Buergerstiftung Weinheim – Stifterpost Nr. 47

Liebe Leserin, lieber Leser,

Knappschön finster wurde es passenderweise für die Eule in dem Gedicht von Rainer Kunze, das Hans-Joachim Gelberg diesmal ausgesucht hat. Für Sie wird es hell und heller, wenn Sie diese Stifterpost lesen: Basar, klar, kennen Sie schon, meistens gibt es dort auch Lampen, auch schon mal eine Art Kronleuchter; die neunten Meilensteine auf dem Weg zu noch besserer Erziehung sind mit Sicherheit wieder sehr erhellend; beim „Europa der Regionen“ geht Ihnen vielleicht ein Licht in Sachen Europawahl auf; in der Rubrik „Nachgefragt“ gibt es einen Bericht nach dem anderen über leuchtende Projekte; und wenn Sie die Metallplatte in der Klangskulptur im Porträt von Horst Busse antippen, gibt es einen hellen Klang zwischen Sopran und Alt. Und wenn Sie in „Blick über den Zaun“ noch lesen, dass die Bürgerstiftungen 2019 den Deutschen Stifterpreis bekommen, dann ist endgültig klar, was ein Leuchtturm ist.

 

In diesem Sinn

Ihr

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Das Ende der Kunst
Du darfst nicht, sagte die eule zum auerhahn,
du darfst nicht die sonne besingen
Die sonne ist nicht wichtig

Der auerhahn nahm
die sonne aus seinem gedicht

Du bist ein künstler,
sagte die eule zum auerhahn

Und es war schön finster

Reiner Kunze

gelberghansjoachim 160

Ein einfaches Gedicht, zuerst veröffentlicht 1969 in der Sammlung „Sensible Wege“. Es begleitet mich seither. Lustig klingt es, beinahe kindhaft. Doch täuschen wir uns nicht, es ist zugleich sorgenvolle Mahnung, bedroht ist in aller Welt, was wir wertschätzen, nämlich Freundlichkeit und Wahrheit. Sonst wird es finster. Damit ist still und leise alles gesagt, sozusagen in „zimmerlautstärke“ (so titelt eine Sammlung). Und in „ein tag auf dieser erde“ (1998) sinniert Kunze über seine Poetik: “So viele antworten gibt´s, / doch wissen wir nicht zu fragen / Das gedicht / ist der blindenstock des dichters / Mit ihm berührt er die dinge, / um sie zu erkennen“.

Reiner Kunze, 1933 in Oelsnitz im Erzgebirge geboren, ist seit 1962 freiberuflicher Schriftsteller, der wegen seiner Gedichte in der DDR schikaniert wurde und schließlich 1977 in die Bundesrepublik übersiedeln musste. Kunze erhielt zahlreiche Literaturpreise, u. a. den Büchner-Preis. 

 


Aktuell

Basar der Bürgerstiftung

Samstag, 23. Februar, 10:00 bis 13:00 Uhr
Rolf-Engelbrecht-Haus

Trotz des Umbaus wird der 13. Basar der Bürgerstiftung Weinheim die Türen des Rolf-Engelbrecht-Hauses öffnen. Wie immer in den vergangenen Jahren gibt es attraktive Angebote „vom Kochtopf bis zum Ausgehrock” – zu kleinsten Preisen und in bester Qualität. Angebot und Kauflaune der zahlreichen Besucherinnen und Besucher sorgten im vergangenen Jahr wieder für ein sehr gutes Ergebnis. Durch den Ertrag der bisherigen Basare konnten über 28.000  Euro zur Finanzierung wichtiger gemeinnütziger Projekte in Weinheim zur Verfügung gestellt werden. Das Basarteam unter der Leitung von Marga Ruoff mit Vorstand, Stiftungsrat sowie vielen Helferinnen und Helfern freut sich auf einen zahlreichen Besuch. Wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal wieder eine reichlich bestückte Kaffee- und Kuchentheke.

