Stifterpost-Nr-50-Dezember-2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

Knappes ist natürlich Zufall, dass dies die 50. Ausgabe der Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim ist und sich diese Zahl mit meinem Ausscheiden aus der Bürgerstiftung Weinheim fast deckt. Nach 10 Jahren im Vorstand, davon acht Jahre als Vorstandsvorsitzender, hat sich für mich ein neues Aufgabenfeld aufgetan, dem ich mich mit meiner ganzen Energie widmen möchte. Derzeit absolviere ich eine Weiterbildung zum Systemischen Coach an der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung an der PH Heidelberg. Im Herbst nächsten Jahres möchte ich sozusagen auf den Markt gehen.
Deshalb werde ich im Februar nicht mehr für den Vorstand kandidieren, was ich dem Stiftungsrat im September mitgeteilt habe.
Ich habe meine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Weinheim mit Freude ausgeübt, es war ein Glück, mit den vielen Menschen aus vorhandenen und neuen Beziehungen zusammenzuarbeiten, Bestehendes pflegen und neue Ideen entwickeln zu können.
Es tut der Stiftung in ihrem 15. Jahr sicherlich gut, sich in einer neuen Weise und auch mit neuem Personal neu zu konsolidieren.
Dazu wünsche ich alles Gute, „Vivat, crescat, floreat!“ pflegten die Lateiner zu sagen. Ich bedanke mich bei Ihnen allen und
bin
mit herzlichen Grüßen
Ihr
unterschriftknapp klein

Und jetzt viel Freude bei der Lektüre der Stifterpost, diesmal als Weihnachtsgruß und nicht zu kurz. Wenn Sie bis zum Ende durchhalten, finden Sie die Stifterpost Nr.1!

Mit freundlicher Unterstützung von
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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Es war in einer schönen Nacht,
da hab’ ich mir was ausgedacht.
Keinen hat’s gestört,
niemand hat’s gehört.
Niemand hat’s gesehn,
keiner kann’s verstehn.

Elisabeth Borchers

gelberghansjoachim 160

Wohl ein zartes Gedicht, sozusagen wie ein leises Lächeln nach dem Tageslauf. Vielleicht auch ein Gedankenspiel, das glücklich macht und nun einem selbst gehört; denn keiner könnte es verstehen. Alles in allem ein Erlebnis besonderer Art.

Elisabeth Borchers (1926-2013) ist mit ihrer Lyrik unvergessen. Ihre Gedichte handeln vom Kindsein, von Zeit und Abschiednehmen. Als Lektorin bedeutender Verlage hatte sie Einfluss auf die gesamte Literaturszene, entdeckte und förderte viele Autoren und Autorinnen.


Aktuell

Stifterforum 2019

Für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt

Das alljährliche Stifterforum fand diesmal in der Grundschule von Lützelsachsen statt. In Vertretung von Dr. Knapp führten die Vorstandsmitglieder Katja Hoger und Jürgen Osuchowski durch den Abend. Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Johannes Pförtner, begrüßte Oberbürgermeister Just, der seinerseits ein motivierendes Grußwort an unsere Bürgerstiftung richtete.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein Rückblick auf das Jahr 2018. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde dabei deutlich, dass die Bürgerstiftung einen Schwerpunkt auf die Förderung von Projekten im Bereich Jugend, Familie und Kultur legt. Dabei spielen Musik, bildende Kunst, Tanz und Theater dort eine besondere Rolle, wo sie Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung voranhelfen und zusammenbringen. Nicht zufällig wurden mit dem Maiwald-Förderpreis 2019 auch zwei Schulprojekte ausgezeichnet, die genau hier angesiedelt sind: Die Maria Montessori Schule wurde für ihr Projekt „Singen und Musizieren als Teil der Persönlichkeitsentwicklung“ und die Johann Sebastian Bach Schule für ihre Initiative „Singend aufeinander hören – über Kanons in die Mehrstimmigkeit“ mit je einer Hälfte des Preisgeldes bedacht.
Geprägt haben die Arbeit der Bürgerstiftung im Jahr 2018 wieder einige bereits seit Jahren erfolgreiche Projektserien, es seien hier nur die Theatertage der Grundschulen, das Singfest der Kindergärten und die Aktivitäten rund um den Alten Friedhof genannt. Neu im Programm sozusagen waren ein sensationell besuchter Vortrag von Julian Nida-Rümelin zu einer „Ethik der Migration“ sowie die Auftaktveranstaltungen der Initiative „Doch Europa!“, die dann im Wahljahr 2019 ihre Abschlüsse und Höhepunkte hatte.
Mit Blick auf die Zukunft hat die Bürgerstiftung Ideen aufgegriffen, die sich mit der älter werdenden Gesellschaft beschäftigen sowie mit einer stärkeren Einbindung der Weinheimer Ortsteile in unsere Aktivitäten.
Statistisch betrachtet war die Bürgerstiftung 2018 so erfolgreich wie nie zuvor. Das gilt sowohl für die Anzahl geförderter und initiierter Projekte als auch für die dafür aufgewendete Zeit und die ausgegebenen Finanzmittel. Dank der Einwerbung von Drittmitteln (d. h. Bundesmitteln) waren auch die Einnahmen 2018 so hoch wie in keinem anderen Jahr davor.
Gedanken macht der Vorstand sich auch über die künftige Bewältigung der Bürgerstiftungstätigkeiten. Zunehmende Aufgaben erfordern demnach eine veränderte und effizientere Organisationsstruktur, d. h. die Einführung einer Geschäftsführungsstruktur zur Sicherung der Verwaltungsgrundlast. Darüber wird in den nächsten Monaten im Vorstand und Stiftungsrat zu reden und zu entscheiden sein.
Zum Abschluss des Abends wurde vom Deutschen Stiftungstag berichtet, der 2019 in Mannheim stattfand und auf dem Ministerpräsident Kretschmann sagte, Bürgerstiftungen machten die Demokratie im Land stärker, sie seien ein Rückgrat der Zivilgesellschaft und stifteten Zuversicht, dass die großen Probleme bewältigt werden könnten. Für ihr bürgerschaftliches Engagement vor Ort als ein grundlegendes Element des demokratischen Miteinanders wurde auch die Bürgerstiftung Weinheim ausgezeichnet.

