Stifterpost-nr.-46 / November 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Knapp„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen …“, das ist die literarisch-faustische Variante der  plebejischen Kuhhaut, auf  die dies oder jenes nicht geht. Nennen wir es  einfach Vielfalt, was Sie in dieser Stifterpost erwartet. Das nicht nur zum Monat Novermber passende Gedicht, das Hans-Joachim Gelberg diesmal ausgesucht hat, Konservativismus,  gefragt auch in „Nicht-weiter-so“-Zeiten,  nach der Feier zum Volkstrauertag eine Art Premiere, wenn ich es richtig weiß, drei Jubiläen, Kunst, Klang und Freiwillige auf dem Alten Friedhof, zwei Oberbürgermesiter und ein Erster Bürgermeister beim Redivivi-Abend in der Volkshochschule, eine besondere Reminszenz an die sintemalen Jukebox, nochmal spezielles Kreatives, mit der Vermehrung von Besuchshunden geht es weiter zum Viel-F-Alter (was’n das?), bis wir endlich wieder zur Literatur, speziell in Hohensachen zurückkehren. Als Tüpfelchen auf dem i dann noch ein Blick nach Schwäbisch Hall.

Sie haben recht, auf eine Kuhhaut passt das nicht, offensichtlich jedoch zur Bürgerstiftung Weinheim.

Herzlich

Ihr

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Die Zeit

Ist sie eine Geburt der Gestirne,
oder haben menschliche Gehirne
sie erfunden, die Zeit?

Ist sie eine Phase der Ewigkeit,
oder das Metronom meiner Vergänglichkeit
auf einsamen Lager?
Ist sie das Buch, das ich lese,
ein Bild,
ein Unterhaltungsschlager,
mit dem ich sie totschlage, die Zeit?

Ihr Antlitz hat viele Züge,
Liebe,
Hass
oder Lüge.
Ich kann sie bejahen
oder verneinen,
ihre Opfer beweinen
oder mich berauschen an ihrer Größe.
Ist sie gut oder böse,
die Zeit?

Sie hat kein Gewissen,
sie weiß nur, dass wir sterben müssen,
wenn sie um ist, unsere Zeit.

Hans Sahl (1980)

gelberghansjoachim 160

Ach, du liebe Zeit! Diese rhythmischen Verszeilen, eher wie zufällig gereimt, atmen Ratlosigkeit. Hans Sahl schrieb sie in hohem Alter. Was also tun mit der Zeit, vielmehr, was macht sie mit uns? Auch lange Lebenserfahrung findet kaum Antwort. So bleibt, sozusagen als Fazit:  „sie weiß nur, dass wir sterben müssen, wenn sie um ist, unsere Zeit.“
Hans Sahl (1902 in Dresden geboren) musste als Journalist und Autor vor den Nazis 1933 von Berlin aus über Prag und Zürich nach Frankreich flüchten. Um schließlich 1940 mit einem der letzten Schiffe ins amerikanische Exil  zu entkommen. Dort arbeitete er als Übersetzer und Journalist. Erst 1989 kehrte Hans Sahl nach Deutschland zurück, wo er 1993 in Tübingen starb. Seine  Erinnerungen, seine Gedichte sind bewegende Zeugen seines Emigrantenlebens: „Verstummt sind sie, die mütterlichen Laute, / Die staunend ich von ihren Lippen las, / Milch, Baum und Bach, die Katze, die miaute, / Mond und Gestirn, das Einmaleins der Nacht.“


Aktuell

Konservatismus im 21. Jahrhundert – über das Recht und die Pflicht, konservativ zu sein.

Die Zeiten sind bewegt, Orientierung ist allerorten eine Notwendigkeit. Bürgerstiftung Weinheim und Volkshochschule möchten einen Beitrag dazu leisten, Orientierungshilfen zu geben. Deshalb werden sie Veranstaltungen, die die Zeit analysieren und ihre Zeichen zu deuten vermögen, in dieser Reihe „Themen der Zeit“ anbieten. Der erste Abend am Donnerstag, 15. November 2018 um19:00 Uhr in der Volkshochschule ist einem Thema gewidmet, das manchen auch in Berlin derzeit besonders interessieren könnte:“Konservativismus im 21. Jahrhundert.“
Referent des Abends ist Prof. Dr. Peter Graf Kielmannsegg, 1971 bis 1985 Professor an der Universität zu Köln, von 1985 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Mannheim. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind politikwissenschaftliche Demokratieforschung sowie Geschichte des politischen Denkens und Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Die Moderne hat eine Dynamik unablässiger, grundstürzender Veränderung entfesselt. Doch sie ist auf eine Balance zwischen Kräften der Bewegung und Kräften der Beharrung angewiesen. Sonst wird sie sich selbst mitsamt dem Menschen zerstören. Deshalb müssen wir den Mut haben, Unterscheidungen zu treffen. Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Spenden für vhs-Bildungsgutscheine.

Unser langjähriger Zeitstifter Helmut Waas hat uns auf diesen Vortrag seines Bruders aufmerksam gemacht. Es passt zu den „Themen der Zeit“, meinen Sie nicht auch?

Morgenland gegen Abendland?