 

Hundefreunde

Immer mehr ältere Menschen leben allein, ohne Ansprache. Die für eine gedeihliche Bewältigung des Alltags notwendige Strukturierung des Tagesablaufs gelingt nur begrenzt, Kommunikation mit der Außenwelt verringert sich, es gibt keine Aufgabe bzw. Beziehung, die unterstützend wirken kann.

Auf der anderen Seite gibt es junge Familien mit Kindern, zu denen auch ein Haustier gehört, bzw. einzelne Menschen, die ihren Hund zeitweise in Betreuung geben oder Urlaub vom Hund haben möchten: Es entsteht der Bedarf, eine verlässliche Hüterin oder einen Hüter dieses Tieres zu finden. So ist die Idee bei Dr. Florian von Pein entstanden, zwischen solchen Menschen eine Verbindung herzustellen, die für beide Seiten hilfreich sein könnte und so zu einer Unterstützung von Familien und Hundebesitzern generell beiträgt.
Mehr dazu erfahren Sie  hier.
Hier kommen Sie zu den Fragebögen für Betreuer und hier zu denen für Hundebesitzer
Bitte  senden Sie den jeweiligen ausgefüllten Fragebogen an info@buergerstiftung-weinheim.de  oder karin.graf.weinheim@t-online.de

 

Meilensteine der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahren

Neuntes Seminar zu Erziehungsfragen beginnt

Zum neunten Mal führt die Bürgerstiftung unter Federführung von Stiftungsrat Dr. Peter Schuster ein Elternseminar in Zusammenarbeit mit der gynäkologischen Abteilung der GRN-Klinik und dem Psychologischen Institut der Universität Heidelberg durch. Das Seminar wendet sich an junge Familien, ihre Helferinnen und Helfer und alle Interessierten. Es befasst sich mit der kindlichen Entwicklung in den ersten Lebensjahren, die einzelnen Vorträge greifen verschiedene Unterthemen auf. Referentin ist die Psychologin Sabine Grätz.
Die Veranstaltungen finden statt jeweils mittwochs um 19:00 Uhr in der Cafeteria der GRN-Klinik Weinheim, Röntgenstraße 1.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Es ist ein Besuch aller fünf Abende oder auch nur die Teilnahme an einzelnen Sitzungen möglich. Wir bitten um eine unverbindliche telefonische Anmeldung (Sekretariat Dr. Lelia Bauer, GRN-Klinik Weinheim, Tel. 06201 892701).

Die einzelnen Themen und Termine finden Sie hier.


Neues vom Alten Friedhof

Zunächst können Sie in dieser Chronik, natürlich nur, wenn Sie das wollen, einen Blick darauf werfen, was schon alles in den letzten fünf Jahren auf dem Alten Friedhof geschehen ist.

Im  Jahresprogramm 2019 gibt es am 13. Juni um 18:00 Uhr auf dem Alten Friedhof ein Nordstadtsingen mit Dr. Torsten Fetzner.
Der Theaterverein „Holzwurm“, die Musikschule und die Bürgerstiftung haben sich vorgenommen, im Sommer an verschiedenen Stationen Szenen aus der Zeit um 1848 zu präsentieren. Seien Sie gespannt und notieren sich schon einmal als Termin Sonntag, 14. Juli, nicht wegen des 230. Jahrestags der Französischen, sondern wegen der Weinheimer Revolution 1848.
Außerdem schreitet die Sanierung der Grabdenkmäler voran. Es gib inzwischen eine detaillierte Liste der notwendigen Aufgaben. Einiges wird ehrenamtlich geleistet werden können, mit der professionellen Restaurierung kann es wohl im Sommer losgehen.
Mit einem Vorfrühlingsräumungs- und -kehrtag begann die Pflegesaison von Seiten der Stadt Weinheim, einem Freiwilligenteam der Bürgerstiftung und der LernPraxisWerkstatt. Ab März werden wir auch wieder zu regelmäßigen Terminen zum Pflegen und Aufräumen einladen, im Herbst zu einem „richtigen“ Freiwilligentag.
Erfreulicherweise hat die LernPraxisWerkstatt mithilfe einer privaten Spende einige Bänke professionell wieder instand gesetzt. Im laufenden Jahr kommen die restlichen fünf Bänke dran.
Weiter wird es in Abstimmung mit dem Weinheimer Tourismus-Marketing am 11. Juli und am 17. Oktober jeweils um 17:00 Uhr, Treffpunkt Peterskirche, wieder Führungen mit Dr. Alexander Boguslawski geben. Ebenso wird sich am Tag des offenen Denkmals am 8. September das interessierte Publikum auf Informationen im Alten Friedhof freuen können.