Fred End

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Nachgefragt

Bürgerstiftung unterstützt Nordstadtfest

Jubel, Trubel, OB Manuel Just als Gast, Torsten Fetzner als singender Bürgermeister mit den Nordstadtsingers, erstmals sind die Nordstadtkirchen dabei, strahlender Sonnenschein, für manche etwas viel, die Stimmung trotzdem bestens. Die Nordstadtfreunde resümieren kurz und gut: „Lob von allen Seiten für unser Nordstadtfest. Es war sehr anstrengend für unsere Helfer. Es hat sich aber gelohnt.“ Und die Bürgerstiftung hat gesponsert.

Freiwilligentag auf dem Alten Friedhof

Am Samstag, den 14. September 2019 fand der 5. Pflegetag des Alten Friedhofes durch die Bürgerstiftung Weinheim statt. Wieder während der deutschen Ehrenamtswoche waren interessierte Einwohner Weinheims gebeten, unser Kleinod zu pflegen. Dieses Jahr wurden, nachdem die Denkmalbehörde Grabsteine zum Reinigen freigegeben hatte, diese mit Wasser, Bürsten und Schwämmen gereinigt. Es hatten sich 7 Freiwillige um 10 Uhr getroffen, vier geflüchtete Mitbürger, die schon seit drei Jahren kräftig mithelfen, unseren Alten Friedhof zu pflegen, und drei Weinheimer Mitbürger. So gibt es jetzt zwischen den Gräbern 49 bis 64 gepflegte Grabsteine. Herr Keil vom Grünflächenamt hatte ausreichend Wasser antransportiert und stand mit Rat und Tat am Samstag zur Verfügung.


Das Schöne bei unseren Aktionen sind die persönlichen Begegnungen, die nebenbei stattfinden und uns einander näher- bringen. Am Ende fand das beim gemeinsamen Genuss von Butterbrezeln, Obst und Keksen einen schönen Abschluss.
Traute Schneider

Alter Friedhof: Sanierung der Grabdenkmäler schreitet voran

Die Firma „Restaurierung Legner – Stein – Keramik – Glas“ aus Bad Mergentheim beginnt mit der professionellen Restaurierung. Für ehrenamtlich Tätige gibt es am 18. Juli eine Einweisung in einfache Reinigungsarbeiten.
Roman Legner, Fachmann von der Pike auf, Steinmetz mit langer Erfahrung, M.A.-Restaurator mit Herz, Sinn und Verstand, gibt dem guten halben Dutzend Helfern von Bürgerstiftung und „Männerschuppen“ Tipps und Handwerkszeug in die Hand, die Stadt Weinheim hält Wasser bereit und den Überblick. Das sieht dann so aus:

Männerschuppen

Frisch ans Werk!

vorher nachher 2 vorher nachher 1

Erste Versuche: Vorher – Nachher bei Sandstein und Granit

Tag des offenen Denkmals auf dem Alten Friedhof

Neben den beiden Führungen mit Dr. Alexander Boguslawski über den Alten Friedhof gab es diesmal gemäß dem Motto des Tages „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ auch eine Einführung in die Klangskulptur III von Horst Busse durch die Kunsthistorikerin Aloisia Föllmer.

Hier einige Auszüge aus ihrem Vortrag:

Dieses Kunstwerk fügt sich in die Natur ebenso stimmig ein wie es von ihr durchdrungen wird. Es handelt sich um eine „Klangskulptur“. Beide Begriffe Klang und Skulptur verdeutlichen, dass Musik und Bildende Kunst an diesem Objekt eine Einheit bilden…
Mit diesem Instrument nun können Töne, Klänge und Geräusche produziert werden. Diese werden im 20./21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich nur zur Gestaltung musikalisch geschlossener oder eher klassischer Kompositionen eingesetzt, vielmehr fungieren sie als eigenständige Ausdrucksmittel. Diese Tatsache hat zur Emanzipation des Tons, des Geräuschs bzw. des Schalls beigetragen.
Da können wir eine Parallele zur Bildenden Kunst herstellen. Wie der Ton in der Musik in seiner Autonomie entdeckt und eingesetzt wurde, so wurden auch die Farben und Formen in der Kunst zu Beginn des letzten Jahrhunderts von der realistischen Darstellung der Wirklichkeit befreit.
Beide Künste besinnen sich also auf ihre elementaren Ausdrucksmittel. Beide verbindet ferner das Zulassen des Spontanen und der Intuition. Da werden Farben und Formen in der Kunst, Klänge und Rhythmen in der Musik frei entfaltet und der Zufall spielt dabei eine besondere Rolle….

