stifterpost-nr.-10-januar-2011

Liebe Stifterinnen und Stifter,
Liebe Leserinnen und Leser,

Dr. Schuster

im vergangenen Jahr wurde unsere Bürgerstiftung fünf Jahre alt und wir haben diesen Geburtstag mit vielen Gästen in einer Ideenwerkstatt gefeiert. Fünfundfünfzig Ideen wurden in aktiven Arbeitskreisen entwickelt – was mit ihnen passieren soll, verraten wir gleich. Zunächst haben wir uns einfach gefreut, in diesen fünf Jahren immerhin
€ 65.000.- für erfolg- und hilfreiche Projekte verfügbar gehabt zu haben.

Was ist im vergangen Jahr noch alles geschehen? Unsere Fördermaßnahmen finden Sie hier in dieser Stifterpost. Die sichtbaren Veränderungen, auch Innovationen genannt, erfahren Sie sozusagen live: Die Stifterpost erscheint seit Juli digital, die Website hat mit dem Versand dieser Stifterpost nach fünf Jahren ein neues Gesicht und eine modernisierte Technologie im Hintergrund erhalten. Mit der Weihnachtsbaumaktion haben wir erstmals 75 Kindern (und uns selbst!) eine Weihnachtsfreude bereitet, über die wir Ihnen unten mehr berichten.

Jetzt zurück zur Ideenwerkstatt: Künftig wollen wir noch stärker als bisher die Bürgerschaft und unsere Projektträger in die Auswahl von Fördermaßnahmen einbeziehen und bitten Sie hiermit, aus den insgesamt 55 Ideen diejenigen auszuwählen, die Sie für besonders wichtig halten. Allein im Jahr 2011 stehen für diese von Ihnen ausgewählten Projekte runde € 10.000.- zur Verfügung! Weiter unten erfahren Sie, wie’s genau gemacht wird.

Ich wünsche Ihnen eine gutes und der Bürgerstiftung Weinheim hilfreiches Jahr 2011

Ihr

Dr. Peter Schuster

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Kolumne

Wer ist das Volk?

von Adalbert Knapp

Dr. Knapp

Populus-gens-plebs, damit soll diesmal unsere klassisch fundamentierte Sozialkundestunde beginnen. An welchen Politiker denkt der gebildete Mensch zuerst, wenn es um Altphilologie und Politik geht? Natürlich: an den verewigten Franz Josef Strauß, der gerne mit der Einsicht zitiert wird: „Vox populi – vox Rindvieh” – die Stimme des Volkes gleicht der des Rindes.

Wer aber ist dieses Volk, z.B. in Bayern, unserem Exemplum? Zunächst die echten Bayern, also z.B. 1860 München und Bayern München und Unterhaching und der FC Nürnberg (?????) und natürlich die CSU bis zum Absturz. Da zeigt sich allerdings schon, dass das nicht so einfach ist mit dem Staatsvolk: Denn rein rechtlich haben Franken und (bayerische) Schwaben und Sudetendeutsche (der vierte Stamm) und sonstige Zugereiste (Zuagroaste) nach Artikel 7, Absatz in Verbindung mit Art. 8 der Verfassung des Freistaats Bayern „wie alle anderen deutschen Staatsangehörigen, die in Bayern ihren Wohnsitz haben, …die gleichen Rechte und… Pflichten wie die bayerischen Staatsangehörigen. Somit wäre immerhin die Sache mit dem Staatsvolk geklärt: Das regelt die Verfassung.
Auch die gens-Frage (gens: lat. Stamm) lässt sich am einzigen (neben Sachsen) ordentlichen deutschen Stammes-Bundesland in seiner Komplexität behandeln: Als dieser Volksstamm sich vor, sagen wir 1400 Jahren versammelte, war ihm ebenso wenig wie der bayerischen Staatsgeschichtswissenschaft bis heute klar, ob er jetzt ein eingewanderter Stamm oder ein melting pot wie z.B. die United-States-Amerikaner war. Somit ist nicht erst seit Karl Theodor (nein, nicht unser Kurpfälzer Zwangsbayernimmigrant) von Guttenberg klar: Nicht selten ist ein Volksstamm mehr Wurzelwerk und Astgewirr als klarer und reiner Stamm und so hilft auch die Stammesgeschichte nur begrenzt weiter auf der Suche nach „dem Volk”.
Mit der plebs ist die Geschichte nur scheinbar einfacher: „Einfaches Volk” meint der Langenscheidt. Aber wer möchte heutzutage schon das „einfache Volk” sein?? Auch hier hilft uns, zumindest ein Stück weit, die bayerische Verfassung weiter: Es sind einfach „alle anderen deutschen Staatsangehörigen” (s.o.). Also gehören zur plebs auf jeden Fall immer die anderen.
Es bleibt uns wieder einmal nichts anderes übrig: Das mündige Volk, also wir, müssen doch selbst darüber nachdenken, wer wir sind…