 Vortrag  im Rahmen der von der Bürgerstiftung Weinheim unterstützten Initiative „Doch Europa!“

Das „Europa der Regionen“

Entwicklungsunterschiede – Potentiale – Perspektiven
 Dr. Thomas Ott
19. Februar 2019, 19:00 Uhr, Volkshochschule, Luisenstraße 1

Das „Europa der Regionen“ ist die Bezeichnung für ein föderalistisches politisches Konzept, das die Bedeutung der Regionen innerhalb der EU-Mitgliedsländer in ihrer mentalitätsprägenden und identitätsstiftenden Rolle betont. Diese Perspektive lässt sich als Gegenentwurf zum „Europa der Vaterländer“ verstehen: Die Nationalstaaten sind zur Lösung der großen Probleme zu klein und zur Lösung der kleinen Probleme zu groß. Eine dezidierte Regionalpolitik war seit Gründung der EWG ein Grundpfeiler der europäischen Einigung. Sie verfolgt das Ziel, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb der EU zu stärken und das Strukturgefälle zwischen den einzelnen Regionen zu verringern. Der Vortrag gibt einen Überblick über die regionalen Entwicklungsunterschiede in den Ländern der EU und stellt die regionalpolitischen Instrumente vor, die sich auch in unserer wirtschaftlich starken Region finanziell niederschlagen. Über die Verknüpfung mit Wahl- und Abstimmungsergebnissen (z. B. Brexit-Referendum, norwegische EU-Beitrittsreferenden) ergeben sich Interpretationsansätze, die mögliche Entwicklungspfade der europäischen Integration aufzeigen.


 

Nachgefragt

Alles, was das Herz begehrt

Sechste Theatertage für Grundschulen

Haben Sie schon einmal in einem Verwandlungsladen eingekauft? Oder sich gedacht, was wäre, wenn ich in einen ganz anderen Körper rumlaufen würde? Oder überlegt, was wäre, wenn der Mond Ihre  Heimat wäre oder Ihr  Kopf, zum Beispiel, ein Theater?

Haben Sie nicht? Während des Theaterfestes zum Abschluss der sechsten Weinheimer Theatertage für Grundschulen geschah das alles auf der Bühne des Musiktheaters der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Fünf Klassen aus vier Schulen hatten sich mit Schauspielerinnen und Schauspielern, mit männlichen und weiblichen Theaterpädagogen*innen überlegt, was mit ihnen geschieht, wenn sich bei ihnen der Begriff „Verwandlungen“ einstellt.

Es ging damit los, dass die 23 Kinder der dritten Klasse der Friedrichschule ganz anders aussahen mit ihren Stelzen, oder Kopfkartons, wie ein Mädchen als Röhreneinhorn wie bei einem Slapstick auf der Bühne wandelte und einander zum Davonlaufen brachten. Miriam Lemdjadi , Theaterpädagogin und Regisseurin aus Heidelberg, hatte offensichtlich Türen geöffnet.

Zucker, wir wissen es, ist nicht sehr gesund, die Süßigkeiten, die es im Laden von Finja, Sara und Michael aus der vierten Klasse der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule gab, hatten es freilich ganz anders in sich: Schwupps wurden Roboter aus den Kindern, ganz ohne künstliche Intelligenz, es wuchsen Flügel und Affen gab es, jede Menge Affen. Erfreulicherweise gab es auch eine Rückfahrtmedizin. Man stelle sich lauter Affen in der DBS vor! Eric Haug, Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge, der das mit den Kindern erspielt hatte, er hätte sich dort nicht mehr sehen lassen dürfen!