Dieser Block, der vom Künstler aus dem Steinbruch in Heppenheim geholt wurde, ist für die kompositionelle Ausgewogenheit des Klangobjekts von besonderer Bedeutung. Er schiebt sich wie ein Keil in die Skulptur. In seiner waagerechten Ausrichtung greift er die Waagerechten der Holzbalken auf. Während diese im oberen Teil für Stabilität sorgen, da sie mit den senkrechten Holzstützen verankert sind, würde das horizontale Element im unteren Bereich gänzlich fehlen, wenn der Granitstein nicht wäre. Er verleiht ihr rein optisch Stabilität. In seiner Massivität erdet er die Klangskulptur und fügt zu den Stämmen aus Holz und den Klangkörpern aus Metall ein weiteres Material hinzu.
Horst Busse, für den die Klangskulptur ein „Werk in Verwandlung“ ist, fing mit einfachen Zeichnungen an, die seine Ideen langsam reifen ließen.
Auch waren grundlegende handwerkliche Kenntnisse wesentlich an der Entstehung des Klangobjekts beteiligt. So wurden die Stämme nach reiflicher Überlegung mit dem Schreiner und technischen Lehrer Benjamin Spann ca. 60 cm tief in Mineralbeton verankert und es wurde auf metallische Stabilitätswinkel im oberen Bereich verzichtet.
Da Handwerk und Kunst also in dieser Skulptur zusammengehen, wird mit ihr ein wichtiges Anliegen des Bauhauses realisiert.
Wenn man „in“ diesem geometrischen, linearen, skeletthaften Gerüst steht, dann verändert sich je nach Körper- oder Kopfbewegung die Perspektive. Dann wirken die geometrischen Öffnungen wie Fenster. Dann blickt man wie durch Bilderrahmen auf die Bäume, die Gräber oder die Kirche…
Die Klangskulptur wird vom Künstler und den Sponsoren, der Bürgerstiftung und der Freudenberg Stiftung im weitesten Sinne in die Nähe der Land Art gerückt. Sie ist der Witterung ausgesetzt wie diese. Wie diese realisiert sie auch die Idee, Natur und Kunst zu verbinden. Aber sie übt keine Zivilisationskritik aus wie die Land Art.
Der besondere Ort, für den diese Skulptur gemacht wurde, macht ein weiteres wesentliches Element, das für die Musik wichtig ist, erfahrbar. Die Stille. ..
Aloisia Föllmer

Szenen einer Revolution

14. Juli 2019, 18:00 Uhr und 19:30 Uhr, Alter Friedhof

Gefängnis

Die Revolutionäre im Gefängnis

Anstatt eines Berichts über die Aufführungen der Dankbrief der Bürgerstiftung an die Mitwirkenden und einige weitere Reaktionen:

„Was auch jeder von uns tu –
alle, die dies Lied gesungen,
so die Alten wie die Jungen,
tun wir, tun wir was dazu!

Liebe 48er,

es war ein Fest, ein großes Fest gestern auf dem Alten Friedhof! Und Sie alle haben etwas dazu getan, in Liedern und Worten einig Vaterland, Demokratie und Republik beschworen, Fahnen geschwungen, das Heideröslein wurde zur Ode auf die Pressefreiheit, mit dem Yorckschen Marsch war auch der musikalische Revoluzzer Ludwig van Beethoven dabei und für die Romantik sorgte Webers Freischütz mit seinen singenden Jägern. Petrus hatte nicht nur ein Einsehen, sondern ließ den Alten Friedhof in extramildem Abendlicht strahlen.
Eine tolle Schauspieltruppe, ein ebensolches Bläserensemble, der Chronist, der Barde mit seinem Kompagnon und dem Traum der Republik, die Sängerinnen und Sänger, rüstig und geschäftig, taten alles dazu, im Hintergrund die schreibenden und organisierenden Hände: Ihnen allen möchte ich sehr herzlich dafür danken, dass dieses höchst zeitgemäße und geschichtsfreudige Fest möglich gemacht haben und so die Weinheimer BürgerInnenschaft am Schluss begeistert zustimmen konnte „Die Gedanken sind frei!“ und die Aufführungen mit rauschendem Applaus belohnte.“
PS.: Das haben wir gestern auch wieder gelernt, dass freie Gedanken das eine und die Kartoffeln das andere sind: Das Publikum hat 872, 29 € gespendet. Bravissimo! Damit wird es möglich sein, ein Faltblatt über den Alten Friedhof zu erstellen, das sicher auch davon erzählen wird, welche Bedeutung dieser Weinheimer Park der Erinnerung für unser heutiges Gemeinwesen hat. Außerdem können wir die drei mutwillig zerstörten Zypressen am Grab der Familie Fuchs ersetzen. Das wurde allerdings inzwischen durch eine großzügige Spende der Familie Fuchs möglich (siehe unten).

Finale: „Die Gedanken sind frei!!!“

Gedanken sind frei

Ein Beobachter aus der Ferne stellt fest:
„Heute früh las ich Deinen Bericht vom Weinheimer Demokratie-Feier-Tag.
Chapeau = Hut ab für das, was ihr und eure Bevölkerung miteinander nicht nur symbolträchtig, sondern konkret hinlegt und beispielgebend vorlegt und zum Mitleben (offenbar erfolgreich) anspornt.“

Adalbert Knapp

Renovierung von fünf Bänken in Zusammenarbeit mit der Lern-Praxis-Werkstatt

Erfreulicherweise hat die Lern-Praxis-Werkstatt mithilfe einer Spende der Familie Dr. Gottfried Stöhrer einige Bänke professionell instand gesetzt. Im laufenden Jahr kamen die restlichen fünf Bänke dran. Nach unserem Spendenaufruf im Herbst sind diese weiteren fünf inzwischen ebenfalls durch eine Spende finanziert: Das Ehepaar Manuela und Dr. Heinrich Hornef übernahm erfreulicherweise die Kosten. Wir hatten weitere Spender hierfür, die wir sicher für ein anderes Vorhaben auf dem Alten Friedhof gewinnen können.