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Nachgefragt

Fünfundfünfzig Ideen

Ihren fünften Geburtstag nahm die Bürgerstiftung Weinheim zum Anlass, zurück und nach vorne zu schauen. Deshalb war das Stifterforum am 18. Oktober 2010 eine Ideenwerkstatt.

Brainstorming, Ideen an der Tafel

Im Anschluss an einen Rückblick überlegten die anwesenden Stifterinnen und Stifter, die Verantwortlichen der bisher geförderten Projekte und die weiteren aus der Bürgerschaft anwesenden Personen gemeinsam, welches aus Ihrer jeweiligen Sicht künftige Aufgaben und Projekte der Bürgerstiftung sein könnten. Am Ende waren 55 Ideen, die das Forum kreiert hat, mindesten fünf zu viel, um sie sofort anzupacken.

Deshalb sind Sie, liebe Leserin, lieber Leser, aufgefordert, sich an der Auswahl zu beteiligen. Sie können fünf der 55 Ideen einen Punkt zukommen lassen. Die dadurch entstehende Reihenfolge wird für Stifterrat und Vorstand die Grundlage dafür sein, Schwerpunkte der künftigen Förderung zu erarbeiten.

Allein für 2011 stehen für neue Projekte € 10.000.- zur Verfügung.

Beteiligen Sie sich, wählen Sie, bestimmen Sie mit!

Mit diesem Klick sind Sie beim Auswahlverfahren auf der neu gestalteten Website der Bürgerstiftung.

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Weihnachtsbaumaktion 2010

Es war ein Joint Venture (deutsch: Gemeinschaftsunternehmen oder auch gemeinsames Wagnis) der besonderen Art, das die Bürgerstiftung zum großen Fest, man kann schon sagen, in Angriff nahm: Je 25 Wunschzettel an drei Weihnachtsbäumen über die Stadt verteilt, Geschenke gesammelt und dann weitergegeben. Klingt ganz einfach und braucht doch ganz viele Hände, Köpfe, Herzen, einfach Menschen und Institutionen, die dabei sein wollen, und vor allem, was ja bei Weihnachten ganz besonders wichtig ist, überraschungsresistent sind. Denn es war letztendlich ein gelungenes, aber doch ein Wagnis.
Caritas, Diakonie, Amt für Jugend und Soziales der Stadt Weinheim, Weinheim Galerie, die Firmen Amend und Marktkauf und das Bürgerbüro der Stadt Weinheim und ganz viele Spenderinnen und Spender wollten zusammen gebracht sein, um 75 Kindern in Weinheim ein „Geschenk mit dem Lächeln“ zukommen zu lassen.

Weihnachtsbaumaktion

Die erste große Überraschung, nachdem die Bäume aufgestellt waren: Innerhalb von acht Tagen waren die Wunschzettel weg und die Spenderinnen und Spender in den Einzelhandelsgeschäften und Internetläden zwischen Weschnitz, Grundelbach, Pegnitz (an der liegt Nürnberg), ebay, debay und Amazon unterwegs, um von Ed Hardy Ordner A4- 8cm – Tiger Bestellnummer 476910 und Ed Hardy Pencil Case Skull grün Stiftetui Schlampe, Best.Nr. xyz oder ein seit November ausverkauftes Traumschloss oder oder oder zu erstehen: Also ganz viele Überraschungen für die Spenderinnen und Spender. Logistik pur war notwendig, damit am Heiligen Abend alles dort lag, wo es sein sollte: unter den Weihnachtsbäumen von vielen fröhlich-überraschten Kindern: Das Christkind hatte tatsächlich alles gefunden und verpackt, was die Kinder auf ihre Wunschzettel geschrieben hatten…

Wie die Weihnachtsbaum-Idee entstand und was sie bei der Realsierung alles erlebten, erzählen Elisabeth Bettermann und Dr. Peter Schuster der Stifterpost.

