stifterpost-nr-42-mai-2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Knappheute können Sie im „Porträt“ jemanden kennenlernen, der sich in vielfältiger und vorbildlicher Weise um das Gemeinwesen kümmert: Dr. Ditmar Flothmann, Stiftungsrat und Zeitstifter von der ersten Stunde an. Zu Recht  wünscht er sich, noch mehr Zeitstifterinnen und Zeitsifter für die Bürgerstiftung zu gewinnen. Das nehm‘ ich jetzt in meinem Gruß an Sie einfach einmal auf. Vielleicht animiert Sie diese Stifterpost zu der Überlegung, eine oder einer der bislang 62 Zeitsifterinnen und Zeitstifter in der Bürgerstiftungsfamilie zu werden, die, es sei ganz unbescheiden geschrieben, 2017 3900 Stunden für eine gute Sache tätig war. Leute, die lieber in Jahrzehnten rechnen: Seit dem Start der Bürgerstiftung sind es wohl roundabout 35000 Personenstunden oder 22 Personenjahre, die in der Bürgerstiftung geleistet wurden.

Weil die Bürgerstiftung Weinheim jedoch keine einsame Insel ist, sondern eine von 405 solchen lobenswerten Einrichtungen, sei darauf verwiesen, dass in diesen Bürgerstiftungen mit 360 Millionen Euro Kapital 15000 Ehrenamtliche tätig sind. Lust auf mehr Zahlen?
 
Bevor wir jetzt abheben, sei auf Marie Luise Kaschnitz‘ Gedicht „Flugvorbereitung“ verwiesen, das uns Hans-Joachim Gelberg diesmal ausgesucht hat.

Herzlich

Ihr

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Flugvorbereitung

Den Keil, den ich getrieben
Zwischen mich und mich.
Die fünf, die ich grad sein gelassen
Das Etwas, das ich läuten gehört.
Alles vergessen.
Geübt
Auf Zehenspitzen zu gehen
Über die wankende Erde
Mit Fingerspitzen zu rühren
An die unverlässlichen Dinge.
Flugvorbereitung immer
Und ein Dröhnen
Der Bienenvölker, wenn das Rapsfeld blüht.

Marie Luise Kaschnitz

gelberghansjoachim 160

Marie Luise Kaschnitz, geboren 1901 in Karlsruhe, gestorben 1974 in Rom, begraben in Bollschweil, ihrem Heimatdorf. Ihre Gedichte sind erhellend nah und voll eigener Lebensspuren: „Zeile für Zeile, / Meine eigene Wüste / Zeile für Zeile / Mein Paradies.“  Oder auch: „Schreibend wollte ich / Meine Seele retten. / Das geht nicht, sie treibt dahin.“ –  Hier nun, auf dem Weg zu sich selbst, wächst Erkenntnis im Widerstreit von Ich und Ich. Und ganz fern ein Etwas, das weiterführt. Alles vergessen. (Wirklich vergessen?) Geübt im vorsichtigen Zehenspitzengang und die unverlässlichen Dinge getrost mit Fingerspitzen berühren. Zum Absprung bereit sein, komme, was kommen wird. Und immer wieder blüht das Rapsfeld.  –  Das Gedicht entstand Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. (Damals gab es sie, gibt es sie immer noch, die dröhnenden Bienenvölker?) Es ist ein Gedicht voller Lebensrätsel, vielleicht auch ein Abgesang mit Bedauern.

Gefragt nach den „Schwierigkeiten, heute die Wahrheit zu schreiben“, antwortet Marie Luise Kaschnitz schlussendlich: „Es sieht schlimm aus in der Welt. Aber wie es aussehen würde ohne die jahrtausendelangen Anstrengungen der Schreibenden, wissen wir nicht.“ (1963)


Aktuell

Doch Europa!

Die Bewegung „Pulse of Europe“ hat im Frühjahr 2017 in Weinheim für den Europagedanken geworben. Ein Anlass war die Gefahr, dass in Frankreich eine erklärt EU-feindliche Präsidentin gewählt werden könnte.
Europa steht vor historisch großen Herausforderungen. Es geht um die Zukunft der europäischen Staaten, die nur mit „mehr Europa“ in Freiheit, Frieden und Wohlstand überleben können. Vom 23. bis 26. Mai 2019 wird die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament stattfinden.
Bei der CDU/CSU/SPD-Regierung, die ihren Koalitionsvertrag mit einer großen Europa-initiative einleitete, schwächelt schon nach wenigen Wochen der Europa-Elan. Die überfällige Antwort Deutschlands auf die Rede Emmanuel Macrons in der Sorbonne am 26. September 2017 scheint intern immer substanzloser zu werden. In dieser Zeit ist es notwendig, dass alle „Europäer“ die politischen Bemühungen als Bürgerinnen und Bürger tatkräftig unterstützen.