Weitere Verschönerungen am Alten Friedhof

Eine Arbeitsgruppe der Lern-Praxis-Werkstatt hat das Geländer am oberen Eingang zum Alten Friedhof frisch gestrichen und dadurch ansehnlich und haltbar gemacht. Außerdem hat das städtische Grünflächenamt die drei Zypressen, die vor einiger Zeit mutwillig zerstört wurden, durch neue junge Bäumchen ersetzt. Sie gehören zum Grab der Familie Fuchs und sind dort auch auf einem Grabstein erwähnt. Die drei Zypressen hat die Familie Fuchs gespendet. Bürgerstiftung und Stadtverwaltung freuen sich über diese erneuten Verschönerungen und wünschen sich weiterhin die Achtsamkeit der Parkbesucher für diesen schönen Ort an der Peterskirche.

Theaterprojekt an der Pestalozzi-Schule

Ein Erfahrungsbericht

Die Idee
Nachdem die „Weinheimer Theatertage für Grundschulen“ an der Pestalozzi-Schule auf äußerst positive Resonanz gestoßen war, blitzte bei der Konrektorin Karin Neumaier und der Theaterpädagogin Felicitas Vajna die Idee auf, nach diesem Konzept ein weiteres Theaterprojekt durchzuführen. Diesmal sollte jedoch gleich eine ganze Klassenstufe beteiligt sein und so standen tatsächlich am 11. Juli 2019 alle 78 Erstklässlerinnen und Erstklässler auf der Bühne der Pestalozzi-Grundschule und präsentierten in einer ersten Vorstellung ihren Familien das selbst erdachte Stück.
Am 13. September 2019 fand die Einschulungsfeier für die neuen Erstklässler statt. Dort präsentierten die Kinder den staunenden Schulanfängern und ihren Familien erneut ihr selbst erdachtes Werk.

Das Stück
Klasse 2a erzählt vom letzten Jahr im Kindergarten und vom Übergang zur Schule (Vergangenheit):
Die Bauecke, das Pferdchenspiel, die Verkleidungskiste und der Morgenkreis stehen im Kindergarten hoch im Kurs. Doch die Einschulung naht, die Erwartungen an die neue Lehrkraft sind hoch. (Moritz:„Meine neue Lehrerin hat vielleicht ganz laaange grüne Haare!“)
In der nächsten Szene zeigen die Kinder die Aufregung vor ihrer Einschulung: Der Mutter verbrennt fast der Kuchen, während sie das Kind mahnt, Haare zu kämmen und sich hübsch ordentlich anzuziehen. Der Vater tigert aufgeregt um die Schultüte herum und dann kommt auch Onkel Felix zu spät und möchte unbedingt noch ein Gruppenfoto machen.

Klasse 2b zeigt das erste Schuljahr (Gegenwart):
Frau Neumaiers Klasse zeigt den Schulalltag, mit seinen verschiedenen Schulfächern, so wird zum Beispiel in Sachkunde das Thema „Schnecken“ behandelt: Dass es neben der Weinbergschnecke und der Nacktschnecke auch noch die Zimtschnecke, die Lckritzenschnecke und die Bratwurstschnecke ins Klassenzimmer geschafft haben, sorgt für viel Vergnügen bei den Zuschauern.

Klasse 2c erfindet die Traumschule (Zukunft):
Die Eröffnung der neuen Schule steht bevor. Herr Direktor Flieder führt in die verschiedenen Unterrichtsräume. So wird das Akrobatikzimmer und die Süßigkeitenmathematik vorgestellt sowie das Raubtier- und Astronautenzimmer begangen.
Im letzten Zimmer befinden sich die Schüler in der Schwerelosigkeit. Als sie die Weinheimer Fahne auf den Boden stellen und mit den Worten „Dies ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für Weinheim“ schließen, braust erneut Szenenapplaus im Publikum auf.

Die Auswirkungen
Für alle Teilnehmer zeigte sich sehr eindrucksvoll, wie in so kurzer Zeit ein vollständiges Theaterstück entstehen kann – ganz ohne Script, dafür mit vielen schönen Erlebnissen und Auswirkungen:
Kinder, die im Unterricht ihre Energie selten unter Kontrolle haben, können diese gebündelt und im richtigen Moment „rauslassen“.
Ein Kind, das grundsätzlich nicht spricht, sagt mit Mikrofon seinen eingeübten Satz fehlerfrei vor über 200 Leuten.
Ein Junge war so aufgeregt, dass er sich vor der ersten Vorstellung geweigert hat, aufzutreten. Er hat sich dennoch darauf eingelassen und zwei tolle Aufführungen gespielt.
Viele schüchterne Kinder haben sich ihren Ängsten gestellt und diese überwunden. Selbst wenn einige von ihnen der deutschen Sprache noch nicht mächtig waren.
Theater ist die ständige Reflexion mit sich selbst (Novalis) – wie wunderbar, dass die Kinder all dies auf spielerische Weise erfahren duften.