StiPo: Frau Bettermann, wie kamen Sie auf die Idee für die Weihnachtsbaumaktion und wann hat die Aktion begonnen?

E.B.: Eine Freundin hatte mir von einer ähnlichen Aktion in ihrer Heimatstadt
erzählt und bereits im Juni kam es zu ersten Gesprächen mit der Diakonie,
der Caritas und dem Jugendamt, wichtigen Partnern unseres Projektes.

Was hat Sie bei dem Vorhaben besonders beflügelt?

E.B.: Die Aussicht, Kindern aus bedürftigen Familie den HERZENSWUNSCH erfüllen zu können, was dann ja auch zu den sehr ausführlichen Wunschangaben geführt hat.

Und was hat Sie besonders überrascht?

E.B. Die große generationenübergreifende Anteilnahme der Weinheimer Bevölkerung, der entschiedene Wille, das gewünschte Geschenk zu besorgen und die freudigen Erzählungen der Schenker.

StiPo: Herr Dr. Schuster, Sie hatten einen wichtigen operativen Anteil an der Aktion. Wie reagierten die Einzelhandelsgeschäfte auf Ihre Anfragen?

P.S.: Außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Sie unterstützten uns tatkräftig während der ganzen Aufstellungszeit der Christbäume.

Ihr Handy war die Leitzentrale. Es hat häufiger als sonst geklingelt?

P.S.: Das kann man wohl sagen! Es ging um organisatorische Fragen, Probleme beim Besorgen der oft schwer zu findenden Geschenke, noch pünktlich zum Abgabetermin zurecht zukommen, vor allem aber spontane Zustimmung „zu dieser ausgezeichneten Idee”, „die hoffentlich im nächsten Jahr wiederholt wird, wir sind dabei!”

Welches war der überraschendste Anruf?

„Unser Geschenk ist ein wenig klein ausgefallen, wir würden gern noch Schokolade und Weihnachtsgebäck dazu packen. Wäre das möglich?” Solche Anrufe waren eine Freude und Ermutigung.

Wird es auch 2011 wieder eine Weihnachtsbaumaktion geben?

E.B. und P.S.: Diese Frage ist nach allem bereits beantwortet. Wir werden dank der großen Zustimmung die Zahl der bedachten Kinder wohl erhöhen können.

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Bürgerstiftung unterstützt die Weihnachtfeier für einsame und wohnungslose Menschen.

Heiligabend, auf dem Weg, Schnee wie im Bilderbuch, Ankunft im Gemeindehaus Herz-Jesu gegen 15 Uhr, der Posaunenchor der Gemeinden an der Peterskirche spielt aus ganzem Herzen und Simon Langebach, der Leiter freut sich über kräftige Stimmen („das ist ja besser als in der Kirche…”) bei der fröhlichen und seligen Nacht. Die Jingle Bells kommen dann noch kräftiger. Der kleine Saal des Gemeindehauses ist geschlossen, der neugierige Reporter entdeckt verbotenerweise durch die Türspalte zum Großen Saal die aufgebauten Geschenke. Noch ist das Christkind nicht da. Aber nach dem Posaunenchor liest Diakon Günter Huth die Weihnachtsgeschichte, es wird ganz ruhig; Leo Engel an seiner Zither (der 80-jährige erinnert sich, wie er das Spielen vom Vater abgeschaut hat), Zither ist immer etwas Besonderes, nicht nur weil das Instrument nicht so einfach zu spielen ist, sondern weil es – natürlich – zu Herzen geht.