In der Weinheimer Bürgerschaft hat sich deshalb eine Initiative mit dem Ziel gegründet, eine breite öffentliche Unterstützung des Europagedankens durch Information und Aktion zu erreichen und einen Kreis von Leuten zu bilden, die gemeinsam – zunächst bis zu den Wahlen im Mai 2019 – Veranstaltungen oder Aktionen planen und durchführen. Auf seinem Treffen am 12. März hat der Initiativkreis des Bündnisses „Weinheim bleibt bunt“ zugesagt, eine solche Initiative zu unterstützen. Des Weiteren sind Volkshochschule und Bürgerstiftung dabei, der Jugendgemeinderat hat seine Bereitschaft zur Mitarbeit ebenso signalisiert wie politische Kreise.
Zur Mitarbeit haben sich persönlich bisher bereit erklärt: Prof. Dr. Helmut Breitmeier, in Weinheim lebender und an der Uni Gießen lehrender Politologe, Thomas Bührmann, Schülersprecher am WHG, Mitglied des Jugendgemeinderates, Marilena Geugjes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft in Heidelberg, Roland Kern, Pressesprecher der Stadt Weinheim, Dr. Cristina Ricca für die Volkshochschule, Uli Sckerl, MdL. Weitere tatkräftige Unterstützerinnen und Unterstützer sind herzlich willkommen.
Konkret ist daran gedacht, in dem Zeitraum bis zur Wahl des Europäischen Parlaments im Mai 2019 eine Reihe von Veranstaltungen zu organisieren. Diese sollen nicht in Konfrontation zu Europagegnern angelegt werden, sondern sich mit der landläufigen EU-Kritik auseinandersetzen und “europäische Lösungen“ in den Vordergrund stellen.
Referenten könnten Repräsentanten aus EU-Organisationen, Parlamentarier, Staatsangehörige aus diversen EU-Ländern, Lehrende an Universitäten und andere sein. Parallel soll der Kontakt zu weiterführenden Schulen in Weinheim hergestellt werden, um z. B. Schulprojekte anzuregen, die sich in den kommenden zwölf Monaten mit europäischen Fragen befassen, und diese zu unterstützen.
Dr. Alexander Boguslawski, alexander.boguslawski@t-online.de, Dr. Adalbert Knapp, knapp-weinheim@t-online.de, Prof. Dr. Sandor Vajna, sandor@vajna.de

Denken lernen von der ersten Minute an

Im Jahr 2009/10 gab die Bürgerstiftung Weinheim erstmals die Broschüre „Denken lernen von der ersten Minute an“ heraus. Es folgte eine Ausgabe in türkischer Sprache im Jahr 2011. Unter der Federführung von Dr. Schuster wirkten an der Erstellung mit: Prof. Dr. Sabine Pauen vom Psychologischen Institut der Universität Heidelberg, Helga Wöhlke, Dr. Bertram Freudenberg und Nicole von der Brügge (Grafik). Die Broschüre wurde und wird an alle Erstgebärenden im GRN-Klinikum Weinheim verteilt. Auch in Kindertagesstätten ist die Broschüre ein beliebter Ratgeber für Eltern und PädagogInnen.
Zurzeit findet mit großem Erfolg (zum achten Mal) in Zusammenarbeit mit dem GRN-Klinikum ein fünfteiliges Seminar für Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Tagespflegepersonen statt. Näheres finden Sie hier.
Nachdem die erste Auflage der Broschüre vergriffen war, hat sich die Bürgerstiftung zu einer Neuauflage entschlossen, die inzwischen zur Verfügung steht.
Der Textteil ist von Dr. Sabrina Bechtel-Kühne, einer Mitarbeiterin des Psychologischen Instituts der Universität Heidelberg, überarbeitet worden, der Adressteil wird aktualisiert. Ein Exemplar im PDF-Format finden Sie hier, wenn Sie gedruckte Exemplare wünschen, schreiben Sie bitte an info@buergerstiftung-weinheim.de oder rufen unter der Telefonnummer 06201 389 2025 an.

 

Ab 22. Februar 2018: Mitmachen im Alten Friedhof

Einmal im Monat legen seit 22. Februar jeweils am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr fleißige Helfer, unterstützt vom Grünflächenamt der Stadt Weinheim, Hand an und säubern mit Hacke und Rechen Gräber und Wege.

Termine  2018 sind noch: 17.05, 21.06., 19.07., 16.08., 18.10., 15.11. und 13.12.

Sie sind herzlich eingeladen!

Bitte schon vormerken: Am Samstag, 15. September von 10 bis 14 Uhr findet wieder der inzwischen traditionelle Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar statt.

 

Kunst auf dem Alten Friedhof – Entdecken, was uns verbindet

Vom 9. bis 29. September 2018 wird es auf dem Alten Friedhof lebendig: Künstlerinnen und Künstler aus dem Rhein-Neckar-Raum lassen den Alten Friedhof mit Skulpturen und Installationen zum Kunstraum werden. Um die Musik kümmern sich die Musikschule und Chöre an der Peterskirche und um MusikKunst Horst Busse mit der „Klangskulptur II“

Sonntag, 9. September von 13:30 bis 18:30 Uhr
„Tag des offenen Denkmals“
 „Entdecken, was uns verbindet“
Ausstellung von Skulpturen,
Einführung in das Projekt „Der Alte Friedhof in Weinheim“
Dr. Alexander Boguslawski führt um 14 und 16 Uhr über den Friedhof.
Horst Busse mit Schülerinnen und Schülern der Hans-Freudenberg-Schule: Installation der Klangskulptur II

 

Flyer oder Faltblatt?