Ganz herzlicher Dank gilt der Bürgerstiftung Weinheim, die diese wichtige Erfahrung für so viele Kinder möglich gemacht hat.
Felicitas Vajna

Rettet die Oper! 113 angehende Erzieherinnen und Erzieher und 2 Grundschulklassen erleben eine mitreißende Kinderoper der Tourneeoper Mannheim

„Ahah, Ahah, sing ein Lied….“ Ohrwurmcharakter hat es auf jeden Fall, das Titellied der Kinderoper „Aida und der magische Zaubertrank“ der Tourneeoper Mannheim. Schon in der Woche vor der Aufführung konnte man nach dem Musikunterricht in den Gängen der Helen-Keller-Schule immer wieder Fragmente der Melodie hören und nach dem Schlussapplaus sangen die Besucher auf dem Heimweg munter weiter. Eine schönere Rückmeldung zu einer gelungenen Aufführung kann es aus Sicht der Akteure nicht geben, bedeutet dies doch, dass die Zuschauer mitgerissen und erreicht wurden.
Bereits zum wiederholten Male gastierte die Tourneeoper Mannheim am Freitag, 15. November mit einer ihrer Kinderopern an der Helen-Keller-Schule in Weinheim. Die Tourneeoper hat es sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen, insbesondere Kindern den Zugang zu klassischer Opernmusik zu ermöglichen. Dafür entwickelt die Leitung Tanja Hamleh mit ihrem Team kindgerecht aufgearbeitete Stücke, die von professionell ausgebildeten Sängerinnen und Sängern gespielt werden und Arien aus bekannten Opern enthalten. In „Aida und der magische Zaubertrank“ versuchen die Souffleuse Aida und der Bühnentechniker Papageno die Opernwelt durch einen magischen Zaubertrank zu retten. Auf der Suche nach den richtigen Zutaten begegnen sie allerhand Gestalten aus bekannten Opern wie der Puppe Olympia, dem strengen Herrscher Sarastro, einem etwas verrückten Generalmajor und sogar der Königin der Nacht.

Fünf Klassen der Erzieherausbildung erhielten dank großzügiger Unterstützung der Bürgerstiftung Weinheim und des Fördervereins der Helen-Keller-Schule die Möglichkeit, diese Aufführung zu besuchen. Damit sie auch die Wirkung auf Kinder und deren spontane Reaktionen beobachten konnten, hatte die Organisatorin Sabine Nick zwei Klassen der Friedrich-Grundschule Weinheim eingeladen. Etwas erschwert wurde die Durchführung der Veranstaltung, da der Veranstaltungsort wegen Bauarbeiten von der Aula des beruflichen Schulzentrums ins Musiktheater der Dietrich-Bonhoeffer-Schule verlegt werden musste, aber alle fanden den Weg. Im Musikunterricht wurden die angehenden Erzieherinnen und Erzieher vorab auf den Opernbesuch vorbereitet. In der abschließenden Fragerunde standen die Akteure den Kindern und FachschülerInnen Rede und Antwort und beantworteten selbst unangenehme Fragen wie ob „heute etwas schief gegangen“ sei. Nach der Aufführung wurde der Wunsch nach Wiederholung laut. Man hörte Äußerungen wie „Können wir sowas nicht jedes Jahr machen?“, aber auch „Wenn ich gewusst hätte, dass das so schön ist, wäre ich schon viel früher mal in eine Oper gegangen.“ Viele zeigten sich beeindruckt davon, dass die beiden Akteure es geschafft hatten, ganz ohne technische Verstärkung den ganzen Saal mit ihren Stimmen zu füllen.Somit wurde das Ziel der Organisatoren, nämlich allen Zugang zu klassischer Musik zu ermöglichen und die Zuschauer wenn möglich dafür zu begeistern, nachhaltig erreicht.
Der Dank der Beteiligten gilt der Bürgerstiftung Weinheim und dem Förderverein der Helen-Keller-Schule für die finanzielle Unterstützung sowie der Dietrich-Bonhoeffer-Schule für die kurzfristige und unkomplizierte Stellung der Räumlichkeiten.
Sabine Nick

„Der Beat der Planeten“

In den Sommerferien 2019 veranstaltete die Bürgerstiftung Weinheim das Rap-, Musik-, Zirkus- und Theaterprojekt „Der Beat des Planeten“, gefördert wurde das Projekt wieder über das Programm KULTUR MACHT STARK des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Drei Wochen lang gab es auf dem Areal des Texas Clubs in Weinheim Proben, Rap-Songs wurden erfunden, Zirkustricks trainiert, ein Bollywood-Tanz erlernt und Theaterszenen entwickelt – das diesjährige Thema orientierte sich an Saint- Exupérys Erzählung „Der kleine Prinz“. 17 Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren aus Weinheim schlüpften selbst in die Rolle kleiner Prinzessinnen und Prinzen und setzten sich mit den Kernfragen der Erzählung auseinander: Was ist Liebe? Was bedeutet Freundschaft? Wie sähe mein Wunschplanet aus? Dabei verwoben die Jugendlichen auch eigene biografische Geschichten mit der des kleinen Prinzen und es wurden neue Planeten erfunden.

Die Theaterpädagogin Miriam Lemdjadi leitete auch dieses Jahr das Sommer-Theaterprojekt und hatte ein sehr vielfältiges Team von Künstlern zusammengestellt: die tunesische Regisseurin und Theaterautorin Meriam Bousselmi, die Zirkus-und Theaterpädagogin Julia Bulmer, der Logopäde und Rapagoge Simeon Klein und die Bollywood-Tänzerin und Theaterpädagogin Lamira Faro führten das Projekt gemeinsam im wechselnden Tandem durch.