Im Zauberquadrat trat die Dietrich-Bonhoeffer-Parallelklasse auf. Mutti wurde darin die blasiert-dümmliche Tussi auf dem Sonnendeck des Traumschiffs, der immer wieder der originelle Satz einfiel, wie schön doch die Sonne scheine. Ein Lehrer wurde mit großer Stimme und ebensolcher Brille charakterisiert, wo sie dieses Bild bloß herhaben, die Kids? Es half nicht, er konnte weder mit großer Brille noch mit Löwengebrüll die Klasse überzeugen. Holger Metzner, Filme- und Theatermacher, Autor und Dramaturg hatte mit den Kindern das Verwandlungsquadrat inszeniert.

Nach der Pause, Auslaufzeit für die Zuschauereltern und Kinder im voll besetzten Theatersaal, ging es weiter mit den 26 Kindern der 4. Klasse der Pestalozzi-Schule. Sie richteten den Blick in das Jahr 2019: Welche Menschen werden wichtiger und weniger wichtig? Was wünschen sie sich für die Beziehungen mit der Familie und mit ihren Freunden? Heraus kam dabei ein Kaleidoskop von Omas Traum, ein gut ausgehender Notfall und ein 2019-Rap. Felicitas Vajna, Schauspielerin und Theaterpädagogin hatte jede Mühe, die überströmenden Ideen zu zügeln.

Zum guten Ende kamen die Kinder der 4. Klasse der Waldschule. Sie hatten sich überlegt in was sie sich verwandeln würden, wenn sie freie Wahl hätten. Superheldin, Profi-Handballspieler, oder doch lieber eine Löwin oder Zauberer? Auf jeden Fall waren alle ganz stark, fand nicht nur Maria Winter-Wolters, Erzählerin und Theaterpädagogin, die die Verwandlungen begleitend gezähmt hatte.

Die Szenen verbunden hatte Moderatorin Katja Hoger, Spannung erzeugend und so den jungen Verwandlungskünstlern den ihnen gemäßen professionell-respekt- und liebevollen Rahmen gebend.

Applaus, das Brot der Künstler, gab es mindesten so viel wie bei der wundersamen Brotvermehrung in der Bibel, Schirmfrau Ingrid  Noll dachte bei ihrem herzlichen Dank an die Kinder an diesen Vers in ihrem  Weiland-Poesiealbum: „Willst du Gutes tun im Leben, / trage bei zu anderer Glück./ Denn die Freude, die wir geben, / kehrt ins eigne Herz zurück!“ Ist das nicht schön!

Der Vorsitzende der Bürgerstiftung,  Adalbert Knapp, dankte den Sponsoren: Ingrid Noll, der  Volksbank Weinheim Stiftung, den „Freunden und Förderern der Kultur in Weinheim“, allen  Künstlerinnen und Künstlern, den Lehrkräften, der gastgebenden Dietrich-Bonhoeffer-Schule, der Technik, den Schulsanitätern und den Hausmeistern als gute Geister im Hintergrund. Zuerst und zuletzt der Erfinderin und Intendantin der Theatertage, Monika Endriß. Ein gelungenes Stück!

Adalbert Knapp

 

 

„Musik verbindet“

Ein Dienstag Mitte Dezember. In der Eingangshalle der Hans-Freudenberg-Schule, direkt vor der Aula, stehen Jugendliche und Lehrer mit Instrumenten und Mikros. Sie machen Musik und sorgen damit für beschwingte Stimmung bei den Schülerinnen und Schülern, die gerade Pause haben. Auch einen Stand mit Kaffee, Punsch und selbst gebackenem Kuchen gibt es – Weihnachtsstimmung pur.
Unterstützt von zwei Lehrern musizieren acht Jugendliche am Piano, am Bass, an der Cajon und auf der Trompete, singen solistisch und im Ensemble. Die Zuhörer können bekannten Stücken wie „Let it snow“, „Jingle Bell Rock“ und „He’s got the whole world“ lauschen, bekommen aber auch ein schwedisches Lied dargeboten, das in einer uns fremden Sprache und mit ungewöhnlichen Klängen beeindruckt.