Natürlich ist dieser Flyer ein Faltblatt aus der guten alten Zeit, als die Flyer noch Faltblatt hießen. Allerdings kommt das eine wie das andere – unabhängig von der Begrifflichkeit – in die Jahre und so hat die Bürgerstiftung nach sechs Jahren ihr Informationsblatt, natürlich, reloaded, also überarbeitet. Und was dabei herauskam, finden Sie hier. Wenn Sie so ein Blatt analog, also als Paper mögen, gibt es das an vielen üblichen Auslagestellen und natürlich bei der Bürgerstiftung.

 


Nachgefragt

Über Grenzen und Migration nachdenken

Diskussionsabend zum Vortrag von Julian Nida-Rümelin

Im Anschluss an den viel beachteten Vortrag vom 20. Februar luden Bürgerstiftung und Volkshochschule alle Interessierten ein, sich mit den Aussagen und Thesen von Professor Nida-Rümelin noch einmal zu beschäftigen. So wurde von ihm z. B. die These aufgestellt, dass offene Grenzen nicht die Antwort auf die Armut in der Welt sein können, dass eine massenhafte Migration nach Europa den armen Ländern vielmehr schade. Damit hängt die Frage zusammen, welche Flüchtlingspolitik der Westen betreiben soll, welche Geflüchteten dauerhaft und welche nur auf Zeit bei uns bleiben sollten. Skeptisch äußerte sich Nida-Rümelin auch zu der Ansicht, die Nationalstaaten seien eine Staatsform von gestern und müssten abgeschafft werden. Über all diese Fragen wurde an drei Tischen diskutiert. Moderiert von den Dr. Cristina Ricca, Dr. Adalbert Knapp und Dr. Alexander Boguslawski entspann sich ein lebhaftes Gespräch. Einig war man sich darin, dass es eine ganz andere Entwicklungspolitik der westlichen Länder braucht, um den armen Ländern der Welt zu helfen, ihren Bevölkerungen eine gute Lebensbasis zu schaffen. Offene Grenzen allein seien keine Lösung. Die Teilnehmer traten auch für eine differenzierte Einwanderungspolitik ein, die ein individuelles Asylrecht aber nicht aushebeln dürfe. Widerspruch zu einer von Nida-Rümelins Thesen wurde daran laut, dass zu viel Diversität in einer Bevölkerung die Demokratie gefährden könne. Wenn sich alle an die Regeln und Gesetze eines Landes hielten, sei Diversität (andere Religionen und Sitten) für eine Gesellschaft durchaus eine Bereicherung, so die Diskutanten an dem Abend in der Volkshochschule.

Allexander Boguslawski

 

Hundefreunde

Liebe Leserin, lieber Leser,

meistens lesen Sie in der Stifterpost Berichte über laufende oder abgeschlossene Projekte, in der Regel Jubelstories oder Ankündigungen von „Fertigem“. Hier stellen wir Ihnen ein Projekt vor, das noch im Planungsstadium steckt. Warum dies?
Eigentlich ganz einfach: Wir können uns gut vorstellen, dass Sie zum Gelingen dieses Vorhabens beitragen können oder selbst schon Teilnehmende sein wollen.

Worum geht es?
Dr. Florian von Pein, Chefarzt der GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation Weinheim, trägt schon einige Zeit diese Idee mit sich herum, die wir jetzt mit ihm umsetzen wollen und die so zu umschreiben ist:
Immer mehr ältere Menschen leben allein, ohne Ansprache, die für eine gedeihliche Bewältigung des Alltags notwendige Strukturierung des Tagesablaufs gelingt nur begrenzt, die Kommunikation mit der Außenwelt verringert sich, es gibt keine Aufgabe bzw. Beziehung, die unterstützend wirken kann. Dies kann, wie Dr. von Pein formuliert, zur Folge haben:
•   
„zunehmende Immobilität bei reduzierter Bewegung mit Muskelschwund
•    fehlenden oder schwindenden Lebenssinn durch den Verlust von Aufgaben, Tätigkeiten und Verantwortung
•    Isolation durch weniger Begegnungsmöglichkeiten
•    Depression durch fehlende Beziehungen.
In allen diesen Punkten kann ein Hund hilfreich sein.“

Auf der anderen Seite gibt es junge Familien mit Kindern, zu denen auch ein Haustier gehört, bzw. einzelne Menschen, die ihren Hund zeitweise in Betreuung geben oder Urlaub vom Hund haben möchten: Es entsteht der Bedarf, eine verlässliche Hüterin oder einen Hüter dieses Tieres zu finden.
Ziel dieses Projektes ist es, zwischen solchen Menschen eine Verbindung herzustellen, die für beide Seiten hilfreich sein könnte, und so zu einer Unterstützung von Familien und Hundebesitzern beizutragen.
Nachdem wir die Idee im fachlichen Umfeld vorgestellt haben, werden wir uns an die Öffentlichkeitsarbeit machen. Ein erster Schritt dabei ist dieser Artikel. Es wird ein Informationsblatt und eine Präsentation in der Presse geben; weiter sind wir daran, eine Plattform auf der Website der Bürgerstiftung einzurichten.
Die Leitung des Projekts liegt bei Karin Graf, die schon erfolgreich die „Besuchshunde“ aufgebaut hat und begleitet.
Wenn Sie also Ideen zu diesem Projekt haben oder Interesse, dabei zu sein, wenden Sie sich an Karin Graf, karin.graf.weinheim@t-online.de oder Telefon 06201 23554 oder 01702955215. Frisch voran!