Stoffhund Wuschel

Wuschel, der brave Puppen-Hund von Kasef Kropp, dem ein böser Magier das Bellen weggezaubert hat und das er – wie sollte es am Heiligen Abend anders sein- von einem ziemlich komischen, nichtsdestoweniger seeehr guten und edlen Zauberer wieder geschenkt bekommt, damit nichts fehlt wenn das Christkind kommt. Es gibt Kaffee und Kuchen und dann bittet Herr Batzil, der gute Engel und nicht nur heute Chef des Ganzen um besondere Ruhe.
Dekan i.R. Ulmer gehört ebenso wie Karljosef Kropp, Leo Engel, Günter Huth und die anderen seit Jahren zum Team der Weihnachtsfeier für einsame Menschen. Er spricht davon, dass das Kind nicht ins Wellness–Hotel gekommen ist sondern zu den Hirten, und wie alle eine Familie sein könnten – oder sollten, eine Familie, zu der alle gehören …

Winterbild

Günter Huth erinnert sich: Vor etwa 15 Jahren gab es in der Paulstraße 2 ein erstes Weihnachtstreffen für obdachlose Menschen. Bald war es zu eng im kleinen Saal des Gemeindehauses und heute reicht kaum der große Saal.
Der Reporter ging etwas bang zur ungewohnten Weihnachtsfeier. Es war schön. Jetzt aber ist es Zeit zu gehen; denn um 17 Uhr soll die Bescherung sein, und da gehört kein Zuseher hin.
Schnee wie im Bilderbuch, unterwegs im hellen Schneeabend, eben fuhr ein Zug in den Odenwald, die Gleise vibrieren noch…Es wird Zeit, das Christkind wartet schon…

Kn

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Blick über den Zaun

Interview mit Matthias Daberstiel

Foto Matthias Daberstiel

Matthias Daberstiel ist Mitherausgeber des Fundraiser-Magazins und Inhaber der Spendenagentur in Dresden. Der geborene Dresdner baute nach seinem Studium an der dortigen TU das Fundraising einer Umweltschutzstiftung in Leipzig auf 2003 gründete er die Spendenagentur und 2006 das Fundraiser-Magazin, gemeinsam mit Daniela Münster und Udo Lehner von der MediaVista KG. Matthias Daberstiel ist 40 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn.

Logo Fundraiser Magazin

Fundraiser wurde 2006 gegründet, erscheint zweimonatlich in einer Auflage von 4500 Exemplaren in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Verlagsort: Dresden
Internet: www.fundraiser-magazin.de
Das Fundraiser-Magazin veranstaltet auch regionale Fundraisingtage in Deutschland. Nächster Termin ist der 17. Februar 2011 an der Universität Duisburg-Essen. www.fundraisingtage.de

Stifterpost: Herr Daberstiel, wie kam es vor fünf Jahren zur Gründung Ihres Magazins?

Daberstiel: Die Idee hatten wir schon länger, aber ein Verlagsprodukt braucht auch Leser und die Produktion einer Fachzeitschrift ist nicht billig. Auf einem unserer Fundraisingtage stellten wir den Besuchern die Frage, wie sie Informationen zum Fundraising erhalten möchten. Über 60 Prozent wollten ein gedrucktes Magazin, nur ein Viertel einen Online-Newsletter. Und das im Internetzeitalter! Da stand für uns fest: Wir machen das. Geplant war es allerdings nur für die neuen Bundesländer.

Warum nur dort?

D.:Nun, in meiner Arbeit für die Spendenagentur hatte ich festgestellt, das es zum Thema Fundraising hier den meisten Nachholbedarf gab. Als aber die ersten Leser aus den alten Bundesländern und sogar aus Tirol anriefen, um das Heft zu bestellen, war uns klar, dass wir uns ausweiten mussten. Rückblickend die richtige Entscheidung.

Sie haben eine Auflage von 4500 Exemplaren. Können Sie etwas über die Struktur Ihrer Leserinnen und Leser sagen?

D. Oh, das ist sehr unterschiedlich. Das reicht von kleinen Vereinen und Stiftungen, die sich bei uns die ersten Tipps zum Spendenmarketing holen, bis zu den großen Wohltätigkeits- und Umweltschutzorganisationen wie der Caritas oder dem NABU. Ich sage immer: „Wir sind das Fachmagazin zum mitmachen” Vor wenigen Tagen rief eine Kollegin an: Sie hätte so viele Tipps aus unserem Magazin entnommen, nun wäre es Zeit mal etwas beizutragen und schickte uns einen tollen Artikel zum Empfehlungsmarketing bei Non-Profit-Organisationen. So funktioniert unser Magazin und so macht es auch Spaß.