Viele haben den Eindruck, die Begegnungen zwischen Orient und Okzident seien geprägt von einer Konfliktserie – von den Kämpfen zwischen Griechen und Persern über die arabisch-islamischen Eroberungen nach Mohammed, die Kreuzzüge und die Türken vor Wien bis zu heutigen islamischen Terroranschlägen. Aber dieser ist ein sehr unvollständiger Eindruck von der tatsächlichen geschichtlichen Entwicklung. In diesem Vortrag erfahren Sie mehr über den kulturellen Austausch zwischen Morgenland und Abendland, der für beide Seiten sehr bereichernd war und der die Basis für das Entschärfen heutiger Konflikte sein kann.
Der Referent Ulrich Waas ist Physiker, den das Thema Islam schon lange  bewegt. Die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Nachbarkultur ist für ihn eine Notwendigkeit bei der Gestaltung unserer Zukunft.
Freitag, 23. November, 19.00-20.30 Uhr, Volkshochschule, Saal, € 6,-

Volkstrauertag

Stadt Weinheim,Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und Bürgerstiftung Weinheim legen Kranz am Gräberfeld für Zwangsarbeiter im Hauptfriedhof nieder.

Dieses Gräberfeld am äußersten Ende des Friedhofs birgt die sterblichen Überreste von 13 Menschen, die als Zwangsarbeiter in Weinheim gelebt haben und hier gestorben sind. Während des Zweiten Weltkriegs entstand in Deutschland eines der größten Zwangsarbeitssysteme der Geschichte. Im Deutschen Reich gab es rund 12 Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Anhand der verfügbaren Zahlen ist davon auszugehen, dass von 1940 bis 1945 etwa 2245 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Weinheim beschäftigt waren. Die Menschen kamen hauptsächlich aus sechs Nationen: überwiegend aus der Sowjetunion und Polen, aber auch aus Frankreich, Holland, Belgien, Italien. In Zeiten, in denen ein einiges Europa in Frage gestellt wird, ist es umso wichtiger, der Opfer zu gedenken, die Krieg, Verschleppung, Flucht und Vertreibung in Europa gefordert haben.
Einer Anregung von Pfarrer Robert Schmekal folgend werden die Stadt Weinheim, der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und Bürgerstiftung Weinheim im Anschluss an die Gedenkfeier am 19. November einen Kranz am Gräberfeld für Zwangsarbeiter niederlegen.

Zwei Jubiläen, eigentlich drei

Wenn man, oder  natürlich auch frau, halt, in diesem Fall nicht, also wenn man in die Jahre kommt, kommen gelegentlich auch Jubiläen. Auch bei Dreizehnjährigen wie der Bürgerstiftung sind es immerhin in diesem Jahr drei runde Zahlen, die wir vermelden können.

Erstens können wir auf inzwischen fünf Singfeste der Kindergärten und des Chors des Bodelschwingh-Heims
zurückblicken. Dass das etwas Besonderes ist, wollten wir nicht für uns behalten, sondern haben eine höchst interessante Dokumentation dazu erstellt, die Sie hier finden können. Der kurzen Beschreibung der  Entwicklung folgt eine Darstellung des Besonderen und die gesamte Presse, lauter good news.

Außerdem fanden im Januar die Fünften Weinheimer Theatertage für Grundschulen statt. Natürlich sollte auch das besungen und den Mitwirkenden und Unterstützern gedankt sein. Also, nix wie reinschauen.

Der Alte Friedhof ist schon über tausend Jahre alt, da sind wir mit unseren fünf Jahren, in denen wir uns zusammen mit der Stadt Weinheim um diesen Park der Erinnerung kümmern, zeitlich ziemlich kleine Fuzzis, wenn sich auch, immerhin, bei der Einweihung der Klangskulptur die Glocken der Peterskirche nicht lumpen lassen wollten und alles erklingen ließen,was sie zu bieten haben, großes Geläute!

Bewerbung um den Förderpreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft

Zurück zu den fünf Jahren: Bei der Stiftung „Aktive Bürgerschaft“ gibt es alle zwei Jahre einen Förderpreis für besonders gelungene Projekte. Wir meinen, die Gestaltung des Alten Friedhofs zu einem Park der Erinnerung mit Kunst, Musik, Literatur und Theater ist so etwas Besonderes.
Also: Bewerbung schreiben, maximal 3000 Zeichen mit Leerzeichen, abschicken und abwarten. Hier finden Sie, wie wir die 3000 Zeichen mit Leerzeichen gefüllt haben, und wenn Sie meinen, dass das so in Ordnung ist, halten Sie die Daumen! Vielen Dank!
Wenn Sie es nicht weiter sagen: Mit dem Singfest haben wir nach den Sternen gegriffen und uns um den Deutschen Kitapreis beworben. Bei 1600 Einsendungen haben wir es leider nicht in die zweite Runde geschafft; schade – jetzt wissen halt nur wir selbst, was Champions sind.