 

Basar und Grippewelle

Anstatt eines Berichts über den diesjährigen Basar Anfang März hier das Dankschreiben an die Mitstreiterinnen und Mitstreiter:

Liebes Basarteam,
auch auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal sehr herzlich für Ihre begeisternde Mitarbeit beim 12. Basar der Bürgerstiftung Weinheim bedanken. Trotz bzw. angesichts der Grippewelle, die die HelferInnenschar und möglicherweise auch die Kundschaft verringert hat, war das Ergebnis erfreulich (1.524,34 Euro), die Zusammenarbeit wieder perfekt und dank Dr. Flothmanns Verbindungen zur Freudenberg & Co KG, dem Einsatz stiller männlicher Familienreserven und des Empfangsteams im Sozialkaufhaus hat der Transport von der West- in die Nordstadt bestens funktioniert.

Im nächsten Jahr wird neben dem Rolf-Engelbrecht-Haus gebaut. Dennoch werden wir den Basar, möglicherweise mit kleinen Einschränkungen, am 22./23. Februar 2019 durchführen können.

In der kleinen Anthologie „Augenblick“ finden Sie auf Seite 39 dieses Gedicht von Benno Pludra:

Der geschenkte Tag

Gäbe es im Jahr
noch einen Tag dazu,
dann würde ich, zum Beispiel mal,
den ganzen Garten harken
oder, bei Schnee,
meine Bücher ordnen,
drei längst begonnene weiterlesen,
sieben versäumte Briefe schreiben,
vielleicht den besten Freund besuchen –
oder ich würde gar nichts tun
und immer noch mal aus dem Fenster sehn,
am liebsten aus dem Fenster sehn:
zum Fluss hinunter,
wo die Schiffe ziehn.

Bis zum nächsten Basar wünschen wir Ihnen den einen oder anderen geschenkten Tag – Sie werden sehen, was Sie damit anfangen werden –  und sind mit dem nochmaligen besten Dank und herzlichen Grüßen

Ihre

Iris Thomsen und Adalbert Knapp


Ein rundes Dutzend: 12 Jahre KontaktPunkt

Früher, als die Welt noch rund war, gab es statt des fantasielosen Dezimalsystems das Duodezimalsystem, weshalb es z. B. ein rundes Dutzend, aber keine quadratische Zehn gibt.
Deshalb feiert der KontaktPunkt der Bürgerstiftung Weinheim nicht sein 10-Jähriges, sondern in diesem Jahr sein 12-jähriges Jubiläum.

 

Das Team 2018: Jutta Pförtner   Hildegard Hinz   Dr. Traute Schneider  Brigitte Deichsel

Die Idee

Die Idee einer Ehrenamtsbörse in Weinheim entstand im März 2006, angeregt von der Gründungsvorsitzenden Elisabeth Bettermann, in einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Stiftungsrat der Bürgerstiftung Weinheim. Im Juli wurde die Idee mit Inhalt gefüllt: Der „KontakPunkt“ sollte die Bereitschaft zum sozialen Engagement fördern, Bürgerinnen und Bürger, die an sozialem Engagement interessiert waren, informieren, beraten und gegebenenfalls vermitteln. Ebenso sollten Fragen von (Neu-)Bürgern eine Antwort bekommen.

Der Start

 

Vernetzung

Ein weiteres Ziel war die Vernetzung von kommunalen und sozialen Organisationen. Deshalb fand 2007 die von Heinz Schröder 2005 gegründete “Soziale Vielfalt“ eine digitale Heimstatt auf der Website der Bürgerstiftung http://www.buergerstiftung-weinheim.de/soziale-vielfalt-weinheim/.

OB H. Bernhard, J. Achstetter, H. Schröder, C. Hofmann, Ch. Münch, Dr. T. Schneider, G. Lohrbächer-Gérard

Schon seit 2006 nahmen Mitarbeiterinnen des KontaktPunktes an den Sitzungen der Sozialen Vielfalt teil. Folgerichtig kam die Vernetzung mit der Website der Stadt Weinheim. Ebenso wird der KontaktPunkt auf der Website der Stadt Weinheim als Ansprechpartner für das Ehrenamt genannt.
Schon vor der Eröffnung des KontaktPunktes gab es Verbindungen zur Tatenbörse Konstanz und der Freiwilligenbörse Heidelberg. Mit der Stabsstelle „Bürgerengagement und Freiwilligendienste“ von Baden-Württemberg wurde der Versicherungsschutz geklärt. Bei einem Gespräch mit Oberbürgermeister Heiner Bernhard informierte der Vorstand über die Idee einer Ehrenamtsbörse und sondierte eine mögliche Unterstützung durch die Stadt. So wurde im Bürgerbüro ein Schreibtisch mit Telefonanschluss aufgestellt. Der KontaktPunkt hatte einen Ort gefunden.

So geht es weiter
 
 

Dr. Traute Schneider und Hildegard Hinz, zwei Aktive des KontaktPunktes, erzählen, wie es weiterging: Wir haben Fragebögen für Organisationen und Ehrenamtliche erstellt, um eine passgenaue Vermittlung zu erzielen. Vor der Eröffnung kontaktierten wir die Leiter/innen von AWO, Altenzentren, Caritas und Diakonie, die Gleichstellungsbeauftragte, Pfarrgemeinden, die Soziale Vielfalt, den Stadtjugendring, Stadtseniorenrat und Tauschring und wenige Tage vor der Eröffnung am 25.09.2006 wurden sämtliche Vereine in Weinheim schriftlich informiert. Neun Frauen boten von Montag bis Freitag täglich 2 Stunden Beratung im Bürgerbüro an.

