst passgenaue Vermittlung von ehrenamtlich interessierten Mitbürgern zu erreichen. Der KontaktPunkt versteht sich auch bei Fragen von Neubürgern als Ansprechpartner, kurzum, wir

wollen mit Ihnen Verantwortung übernehmen, unser Umfeld in Weinheim mitgestalten, Notlagen erkennen und den Interessenaustausch fördern.
Der KontaktPunkt ist inzwischen in Weinheim gut vernetzt, aber auch in der Metropolregion als Mitglied der Metropolregionalen Arbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (magfa), sodass die ehrenamtlich arbeitenden Damen beim KontaktPunkt Anregungen und Hilfestellung in vielen Bereichen geben können. Vielleicht haben Sie ja schon den „neuen” Kräutergarten im Schlosspark entdeckt, der – durch unsere Vermittlung – von Mitarbeitern der SAP Anfang Juni in eine wohltuende Oase verwandelt wurde.
Die Bürgerstiftung hat – unter der Federführung des KontaktPunktes – die „Soziale Vielfalt” ins Netz gestellt. Alle im sozialen Bereich aktiven Organisationen mit ihren Aufgaben und Dienstleistungen können Sie auf unserer Homepage unter Eigene Projekte finden oder bei der Stadt-Homepage unter „Soziales” die „Soziale Vielfalt” anklicken.
Was waren die Gründe für ein freiwilliges Engagement bei den bisher ca. 80 in ein Ehrenamt vermittelten Mitbürgern? Oft ist es der Wunsch, eigene Fähigkeiten und Interessen einzubringen, mit jungen Menschen neue Erfahrungen zu machen, vielleicht keine Enkel zu haben und so den Kontakt zu Kindern genießen zu können und oft auch Menschen, die in einer schwierigen Situation sind, etwas zurückzugeben, da man selbst Glück im Leben hatte.
Durch die Fragebogenaktion „Aktiv im Alter” der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat haben viele Senioren Interesse an einem Ehrenamt geäußert, weshalb die Stadt nach den Sommerferien eine speziell für Ehrenamtsagenturen gestaltete Datenbank in Betrieb nehmen wird und so ihre Anerkennung der Vermittlungsarbeit zeigt und dem KontaktPunkt die Arbeit erleichtert.

Seit Juli 2010 sind wir immer dienstags von 9-12 Uhr unter Telefon 06201 12651 zu erreichen, wir rufen Sie auch gerne zurück, wenn Sie uns Ihre Telefonnummer auf dem Band hinterlassen. Hier können Sie Gesuche für ehrenamtlich Interessierte finden, in einem persönlichen Gespräch wollen wir Sie gerne beraten.

Nun wollen wir Herrn Firchow, einen ehrenamtlich Tätigen, und Herrn Schröder, den Sprecher der „Sozialen Vielfalt” zu Wort kommen lassen.

Interview mit Claus-Gerhard Firchow

Stifterpost: Herr Firchow, Sie sind seit etwa zwei Jahren in dem Projekt „Aktiv im Alter” tätig. Wie kam es dazu?

Claus Firchow: Vor drei Jahren habe ich mit Frau Dr. Schneider wegen einer möglichen ehrenamtlichen Tätigkeit für mein „Angebotsprofil” gesprochen. Für „Aktiv im Alter” schienen meine früheren beruflichen Kompetenzen als Verlagsmanager hilfreich zu sein, nachdem einige andere Überlegungen für meine Möglichkeiten und Vorstellungen nicht in Frage gekommen waren.
Sie sind bei der Erhebung „Aktiv im Alter” mit wichtigen Fragen der Vermittlung von Angebot und Nachfrage im Bereich des Ehrenamtes in Berührung gekommen. Was haben Sie dabei gelernt?

Ehrenamtliche Tätigkeit und ihre Vermittlung erfordert aus meiner Sicht die gleiche Professionalität wie jede andere Arbeit. Da es viel Mitspieler mit jeweils unterschiedlichen Erfahrungen und Interessen gibt, gilt es diese zu verbinden, um den Vermittlungsprozess zu optimieren. Auch das ist wie im richtigen Leben: Es ist Kommunikationsfähigkeit, Geduld und Offenheit bei allen Beteiligten erforderlich.

Wie ist der Stand der Dinge in Sachen „Aktiv im Alter”?