Wie finanziert sich der Fundraiser?

D.: Über die Anzeigen unserer Kunden, wie Agenturen oder andere Dienstleister für Vereine und Stiftungen. Unser Ziel ist es, gute Ideen im Fundraising vielen Menschen bezahlbar zugänglich zu machen, und das würde nicht über einen Magazinpreis von mehr als 100 Euro im Jahr funktionieren. Ich bin sehr froh, dass dies unsere Anzeigenkunden auch so sehen.

Gibt es eine Veränderung der Themen in den vergangenen fünf Jahren?

D.: Oh ja. Das Thema Online-Fundraising hat sich zum Beispiel rasant entwickelt. Der ganze Bereich Social Media ist sehr stark im Kommen. Wir versuchen auch den Blick stärker über den Tellerrand zu werfen und sprechen mit Experten aus den USA und Großbritannien oder vor kurzem aus der Türkei. Seit drei Jahren sind wir auch Medienpartner des Internationalen Fundraisingkongress in Holland.

Peter Sloterdijk hat die Abschaffung von Steuern gefordert, weil er meint, freiwillige Leistungen, also Sponsoring und Stifter würden genügend Mittel zur Erfüllung staatlicher Aufgaben erbringen. Wie sehen Sie das?

D.: Da ist er wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen.Das Volumen unseres Staatshaushalts bewegt sich mittlerweile bei über 300 Milliarden Euro. Das Spendenaufkommen bei 3 bis 4 Milliarden Euro. Obwohl: unser Finanzminister als Fundraiser – eine reizvolle Vorstellung.

In den letzten Jahren gab es einige Skandale, etwa bei UNICEF, angesichts der Kommerzialisierung des Fundraising. Wo ist für Sie die Grenze zwischen notwendiger Effizienz von Mittelakquisition und Kommerz?

D.: Ich denke nicht, das ist eine Frage der Ethik und der Balance. Man kann Organisationen, die moderne Managementtechniken anwenden, nicht vorwerfen dafür Geld auszugeben, wenn sie dadurch mehr Spendenmittel einnehmen, effizienter werden und so ihren Zweck, Gutes zu tun, besser erfüllen können Aber die Spender müssen auch dazu lernen und nicht aus dem Bauch heraus sondern mit Köpfchen spenden.

Gibt es ein Thema, eine Fragestellung, die Ihnen bei Ihrer Aufgabe ganz besonders wichtig erscheint?

D.: Für mich ist immer wichtig: Wie können wir noch mehr Menschen über ihre Spenden aufklären? Denn das Spendenaufkommen wächst seit Jahren nicht und das heißt, der Wettbewerb unter den Organisationen nimmt zu. An der Aufgabe, Menschen zu überzeugen, müssen wir aber alle arbeiten. Das fängt mit einer ethisch vertretbaren Werbung an und endet mit einem transparenten und effizienten Mitteleinsatz

Haben Sie einen besonders heißen Tipp für eine mittestädtische Bürgerstiftung?

D.: Aber gern. Fundraising ist immer regional und damit haben regionale Organisationen immer Vorteile! Gerade Bürgerstiftungen leben von ihrer lokalen Kompetenz. Hier ist es wichtig, möglichst viele Personen aus der Gemeinde anzusprechen, Bürger sozusagen zu Fundraisern zu machen. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah”, sagt auch Jan Uekermann, der in unserem Verlag sein bemerkenswertes Buch „Fundraising-Grundlagen – Wie Sie Freunde und Spender für Ihre Gute Sache gewinnen” herausgebracht hat.

Alles Gute und vielen Dank für das Interview.