Ab Mitte Februar 2007 reduzierten wir auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Seit 05.11.2008 gab es auch in der Weststadt eine Sprechstunde, seit April 2009 gab es zweimal wöchentlich zwei Stunden. Als das Bürgerbüro im Mai 2010 in die Galerie umzog, konnten wir unseren Ständer und Rollcontainer in der Stadtbibliothek platzieren. Seither treffen wir uns dort mit interessierten Mitbürgern nach Absprache oder suchen hilfsbedürftige Mitmenschen auch zu Hause auf. Wir bekamen einen neuen Telefonanschluss (06201 12651) mit Anrufbeantworter. Seither sind wir auch wöchentlich dienstags in den „Weinheimer Nachrichten“ unter “Wer-Was-Wo“ gelistet, worüber ca. jeder achte Kontakt zustande kommt. Die meisten Kontakte kommen heute allerdings über das Internet zustande. Die Anfragen bezogen sich nicht nur auf die Suche nach einem Ehrenamt bzw. einer Unterstützung durch einen Ehrenamtlichen, sondern es wurden uns z. B. ein Klavier, ein Keyboard, Möbel oder wertvolle Geräte zur Vermittlung angeboten, wir haben Mitbürgerinnen und Mitbürgern beim Ausfüllen von Formularen geholfen, Spanisch- und Englisch-Übersetzer vermittelt und Auskunft z. B. über kostenlose Rechts- oder auch Finanzberatung gegeben.
Wir haben den Verein „Natur-Spiel-Haus“ Mitte 2007 unterstützt bei der Forderung nach zielgerichteter Auswahl von Bewerber/innen für die Tageselternqualifizierung sowie deren Nachqualifizierung.
 

Über den Zaun

Der KontaktPunkt ist seit Juni 2007 bei der Metropolregionalen Arbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (Magfa) engagiert. Über die Freiwilligenbörse Heidelberg, die die jährlich stattfindenden Ehrenamtstage von SAP-Mitarbeitern organisierte, wurde unser Kräutergarten im Schlosspark von 10 SAP’lings und der Kindergarten in Lützelsachsen von 15 SAP’lings an je einem Samstag unterstützt. Angeregt durch den SAP-Ehrenamtstag wurde der Ehrenamtstag der Metropolregion Rhein-Neckar “Wir schaffen was“ erstmalig 2010 durchgeführt.


Ehrenamtstage in der Metropolregion „Wir schaffen was“


Die Ehrenamtsbörse KontaktPunkt übernahm die Projekteinstellung und -begleitung auf der Webseite der Metropolregion Rhein-Neckar sowie die Organisation vor Ort in Absprache mit dem Grünflächenamt.

18. September 2010
Projekt: Aufbau einer Terrasse am Mehrgenerationenhaus; Herstellen von zwei Tischen und vier Bänken in Gabionen-Bauweise, eine Person des KontaktPunkts war als Helferin dabei.

15. September 2012
Projekt: Roden, Säubern und Bepflanzen am Werder-Denkmal und beim Adam-Platz-Denkmal.

 
20. September 2014
Projekt: Alter Friedhof; Lichten, Säubern und Neubepflanzen des unter Unkraut verborgenen Grabes des Ehrenbürgers der Stadt Weinheim, Adam Karrillon.


17. September 2016
Projekt: Grundreinigung, Rückschnitt, Säuberung und Neubepflanzung von Gräbern auf dem Alten Friedhof unter erstmaliger Mithilfe zahlreicher geflüchteten Menschen


 
Alter Friedhof

In der Sitzung von Stiftungsrat und Vorstand vom 10. Oktober 2013 berichtet Dr. Kumpf aus der Arbeitsgruppe „Alter Friedhof“. Eine der Quellen für die Idee war das Bestreben, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Weinheim zur 750-Jahrfeier der Stadtrechteverleihung etwas zu schenken. Im März 2014 hat der KontaktPunkt das Projekt Alter Friedhof bei “Wir schaffen was“ auf der Website der Metropolregion Rhein-Neckar eingestellt. Die Arbeitsgruppe Alter Friedhof arbeitet seit Mitte 2014 eng mit der Stadtverwaltung zusammen. Anfang 2017 wurde beschlossen, jedes Jahr einen Ehrenamtstag auf dem Alten Friedhof zu installieren, im September 2017 packten bei der Grundsäuberung und Bepflanzung auch wieder viele Geflüchtete mit an.


