Stifterpost-Nr.36-Mai-2017

Inhaltsverzeichnis


Liebe Leserin, lieber Leser,

Knapp
Foto: Dorn

als ich vor einiger Zeit mit einem Grafikfachmann über das gestalterische Bild der Bürgerstiftung sprach und meinte, Stiftungen seien „auf die Ewigkeit“ gerichtet und insofern traditionsorientiert, und sie sollten deshalb auch in ihrem Erscheinungsbild Kontinuität erkennen lassen, erwiderte er cool, dass sich auch eine Stiftung mit der Zeit entwickle und das auch zum Ausdruck bringen sollte. Damit hatte er dann auch wieder recht, und  ich sah uralt aus mit meiner Ewigkeit. Er meinte, die Zeit habe auch die Sehgewohnheiten geändert und deshalb etc. pp.

Diese Stifterpost und die neue Website, Sie werden es gleich feststellen, sind einerseits jung und frisch wie die Bürgerstiftung Weinheim, andererseits so erkennbar mit ihrer Vorgängerin verbunden, dass sicher niemand – von wegen Tradition – auf die Idee kommen wird, wir wechselten sie wie dereinst Ludwig van Beethoven seine Wohnungen (nämlich wie andere Leute die Hemdkragen, die es heute ja auch nur noch ganz selten gibt).

Der neue Auftritt hat, wie es sich gehört, noch die eine oder andere Schwäche: Da werden Sie uns sicher mit manchem Hinweis weiterhelfen können.

Ein wenig stolz sind wir auf unser Pressearchiv: Erstens, weil es funktioniert und zweitens, weil es beschreibt, wie das Kind Bürgerstiftung zum Teenager geworden ist und weiter wächst, blüht und gedeiht. Wie bisher gibt es ein Archiv der Stifterpost seit dem Oktober 2010

  • Die Stifterpost verfügt nun über ein automatisiertes An- und Abmeldesystem:
    Stifterpost NEWS
  • Gerne können Sie uns nun auch eine Rückmeldung über mail-150x150das Kontaktformular zukommen lassen: Kontakt
  • Oben war von Ewigkeit die Rede. Gestatten Sie in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass auch das ewige Rom nicht an einem Tag erbaut wurde und freuen Sie sich auf die nächste Stifterpost, die wir etwas kompakter präsentiern werden.
  • Schlagwörter: wir möchten auch zukünftig Inhalte gezielter zugänglich machen, so dass nach Schlagwörtern Inhalte gesucht werden können oder in der linken Leiste unten die sogenannte „Tag-Cloud“ , die „Schlagwort-Wolke“, mit den am häufigsten zugeordneten Schlagwörtern, genutzt werden kann.

buesti Handy kleinUnd jetzt etwas für die vielen SmartfonelerInnnen in unserer LeserInnenschaft:

Künftig können Sie die Stifterpost präzise und farbecht überall genießen, wo Ihr Wegweiser Sie hinführt. WOW!
Irgendwie passt das folgende Gedicht dazu : „… Und dann und wann ein weißer Elefant.“

Viel Freude beim Lesen Ihr
unterschriftknapp klein

Mit freundlicher Unterstützung von
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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Das Karussell

Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.

Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand,
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.
Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil – .
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel …

Rainer Maria Rilke
(1875-1926)

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Foto: Alexa Gelberg

Rainer Maria Rilke, wurde 1875 in Prag geboren. Sein Leben ist bewegend eng verbunden mit seinem Dichten. Er starb 1926 in Val-Mont bei Montreux. In seiner Pariser Zeit, als er Sekretär des Bildhauers Rodin war, entstanden die berühmten Dinggedichte, in denen er Weltverständnis sucht und andeutet. Das Gedicht „Das Karussell“ entstand 1906. Es wurde in all den Jahren oftmals zitiert. Das bedichtete Karussell steht übrigens noch immer im Jardin du Luxembourg. (Der Hirsch ist irgendwann abhanden gekommen.) Seinen leisen Schwung hat das Gedicht behalten, dieses zarte Drehen im angestammt kindlichen Bereich. Wir staunen, lächeln gar, sehen des Jungen kleine heiße Hand, auch den Sehnsuchtsblick der Mädchen, sind sie doch dem „Pferdesprunge fast schon entwachsen“. Unvergessen bleibt die sich wiederholende Verszeile „Und dann und wann ein weißer Elefant“. Ach, wir möchten nachempfinden „dieses atemlose blinde Spiel“…


Nachgefragt

Theater, Theater!