Jeden Tag gab es ein unterschiedliches Programm, mit Simeon Klein entstand der Mädchen-Jungen-Planet, wo sich die Mädchen mit den Jungs eine Battle gaben. Auch der selbst entwickelte Raumschiff-Song „1000 PS“ war ein Ohrwurm. Bei Julia Bulmer konnten die unterschiedlichsten Zirkusutensilien ausprobiert und trainiert werden, mit Tellern auf Stäben entstanden intergalaktische Blumen, mit Bändern, Jonglierkeulen und Pois wurden Kampfszenen entwickelt. Mit Meriam Bousselmi setzten sich die Jugendlichen mit ihrem persönlichen Bezug zur Geschichte des kleinen Prinzen auseinander und schrieben mutige und berührende Szenen. Sie erfanden auch neue Planeten, wie den Planeten der Liebe und des Glücks, wo sie ihre Wünsche an eine bessere Welt kundtaten. Mit Lamira Faro entstand der Bollywood-Planet nur für Mädchen. Das Tanztraining fand an drei Vormittagen freundlicherweise im Athletik Club 1892 e. V. Weinheim statt, wo die Mädchen die Bewegungen und Tanzschritte an der großen Spiegelwand üben konnten.

Gemeinsam mit Miriam Lemdjadi erfanden die Jugendlichen ein kleines Objekttheaterstück, designten eigene Plakate, entwarfen Bühnen- und Kostümbilder und erarbeiteten die Übergangsszenen für die abschließende Theater-Reise, welche mit einem wechselnden Piloten und kleinen Prinzen/kleiner Prinzessin durch das Areal des Texas Clubs führte und deren Western-Kulissen bespielt wurden. Das Areal war für die Proben und für die Aufführungen super geeignet, da sowohl drinnen als auch draußen auf der Wiese und unter den Apfelbäumen geprobt, gespielt und pausiert werden konnte. Die Zuschauer wurden bei den beiden abschließenden Aufführungen von Station zu Station mitgenommen und wurden selbst Teil der Reisenden, indem sie den Raketen-Song „1000 PS“ mitsangen und sich selbst wie Neuankömmlinge auf den verschiedenen Planeten fühlten.

Auch dieses Jahr gab es jeden Tag ein gemeinsames Mittagessen, Ehrenamtliche und Eltern brachten leckere internationale Gerichte mit und zwischendrin wurde auch einmal Pizza bestellt. Besonderer Dank geht an Adalbert Knapp und Monika Endriß für die Abwicklung des ganzen Projektes, an Michael Endriß für die Dokumentation in Form von Fotos und an Katja Hoger, die die Aufführung mitgefilmt hat. Auch die Mitglieder des Texas Clubs sollen hier extra genannt werden, denn das Projekt und die Jugendlichen wurden herzlich empfangen und es wurde ein großes Interesse und viel Unterstützung und Präsenz auch bei den Aufführungen gezeigt. Dafür herzlichen Dank!
Miriam Lemdjadi

Denken lernen von der ersten Minute an

Vor 11 Jahren erschien diese Broschüre als eines der ersten Projekte der Bürgerstiftung Weinheim.
Beratung: Prof. Dr. Sabina Pauen, Universität Heidelberg, Prof. Dr. Monika Knopf, Universität Frankfurt am Main, Helga Wöhlke, Weinheim.
Graphik: Nicole von der Brügge
30 Seiten, Weinheim 2008, 2. Auflage 2010, 3. Auflage 2018.
Seit 2012 veranstaltet die Bürgerstiftung zusammen mit der Gynäkologischen Abteilung der GRN-Klinik Weinheim und der Abteilung für Entwicklungs- und Biologische Psychologie der Universität Heidelberg jährlich ein fünfteiliges Seminar, das zur Vertiefung der Broschüre „Denken lernen von der ersten Minute an“ beitragen soll. Zunächst vor allem für junge Eltern gedacht, hat sich das Angebot mehr und mehr zu einem Informations- und Diskussionsforum für Erziehungspersonen ganz allgemein entwickelt.
In einem Interview mit den Weinheimer Nachrichten können Sie Frau Professor Pauen sozusagen live erleben.

Bürgerstiftung unterstützt die Schulbücherei an der Maria-Montessori-Schule

Im vergangenen Jahr hat eine Schülergruppe mit ihren Lehrkräften begonnen, eine Schülerbücherei an ihrer Schule einzurichten. Die Maria-Montessori-Schule ist eine Schule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung.
Mit der Spende an den Förderverein der Schule von 700 € der Bürgerstiftung konnte nun die Bücherei gut ausgebaut und bestückt werden. So haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich die Welt der Bilder, Geschichten, Gedichte und Bücher auf vielfältige Art zu erschließen.


Es gibt neben allgemein bekannten Bilder-, Kinder- und Jugendbüchern spezielle Literatur für autistische SchülerInnen, die Themen wie z. B. Pubertät anhand spezieller Symbolbilder und einfacher Sprache vermitteln.
In einfacher Sprache gibt es nun auch klassische Kinder- und Jugendbücher wie „Das Sams“ oder neuere Bücher wie „Ziemlich beste Freunde“. Hier wird den SchülerInnen das Lesen und Bearbeiten solcher Bücher ermöglicht. Diese und andere Bücher können dann auch mit dem Programm „Antolin“ am Computer nachgearbeitet und vertieft werden.
Kinder und Jugendliche, die nicht lesen können, haben die Möglichkeit, sich mittels der elektronischen Lesestifte und Tiptoi-Materialien Bücher zu unterschiedlichen Themen mit ihren Bildern und Texten anzueignen.