Adalbert Knapp


 

Nachgefragt

 

Kunstraum Alter Friedhof

Spätsommerlich, frühherbstlich, nachsommerlich, wie war das am Tag des offenen Denkmals, am 9. September, der Sommer vorbei und die Winde auf den Fluren noch nicht unterwegs, auf dem Alten Friedhof, diesem Park der Erinnerung? Es gab Gespräche mit Leuten über seinerzeitiges Schlittenfahren im Park, die Frage, welche der dort ruhenden Freudenbergfrauen war die, von deren Brautkranz der Myrtenzweigsetzling  stammt , der im Hermannshof nach 130 Jahren zum größten Myrtenbaum in Deutschland gewachsen ist? Die Klangskulptur ist immer ein Werk, das in jedem Stadium seiner Entstehens „fertig“, vielleicht sogar vollendet ist?
Es gab  geschweißtes Fragiles von Stefanie Welk unter Platanen zu sehen, den Zen-Weg von Dorothea Rust, Alexander Boguslawski konnte  testen, welche Gruppengröße für eine Führung optimal ist (bei der ersten waren zwischen 70 und 80 Personen, bei der zweiten  passende rund 30, und noch 60 oder 70 Besucherinnen und Besucher drumherum, jung und alt. Der  Tag des offenen Denkmals, es  gibt dieses, naja Event,  seit 25 Jahren, das größte Kulturereignis, bundesweit waren 7800 Denkmale diesmal offen. Die Klangskulptur ist wirklich etwas Besonders, das geschweißte Schwebende von Stefanie Welk unter und zwischen Platanen korrespondiert bestens, Ivo & Friends (Ivo Shishkov, Birgit und Bernard Rummel) musizieren melancholisch-fröhlich, Champs Elsysee, Franz Josef Degenhardt, linker Liedermacher der 70er Jahre, Cohens Halleluja erfreut nicht nur die beiden jüngsten Besucher zwischen zwei und drei Jahren und versetzte in der spätsommerlich-herbstlich- „milden“ wäre da auch so ein Wort – also in der NachmittagsLichtundLuft in eine besondere Stimmung. Provinz ist überall, Kultur ist dort wo man sie pflegt, meint Hermann Bausinger, der Begründer der Empirischen Kulturwissenschaft (vorher Volkskunde genannt). Von wegen Klang: Die Glocken – in A-Dur, wie Bernard Rummel meinte – gaben jeweils zur Viertelstunde ihren Kommentar dazu, wenn ich so jemand wäre, würde ich sagen, zu Zeit und Ewigkeit, und dann  sind wir wieder dort, wo wir waren, einem Park guten Erinnerns  im Weinheimer Herbst 2018 … und der Zen oder Chan, wie ich gelernt habe, gemahnte uns auf seinem Weg, bei der Frage zu bleiben und die Antwort nicht zu suchen…

Adalbert Knapp

Die Glocken von Weinheim

Fulminante Einweihung der Klangskulptur III

Es war einer dieser ungewöhnlichen Augenblicke, in denen wirklich alles zusammenpasst. Die Bläserserenade und die Einweihung der Klangskulptur III auf dem Alten Friedhof in Weinheim wird den rund 80 Zuhörern und Zuschauern sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Getragen von Bürgerstiftung Weinheim, Kunstförderverein Weinheim, Hans-Freudenberg-Schule Weinheim, der Freudenberg Stiftung und der Musikschule Badische Bergstraße war bei allen Beteiligten die Vorfreude genauso groß wie die Ungewissheit, was sie erwarten würde. Spätsommerlicher Sonnenschein und milde Temperaturen, das Verschmelzen  von Straßengeräuschen mit dem Klang der Skulptur, der Holz- und Blechblasinstrumente. und den Bäumen im Wind. Schon beim Eingang boten sich den Gästen interessante Perspektiven. Der „Zen-Weg“ von Dorothee Rust führte zur Spielstätte unter der sieben Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Klangskulptur III von Horst Busse. Gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Hans-Freudenberg-Schule hatte Horst Busse gestaltet. Und ganz dezent führte ein kleiner, kaum sichtbarer roter Faden zum Grab des Namensgebers der Schule. Zu Beginn führte Dr. Alexander Boguslawski in die Thematik des Alten Friedhofs ein. Den ersten musikalischen Teil bestritten junge Musikerinnen und Musiker aus dem Fachbereich Blasinstrumente von Barbara Pfliegensdörfer, die galant durchs Programm führte. Zu Beginn hatte das junge Querflötenquartett der Musikschule Badische Bergstraße Premiere. Es war ihr erster Auftritt. Und man konnte erkennen, welch wunderbare Talente da wieder zu einem Ensembleklang geformt worden waren. Das Quartett trug von Pierre Paubon aus dem Stück „Quatuor pour Flûtes“ Berceuse und Badinerie vor, gefolgt von Sarabanda und Gavotta aus einer Suite von Arcangelo Corelli. Mit Querflöte ging es auch weiter. Miriam Herhold (Klasse Barbara Pfliegensdörfer) und Kira Reichenbacher (Klasse Sohee Oh) an Querflöten spielten das einzige Querflötenduo von Ludwig van Beethoven, das Duo in G für 2 Flöten. Die beiden glänzten durch souveränes Zusammenspiel und guter Intonation. Zahlenmäßig das größte war das gemischte Bläserensemble unter der Leitung von Martina Heimes. Die jungen Musikerinnen und Musiker hatten sich bei den Proben und Aufführungen für „My Fair Lady“ angefreundet und wollten unbedingt nach dem Ende des Projektes weiterspielen. Martina Heimes hatte ein stimmungsvolles Programm aus Renaissancemusik und einem aktuellen Titel zusammengestellt. Von Tilman Susato erklangen „La Mourisque“ und „La Bataille“, von Hans Leo Hassler „Tanzen und Springen“ und von Ronan Hardiman „Lord oft he Dance“. Danach gab es einführende Worte zur Klangskulptur III von Dr. Adalbert Knapp und Horst Busse, dem Schöpfer aller Klangskulpturen in Kooperation mit der Bürgerstiftung. Nachdem beide Vorläuferklangskulpturen entweder zerstört oder entfernt worden waren, soll diese neue Klangskulptur III auf dem Alten Friedhof einen festen Platz bekommen. Und jetzt  greift  Thorsten Gellings, Schlagzeuglehrer an der Musikschule Badische Bergstraße, in das Geschehen ein. Die musikalische Geburtsstunde der Klangskulptur III ist ein Furioso, oder ein Furiosissimo? Nach und nach gesellen sich noch weitere Instrumente dazu. Von Trommeln und Schellen bis hin zum „Leierkastenvorbaumobil mit Percussioninstrumenten“. Unversehens erklang ein Birkhahnlockruf: ein unscheinbares Pfeifchen hat es möglich gemacht. Ob sich alle Birkhähne des Umlandes  auf den Weg zum Alten Friedhof gemacht haben? Bei der letzten Improvisation an der Klangskulptur gesellten sich Schlag 18 Uhr die Glocken der Peterskirche dazu, von Gellings grandios in seine Menage an Klängen einbezogen. Begeisterung und großer Applaus!