Es wird dunkel, auf der Leinwand taucht eine Schattenfigur mit einem überlangen Arm und noch längeren Beinen auf, es ist Herr Langarmbein, ihm folgen Frau Dr. Überall, Herr Tausendkopf, Frau Trommelspecht und Frau Flugarm. Es sind Nachbarn aus der Dingsdastraße, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, wie die Kinder der 2. Klasse der Pestalozzi-Schule berichten. Maria Winter hatte tagelang mit den Kindern gearbeitet und in einem Schattenspiel das Thema der Vierten Theatertage für Grundschulen „Der Nachbar von nebenan“ vorgestellt. Wie aus Gedanken Worte und aus einer Mücke ein Elefant wird und warum Tratschen uncool ist und es am Ende doch alles gut werden kann, das zu zeigen hatten sich die Kinder der 3. Klasse der Carl-Orff-Schule mit Felicitas Vajna  mit großem Erfolg vorgenommen, wie der Applaus des bis zum Rand gefüllten Musiktheaters an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule zeigte.Pestal Schatten

Dass es auch Freundschaft in der Antarktis gibt, wussten die Kinder der 3. Klasse der Theodor-Heuss-Schule nach drei anstrengend-erfolgreichen Tagen und zeigten dies mit einer klar vorgetragenen Botschaft, als die rot-, schwarz- und gelbnasigen Pinguine nach einem furios-präzise präsentierten Eierstreit alle einig wurden. Eric Haug hatte sie auf diesem Weg begleitet.

Furios-fröhlich-einfühlsam-begeisternd war auch die Moderation von Katja Hoger, Vorstandmitglied der veranstaltenden Bürgerstiftung, die nach der Pause ein Haus mit fünf Familien ankündigte, die von Kindern der dritten Klasse der Friedrichschule gespielt wurden. Es war ein Blick in dunkel-laute Nachbarswelten, die letztendlich dann doch noch die neuen Bewohner fröhlich begrüßten. Rob Doornbos mit seinen Assistentinnen Friederike und Lea hatte es möglich gemacht. „Küssen verboten“, in letzter Minute bekam das Stück der vierten Klasse der Waldschule diesen Titel. Es beschreibt die Dynamik einer Mädchengruppe auf der einen und einer Bubengruppe auf der anderen Seite, die ganz sicher sind, dass Mädchen am besten in Mathe sind und Buben sich vor gar nichts fürchten. So ist das wohl, und irgendwann werden sie das Verbot sicher aufheben.

Schirmherrin Ingrid Noll bekam ihre Vorfreude auf das Theaterfest überreich bestätigt. Während sie ganz allein am Schreibtisch beim Schreiben sitze, meinte sie, hätten die Kinder die Freude, in Teamarbeit zu einem gemeinsamen Ziel zu kommen. Dass sie dieses Gemeinsame nie verlernen sollten, legte sie den frischgebackenen Schauspielerinnen und Schauspielern ganz besonders ans Herz.

Totale

Dr. Adalbert Knapp, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung hatte die schöne Aufgabe, ganz vielen Menschen sehr herzlich zu danken, die das Fest möglich gemacht hatten: Der Schirmherrin Ingrid Noll, den weiteren Unterstützern Volksbank Weinheim Stiftung und den Freunden und Förderern der Kultur in Weinheim e.V., vertreten durch Ingrid Hüchting, die das Ganze filmte, privaten Spendern, der Forschungsgruppe Modellschulen, den Künstlern, den Lehrkräften, der gastgebenden Schule, den Schüler-Caterern, die seit vier Jahren dabei sind, der Technik und Organisation, der Moderatorin und last but eigentlich zuallererst Monika Endriß, die die Theatertage als ein Spiel hinter und vor den Kulissen erfunden und wieder bravourös gemanaged hat.