Die Gruppe von Jugendlichen gehört zum Projekt „Musik verbindet“, das im Februar 2018 begonnen wurde und von der Bürgerstiftung Weinheim und der Freudenberg Stiftung unterstützt wird. Durch die Musik sollen junge Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund einander begegnen und einen neuen Weg der Kommunikation finden. Es gab schon einen Percussion-Workshop, wöchentlich findet Einzelunterricht an verschiedenen Instrumenten statt, in unregelmäßigen Abständen treffen sich ein Chor und eine Schulband. Ein Workshop für Notenkunde und Harmonielehre ist geplant. Durch die Förderung der Stiftungen kann das Projekt von einem professionellen Musik-Coach, dem Tonmeister Uwe Clemens, geleitet werden. Außerdem wurden bereits Instrumente und Technik für die Schuldband angeschafft.
Das Projekt verbindet Musikerfahrene und -laien, Kulturen vermischen sich. Die Begeisterung der Schüler ging bereits so weit, dass für die Verabschiedung der Schulleiterin Kreszentia Amann ein eigener Song mit selbst geschriebenem Trompeten-Solo und eigens entworfenem Text aufgeführt werden konnte.
Der Wunsch besteht, dauerhaft eine Schulband und einen Chor zu etablieren. Wobei immer neue Mitwirkende dabei sind, da manche Jugendliche die Schule beenden und dafür neue Schüler hinzukommen. Uwe Clemens gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch junge Menschen mit Migrationshintergrund mitmachen werden, sie den Mut haben, die Musik ihrer Heimat vorzustellen. Getreu dem Motto „Musik verbindet“.

Ellen Förster

Lernen mit Spaß

Im März wird es zwei Jahre her sein, dass sich Monika und Michael Endriß mit geflüchteten Jugendlichen unter dem Motto „Lernen mit Spaß“ auf den Weg gemacht haben. Seitdem finden regelmäßig zweimal im Monat, meistens am Wochenende, Treffen zu einem bestimmten Thema statt. In dieser Zeit darf nur Deutsch gesprochen werden, die Handys sind ausgeschaltet, alle müssen sich daran beteiligen und nach den Treffen einen kleinen Bericht schreiben.


Ziel dieses Projektes ist es, den Jugendlichen Integration zu ermöglichen und neben dem Spracherwerb spielerisch und mit unterschiedlichen Methoden auch Einblick in verschiedene Bereiche von Kultur und Geschichte zu geben. Ja, und ganz von selbst wird daraus ein Beleg dafür, dass der Satz „Wir schaffen das“ seine Richtigkeit hat und Wille und Verantwortung und Motivation von Menschen einen gemeinsamen Weg gehen.

Eine ersten Bericht gab es im Dezember 2017, der aktuelle ist gerade einen Monat alt und Sie finden den Text und die Bilder hier.

 

SAFE

„Sichere Ausbildung für Eltern“

Bereits zum dritten Mal fand bei der AWO Rhein-Neckar e.V. ein SAFE®-Elternkurs statt, der werdende Eltern in der Zeit der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres der Kinder begleitete. Die Bürgerstiftung ist dankbar, dass sie bei diesem Projekt zusammen mit der Freudenbergstiftung, dem Landesprogramm „STÄRKE“ und der Heidehof Stiftung dazu beitragen konnte, die Teilnahmegebühren im Rahmen zu halten. Ausschnitte aus dem Bericht der Projektleiterin, Dipl.-Sozialpädagogin Tatjana Schäfer:

„Ziele des Projektes waren, die Teilnehmer*innen bereits vor der Geburt auf die neuen Herausforderungen des Elternseins vorzubereiten, sie zu stärken und beim Aufbau einer sicheren Eltern-Kind-Bindung zu unterstützen. Durch Vermittlung bindungstheoretischer Ansätze, Training der Feinfühligkeit und Erarbeitung hilfreicher Handlungsstrategien sollten die Paare für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert und für stressvolle Zeiten gestärkt werden.