Kn

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Aktuell

Neues und Gebrauchtes zu Superpreisen

Bazar im Rolf-Engelbrecht-Haus

Samstag, 12. Februar 2011 von 10:00 bis 14:00 Uhr

Basar im Rolf-Engelbrecht-Haus
Foto: K. Oeldorf

Die Bürgerstiftung Weinheim öffnet einmal im Jahr im Rolf-Engelbrecht-Haus die Tore für ihren Großen Bazar mit attraktiven Angeboten „vom Kochtopf bis zum Ausgehrock” zu kleinsten Preisen.
Zugleich fördert jede Besucherin und jeder Besucher mit seinem Kauf ein wichtiges Projekt der Bürgerstiftung, denn der Verkaufserlös (im vergangenen Jahr waren es über 2200.- Euro) geht zu 100 Prozent in die Finanzierung gemeinnütziger Vorhaben unserer Stadt.
Vorstand und Stifterrat werden bei der Vorbereitung und Durchführung des Bazars, unterstützt von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, Stifterinnen und Stiftern mit ihren Familienmitgliedern und Freunden.
Sind auch Sie am 12.Februar im Rolf-Engelbrecht-Haus dabei! Kaufen und helfen Sie mit, denn
„Wir sind für alle da!”

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Website neu gestaltet

Interview mit Hans-Jürgen Fuchs und Marcus Graf

Mit Erscheinen dieser Stifterpost finden Sie hier die überarbeitete Website der Bürgerstiftung Weinheim. Warum diese Überarbeitung sinnvoll war und nach welchen Kriterien sie erfolgte, erfahren Sie im folgenden Interview:

Foto Hans-Jürgen Fuchs

Hans-Jürgen Fuchs, Jahrgang 1957, freiberuflich tätig seit 1992, grafische Dienstleistungen für Druck und InternetFoto Marcus Graf

Marcus Graf, Jahrgang 1967, selbständig seit 1987, Schwerpunkte: Software- und Datenbankentwicklung, seit 1996 Programmierung für Webseiten.

Stifterpost: Herr Fuchs, Herr Graf,
Sie haben die elektronische neue Stifterpost und den „Relaunch” der Website gestaltet und technisch entwickelt.Nach welchen Kriterien, Herr Fuchs, gingen Sie bei der grafischen Gestaltung vor?Hans-Jürgen Fuchs:
Nun, bei der Neugestaltung einer Website geht es ja zum einen darum, etwas Frisches, Aktuelles zu schaffen, zum anderen sollen Nutzer/innen sich auch wiederfinden. Ich habe also die Farbgebung aufgegriffen, die das Logo mitbrachte, ein lebendiges Türkis und dem eine klare Struktur – optisch wie vom Handling der Website – gegenüber gestellt. Studien haben gezeigt, dass die meisten Menschen von Websites eine eindeutige, klare Struktur erwarten Das kommt, nebenbei, auch einem meiner Grundanliegen zugute: Websites sollen auch für Menschen mit Einschränkungen z.B. der Sehfähigkeit gut zugänglich sein.Gab es besondere Herausforderungen?

Fuchs: Die bisherige Website der Bürgerstiftung war über Jahre hinweg gewachsen. Das ist normal. Normal ist aber auch, dass man irgendwann feststellt, dass in diesem Prozess die klare Struktur verloren ging. Mit dem Relaunch haben wir die Gelegenheit genutzt, neu zu gliedern, zusammenzufassen. Die zweite Herausforderung war die Überführung der Inhalte in ein Content Managementsystem (CMS), das es der Bürgerstiftung noch besser ermöglicht, aktuelle Inhalte selbst in die Website einzupflegen. Doch dazu kann Marcus Graf mehr sagen …

Herr Graf, Sie haben Stifterpost und Website programmiert. Können Sie, für unsereins verständlich, erläutern, wie das „geht”?

Marcus Graf:
Jede Webseite besteht aus Daten in der Sprache HTML (Hypertext Markup Language) Hinter den Kulissen steht eine Datenbank, in der die Struktur der Website und die Inhalte gespeichert sind. Aus dieser Datenbank werden die Inhalte formatiert und in HTML-Seiten übertragen. Dabei werden auch alle Verlinkungen zwischen den Seiten hergestellt und das Menü aufgebaut.
Die Programme, die dies hier leisten, sind in den Sprachen Perl und PHP programmiert.