Kn


Welt der Würde

„Menschenwürde und Scham: Ein Thema für die Arbeit mit Flüchtlingen?“ war der Titel eines Vortrags, zu dem Stadt Weinheim, Volkshochschule Badische Bergstraße und Bürgerstiftung Weinheim eingeladen hatten. Ulrike Herrmann, Flüchtlingsbeauftragte, unterstrich bei der Begrüßung, wie sehr die Thematik ihren Alltag bestimme und dass sie deshalb sehr froh darüber sei, Dr. Stephan Marks als Referenten begrüßen zu können.

IMG 6564 1Was macht Scham aus uns und mit uns und was macht sie mit anderen? Was geschieht, wenn das Glas des Aushaltbaren überläuft und die Scham übermächtig wird? Diese zentralen Fragen stellte der Referent, den das Thema seit zwei Jahrzehnten nicht mehr loslässt. Sehr schnell wurde klar, dass die Würde eines Menschen beeinträchtigt ist, ja, dass ein beschämter Mensch seiner Würde beraubt und damit in seinem Innersten getroffen wird. Es geschieht dies durch uns als Einzelne, die wir andere beschämen, indem wir sie ausgrenzen und diffamieren, ihr Ansehen zu zerstören versuchen. Es geschieht aber auch durch Strukturen und ein „System“, das dem einzelnen Menschen, seiner Einzigartigkeit und seiner ganz besonderen Problematik nicht gerecht wird oder auch werden kann. Eine besondere Hausforderung ist unser Umgang mit Fremden. Wir kennen ihre Kultur und ihre Gewohnheiten nicht oder nur bruchstückhaft, sind in Vorurteilen befangen und beschämen Menschen, nicht selten ohne es zu wollen oder aus Unwissenheit.

Die Frage eines Besuchers, selbst Flüchtling und Betreuer von Geflüchteten, was man tun könne, wenn das Gefühl der Scham im Umgang übermächtig wird und unausweichlich erscheint, war nicht einfach zu beantworten. Denn: „Über Gefühle kann man nicht diskutieren.“ Eine andere Besucherin versuchte eine indirekte Antwort: Es gelte besonders achtsam und sensibel zu sein, sei es im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache oder im einzelnen Gespräch. Und natürlich gelte es, sich Wissen über die Lebensgewohnheiten der Geflüchteten anzueignen und sich in ihre Situation hineinzuversetzen.

Freilich, auch dies wurde an dem Abend deutlich: Scham, ein Gefühl, das sich bei Kindern im zweiten Lebensjahr entwickelt, ist auch ein Etwas, das Unterscheidung ermöglicht und die Bildung des Gewissens begleitet. Der Referent zitierte in diesem Zusammenhang aus der Schöpfungsgeschichte: Sie erkannten, dass sie nackt waren und lernten, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Abschließend wünschte sich der Referent, einen Raum der Würde zu gestalten, in dem Menschen nicht beschämt werden, sondern die ihnen gemäße Anerkennung finden. In seinem Dank- und Schlusswort griff Oberbürgermeister Bernhard diesen Wunsch auf, indem er an die Willkommensbereitschaft breiter Teile der Bevölkerung im Jahr 2015 erinnerte und die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass auch Weinheim immer mehr ein Ort der Würde werde. Dazu sollte auch die Veranstaltungsreihe „Weinheim und die Welt“ beitragen, deren zweiten Abend die Besucherinnen und Besucherin heute erlebt hätten, in der kundige Referentinnen und Referenten Fenster öffnen.