Weinheimer Ehrenamtsinitiative

2010 sandte die Stadt an Senioren (der Stadtseniorenrat hatte das Projekt “Aktiv im Alter“ nach Weinheim geholt) einen Fragebogen, in dem neben vielen anderen Punkten die Bürger bezüglich der Zufriedenheit in unserer Stadt und auch nach ihrem ehrenamtlichen Engagement befragt wurden. Es zeigte sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger schon aktiv waren, zahlreiche wollten neu ehrenamtlich tätig werden. Im Frühjahr 2011 gründeten viele am Ehrenamt Beteiligten – Stadtseniorenrat, KontaktPunkt, Soziale Vielfalt, Tauschring, MGH, Stadtjugendring – die Weinheimer Ehrenamtsinitiative (WEI), um interessierte potenzielle Ehrenamtliche in zwei Bürgerforen über die Ergebnisse der Umfrage zu informieren, sie für ein Ehrenamt zu gewinnen und die Genehmigung zur Speicherung in der Ehrenamtsdatenbank einzuholen. Diese Datenbank wird von der Stadt unterstützt und vom KontaktPunkt gepflegt. Die WEI organisierte sechs “VermittelBar“-Treffen, zu denen die befragten Personen eingeladen wurden und sich jeweils ein oder zwei Organisationen vorstellten, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten.
 

Mehrgenerationenhaus 

Der KontaktPunkt ist seit 2008 in der Vermittlung von Ehrenamtlichen im Mehrgenerationenhaus (MGH) dabei. Durch die Anregung des KontaktPunktes wurde die Stelle eines Zivis von den Frauenserviceklubs in Weinheim für ein Jahr finanziert. Des Weiteren wurde über den KontaktPunkt eine vom Europäischen Sozialfonds unterstützte und vom Arbeitsamt mitgeförderte Stelle für ein Jahr im Mehrgenerationenhaus geschaffen. Der Folgeantrag für die Weiterförderung des Mehrgenerationenhauses 2009 hatte als Eckpunkte “Alter und Pflege“, “Integration und Bildung“, “Haushaltsnahe Dienstleistungen“ und das “Freiwillige Engagement“. In diesem Zusammenhang wurde die AG MGH II gegründet, die vorwiegend der Vernetzung bestehender Projekte dient im Hinblick auf den intergenerativen Ansatz, den demografischen Wandel und deren Herausforderungen.
 
Netzwerk Asyl Weinheim


RNZ: „Die Köpfe des Netzwerks“

Seit Anfang 2014 hat sich das Netzwerk Asyl Weinheimer Initiative (NAWI) zusammengefunden, bestehend aus AK Asyl, engagierten Bürgern für die Unterbringung und Integration geflüchteter Mitbürger, Caritas, Diakonie, evangelischen und katholischen Kirchengemeindem, Pro West, KontaktPunkt und Rotes Kreuz. Von Mitte 2014 bis Ende 2016 fanden moderierte Veranstaltungen unter Leitung von Erstem Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner statt, in denen Vertreter des Kreises, der städtischen Ämter für Soziales, Jugend, Familie und Senioren sowie für Bildung und Sport, das Bürger- und Ordnungsamt, der Pressesprecher der Stadt Weinheim und NAWI zur Koordination und Klärung von Problemen bei der Erst- und Anschlussunterbringung der Geflüchteten zusammenfanden.
 

Statistisches
Jahr    Kontaktaufnahmen

           pers./tel./per Internet    Vermittlungen in ein Ehrenamt
2006                 53                                       4
2007               143                                       7
2008               126                                     10
2009                 68                                     12
2010                 32                                       8
2011                 34                                     12
2012                 30                                     10
2013                 33                                     17
2014                 40                                     20
2015                 41                                     22
2016                 30                                     16
2017                 34                                       9


 

Das Porträt

Dr. Ditmar Flothmann

Herr Flothmann, wo stammen Sie her und was war in aller Kürze Ihr Werdegang?
Geboren bin ich in Velbert bei Düsseldorf, aufgewachsen bin ich in Öhringen im Hohenloher Land. Dort bin ich auch zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich in Heidelberg Physik studiert und mit dem Schwerpunkt Kernphysik promoviert. Als Forschungsassistent war ich eine Zeit lang an der Kernforschungsanlage in Jülich. Ein Aspekt meiner wissenschaftlichen Arbeit war die Umweltphysik. Die führte mich 1976 ans Battelle-Institut nach Frankfurt, das sich mit vielfältigen Untersuchungen zur Technikfolgenabschätzung und mit Risikoanalysen beschäftigte. Dort blieb ich 10 Jahre lang und habe in dieser Zeit auch eine Familie gegründet. 1986 habe ich mich bei Freudenberg in Weinheim beworben und wurde dort als Umweltbeauftragter angestellt.

Sie sind in Öhringen aufgewachsen. Wie hat Sie diese erste Heimat geprägt?
Das Hohenloher Land war schon prägend für mich. Ich habe dort ein enges und lebenslanges Verhältnis zur Natur und besonders zur Pflanzenwelt bekommen. Ich habe in der Landwirtschaft geholfen und war auch im Weinberg meines Großvaters dabei.

Waren Sie in Ihrer Jugend schon ehrenamtlich tätig oder hat sich das erst im späteren Leben so ergeben?
Ganz so kann man das nicht nennen, aber ich war Klassensprecher und Gründer unserer Schülerzeitung. Daneben war ich als Konfirmand bei vielen Aktivitäten unserer Kirchengemeinde aktiv. Aber das, was man „Ehrenamt“ nennt, kam erst später auf mich zu.