Die Teilnehmer*innen nutzten intensiv die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Unsicherheiten abzubauen. Es war deutlich erkennbar, dass sich bei ihnen durch die gewonnene Sicherheit größeres Selbstvertrauen und Sensibilität entwickelte.

Die geschlechtsspezifischen Gruppenarbeiten nahmen – insbesondere für die Männer – eine wichtige Rolle ein. Die Veränderungen in der Beziehung führten bei den Paaren zeitweise zu Frustrationen und Konflikten – vor allem als Folge daraus, dass das Baby plötzlich alle Aufmerksamkeit und Energien benötigte. Der Austausch unter den Vätern zeigte bei dieser Thematik große Effekte. Das Wissen, dass die anderen ähnliche Herausforderungen zu bewältigen hatten, führte zur Entlastung und öffnete neue Perspektiven.
Ähnlich erging es den Müttern. Sie nutzten die Zeit, um sich untereinander über Stillprobleme oder Schlafverhalten auszutauschen und sich zu beraten. Das gegenseitige Verständnis wirkte stabilisierend und reduzierte bei allen das Gefühl, alleine mit seinen Sorgen zu sein. Der Erfolg der bisherigen Kurse hat gezeigt, dass dieses präventive Schulungsangebot sehr wichtig für werdende Eltern ist, um sie beim Aufbau eines psychisch stabilen Fundamentes ihres Kindes zu unterstützen. Ein gestiegenes Interesse an bindungsorientierten Schulungen ist an den vielen Anfragen erkennbar: während sich 2017 nur 22 Personen nach derartigen Angeboten erkundigten, waren es bis Oktober 2018 bereits 36!

Aufgrund der schwierigen Finanzierungssituation wird nun der originäre SAFE®-Elternkurs modifiziert. Ab 2019 versuchen wir, einen 6-monatigen „Bindungsorientierten Elternkurs“ anzubieten, der drei pränatale und zwei postnatale Gruppentreffen beinhaltet, die jeweils samstagsnachmittags stattfinden. Dadurch entfallen Verpflegungskosten und die Personalkosten können reduziert werden. Telefonsprechstunde und Bindungsinterview sollen weiterhin Bestandteile bleiben.

Wir danken Ihnen ganz herzlich für die Projektförderung unseres SAFE®-Elternkurses 2017/18 und freuen uns, dass Sie uns für den modifizierten Kurs bereits eine Förderzusage erteilt haben!“
Tatjana Schäfer

Der neue Kurs beginnt voraussichtlich am Samstag, 6. April 2019, 13.30 Uhr.

Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Fünf Jahre Veggie-Team Weinheim

Was für eine Feier! Über 100 Besucher füllten am Sonntag, 2. Dezember den großen Kinosaal im Modernen Theater, erlebten zuerst Live-Musik mit Jochen Pöhlert, Gitarre, und Luisa Bökenfeld, Gesang und Keyboard, beide von der Musikschule Badische Bergstraße. Danach erklärte Kabarettist Dr. Markus Weber geistreich und humorvoll die Feinheiten kurpfälzischer Ess- und Sprachkultur – und dass weder erstrebenswert noch gesund sei, „wonn des Schnitzel bei jedem Essen iwwer de Tellerrond naushängt.“
Danach servierte Alfred Speiser den Jubiläumsgästen die warmherzige Filmkomödie „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“. Schließlich ging es an die Theke mit Getränken und vegetarisch-veganem Fingerfood. Die Besucher äußerten sich erfreut und begeistert über diese gelungene Veranstaltung, bei der sich Sabine Müllner vorstellte. Der Ideengeber und Gründer des Veggie-Teams, Wolfgang A. Zotz, gibt nach über fünf Jahren die Team-Leitung an sie ab. Sabine Müllner, 33-jährige Agrarwissenschaftlerin, aktiv im Tierschutz gegen Tierversuche, wird als „Erste unter Gleichen“ mit der Weinheimer Veggie-Gruppe eintreten für pflanzliche Ernährung und weniger Fleischkonsum. Das ist gut für Klima, Gesundheit, Tiere – und Genuss.