Der Vorteil dieses auf den ersten Blick umständlichen Ablaufs ist, dass dadurch die Inhalte von Struktur und Design der Seite getrennt gehalten werden. So können z.B. das Design der Website oder die Menüstruktur angepasst werden, ohne dass dafür hunderte von Dateien einzeln geändert werden müssen.

Welche Kriterien standen für Sie bei dieser Programmierung im Mittelpunkt?

Graf: Es gab bei der Programmierung zwei Schwerpunkte:
1. Das Erzeugen der Seiten als reine HTML-Seiten. Das sorgt für einen schnellen Aufruf der Seiten ohne Wartezeiten und dafür, dass die Seiten von Suchmaschinen wie z.B. Google gut erfasst werden können.
2. Eine benutzerfreundliche Pflege der Seiten, so dass neue Inhalte ohne HTML-Kenntnisse auf die Homepage gestellt werden können.

Gibt es hierbei besondere Herausforderungen?

Graf: Ungewöhnliche Herausforderungen eigentlich nicht, der Teufel steckt eher im Detail. Kleine Denkfehler oder Tippfehler in der Programmierung haben manchmal Auswirkungen, die sich erst viel später bemerkbar machen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn deutlich über die Hälfte der Projektzeit für Tests und Fehlersuche benötigt werden.

In der Schlussphase dieser Aufgabe haben Sie einen Teil der Arbeit von China aus, wo Sie sich beruflich aufgehalten haben, erledigt. Wie hat man sich das vorzustellen?

Graf: Das ist heute im Internet-Zeitalter kein Hexenwerk mehr. Mit Laptop und Internet-Zugang kann ich von jedem Platz der Welt an meinen Projekten genauso arbeiten, wie an meinem Schreibtisch. Die Datensicherheit ist dabei auch kein Problem, da unsere Fernzugänge alle über verschlüsselte Verbindungen laufen.

Nebenbei: In China ist kostenloser schneller Internet-Zugang in allen mir bekannten Hotels Standard. In Europa ist dies oft noch eine kostenpflichtige Zusatzleistung.

Sie arbeiten schon seit längerem zusammen: Worin sehen Sie die Vorteile dieser Zusammenarbeit?

Fuchs: Jeder von uns hat seine spezifischen Kenntnisse – und seinen eigenen Blick: Uns geht es in erster Linie um Inhalte, wir begreifen das Internet als das Informationsmedium schlechthin. Aber Inhalte ohne eine gute Form sind dröge und werden leicht übersehen. Man es so zusammenfassen: Wir nutzen unsere unterschiedlichen Kompetenzen um Informationen an die Frau und den Mann zu bringen, gut gestaltet und mit ausgefeilter Technik – die aber dezent im Hintergrund werkelt.

Graf: Unsere Arbeitsgebiete ergänzen sich. Herr Fuchs gestaltet die Seiten, legt Layout und Strukturen fest, bearbeitet die Inhalte usw. Ich kümmere mich um die dahinter stehende Programmierung.

Vielen Dank für das Interview!

Kn

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Forum

Unsere interaktive Abteilung finden Sie diesmal bei der Ideenwerkstatt, wo wie Sie bitten, uns Ihre Idee-Favoriten mitzuteilen.

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Stifterpost abbestellen

Wir möchten die „Stifterpost” nur an Personen versenden, die wirklich interessiert sind. Wenn Sie nicht mehr interessiert sind, klicken Sie bitte hier!

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorsitzender: Dr. Peter Schuster

Friedrichstraße 22
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de

Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Redaktion: Dr. Adalbert Knapp und Dr. Peter Schuster

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Copyright

Für die Inhalte aller Seiten dieser „Stifterpost“ liegt das Copyright bei der Bürgerstiftung Weinheim oder der Copyright-Inhaber hat die ausdrückliche Zustimmung gegeben oder dieser war trotz aller Bemühungen nicht auffindbar. Berechtigten Copyright-Ansprüchen wird sofort entsprochen. Texte und Bilder dürfen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung der Bürgerstiftung Weinheim oder des jeweiligen Copyright-Inhabers genutzt und/oder weiterverwendet werden. Zitate in üblicher Form sind zulässig.

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