Sie sagten, Sie seien 1986 nach Weinheim gekommen. Warum gerade Freudenberg?
Mit dem Schwerpunkt Umweltphysik lag es nahe, in die Industrie zu gehen. Es war eine Zeit, in der große Unternehmen immer sensibler wurden gegenüber selbst verursachten Umweltbeeinträchtigungen. Freudenberg hatte zum Beispiel die Aufgabe, die Rückstände aus der Lederbearbeitung zu eliminieren, damit etwa das Schwermetall Chrom nicht ins Grundwasser gelangen konnte. Und es gab andere chemische Gefahrenpotenziale zu beherrschen sowie Altlasten in den ehemaligen Betriebsstätten (Müllheimer Tal, Alte Lackierfabrik) zu entsorgen. Das wurde mein Job. Daneben habe ich als Umweltbeauftragter im Laufe der Zeit auch die Mülltrennung bei CF eingeführt und einen „Grünplan“ für das Betriebsgelände erstellt.

Inwieweit fühlten Sie sich als Manager bei Freudenberg auch der Stadt Weinheim gegenüber nahe – und vielleicht sogar verantwortlich?
Zunächst hatte ich eine „geschäftliche Beziehung“ zur Stadt Weinheim. Überall dort, wo es um öffentliche Belange ging –Wasserqualität, Altlasten im Boden, Rückbau alter Betriebsstätten und anderes – hatte ich mit der Verwaltung zu tun. Aber darüber hinaus war es die Absicht von Freudenberg, die Position eines Umweltbeauftragten zu schaffen, weil das Unternehmen darin auch eine Verantwortung für die Stadt Weinheim sah. In diesem Sinne wurde ich von den Gesellschaftern für diese Aufgabe eingestellt, und so habe ich meine Arbeit auch immer verstanden.

Sie sind – außer bei der Bürgerstiftung – in Weinheim vielfältig engagiert: bei der Volkshochschule, beim Unterstützerkreis Berufsstart, in der Betreuung von Flüchtlingen und bei den Freien Wählern. Habe ich etwas übersehen?
Ja, da gibt es noch einiges: Außer bei den Rotariern bin ich noch Mitglied beim Verband Deutscher Ingenieure, ich bin bei der Hector-Kinderakademie engagiert und bin als Auditor an der externen Evaluation der Hans-Freudenberg-Schule beteiligt.

Was „treibt“ Sie zu so viel ehrenamtlicher Tätigkeit, was treibt Sie an?
Man könnte sagen, dass im Laufe der Jahre eins zum anderen kam. Schon im Beruf war ich mit Fragen der Ausbildung befasst, daraus ergab sich die Partnerschaft von CF und der Karrillon-Schule, und aus dieser Nähe zu Schulen folgte logischerweise der Einsatz für die „Weinheimer Initiative Berufsstart“ (WUB). Die Arbeit mit Jugendlichen steht somit seit je im Mittelpunkt meines Engagements.

Wie und wann kamen Sie zur Bürgerstiftung Weinheim?
Ich war bereits bei der Gründung der Bürgerstiftung dabei. Freudenberg war ja nicht unbeteiligt am Entstehen der Bürgerstiftung, und da war der Weg für mich nicht weit und die Anknüpfung nicht schwer, weil ich nahe bei den Gründungsmitgliedern war.

Was war für Sie gerade an so einer Bürgerstiftung besonders reizvoll?
Schon immer und immer noch finde ich gut, dass es bei der Bürgerstiftung nicht nur ums Geldspenden geht, sondern dass dort Projekte gemacht werden. Als Teil der Stadtgesellschaft kann die Bürgerstiftung unsere Zivilgesellschaft stärken, und das halte ich für ein ganz wichtiges Anliegen. Der Staat kann nicht alles alleine leisten, da muss die Gesellschaft tatkräftig mithelfen.

Herr Flothmann, Sie sind Mitglied im Stiftungsrat der Bürgerstiftung Weinheim. Wie verstehen Sie die Aufgabe eines Stiftungsrates?
Ich denke, in dieser Rolle kann man neue Projekte anregen, man kann den Erfolg von Projekten beobachten und mit Rat – und Tat – zur Seite stehen. Ich sehe mich auch als Ratgeber für Außenstehende, denen ich zeigen kann, wie die Bürgerstiftung ihre Anliegen unterstützen kann.

Wenn Sie Ihre Zeit und ihre Arbeit in der Bürgerstiftung Revue passieren lassen: Hat sich Ihr Bild von der Stiftung geändert und wenn ja inwiefern?
Nun ja, die Bürgerstiftung selbst hat sich im Laufe der Jahre verändert: Das Stiftungskapital ist stark gestiegen, die Bedeutung ist gestiegen, die Bürgerstiftung hat ihren Platz in Weinheim gefunden, sie hat sich „gemausert“. Inhaltlich hat sie ihre Schwerpunkte in der Jugendförderung und in der kulturellen Bildung gefunden, was ich sehr begrüße.

Welche Bereiche in der Arbeit der Bürgerstiftung liegen Ihnen persönlich besonders am Herzen?
Besonders am Herzen liegt mir das, wo ich selbst mitmache: der ganze Bereich der Jugendarbeit. Junge Menschen – seien es Flüchtlinge oder andere Hilfsbedürftige – bei der Berufsorientierung und bei anderen wichtigen Entwicklungsschritten zu unterstützen und dafür mit Hilfe der Bürgerstiftung Projekte zu organisieren, das ist mir wichtig. Ganz konkret denke ich an die Schulprojekte, bei denen zum Beispiel die Bahnhofsunterführung gestrichen oder die Kapelle bei der Kreispflege renoviert wurde. Auch die Aktionen rund um den Alten Friedhof finde ich sehr gut.