Jürgen Osuchowski

Für neue Durchblicke gesorgt

Viele Freiwillige halfen am Alten Friedhof

Bereits zum dritten Mal hatte die Bürgerstiftung Weinheim für den jährlichen Freiwilligentag der Metropolregion zum Mitmachen aufgerufen.
Wieder ging es darum, die üppige Vegetation um die alten Grabsteine herum zurückzuschneiden und das Laub von den Wegen zu rechen. Und wieder haben viele mitgemacht. Rund 25 Personen haben mit Gartengeräten Hand angelegt und vier Stunden lang geschafft. Unter der Anleitung von zwei Mitarbeitern des städtischen Grünflächenamts waren auch zehn Geflüchtete aus der Praxis-Lern-Werkstatt, betreut von Dr. Flothmann, dabei. Gemeinsam konnte so etwa das Gestrüpp um das Karrillon-Grab gelichtet werden, das jetzt schon von weitem sichtbar ist. Außerdem wurde ein unter lockerer Erde verschüttetes Grab neu entdeckt und freigelegt. Im unteren Bereich des Alten Friedhofs wurden morsche Büsche herausgeholt, sodass man wieder von oben auf die große Wiese hinunter sehen kann. Bei idealem Wetter und zwischendurch mit einem kleinen Snack gestärkt hatten alle Beteiligten viel Spaß an der Arbeit und freuten sich am sichtbaren Erfolg der gemeinsamen Anstrengung.

Alexander Boguslawski

Die Gedanken sind frei

Albert Ludwig Grimm in der Volkshochschule

„Guten Abend und herzlich willkommen, Herr Hofrat!“ begrüßte Dr. Knapp Albert Ludwig Grimm im gut besetzten Saal der Volkshochschule.
Bürgerstiftung, Volkshochschule und Musikschule hatten in der Reihe „Redivivi“ den ehemaligen Oberbürgermeister, Landtagsabgeordneten, Schulleiter und Schriftsteller zu einem Gespräch eingeladen, und er war der Einladung gerne gefolgt.
„Redivivi“, Wiedererstandene, lädt Persönlichkeiten aus der nicht immer guten alten Zeit ein. Die Rolle von Albert Ludwig Grimm nimmt Dr. Alexander Boguslawski wahr. Dr. Adalbert Knapp interviewt seinen aus Baden angereisten erinnerungsfreudigen Gast.

Es wohnt ein Pfalzgraf an dem Rhein

Eingestimmt in den Abend hatten Dr. Torsten Fetzner und Jürgen Osuchowski an Gitarren und vocal mit einem Lied der Zeit „Es wohnt ein Pfalzgraf an dem Rhein“, das Albert Ludwig Grimm zur Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“ seinerzeit beigesteuert hat.
Damit keine Verwechslung aufkommen konnte, prangte ein Porträt von Grimm nebst dreien seiner Töchter im Saal der Volkshochschule.
Geboren am 19. Juli 1786 im noch kurpfälzischen Schluchtern, wuchs er in die Zeit nach der Französischen Revolution hinein, die sein Leben begleitet und geprägt hat. Es war nicht einfach, das hergebrachte Denken mit neuen Ideen von Freiheit und Fortschritt zu verändern, sich auch in den Revolutionsjahren 1848/1849 gesellschaftlich einzubringen ohne sich dabei zu radikalisieren.
Grimms Maxime blieb zeit seines Lebens, die ihm notwendig erscheinenden Veränderungen ohne Gewalt zu erreichen.