„Soziale Vielfalt”, Stadtseniorenrat, Stadtverwaltung, Tauschring, Mehrgenerationenhaus/Stadtjugendring und KontaktPunkt haben sich darauf geeinigt, dass die etwa 100 interessierten Bürgerinnen und Bürger bei der Aktion „Aktiv im Alter” in einer Datenbank erfasst werden und die „Initiative Ehrenamt” die nächsten Schritte vorbereitet. Sprecher dieser Initiative sind Frau Dr. Schneider und ich, der für keine Institution oder Gruppe steht. Aus meiner Sicht ist es hohe Zeit, dass wir vorankommen, wenn man die Motivation dieser Bürgerinnen und Bürger erhalten will.

Was bedeutet Ehrenamt für Sie persönlich?

Ich möchte erworbene Erkenntnisse und gesammelte Erfahrungen produktiv zur Förderung des menschlichen Zusammenhalts in der Gesellschaft einbringen und für mich selbst ein Stück positiven Lebensinhalt herausziehen.

Herr Firchow, vielen Dank für das Interview!

Claus-Gerhard Firchow, Jahrgang 1941, berufliche Stationen als
Verlagsmanager: Axel Springer, Hamburg, Burda, Offenburg, Spektrum der Wissenschaft, Weinheim, Scientific American, New York, zuletzt freier Unternehmensberater.

Interview: Adalbert Knapp

Interview mit Heinz Schröder

Stifterpost: Herr Schröder, Sie sind der Sprecher der Sozialen Vielfalt in Weinheim. Worin besteht das Ziel dieses Zusammenschlusses?

Heinz Schröder: Nachdem ich im Jahr 2005 meine berufliche Tätigkeit als Leiter der Suchtberatung Weinheim beendet hatte, versuchte ich, die ein aus meiner Sicht sinnvolle bessere Vernetzung der vielfältigen sozialen Einrichtungen und Gruppen in die Tat umzusetzen. Dadurch sollte die Kommunikation untereinander verbessert und die Bedeutung dieser wichtigen Arbeit nach außen unterstrichen werden.

Wann begann die Zusammenarbeit zwischen dem Kontaktpunkt der Bürgerstiftung und der Sozialen Vielfalt?

Der KontaktPunkt war vom ersten Tag seiner Gründung an bei der Sozialen Vielfalt dabei.

Welche Erwartungen hatten Sie gegenüber dem Kontaktpunkt?

Es schien uns sinnvoll, neben einer gedruckten Broschüre die Website der Bürgerstiftung Weinheim als digitales Medium der Sozialen Vielfalt zu nutzen, in dem sämtliche Mitglieder der Sozialen Vielfalt mit allen notwendigen Daten verzeichnet sind. Der große Vorteil der digitalen Verarbeitung ist die Möglichkeit, diese Informationen ständig aktuell zu halten. Diese Aufbereitung ist direkt mit der Website der Stadt Weinheim verlinkt.
Weiterhin war es möglich, Anfragen von Personen, die an ehrenamtlicher Arbeit interessiert waren, bzw. Gruppen oder Institutionen, die jemanden für bestimmte Aufgaben suchten, direkt an den KontaktPunkt weiterzuleiten.

Ihr Resümee nach fünf Jahren Zusammenarbeit?

Es war und ist eine sehr gute Kooperation, in der wir, wie ich meine, die seinerzeit gesteckten Ziele verwirklichen konnten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Herr Schröder, vielen Dank für das Interview!

Heinz Schröder, Jahrgang 1941, gelernter Bürokaufmann, gründete 1979 aus eigener Betroffenheit die Suchtberatung Weinheim. Seit 2005 Sprecher der von ihm gegründeten „Sozialen Vielfalt Weinheim”.

Interview: Adalbert Knapp

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Drei trappelnde Rappen

Was haben Indianer, trappelnde Rappen und ein Xylophon gemeinsam?
Alle drei klingen und singen und schwingen durch die letzte Stunde des Gesangskurses und des „Basiskurses Stabspiel und Percussion”, die die Musikschule für Erzieherinnen und Pflegekräfte im Auftrag der Bürgerstiftung Weinheim, der Freunde und Förderer der Kultur in Weinheim und Soroptimist International Weinheim durchgeführt hat.