Gründungsmitglieder des Veggie-Teams waren Gerhard Däublin, Aloisia Föllmer, Katja Görtz, Roland Kern, Gerti Neu, Jürgen Osuchowski, Ulrike Stein und Wolfgang A. Zotz; sie sind nach wie vor Mitglieder der inzwischen größeren Gruppe. Das Veggie-Team will weiterhin das Bewusstsein schärfen für die Folgen des überhöhten Konsums von tierischen Produkten, zeigen, wie schmackhaft pflanzliche Nahrungsmittel sind, und wie einfach sich Pflanzenkost in die alltägliche Küche integrieren lässt. Das Veggie-Team bleibt ein Projekt der Bürgerstiftung Weinheim.

Wolfgang Zotz

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Das Porträt

Horst Busse

Löblich ist das Krokodil

Ruhige Erdbilder, kein Krokodil, das Atelier von Horst Busse. Keine Angst, die Skulptur von Loraine Heil „Lebenswild“ ist schon ausgewandert.


Loraine Heil – Lebenswild

Weinheim und Berlin, viele Jahre die Arbeits- und Lebensorte von Horst Busse, seit acht Jahren das Atelier an der Bergstraße, Berlin ist lange vorbei, die Erinnerung an den 9. November 1989 ganz nah, als auf dem Kurfürstendamm Scharen von Menschen flanierten.
Berlin, dort ist der Vater aufgewachsen, Gärtner, von Russland über Österreich 1945 nach Weinheim gekommen, so weit trugen die Füße. Vor dem Krieg von Berlin zum Arbeiten nach Garmisch-Partenkirchen, mit dem Fahrrad, später in die Pfalz, wohl auch nach Weinheim, auch mit dem Rad. Dann, nach dem zweiten großen Krieg, Eheschließung, Familie, „Alt Weinheim“, das fand die Mutter als gebürtige Weinheimerin gut, dem Horst hat das Musizieren dort, gelegentlich auch im Schwarzwald und anderswo, gefallen. Nicht gefallen hat ihm die Schule, schon gar nicht die Handelsschule, die Noten waren ziemlich gut, dann hat ihn, meint er, ein besonders begeisterter Pädagoge vertrieben.

Horst Busse – Zistrose

Mit 15,16 Jahren auf dem heißen Weinheimer Pflaster, Jugendszene, Jux-Platz, Dürreplatz, Kriegerdenkmal, ausgerechnet. Mit der Kunst begann es zunächst schreibend, pubertär halt, meint er, schon ernst gemeint, das Theaterstück: „Löblich ist das Krokodil“, er sucht nach einem seinerzeit selbst herausgegeben Bändchen, der Vater hat gerne gelesen, hatte eine Jahreskarte für die Bibliothek, bekommt als Rentner von Sohn Horst eine Karte für die Oper in Mannheim geschenkt, ihm stehen die Haare zu Berge, ob der Freude, dass es so etwas gibt.
Zurück zum Künstlersohn, der reißt einfach aus in die Schweiz, der Vater muss den Minderjährigen auslösen, von Basel bis Weinheim, kein Ton – eigentlich war aber immer alles gut mit dem Vater. Mit 18 zusammen mit Loraine Heil, es hält seit 50 Jahren.
Andere Kunst, Land-Art, Walter de Maria, die gleiche Generation, das war damals die Zeit, sie ist es auch heute noch. „Die Klangskulptur III“ im Alten Friedhof, Rubinen von der Bergstraße und ein Granitstein aus dem Odenwald, ein Fisch eher als ein Krokodil, die Erdfarben, das spür ich doch im Körper, seinerzeit, als ich immer wieder den Anselm Kiefer in der Nationalgalerie in Berlin angeschaut habe, und dann kommt so ein Satz: „Das Bild schlummert“, gelegentlich lässt es nicht schlafen, dann ist es da und wenn es „fertig“ ist, das ist reines Adrenalin.