Clemens Brentano und Achim von Arnim

Im Gespräch entfaltete sich das Leben dieses in vielerlei Hinsicht erfolgreichen und Respekt heischenden Mannes. Es war ihm trotz der begrenzten Mittel aus dem Nachlass des früh verstorbenen Vaters möglich, zunächst in Tübingen und dann in Heidelberg Theologie zu studieren. Mit 20 Jahren kam er als Rektor einer „Trivialschule“ nach Weinheim und wurde gleich Schulleiter an der Lateinschule. In seiner Zeit in Heidelberg hatte er die beiden Dichter Clemens Brentano und Achim von Arnim kennengelernt, die eine große Sammlung mit Volksdichtung herausbringen wollten. „Das hat mich sehr angezogen“, sagt Grimm alias Boguslawski. „Ich bin durch den Odenwald gestreift und habe Lieder und Geschichten gesammelt. Einige habe ich den beiden geschickt, damit sie in die Sammlung vom „Wunderhorn“ kommen.“ Nebenher habe er selbst gedichtet und Märchen in Dialogform nachgeschrieben. Sogleich gibt es eine Kostprobe: „Die Genien des Menschen“. Neben der Pädagogik und der Literatur setzt sich Grimm politisch ein, spielt schnell eine führende Rolle im Landtag. Schmetternd und voll Inbrunst sangen die Gäste, begleitet vom Redivivi-Duo Fetzner/Osuchowski das Lied von der Gedankenfreiheit, ehe Grimm seine politischen Ziele formulierte.

Die Gedanken sind frei

Es ging ihm zunächst um die Pressefreiheit, um Steuergerechtigkeit und um eine unabhängige Justiz. Grimm gab auf eigene Initiative hin das „Landtagsblatt“ heraus, unzensiert, für ihn ein ganz wichtiges Stück Demokratie. Aber auch in Weinheim brachte er sich gesellschaftlich und politisch ein: 1812 wurde Grimm Mitbegründer der Casino-Gesellschaft, 1829 zunächst zum Bürgermeister, 1831 dann zum Oberbürgermeister gewählt. Doch die politische Lage änderte sich rasant. Für manche zu konservativ, hielten ihn wieder andere für zu fortschrittsgläubig. Es gab Streit um Straßenführungen, Verkehrsfluss, vermeintliches oder tatsächliches regierungsfreundliches Handeln und eigentlich war man fast in der Gegenwart mit ihren Baustellen.

Weinheim und sein großer Stiefsohn

Gegen Ende des Abends kam Dr. Knapp darauf zu sprechen, und es wurde mäuschenstill im Saal, wie sehr der Tod das Leben Grimms bestimmt hatte, der früh seine Eltern, dann seinen Bruder und zwei Kinder verloren hatte: „Wie hält man so etwas aus?“ Er wisse es selbst nicht so genau, meint Grimm, die Arbeit, das Schreiben, die Familie, die Kinder, die Freunde. 1854 zieht er nach Baden. Dort fühlte er sich sehr gut aufgehoben und freut sich an seinen drei Töchtern und ihren Familien. Am 1. Dezember 1872 stirbt Albert Ludwig Grimm in Baden-Baden. Der Weinheimer Anzeiger bringt keinen Nachruf, immerhin, eine Straße benennt die Stadt nach einem ihrer großen Söhne, für eine Schule reicht es nicht.
Dem Redivivo spielt, zusammen mit dem Leiter der Musikschule der Erste Bürgermeister und amtierende Oberbürgermeister auf. Am Ende singt alles gemeinsam ein Lied der Zeit: „Guten Abend, gute Nacht …“, und dann ein Stimmengewirr: War das alles wirklich so?

Jürgen Osuchowski
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„Musik! Dringend! Jetzt!“

In den Sommerferien veranstaltete die Bürgerstiftung Weinheim zum ersten Mal das Sommer-Musik-Theaterprojekt mit dem diesjährigen Titel „Musik! Dringend! Jetzt!“. Während der ersten drei Ferienwochen fand montags bis freitags ein ganztägiges Programm statt, woran Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren aus Weinheim und Umgebung teilnahmen. Viele der Jugendlichen kamen als Geflüchtete in den letzten Jahren nach Deutschland, die meisten aus dem arabischen oder kurdischen Sprachraum. Unter Leitung von Paul Berberich (Erzieher und Theaterpädagoge), Maximilian Bischofberger (Musiker und Singer Songwriter) und Miriam Lemdjadi (Theaterpädagogin und Regisseurin), setzten sich die Jugendlichen mit ihren Lieblingsliedern und ihren dringlichsten Themen auseinander. Die Theater- und musikpädagogische Arbeit ermöglichte sowohl ein gutes Zusammenspiel in der Gruppe, als auch das Entstehen von szenischen und ästhetischen Momenten. Die Jugendlichen improvisierten, schrieben Texte und Szenen, erprobten sich in verschiedenen Ausdrucksformen wie Bewegungstheater, Tanz, Schauspiel, Gesang, Rhythmus und Body Percussion.  Das Theater und Musikangebot, welches in den Räumen des Stadtjugendrings stattfand, wurde ergänzt durch  Aktivitäten draußen im Hagander Park, bei der sommerlichen Hitze war eine Wasserschlacht und Eis essen Pflichtprogramm, oder drinnen Tischkicker spielen oder Bühnenbild basteln. Es gab ein gemeinsames Mittagessen, welches meist von Eltern und Ehrenamtlichen zubereitet wurde oder auch mal die eine oder andere bestellte. Die Menüs waren vielfältig, mal ein Gericht aus dem Jemen, mal aus Syrien, dem Irak oder Libanon und die meisten Jugendlichen und auch die Leiter*innen zelebrierten dies geradezu. Die außergewöhnliche Hitze stellte sich als große Herausforderung dar, und auch Konflikte und gruppendynamische Prozesse prägten das Projekt. Alle Beteiligten bewiesen Ausdauer und nach drei intensiven Wochen wurde das gelungene Ergebnis im Café Central auf die Bühne gebracht. Eine interaktive Jukebox wurde für die zahlreichen Zuschauer erlebbar, denn nach dem Einwurf einer überdimensional großen Geldmünze, spielten die Jugendlichen den nächsten Song bzw. die nächste Theaterszene ab. Um sich eine Münze zu verdienen waren auch die Zuschauer gefragt, so mussten sie ein Lied singen, Steptanz spielen oder ein Lied erraten, damit die Performance weiterging. Die Jugendlichen interpretierten einen arabischen Popsong, einen deutschen Rap, einen englischen Popsong und einen syrischen Rap, mit szenischem Zwischenspiel oder Tanzeinlagen von Livemusik begleitet. Kostüme und Frisuren im Vintagestyle und eine riesige Jukebox als Bühnenbild bildeten den ästhetischen Rahmen. Nach einer guten Resonanz bei den Teilnehmenden, ihren Eltern, den Ehrenamtlichen, den Leiter*innen und einer positiven Berichterstattung in der Presse, war das Projekt erfolgreich und eine Fortführung des Projekts im nächsten Sommer wird angestrebt.
Dies alles konnte nur durch die freundliche Unterstützung vieler stattfinden. So ist zu nennen natürlich die Bürgerstiftung selbst, welche das Projekt möglich gemacht hat und als Antragsteller die Förderung über das Programm KULTUR MACHT STARK des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhält. Dies wäre unmöglich gewesen ohne die Bündnispartner Holzwurm e. V. und den Stadtjugendring Weinheim e.V.  und das Café Central, welche Räume und Infrastruktur zur Verfügung stellten und das Projekt tatkräftig unterstützten. Viel Arbeit und Engagement wurde von Ehrenamtlichen und Eltern geleistet. Ein besonderer Dank geht an Adalbert Knapp, Monika und Michael Endriss, Ayham Barghouth und Simone Lang.