Ulrike Klötzke-Demuth („Ich habe mich wegen der Ulrike angemeldet.”) lässt also die drei von Josef Guggenmos getriebenen trappelnden Rappen über die dröhnende bretterne Brücke galoppieren, ehe der rieselnde, raunende, glicksende, glucksende, silberhell plaudernde Bach wieder seine relative Ruhe hat. In der Mitte des Kreises, mit geschlossenen Augen, erleben drei aus der muntern Kursgruppe, wie all diese Worte zu Geräuschen, zu Rhythmus, zu Musik werden, wenn der äußere Kreis nach Josef Guggenmos‘ Kindergedicht gluckst und trappelt und raauuuschschschschscht und klingt.
Der Reporter ist ganz schnell dabei, um nicht zu sagen integriert, wenn dann der indianische Adler „will fliegen so frei” und der Sonne entgegen „schreit seinen Schrei”.

Mehr als 20 Erzieherinnen und ein Erzieher (!) sind dem Ruf gefolgt und haben sich sechs Abende lang „professionell, unkompliziert und an ihrem beruflichen Alltag orientiert” musikalisch fortgebildet. Eine Teilnehmerin, der freundlicherweise vor dem Kurs bescheinigt worden war, dass sie ja eh nicht singen könne, ist locker und frei und eine weitere wurde kurzerhand in ihrer Kindertagestätte zur Musikbeauftragten und die dritte hat des Xylofon wieder- und neu entdeckt und die Kinder sind begeistert; denn natürlich haben alle ganz schnell das jeweils Gelernte gleich ausprobiert.

Vor drei Jahren hatten Musikschule und Bürgerstiftung schon einmal zur Fortbildung eingeladen. Diesmal waren zu dem Fortbildungsangebot auf Anregung der „Freunde und Förderer” auch Pflegekräfte eingeladen. Was den Kleinen recht, soll den Großen billig sein: Musik ist etwas, das Tiefen des Menschen berührt, die andere Kommunikationsformen nicht erreichen. Deshalb ist sie ja die „holde Kunst”, die das Herz „in neuer Lieb entzündet”, eher altherkömmlich formuliert.
Ob sie dabei wären, wenn es wieder so ein Angebot gäbe? Ja, natürlich, weil es, siehe oben, professionell, unkompliziert und in dieser Form auch nicht im üblichen Fortbildungsangebot verfügbar sei und weil es einfach Freude bereitet hat und weil es so viele Anregungen gab und weil Musik und Singen…

Und der Reporter denkt, das sollte den Initiatoren und Innen Ansporn sein, gleich darüber nachzudenken, wann es den nächsten Durchgang geben sollte.

Fortbildung für Erzieherinnen und Pflegekräfte
Gitarre: 15 Stunden
Singen: 6 Stunden
Stabspiel und Percussion: 6 Stunden

Leitung:
Singen und Percussion: Ulrike Klötzke-Demuth, Schwerpunkte: Musikalische Frühförderung, Kinderchor, Blockflöte
Gitarre: Jürgen Osuchowski, Schwerpunkte: Leitung Musikschule, Gitarre.

Kn

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Blick über den Zaun

Hört, hört!!

Musik allerorten: Das Singfest unter der großen Zeder, die Musikkurse für Erzieherinnen und Pflegekräfte, das Musikwochenende in Weikersheim werden in diesem Jahr wieder durch eine

Spende der Bürgerstiftung unterstützt; das musiktherapeutische Angebot der Musikschule in der Johann-Sebastian-Bach-Schule ist dank der Förderung weiter möglich und natürlich weiß auch das „Denken von der ersten Minute an”, was Babys mögen: Musik, Musik, Musik!
Die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht unter dem Titel „Ohren auf! Musik für junge Menschen” schon vor einigen Jahren eine Broschüre zur „Orientierung für soziale Investoren”.

Wenn es die Bürgerstiftung Weinheim nicht immer schon gewusst hätte: Jetzt ist es stiftungsamtlich und Nietzsche sieht das ähnlich: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum”. Da erfahren wir in der Broschüre einerseits, wie toll das musikalische Leben in Deutschland immer noch ist – Gott und einer langen Tradition und vielen Sanges-und Musikfreudigen sei es gedankt – , wie sehr jedoch andererseits eine Renaissance sinnvoll, ja notwendig ist.

Immer weniger Musikunterricht in den Schulen, immer weniger Musik in Kindergärten und Krippen, Instrumentalunterricht ein Privileg für Kinder bildungsnaher Familien, wenige Angebote bei Migrationshintergrund, bei fehlendem Publikumsnachwuchs leeren sich die Konzertsäle und Opernhäuser.