Gibt es Themen, die Sie in der Bürgerstiftung stärker vertreten sehen möchten?
Um ein Beispiel zu nennen: Es gibt die „Lernpraxis-Werkstatt“, die eine Auffangstelle für Jugendliche ohne Perspektive ist, Leute, die aus der Schulpflicht raus sind und nicht weiterwissen. Ausländische und deutsche Jugendliche leisten dort praktische Arbeit und bekommen eine Struktur in ihr Leben. Dieses Projekt würde ich gern an die Bürgerstiftung herantragen. Außerdem finde ich es nötig, die Basis der für die Bürgerstiftung Aktiven zu verbreitern. Wir müssen noch mehr „Zeitspender“ rekrutieren. Ein guter Ansatz dazu war zum Beispiel der Ideenworkshop zum Alten Friedhof, der viele neue Interessenten zur Bürgerstiftung gebracht hat.

Zum guten Schluss: Wenn Sie gerade nicht bei der Bürgerstiftung, in der Kommunalpolitik und anderweitig unterwegs sind: Gibt es da etwas, was Sie ganz allein für sich machen?
Ich hatte schon seit Kinder- und Studententagen ein Faible für die Botanik. Als Rentner komme ich jetzt dazu, mich um einige besondere Gartenpflanzen zu kümmern. Mit meiner Frau teile ich die Liebe zu Orchideen, von denen wir einige schöne Exemplare haben. Auf Wanderungen gemeinsam Pilze und Teekräuter zu sammeln, ist eine andere kleine Leidenschaft von uns. Schließlich habe ich Freude daran, gesund zu kochen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Flothmann.

Biografische Daten:
Geboren 1944, verheiratet, zwei Kinder, Diplom-Physiker, Geschäftsleiter i. R.

Interview: Alexander Boguslawski

 


Statistik und Finanzen

Ergänzung zum Jahresbericht 2017 in der letzten Stifterpost EXTRA

Projekte

Die besonders hohen Ausgaben für Projekte im Jahr 2016 sind vor allem darin begründet, dass zugesagte Mittel für Projekte aus den beiden Vorjahren erst 2016 abgerufen wurden.

Die Verteilung beim finanziellen Aufwand für eigene und geförderte Projekte entspricht dem Durchschnitt deutscher Bürgerstiftungen. Bei den eigenen Projekten ist der finanzielle Aufwand beschrieben, nicht der personelle durch Zeitspenderinnen und Zeitspender in der Größenordnung von 3850 Personenstunden im Jahr 2017 oder rund 21000 Personenstunden in den letzten sechs Jahren, in denen wir diese Statistik führen.

 

 

 

Die Übersicht über die Verteilung der finanziellen Ressourcen zeigt die Schwerpunkte „Kinder/Jugend Familie“ und „Musikalische und künstlerische Förderung“. Beide liegen etwas über dem Bundesdurchschnitt. Ebenso ist dies bei der sonstigen Förderung/Weinheim durch die Unterstützung stadtgeschichtlicher Initiativen.

 

Die detaillierte Aufgliederung des finanziellen Aufwandes für eigene Projekte zeigt deren Gewicht innerhalb der Bürgerstiftung nur insoweit, als die finanziellen und nicht die personellen Zeitstiftungsressourcen einbezogen sind. (Siehe finanzieller Aufwand für eigene/geförderte Projekte.)

Finanzen

Das Finanzergebnis zeigt, dass der Ertrag aus Stiftungsvermögen angesichts der allgemeinen Situation sehr niedriger Zinsen erfreulich ist. Die Spendenfluss ist stabil.

(Einnahmen 2005 bis 2008 kumuliert)

 

Wie die Übersicht zeigt, ist es weiterhin möglich, den realen Wert des Stiftungskapitals durch die stetige Erhöhung der Werterhaltungsrücklage weitgehend zu erhalten.

Da kann man eigentlich nichts sagen …

 

 

 


 

Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Weinheim

Seit 1. August 2017 verfügt die Bürgerstiftung Weinheim über eine Geschäftsstelle. Kurz vor Vollendung des runden Dutzend und dem Eintritt in die Pubertät bekamen wir eine eigene Adresse und Telefonnummer:

Bu¨rgerstiftung Weinheim Logo
 
69469 Weinheim, Hauptstraße 128, Telefon 06201 3892025, geich neben dem Marktplatz.
Jung, frisch, dynamisch, in direkter Nachbarschaft zu den Weinhheimer Jugendmedien.

hat es möglich gemacht.
 
 
 


Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal eine Mail an uns,
das ist nicht so riskant …


So helfen Sie uns

Wie Sie uns helfen können, das erfahren Sie hier.


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Herausgeberin: Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Müllheimer Talstraße 66
69469 Weinheim

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de. Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Redaktion: Adalbert Knapp

Texte: Hans-Joachim Gelberg, Alexander Boguslawski,  Hildegard Hinz, Adalbert Knapp, Traute Schneider
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Gunnar Fuchs, Adalbert Knapp, RNZ,
Mitarbeit: Ulrich Becker, Gunter Faigle, Peter Scheiber und Claudia Werner

 

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