Miriam Lemdajadi

 „Kreativ im Jahreslauf“ – ein Rückblick

Die Idee für das Projekt „Kreativ im Jahreslauf“ entstand bei einer Tasse Kaffee.
Wir, Felicitas Vajna, Anita Grütter und Verena Herget-Zimnik entwickelten das Projekt für Grundschulkinder mit Fluchterfahrung. Den Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, nach der Schule gemeinsam die Natur zu erleben und Sinneserfahrungen zu sammeln (mit Herz und Hand). Die Bürgerstiftung förderte das Projekt für ein Jahr. In Zusammenarbeit mit der Direktorin der Albert-Schweitzer-Schule, Jutta Wirth, wurden Kinder der Klasse 1 bis 4 ausgewählt. Wir luden zu einem ersten Treffen in die Schule Kinder mit Eltern zu Stockbrot und Tee ein. Während des gemütlichen Beisammenseins konnten wir uns bereits etwas kennenlernen. Die weiteren Treffen fanden ohne Eltern jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr statt.
Unsere Aktivitäten richteten sich inhaltlich nach den Jahreszeiten. Den größten Teil der Zeit haben wir draußen verbracht, sei es mit Ausflügen in die nähere Umgebung, zum Beispiel zum Schlosspark, zum Waidsee oder auf dem Schulhof. Nebenbei haben wir bei unseren Ausflügen auch Naturmaterialien gesammelt, welche wir zu einem späteren Zeitpunkt weiterverarbeitet haben, beispielsweise zu einem Mobile aus Ästen.
Auf dem Schulhof haben wir uns vor allem handwerklich betätigt oder Gemeinschaftsspiele kennengelernt. Bei den handwerklichen Tätigkeiten konnten die Kinder den Umgang mit Holzwerkzeug erlernen und üben.
Im Werkraum haben wir bei schlechtem Wetter Gipsmasken angefertigt, herbstliche Windlichter gebastelt, Weihnachtssterne gefaltet oder einander Bücher vorgelesen.
Bei einem unserer Ausflüge ging es darum, bei einer Schnitzeljagd den „Schatz“ zu finden. Die Kinder waren mit großem Eifer dabei, sie waren so schnell unterwegs, dass wir Erwachsenen kaum mehr Schritt halten konnten. Auf dem Weg kamen die Kinder immer wieder zu kleinen Stationen mit Aufträgen, die sie lesen und erfüllen durften. Der Schatz war schlussendlich am Waidsee versteckt, er bestand aus einem Fallschirmtuch, mit dem wir auf der kleinen Wiese gemeinsam gespielt haben.
Um die Kosten des Projektes nicht zu sehr in die Höhe zu treiben baten wir um Spenden in Form von Naturalien. Zur großen Freude der Kinder spendete die Obstkiste Weinheim wöchentlich frisches Obst der Saison. Die Bäckerei Muschelknautz spendete Gebäck.

An unserem letzten Treffen Anfang Juli feierten wir das kreative Jahr im liebgewonnen Werkraum und baten die Kinder um eine kurze Rückmeldung, wie sie die gemeinsamen Treffen erlebt haben.
„Das war ein tolles Jahr. Mir hat besonders gut gefallen, dass wir am Ende alle zusammen das große Holzmobile gemacht haben“ sagt der siebenjährige Karim mit strahlenden Augen und stolzem Lächeln. Alle Kinder und wir Gruppenleiterinnen sind uns darüber einig, dass eine intensive und sehr ereignisreiche Zeit hinter uns liegt. Dann wollen die Kinder zurück zu ihren Abschiedsgeschenken: den Specksteinen mit Feile und Schleifpapier, welche sie mit nach Hause nehmen und dort weiterbearbeiten können.