Weil die Kolumne diesmal Ferien propagiert, soll Platon an dieser Stelle zu Wort kommen:
„Musik ist ein moralisches Gesetz. Sie verleiht dem Universum eine Seele, dem Geist Flügel, der Phantasie Flugkraft, der Traurigkeit einen Zauber und allen Freude und Leben.”

Die Spatzen pfeifen es wie weiland Mozart in seiner Messe von den Dächern: Stiftungen hört die Signale!!!

Also, weiter frisch voran!!!

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Aktuell

Michael Ender neues Vorstandsmitglied bei der Bürgerstiftung

Stifterpost: Herr Ender, Sie wurden vom Stiftungsrat zum Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Weinheim bestellt und haben sich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Warum?

Michael Ender: Die Volksbank Weinheim ist seit der Gründung im Vorstand der Bürgerstiftung Weinheim vertreten und so habe ich die Entwicklung vom ersten Tag an mit Interesse verfolgt. Als Herr Möller mich gefragt hat, ob ich Verantwortung übernehmen wolle, war ich sofort gerne bereit. Einerseits sind die finanziellen Aufgaben kein Neuland für mich und andererseits habe ich durch meine Mitarbeit in einer Kirchengemeinde auch Erfahrung im Akquirieren von Spenden. Und der Genossenschaftsgedanke der Volksbanken ist dem von Bürgerstiftungen nicht ganz fremd. Wenn ich dann auch noch Ideen und Überlegungen aus meiner derzeitigen Situation als Vater von zwei sieben und zehn Jahre alten Söhnen einbringen kann, dann würde mir das gut gefallen.

Sie sind Volksbanker vom ersten Berufstag an?

Beruflich hätte ich mir auch Sozialpädagogik vorstellen können. Dann war es doch die Wirtschaft und die Bank und so habe ich den Weg nach dem Wirtschaftsgymnasium über die Berufsakademie und in der Volksbank Weinheim gewählt und das auch nie bereut.

Welches sind Ihre derzeitigen beruflichen Aufgaben?

Nicht erst seit der Finanzkrise sind die Regulatorik, das Risikomanagement und die betriebswirtschaftliche Struktur einer Bank besonders wichtig und hier habe ich meinen derzeitigen Schwerpunkt.

Sie haben von Ihrer Mitarbeit in einer Kirchengemeinde gesprochen.

In Schriesheim aufgewachsen und seit 1998 in Mörlenbach wohnend war ich schon als Kind und Jugendlicher bei der KJG, der Katholischen Jungen Gemeinde, dort auch leitend tätig. Als wir nach Mörlenbach gezogen sind, wollte ich mich auch in die Gemeinde einbringen, allerdings so, dass es gut mit der Familie zu verbinden war. Da schien mir zunächst die Aufgabe eines Lektors und Kommunionhelfers gut zu passen.

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Zusammenhang zwischen Ihrer kirchlichen und Ihrer beruflichen Tätigkeit?

Das soll jetzt nicht zu hochtrabend klingen: Der Grundsatz der katholischen Soziallehre, das Subsidiaritätsprinzip, ist dem Genossenschaftsprinzip der Volksbanken nicht ganz fremd. Dass es allerdings auch Unterschiede zwischen Kirchen und Banken gibt, geben muss, ist mir schon klar.

Und wenn Beruf, Kirchengemeinde und Familie Sie gerade nicht fordern?

Ich lese gerne; das kann ein Krimi sein oder auch ein Buch von Joseph Ratzinger. Allerdings bin ich zur Zeit immer noch bei Band I seines Jesus-Buches. Ist auch nicht die ganz leichte Kost.

Ideen für die Bürgerstiftung Weinheim?

Wie ich im Vorstellungsgespräch erfahren habe, sollte ich nicht nur der Finanzmensch im Vorstand sein; das kommt mir sehr entgegen. Wenn es um Ideen geht, dann denke ich, wie gesagt, an meine derzeitige Lebenssituation. Ich finde es z. B. sehr wichtig, dass Kinder sehr früh Natur erleben können. Vielleicht könnte daraus ein sinnvolles Projekt werden.

Herr Ender, vielen Dank für das Interview!