Horst Busse – Klangskulptur III

 Alla I, in der Erinnerung, tolle, wirklich „andere“ Kunst in Weinheim. Andere haben das seinerzeit nicht ganz so gesehen. Bei Alla II flog ein Fabrikbau, bildlich, in die Luft, „GoldundHunger“, gefiel auch nicht allen.
Früher meinte er, seine Kunst solle helfen und heilen, auch ihn selbst? Existenziell immer – immer im doppelten Sinn, lebenswichtig.

Text: Adalbert Knapp   Fotos: Thomas Veigel

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Blick über den Zaun

Engagementpolitik

In der letzten Stifterpost haben wir angekündigt, dass wir künftig regelmäßig über die große und kleine  Welt der Bürgerstiftungen in der Bundesrepublik Deutschland berichten. Im November ging es um die Demokratie, also um alles, mehr oder weniger. Diesmal lenken wir Ihren Blick auf das, was man „Engagementpolitik“ nennt. Die Stiftung Aktive Bürgerschaft meint: „Engagementpolitik ist neue Schwerpunktaufgabe in der Gesellschaftspolitik, heißt es in der Stellungnahme der Bundesregierung zum Zweiten Engagementbericht. Und weiter: Über 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland engagieren sich freiwillig und unentgeltlich für gesellschaftliche Belange. Dieses Engagement hat eine große Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es ist ein Grundpfeiler von Demokratie sowie Rechts- und Sozialstaat, sichert Freiheit, schafft Lebensqualität und prägt den Gemeinsinn.
Diese Einschätzung teilen wir und sehen in der klugen Kombination bürgerschaftlichen Engagements und staatlichen Handelns ein großes Potenzial, um aktuelle und kommende gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Viele Rahmenbedingungen wurden verbessert, doch die große Reform steht noch aus.“
Wenn Sie die Stellungnahme näher interessiert, klicken Sie einfach hier.

 

Deutscher Stifterpreis 2019  geht an Bürgerstiftungen

Das erste Mal in der Geschichte des Deutschen Stifterpreises wird eine so große Gemeinschaft von Stiftenden geehrt. Die höchste Auszeichnung im Stiftungswesen wurde 1994 zum ersten Mal und bisher 19 Mal verliehen.

Der Preis wird auf dem Deutschen StiftungsTag im Juni in Mannheim verliehen. Möchtem Sie dabei sein, dann melden Sie sich hier an! Wenn Sie nicht dabei sein können: Wir werden live berichten.

 

Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Weinheim

Seit 1. August 2017 verfügt die Bürgerstiftung Weinheim über eine Geschäftsstelle. Kurz vor Vollendung des runden Dutzend und dem Eintritt in die Pubertät bekamen wir eine eigene Adresse und Telefonnummer:

Bu¨rgerstiftung Weinheim Logo
 
69469 Weinheim, Hauptstraße 128, Telefon 06201 3892025, gleich neben dem Marktplatz.
Jung, frisch, dynamisch, in direkter Nachbarschaft zu den Weinheimer Jugendmedien.

hat es möglich gemacht.
 
 


 


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Herausgeberin: Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Müllheimer Talstraße 66
69469 Weinheim

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Jürgen Osuchowski
c/o Musikschule Badische Bergstraße, Weststraße 12
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de. Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Redaktion: Adalbert Knapp und Jürgen Osuchowski

Texte: Alexander Boguslawski, Ellen Förster, Hans-Joachim Gelberg,  Adalbert Knapp 
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
AWO, Michael Endriß, Ellen Förster, Adalbert Knapp, Thomas Veigel, Wolfgang A. Zotz
Mitarbeit: Ulrich Becker, Alexander Boguslawski, Gunter Faigle und Claudia Werner

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