Es ist wunderschön zu sehen, dass die Kinder in diesem einen Jahr so viel gelernt haben.
Zum einen handwerklichen Fähigkeiten, wie schnitzen, sägen, basteln und malen, aber auch die Weiterentwicklung der Persönlichkeit, die Stärkung des Gruppengefühls, die gegenseitige Achtung sowie der gute Umgang mit sich und der Natur.

 Felicitas Vajna, Anita Grütter und Verena Herget-Zimnik

Viel-F-Alter – Vielfalt im Alter leben

Kultursensible Altenpflege in Weinheim

In Deutschland hat knapp jede vierte Person einen Migrationshintergrund. Mittelfristig wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen: 2017 hatten 39,1 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund. Von diesen 19,3 Millionen Personen waren 9,8 Millionen Deutsche und 9,4 Millionen Ausländer (51,1 bzw. 48,9 Prozent).
Hinter diesen nüchternen Zahlen verbirgt sich auch die Realität, dass immer mehr Menschen, die nicht in  Deutschland aufgewachsen sind, pflegebedürftig werden und angesichts ihres  besonderen kulturellen Hintergrunds auch einer besonderen Begleitung und Betreuung im Alter bedürfen, eben der kultursensiblen Altenpflege.
Deshalb haben sich der Pflegestützpunkt Weinheim und die Altenpflegeschule der Helen-Keller-Schule (HKS) zusammen getan, um die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Auszubildenden in der Abteilung Altenpflege pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund für Beratungs- und Gesprächsangebote zur Verfügung zu stellen. Dazu wurden Sprachtafeln entwickelt, es sind Fortbildungen geplant und es soll ein Netzwerk von Kompetenzen in Weinheim entstehen. Die Leiterin der Altenpflegeschule an der HKS, Annette Mütze-Bopp  und ihre Kollegin Karin Wolber stellten dieses wichtige, von der Bürgerstiftung unterstützte Vorhaben beim Weinheimer Demenztag im Oktober vor.
Sie wollen es ganz genau wissen? Die Präsentation der beiden Lehrkräfte finden Sie hier.

„Wir sind sehr dankbar für diese Besuche.“

12 „Herrchen“ und „Frauchen“ waren mitten im August der Einladung der Bürgerstiftung Weinheim gefolgt, um sich in der Kapelle des GRN-Betreuungszentrums über die Arbeit mit Hunden in Alten- und Pflegeheimen zu informieren.
Trotz des großen Hundeandrangs herrschte eine überaus friedliche Atmosphäre. Dabei kamen Wünsche und Erwartungen seitens der Heimleitungen ebenso zur Sprache wie wertvolle Tipps einer erfahrenen Hundetrainerin und natürlich standen Fragen der Interessierten zum „System“ dieses Dienstes im Mittelpunkt. Ergebnis dieses zweiten Informationstermins dieser Art ist, dass inzwischen, koordiniert von Projektleiterin Karin Graf, 14 Besuchsteams in Bodelschwinghheim, GRN-Betreuungszentrum und in der St. Barbara Seniorenresidenz regelmäßig unterwegs sind.
„Es ist wirklich eine große Freude für unsere Bewohner, vor allem für die, die oft allein sind, wenn Menschen mit ihren Hunden sie besuchen“, so einmütig die Leitungen der besuchten Einrichtungen.“

 

Open Air Einweihung des Telefonzellen-Bücherregals in Hohensachsen

Die Freien Wähler und der Ortschaftsrat Hohensachsen luden zu einer Matinee zum Dorfmittelpunkt Anetplatz und viele Bürger/innen folgten der Einladung. Anlass war die Einweihung eines öffentlich zugänglichen Bücherregals.
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich die in Hohensachsen lebende Künstlerin Anzy Heidrun Holderbach und ihre Freundin Heike Hochwald ein. Die virtuose Künstlerin Anzy Heidrun Holderbach eröffnete die Matinee mit einem irischen Flötenstück. Danach dankte Ortsvorsteherin Monika Springer der Bürgerstiftung Weinheim, besonders Herrn Dr. Adalbert Knapp, die für Hohensachsen eine ausrangierte Telefonzelle erworben hatte, des Weiteren Ortschaftsrat Bernd Förster, der den Transport von Berlin nach Hohensachsen organisiert hatte. Montiert wurde sie von Mitarbeitern der Stadt Weinheim. Dank ging auch an die Schreinerei Vogler, deren Inhaber Bernhard Hamburger und die Freien Wähler Hohensachsen das stabile und schöne Bücherregal stifteten. Sie dankte auch Anette Roland, 1. Vorsitzende der Freien Wähler Hohensachsen, für die Koordination und Ausrichtung der Einweihungsveranstaltung.
Anette Roland stellte die beiden Künstlerinnen vor, und dann begann auch schon die erste Lesung. Heike Hochwald las aus Hagen Röhrigs Buch, „Kai Flammersfeld und die transsylvanischen Schicksalskekse“ vor. Heike Hochwald holte die Zuhörer mit ihrer charmanten Vorlesetechnik sehr gut ab und entlockte ihnen viele Lacher. Sie hingen gebannt an ihren Lippen und applaudierten eifrig nach dem Vortrag aus diesem humorigen Jugendbuch.
Danach trugen die beiden Künstlerinnen ein Lied vor, das sehr gut beim Publikum ankam. Anschließend las Anzy Heidrun Holderbach aus ihrem neuesten Werk, „Homeless“ vor. Die Zuhörerschaft wurde in die Schauspielerwelt entführt. Auch hier wurde das Publikum sehr angenehm unterhalten. Die Hauptprotagonisten wurden sehr gut und plastisch beschrieben, so dass ein Einblick in die Filmindustrie möglich war. Anzy Heidrun Holderbach wies daraufhin, dass die Lesenden  beim „bookcrossing“ mitmachen könnten. Man  gibt die Nummer des Buches im Internet bekannt und  den Standort und könnte dann das Buch z. B. im Zug liegen lassen und der nächste Leser teilt dann den neuen Standort mit. So kann das Buch eine Reise tun…
Die musikalische Begleitung war sehr vielseitig und wurde vom Publikum teilweise mitgesungen.
Anette Roland bedankte sich mit einem Blumengruß bei den beiden engagierten Vorleserinnen. Im Anschluss an die Vorträge konnte man CDs und Bücher von Anzy Heidrun Holderbach käuflich erwerben. Ebenso war Raum und Zeit bei einem kleinen Imbiss mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen.
Frei nach dem Motto: „Bring eins und nimm eins mit“ wurde das Telefonzellen-Bücherregal bei dieser sehr gelungenen Veranstaltung seinem Gebrauch übergeben.