Kn

Information:
Angst, Scham, Traum
Ursachen, Auswirkungen
und professionelle Begleitung
Symposion vom 2. – 3. November 2017   in Weinheim
Veranstalter: Odenwaldinstitut der  Karl Kübel Stiftung in
Zusammenarbeit mit der Stadt Weinheim
Nähere Informationen finden Sie hier


Artisten unter der Zirkuskuppel: entfesselt

ASS Circus 2
Foto: Bernhard Kück

Nur einmal gab es Applaus an diesem Nachmittag, nämlich von Beginn bis zum Ende der Vorstellung. Zirkusdirektorin Jutta Wirth hieß die Gäste im voll besetzten Zelt formvollendet in Zylinder und Glitzerfrack willkommen, unter dem hochverehrten Publikum OB Heiner Bernhard höchstpersönlich und schon rhythmisierte sich das Klatschen beim schwungvoll-musikalischen Auftritt der 150 Artistinnen und Artisten zwischen sechs und 10 Jahren. FeuerschluckerInnen, Jongleure, ebenfalls samt Innen, Drahtseilakte hin und her, spätestens am Trapez wurde klar, dass im Zirkus – zumindest im übertragenen Sinn, ohne Netz und doppelten Boden nichts geht. Die Bürgerstiftung sah sich in der neuen Rolle des Sicherheitsnetzes, dessen Hauptfunktion darin besteht, nicht gebraucht zu werden: Da Eltern und Förderverein die gesamte Honorarsumme für den bestens agierenden Circus ZappZarapp aufgebracht hatten, kann der von der Bürgerstiftung zugesagte Betrag in ein anderes, sicher ebenso erfolgreiches Projekt in Weinheim fließen.
„Kannst du nicht war gestern“, ist das Motto des Circus ZappZarap. Die artistischen Pädagogen (und natürlich auch Innen) haben unter Beweis gestellt, was Kinder können, wenn sie ordentlich losgelassen und mitgerissen sind.
Eine begeisterte Zuschauerin meinte, so etwas sollte eigentlich an jeder Schule mit Kindern jeden Alters möglich sein. Die Bürgerstiftung sinnt vor sich hin: An ihrem Sicherheitsnetz soll es nicht liegen.

Kn


Weinheims Alter Friedhof
Ein Spaziergang durch die Geschichte von Weinheimer Familien

Gedanken Bild bearbeitet 1
Alexander Boguslawski, Armin Kriechbaum, Heidemarie Bordasch, Gerhard Däublin, Adalbert Knapp

Am 9. Februar hatte die Bürgerstiftung zu einer Gesprächsrunde in der Peterskirche über den Alten Friedhof eingeladen. Man sprach über  Familien Weinheims, deren Angehörige dort bestattet sind. Moderiert von  Adalbert Knapp und Alexander Boguslawski erzählten Armin Krichbaum, Gerhard Däublin und Heidemarie Bordasch über ihre Ahnen und die mit ihnen verbundenen Erinnerungen.
Armin Krichbaum aus der Müller-Familie Fuchs  berichtete, dass die Mühle  1561 erbaut wurde, aber erst 200 Jahre später, im Jahre 1782, in den Besitz der Famile Fuchs kam. Sechs Generationen liege das schon zurück. In der Familienerinnerung blieb neben vielem anderen mehr ein Augusthochwasser, dem eine seiner Ahnen zum Opfer fiel. Frau Bordaschs Familie besaß eine Lederzurichterei, gegründet von einem Herrn Abel. Diese Lederzurichterei war ein großer Zulieferer der Firma Freudenberg. Gerhard  Däublin  erzählte aber vor allem begeistert von seiner „Tante Leonore“, wie sie  spannende Geschichten erzählte oder die Kinder mit einem Lobstrich, der einmal senkrecht von Kopf bis Fuß ging,  besonders auszeichnete.  Däublin hat auch Verbindungen zu der Familie Winter und erzählte so von einem Schulrat, der von 1841- 1873 durch sein Amt Mitgestalter von Preußens Schulpolitik war.
Auch Besucher kamen mit Anekdoten zu Wort. So wurde der Alte Friedhof zu einer Brücke aus der Vergangenheit, die durch die Aktionen der Bürgerstiftung  neu entstanden ist. Angeregt wurde  eine Tafel mit den Namen aller Bestatteten sowie  eine schöne Würdigung und Informationstafeln bei einzelnen Gräbern

Der musikalisch von Peter Jochim an der Gitarre begleitet  Abend ging mit Gesprächen  zwischen den Besuchern zu Ende.