Selbstverständlich kommt das gemeinsame Vorlesen und Betrachten der Bücher nicht zu kurz. So wird in gemütlichem Zusammensitzen auf den großen Kissen und dem selbstgebauten Sofa im Innenhof die Sprache auf leichte Weise gefördert und erweitert. Dies kommt insbesondere den nichtsprechenden Kindern und Jugendlichen zugute.
Nun ist in den Regalen eine schöne Auswahl an unterschiedlicher Literatur, und für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Neben dem Einbinden der Schülerbücherei in den Unterricht nimmt die Schule auch am Fredericktag teil oder bietet jeden Freitag für die Grundstufenklassen ein „Bilderbuchkino“ an.
Dass all dies mit einer gut gefüllten Schülerbücherei möglich ist und Kinder und Jugendliche unserer Schule einen Zugang zu Büchern – und somit zu Fantasie, Sprache und Wissen – bekommen haben, ist auch der Spende der Bürgerstiftung zu verdanken.
Herzlichen Dank dafür!
Sonja Kunz

Was Europa verbindet: Eine Reise durch europäische Musik und Literatur

Am 23. Oktober 2019 lud die Initiative „Doch Europa!“ zur literarisch-musikalischen Revue in die Stadtbibliothek Weinheim ein. Alexander Boguslawski hieß die Gäste herzlich willkommen zu einer abendlichen Lesung von Ulrich Wellhöfer aus verschiedensten europäischen Literaturwerken, musikalisch begleitet durch Susanne Bohn am Akkordeon und Klavier. Wellhöfer erklärte, dass man an diesem Abend einmal nicht nur politisch sein sondern sich auf eine musikalische Reise begeben wollte. Die gegenseitigen kulturellen Einflüsse machen schließlich Europas Zusammengehörigkeit aus, und immerhin waren so manche bekannten Künstler internationaler Herkunft: Der Franzose Frédéric Chopin war polnischer Herkunft und der Engländer Georg Friedrich Händel hatte deutsche Wurzeln – eine Verwirrung, die Spaß macht, sagte Wellhöfer.


Im weiteren Verlauf wurden sowohl bekannte als auch weniger bekannte Schriftsteller zitiert. So zum Beispiel Tucholsky, der bereits 1932 mit seinem Gedicht „Europa“ („Am Rhein, da wächst ein süffiger Wein, der darf aber nicht nach England hinein – Buy British!“) vor einer Isolationspolitik warnte. Auch vor Vorurteilen gegenüber unseren europäischen Nachbarn wurde am Beispiel von Miss Mortimers „übellaunigem Reiseführer“ gewarnt – ein Buch, das nur aus Vorurteilen besteht, von einer Autorin, die nie über Edinburgh und Brüssel hinauskam.
Ein bewährtes Mittel gegen Vorurteile: Selbstironie. Wer über sich selbst und seine Fehler lachen kann, nimmt anderen den Wind aus den Segeln – das wusste schon der russisch-jüdische Schriftsteller Iljia Ehrenburg, der den jüdischen, sehr selbstironischen Humor in seinen Werken stets geschickt anzuwenden wusste.
Doch nicht nur Humor, sondern genauso Empathie sind von Bedeutung für das europäische Zusammensein, und so warnte Albert Schweitzer schon 1949 vor einem Verlust der Empathie und einem Schwanken der Humanität und Kultur. Nach und nach wurde klar: In Europa muss es um Internationalität, Diversität und Respekt gehen. Und entscheidend dafür sind wir Europäer selbst, denn wie schon der pazifistische Schriftsteller René Schickele 1926 wusste, „der Keim des Weltgeschehens liegt in der Menschenbrust“. In diesem Sinne wurde der Abend mit dem versöhnenden Lied „Göttingen“ der französischen Sängerin Barbara beendet, die damit 1964 einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung leistete.

Die Veranstaltung der Initiative „Doch Europa!“ wurde getragen von der Stadtbibliothek, der Buchhandlung Schäffner und der Bürgerstiftung
Fred End

Hüttenzauber dank edler Spender

Der Weinheimer Weihnachtsmarkt kann beginnen. Seit Donnerstag stehen die Holzhütten, die seit fast 20 Jahren dem Marktplatz einen niveauvollen Stil verleihen, wieder auf ihren Plätzen und warten darauf, sich in Weihnachtsmarkt-Buden zu verwandeln. Geschmückt und in feierliches Licht getaucht. So wie immer – und doch neu.

Denn die 26 Hütten sind neu hergerichtet, repariert und stabilisiert, so dass sie sauber und ordentlich aussehen und mindestens 20 weitere Jahre halten.

Der Hüttenzauber ist einfach gutes Handwerk: Das Jahr über standen die Hütten in einer Industriehalle der Firma Naturin, wo seit über einem Jahr die Lern-Praxis-Werkstatt der Regionalen Jugendagentur Job Central eingerichtet ist. Dabei lernen junge Menschen unter fachkundiger Anleitung erste handwerkliche Tätigkeiten auf dem Weg in eine Berufsausbildung, darunter sind etliche junge Menschen, die als Flüchtlinge nach Weinheim gekommen sind und hier einer Arbeit nachgehen wollen.


Dort wurden die Hütten, die der Stadt gehören und überwiegend am Marktplatz genutzt werden, auf Vordermann gebracht. Da die Lern-Praxis-Werkstatt günstig, aber nicht kostenlos arbeiten kann und einiges an Material gebraucht wurde, waren Spenden erforderlich. Dafür konnten die Sparkasse Rhein Neckar Nord und die Bürgerstiftung Weinheim gewonnen werden; sie halfen der Stadt bei der Finanzierung der Reparatur und damit, das „besondere Flair des Kulturgutes Weihnachtsmarkt“ zu bewahren, wie es Roland Kern vom Amt für Touristik, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur betonte. Das Amt betreut im Rathaus den Weihnachtsmarkt, der von der IG Marktplatz organisiert wird. Auch Carmen Hau und Gerald Haas von der IG Marktplatz bedankten sich bei den Spendern: Jürgen Osuchowski, der die Bürgerstiftung vertrat, sowie bei Frank Schüssler und Bernhard Leitz von der Sparkasse, aber auch bei Ante Rasic, dem Leiter der Lern-Praxis-Werkstatt, und bei zwei jungen Männern, die mit den Hütten saubere Arbeit ablieferten.