Anette Roland

 

Blick über den Zaun


Regionalforum Bürgerstiftungen Süd

Auf Einladung der Stiftung Aktive Bürgerschaft kommen jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst bei den Regionalforen der Bürgerstiftungen Gremienmitglieder, Ehren- und Hauptamtliche aus Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen zusammen, um über relevante Fragen ihrer Stiftungsarbeit zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen für ihr Engagement mit nach Hause zu nehmen. Die Themen der insgesamt vier Regionalforen sind identisch, die Mitwirkenden regional unterschiedlich. Das Regionalforum Bürgerstiftungen Süd 2018 fand am 19.10.2018 in Schwäbisch Hall in der Firmenzentrale von Schwäbisch Hall statt. Die Bürgerstiftung Weinheim war durch  ihren Ersten Vorsitzenden   Dr. Adalbert Knapp und durch Vorstandsmitglied Jürgen Osuchowski vertreten. Um es vorweg zu nehmen: Der Satz „Kennst Du eine Bürgerstiftung – kennst Du keine“ hat nach wie vor seine Bedeutung. Die Vielfalt ist enorm. Dies kam bei dem Forumthema „Marke Bürgerstiftung – wie sehen uns unsere Zielgruppen?“ sehr deutlich zum Vorschein. Ein Schwerpunktthema waren Kooperationen. Unter dem Titel „Gemeinsam mehr bewegen“ stellten die Bürgerstiftungen Schwäbisch Hall, die Bürgerstiftung Pfalz und für die Bürgerstiftung Weinheim Dr. Adalbert Knapp ihre „Best practice“- Modelle vor. Dabei wurde schnell  klar, wie breit das Spektrum von Kooperationen ist: Es reicht von lockerer Formen Zusammenarbeit bis zu rechtlich festgelegten Vereinbarungen. Knapp stellte aufgrund der Weinheimer Erfahrung Grundregeln vor, umschrieb diese am Beispiel „Alter Friedhof“ und buchstabierte ein ABC der Kooperation. Eine entsprechende Präsentation finden Sie hier.  Weitere Themen waren „Ehrenamtliche für die Stiftungsarbeit gewinnen“, „Fundraising“, „Datenschutz“ und „Hauptamtliche“ Mitarbeiter bei Bürgerstiftungen. Vor allem der Austausch der insgesamt 58 Teilnehmer an dem Forum hat neue Impulse gegeben.

 

Jürgen Osuchowski

 


Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Weinheim

Seit 1. August 2017 verfügt die Bürgerstiftung Weinheim über eine Geschäftsstelle. Kurz vor Vollendung des runden Dutzend und dem Eintritt in die Pubertät bekamen wir eine eigene Adresse und Telefonnummer:

Bu¨rgerstiftung Weinheim Logo
69469 Weinheim, Hauptstraße 128, Telefon 06201 3892025, geich neben dem Marktplatz.

Jung, frisch, dynamisch, in direkter Nachbarschaft zu den Weinhheimer Jugendmedien.

hat es möglich gemacht.

 


Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal eine Mail an uns,
das ist nicht so riskant …


So helfen Sie uns

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Herausgeberin: Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Müllheimer Talstraße 66
69469 Weinheim

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de. Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Redaktion: Adalbert Knapp und Jürgen Osuchowski

Texte: Alexander Boguslawski, Hans-Joachim Gelberg, Anita Grütter, Verena Herget-Zimnik, Adalbert Knapp, Miriam Lemdajadi, Jürgen Osuchowski, Annette Roland und Felicitas Vajna
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Michael Endriß, Adalbert Knapp, Norbert Kramer, Gernot Ruoff, Team „Kreativ im Jahreslauf“
Mitarbeit: Alexander Boguslawski, Ulrich Becker, Gunter Faigle, Norbert Kramer und Claudia Werner

Layout und Webdesign:grafux | grafische dienstleistungen
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Web-Hosting & Programmierung:
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