Interview: Adalbert Knapp

Michael Ender, Jahrgang 1966
Verheiratet und Vater von zwei sieben bzw. zehn Jahre alten Söhnen

Diplom-Betriebswirt (BA Mannheim), Diplomierter Bankbetriebswirt (Akademie deutscher Genossenschaften)
Seit 1985 bei der Volksbank Weinheim eG
Prokurist, Bereichsleiter Unternehmenssteuerung
Ehrenamtlich Pfarrgemeinderat und stellv. Vorsitzender des Verwaltungsrats der kath. Kirchengemeinde St. Bartholomäus, Mörlenbach

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Gemeinsam singen verbindet Generationen

2. Singfest unter der großen Zeder

Bürgerstiftung Weinheim und Soroptimist International Weinheim veranstalteten am 6. Juli nach vier Jahren das zweite Singfest unter der großen Zeder im kleinen Schlosspark.
Diesmal nahmen nicht nur Kindergartenkinder, sondern auch Seniorinnen und Senioren teil. Die Mitmach-Geschichte „Der Fisch der nicht gefangen werden wollte” gab den Rahmen für eine frisch-fröhliche Singstunde bei strahlendem Sonnenschein. Gemeindediakonin Monika Preiß führte durchs Programm, Kantorin Anne-Christine Langenbach und Christine Engelhardt, Chorleiterin im Bodelschwingh-Heim, begleiteten am (Schiffer-)Klavier und bereiteten 400 Sängerinnen und Sängern aus (fast) allen Generationen einen unvergesslichen Vormittag.
In den Wochen und Monaten zuvor war in den Kindergärten und Altenbetreuungseinrichtungen eifrig geprobt worden. Das Singfest war der krönende Abschluss einer besonderen musikalischen Zeit.
Während die Kinder in ihren Kindergärten die Lieder einstudierten, fanden für die Seniorinnen und Senioren wöchentliche Chorproben statt. Das Bodelschwingh-Heim hatte hierfür die Türen für Sangesfreudige weit geöffnet und so kamen auch Menschen dazu, die außerhalb der Einrichtung wohnen. Im GRN-Betreuungszentrum sorgte Silvia Höhn für die Vorbereitung.
Gleichzeitig nahmen einige Erzieherinnen und Erzieher sowie Altenpflegerinnen und Altenpfleger an Kursen zur musikalischen Fortbildung an der Musikschule Badische Bergstraße teil, die von der Bürgerstiftung Weinheim und dem Verein der Freunde und Förderer der Kultur in Weinheim initiiert und getragen wurden.Wo man singt, da lass dich ruhig nieder: Aus der gemeinsamen musikalischen Zeit und dem Singfest entstanden neue Freundschaften, die Mitarbeiter der verschiedenen Kindergärten und Altenbetreuungseinrichtungen konnten sich austauschen und die Verantwortlichen der Veranstalter sangen fröhlich mit. Es hat sich gelohnt!Tho

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Bürgerstiftung Weinheim gratuliert zum 20. Internationalen Kulturfest

Wieder einmal strahlte der Himmel über Weinheims Internationalem Kulturfest und die Menschen aus allen Stadtteilen und Nationen strömten wieder einmal, um sich an internationaler Folklore,

internationalen Speisen und internationalem Flair zu erfreuen. Eine Bürgerinitiative hatte 1991 das schon lange gefeierte Grillfest des türkischen Arbeitervereins auf dem Judenbuckel zusammen mit der Stadt Weinheim als Internationales Kulturfest in den Schlosshof geholt. Seinerzeit heftig diskutierte Themen wie das Kommunalwahlrecht für Migranten oder die doppelte Staatsbürgerschaft haben sich inzwischen relativiert oder wurden europäisch geregelt.
Fürs nächste Fest soll es nach 20 Jahren ein neues Plakat geben, das ebenso wie das bisherige in einem Wettbewerb kreiert werden soll, den auch die Bürgerstiftung unterstützen wird.

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Cola Ball – reloaded

Die Bürgerstiftung lässt den Cola Ball in Weinheim am

Samstag, 22. Oktober 2011 um 20:00 Uhr in der Stadthalle

wieder aufleben. Mit der Band „Kaffee und Kuchen“ feiern Jung und Alt gemeinsam abrockend ein fröhliches Fest.