Roland Kern

„Ein herzliches Dankeschön“

Zehnte Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung

Zum 10-jährigen Jubiläum war die Spendenbereitschaft überwältigend. Ein herzliches Dankeschön an die Weinheimer Bürger und Bürgerinnen. So war das Resümee aller Beteiligten an der zehnten Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung Weinheim. Diesmal waren es 314 Päckchen und wieder sind inzwischen alle Wünsche von den Bäumen gepflückt und liebevoll verpackt. Für viele Spenderinnen und Spender ist es zur Gewohnheit geworden, einen oder auch mehrere Wünsche zu erfüllen. Oft sind auch noch zusätzliche Süßigkeiten oder sonst eine Kleinigkeit dabei. Häufig betonen Spender, dass sie sich besonders darüber freuen, dass sie etwas für Weinheimer Kinder tun können. Die Bürgerstiftung dankt den Spenderinnen und Spendern im Namen aller beschenkten Kinder und ihrer Familien von ganzem Herzen. Dank der gut eingespielten Zusammenarbeit mit Caritas, Diakonie und dem Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren und dem Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis unter der Koordination von Beate Schneider konnte wieder einmal Weihnachtsstimmung im Helferteam aufkommen.

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Das Porträt

Peter Scheiber

Peter Scheiber spielt eine unauffällige, aber umso wichtigere Rolle bei der Bürgerstiftung. Er ist der Fachmann für „Foundation plus“, das IT-Programm, mit dem die Bürgerstiftung ihre wichtigsten Verwaltungsaufgaben bearbeitet: Korrespondenz, Spenden, Projekte und anderes mehr. Im Jahr 2012 fand er über den „Kontaktpunkt“ zu unserer Stiftung, weil er auch als Ruheständler sein EDV-Wissen ehrenamtlich zur Anwendung bringen wollte. Seitdem ist er der „Administrator“ von „Foundation plus“ und als solcher nicht mehr wegzudenken. Office-Anwendungen, speziell Excel, seien halt eines seiner Hobbys, sagt Scheiber.
Der 1946 in Reutte/Tirol geborene Österreicher studierte zunächst in Innsbruck Maschinenbau. Nach einer kurzen Zeit bei einem metallverarbeitenden Betrieb in seiner Heimatstadt zog es ihn „in die weite Welt“. Er bewarb sich nämlich 1969 bei der Lufthansa für eine Ausbildung als Flugingenieur und begann damit eine lebenslange „Dienstreise“ um die Welt, zunächst als „dritter Mann“ im Cockpit und dann als Pilot und Kapitän auf internationalen Langstrecken. Bis zum Ende seiner Zeit als Berufspilot 2001 lebte er mit seiner Familie im hessischen Rodgau; danach siedelte er nach Aachen über, um 2007 seine neue Heimat in Weinheim zu finden.
Von seinem Haus in Lützelsachsen genießt er wie am ersten Tag den weiten Blick in die Rheinebene, weil diese Wohnlage, wie er sagt, so wohltuend anders ist als der heimatliche Talkessel von Reutte, in dem es obendrein oft Nebel hatte. In Weinheim entwickelte Peter Scheiber ein reges Interesse für verschiedene gesellschaftliche Einrichtungen, denen er ehrenamtlich zur Seite steht. So ist er bis heute Schatzmeister im Kinderschutzbund, Mitglied im Kunstförderverein und ein Mitorganisator der künstlerischen Aktivitäten im Pilgerhaus. Diese beiden Aufgaben passen sehr gut zu Scheibers Interesse an der bildenden Kunst, besonders der modernen. Und last but not least ist er eben auch Systemadministrator bei der Bürgerstiftung.
Während viele seiner Freunde und Bekannten im Rentenalter gern und oft reisen, liebt Peter Scheiber das Leben in Weinheim und Umgebung. Große Reisen in die Welt hat er schließlich sein ganzes Berufsleben lang gemacht (machen müssen), da genießt er zusammen mit seiner Frau lieber die sonnigen Tage am Marktplatz oder diskutiert mit Gleichgesinnten in der Casinogesellschaft die Weltlage.
Geradezu beispielhaft zeigt sich hier, wie wichtig und segensreich das ehrenamtliche Engagement für denjenigen sein kann, der in eine neue Stadt zieht und sich dort eine Heimat schaffen will. Im Nu lernt man eine Vielzahl von Leuten aus allen Ecken der Gesellschaft kennen und fühlt sich schnell zuhause. Auch wenn Peter Scheiber bereits eines am eigenen Leib gespürt hat: Zu viele Verpflichtungen auf einmal darf man sich auch nicht aufladen. „Ein Termin am Tag genügt vollkommen.“
Alexander Boguslawski

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Redaktion: Adalbert Knapp und Jürgen Osuchowski

Texte: Alexander Boguslawski, Fred End, Aloisia Föllmer, Hans-Joachim Gelberg, Roland Kern, Adalbert Knapp, Sonja Kunz, Miraim Lemdjadi, Sabine Nick, Traute Schneider, Felicitas Vajna
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Peter Dorn, Michael Endriß, Helen-Keller-Schule, Johann-Sebastian-Bach-Schule, Roland Kern, Adalbert Knapp, Norbert Kramer, Lern-Praxis-Werkstatt, Nordstadtfreunde, Maria-Montessori-Schule, Jürgen Osuchowski, Sandor Vajna
Mitarbeit: Ulrich Becker, Alexander Boguslawski, Gunter Faigle, Jürgen Osuchowski und Claudia Werner

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