Fred End


Wir werden sehen …

AF Baumpflege
Foto: Thomas Fischer

Ob es genau im 48 er Jahr des 19. Jahrhunderst war, als die 170 Jahre alten Platanen gepflanzt wurden, ein Archiv mag es wissen. Sicher ist, dass Massaria damals noch im Mittelmeerraum  und in den südlichen USA hauste. Seit 2003 wurde dieser Pilz auch hierzulande entdeckt und treibt sein Unwesen auch bei den herrlichen Platanen  im Alten Friedhof.
Doch  Baumexperte Bernhard von Hirscheydt von der Stadt Weinheim ist wachsam, und so rückten Fachleute der Firma  Bahner Baumpflege an und befreiten die alten Riesen von den jungen Pilzen, auf dass sie  in aller Ruhe und unverdrossen den nächsten 170 Jahren entgegenwachsen können. Auf Kreta gibt es immerhin einen 2500 Jahre alten platanus orientalis. Wir werden sehen.

 

 

 

20. Geopark Naturpark-Tafel auf dem Alten Friedhof enthüllt

Enthüllung bearbeitet 1
Foto: Roland Robra

Thomas Keil, Dr. Adalbert Knapp, Dr. Torsten Fetzner, Dr. Alexander Boguslawski

Auf einen Blick bei ruhigem Verweilen kann  sich die Besucherin oder der Besucher  des Alten Friedhofs ab sofort über die Geschichte dieses Parks der Erinnerung informieren. Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und Dr. Adalbert Knapp von der Bürgerstiftung Weinheim freuen sich über einen weiteren Schritt bei dem gemeinsamen Werk von Stadt Weinheim und Bürgerstiftung, den Alten Friedhof zu neuem Leben zu erwecken.

Freiwilligentag 2017 im Alten Friedhof

Nach zwei regionalen Freiwilligentagen 2014 und 2016 wird die Bürgerstiftung zu einem „Tag der freiwilligen Arbeit“ im Alten Friedhof für den 16. September 2018von 10:00 bis 14:00 einladen.

Wenn Sie mögen, merken Sie sich den Termin vor. Näher Informationen gibt es  rechtzeitig durch Website und Stifterpost der Bürgerstiftung und die Presse.

 

 


Aktuell

Augenblick
Gedichte
Auswahl von Hans-Joachim Gelberg

Augenblick UmschlagPräsentation am 22. Juni 2017 um 19:30 Uhr
im Bürgersaal des Alten Rathauses in Weinheim

Vor fünf Jahren dachte sich die Redaktion der Stifterpost, es sei hohe Zeit, ihr Format durch etwas ganz Besonderes zu ergänzen. Gesagt, getan, gefragt: Hans-Joachim Gelberg war sofort und gerne bereit, für die Stifterpost jeweils ein Gedicht auszusuchen, zu interpretieren und ein paar Sätze zur Autorin bzw. zum Autor hinzuzufügen. Seitdem ist es jedes Mal eine Freude, wenn „das Neue“ ankommt. Der Start ist jetzt fünf Jahre her, wir haben mittlerweile eine Sammlung von 21 wunderbaren, von Hans-Joachim Gelberg ausgewählten Gedichten, Interpretationen und Autoreninformationen. Was lag näher, als damit ein neues Buch der Bürgerstiftung herauszugeben? Das Werk ist gerade dabei, fertig zu werden.