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Forum

Ideenwerkstatt – Neue Wege der Förderung

„Die Ideenwerkstatt ist die beste Idee” betitelte die Rhein-Neckar-Zeitung den Bericht über die Präsentation der aus der Ideenwerkstatt vom Oktober 2010 hervorgegangenen Projekte.
Die Bürgerstiftung ging mit dieser Form der Auswahl von Förderprojekten neue Wege, indem sie Stifterinnen und Stifter, bisherige und potenzielle Projektträger und weitere Bürgerinnen und Bürger einlud, sich Gedanken darüber zu machen, was ihnen in Weinheim zu fördern besonders wichtig erscheint.
Dabei schälten sich fünf wichtige Themen heraus:
– Kinder und Jugendliche: Motivationsförderung, Gewaltprävention, Berufsfindung, Arbeitsprojekte.
– Musiktherapie für Kinder und Jugendliche.
– Austausch und Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen.
– Professionalisierung, Vernetzung in Zusammenhang mit Ehrenämtern.
– Armut, Altersarmut.
Manche dieser Aufgaben sind in Weinheim schon in Arbeit, so die Ehrenamtsbörse KontaktPunkt der Bürgerstiftung. Oder die Stiftungsinitiative Altersarmut von Frauen. Oder der durch vielfältige Spenden inzwischen für 2011 gesicherte Frühstückstreff im Pilgerhaus.
Dies dokumentiert, wie stark das Weinheimer Netz des „Dritten Sektors”, des freiwilligen Engagements ist.
Allerdings sind immer neue und verstärkende Maschen im Netz notwendig.
Nach der Präsentation der aus der Ideenwerkstatt hervorgegangenen Projekte entschied der Stiftungsrat, zunächst drei zu fördern:
„Musik handgemacht” ist ein Unternehmen, bei dem die Musikschule Schülerinnen und Schüler der Bach-Förderschule unterstützt. Job Central und der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart (WUB) werden ein vierzehntägiges Berufspraktikum durch ein eintägiges Seminar für Jugendliche vorbereiten. Die Volkshochschule beabsichtigt, einen „Interkulturellen Gesprächskreis” einzurichten.
KnWie diesen neuen Weg, Ideen zu finden und zu entwickeln, ein Projektträger einschätzt, erfahren Sie in dem folgenden

Interview mit Jürgen Osuchowski

Stifterpost: Herr Osuchowski, Sie waren an dem Prozess Ideenwerkstatt von Anfang dabei. Was hat Ihnen dabei besonders gefallen?

Jürgen Osuchowski: Bei der Ideenwerkstatt im Oktober fand ich besonders gut die Vielfalt der Personen, Institutionen, Gruppen, Interessen und Vorstellungen, umtriebige Leute einfach, die aufgefordert waren, Ideen zu entwickeln. Dadurch war gewährleistet, dass sich die Weinheimer Bürgerschaft im Prozess und im Ergebnis repräsentiert sehen kann. Außerdem wurde dadurch auch viel Kreativität freigesetzt.

55 Ideen waren das Ergebnis…

Es hat mir gut gefallen, dass im zweiten Schritt einer Bewertung der erfreulich vielen Ideen wiederum ein Höchstmaß an Transparenz und Beteiligung gegeben war.

Wie beurteilen Sie den dritten Schritt der Auswahl als Vertreter eines Projektträgers?

Zum einen wird man veranlasst, eine möglicherweise zunächst vage Idee zu konkretisieren und auf ihre Möglichkeit der Verwirklichung hin zu prüfen. Die Präsentation im Wettbewerb mit anderen halte ich für hilfreich, weil sie den Dialog der Bürgerstiftung mit Trägern transparent macht und die eigene Überzeugungskraft fordert. Ich fand diesen Schritt sehr gut.

Alles in allem?

Ein großes Wort: Es war ein demokratischer Prozess, sehr transparent, er ermöglicht einen Überblick über Bedürfnisse in Weinheim und hat auch gezeigt, was es alles schon im sozialem und kulturellen Zusammenhang gibt. Und dabei bliebt weiterhin viel zu tun bei immerhin 55 Ideen.

Sollte man so etwas gelegentlich wiederholen?

Angesichts der Dynamik unserer Gesellschaft fände ich das sehr sinnvoll und auch deshalb, weil sich natürlich so ein Verfahren herumsprechen muss, um als Beteiligungsmöglichkeit am öffentlichen Leben noch wirksamer zu sein. Ich fände so etwas alle drei Jahre zum Beispiel sehr hilfreich.

Herr Osuchowski,vielen Dank für das Interview!

Interview: Adalbert Knapp

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorsitzender: Dr. Peter Schuster

Friedrichstraße 22
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de

Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Redaktion: Dr. Adalbert Knapp und Dr. Peter Schuster

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