Hans-Joachim Gelberg schreibt dazu:  „Wir wohnen Wort an Wort“, so beginnt Rose Ausländer ihr Gedicht. Und Andreas Gryphius bekennt: „Der Augenblick ist mein.“ Gedichte begleiten uns, manche sogar ein Leben lang. Die von Hans-Joachim Gelberg  ausgewählten und kommentierten Gedichte, so unterschiedlich sie auch sind, haben Schüler und Schülerinnen  der Zeichenkurse des Werner-Heisenberg-Gymnasiums  zu spannungsvollen Bildern inspiriert.

Musikalische Begleitung:
Ivo & Friends
Ivi Shishkov, Birgit und Bernard Rummel

Der Eintritt ist frei

Hier ein Blick in die Jurywerkstatt
Augenblick Jury

Hans-Joachim Gelberg, Rosi Reusch, Anne Mußotter, Alexander Boguslawski, Nele Hahn und Anke Krause80 Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse von Anke Krause und Rosi Reusch haben Bilder gestaltet, aus denen eine Jury 20 ausgewählt hat, zu jedem Gedicht eines.  An der Auswahl wirkten Hans-Joachim Gelberg, die beiden Kunstlehrerinnen,  Alexander Boguslawski, Adalbert Knapp sowie Anne Mußotter und Nele Hahn mit. Die beiden sind  Preisträgerinnen von „Art for Future“ des Kunstfördervereins  Weinheim und  gerade eifrig beim Abiturmachen an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule.


Grabstätte von Zwangsarbeitern in Weinheim

Seit vielen Jahrzehnten gibt es eine Diskussion über das sogenannte Ehrenmal in der Bahnhofstraße sowie über das Mahnmal am Ende der Ehretstraße.
Es ist vorgesehen, in diesem Jahr am „Ehrenmal“ und am Mahnmal Tafeln aufzustellen, die auf Geschichte dieser beiden hinweisen. Träger dieser Maßnahme sind die Stadt Weinheim, die Freudenberg Stiftung und die Bürgerstiftung Weinheim.
Im vergangenen Jahr wurde, zum ersten Mal seit der Errichtung, die Schrift am Gefallenenmahnmal in der Bahnhofstraße erneuert.
Tigran Grigorjan, in Weinheim lebenden Maler und Mitarbeiter der Firma „Maler Bauer“ aus Obersulm, erneuerte im Herbst 2016  mit der Farbe „Caput mortuum“ in unermüdlicher Geduld die Schrift auf den insgesamt 53 Tafeln. Die Bürgerstiftung beteiligte sich mit einem Betrag von 1400 Euro an den Kosten von 34000 Euro.

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Foto: Knapp

Vor einiger Zeit ist über die Stadt Weinheim von Pfarrer Schmekal die Thematik  Grabfeld für  Zwangsarbeiter in Weinheim an die Bürgerstiftung herangetragen worden.
Inzwischen haben sich auf Anregung der Bürgerstiftung sieben Schülerinnen des Neigungskurses Geschichte am Werner-Heisenberg-Gymnasium unter der Leitung ihres Lehrers Konrad Fink dazu bereit erklärt, diese Thematik im Rahmen eines Projekts zu bearbeiten. Ziel des Projekts ist es, den Text über die Geschichte der Zwangsarbeiter in Weinheim für eine Tafel zu erstellen, die bei dem Gräberfeld für die Zwangsarbeiter aufgestellt werden soll.
Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge initiiert die Bürgerstiftung eine Spendenaktion für die Erststellung einer Informationstafel bei der Grabstätte der in Weinheim beerdigten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Näheres dazu werden Sie in der nächsten Stifterpost lesen und der örtlichen Presse entnehmen können.
Kn

Das Porträt

Seit es die elektronische Stifterpost gibt, ist darin eine Rubrik „Das Porträt“ enthalten. In unregelmäßigen Abständen haben wir unter dieser Rubrik Zeit- und Geldstifterinnen, Projektleiterinnen und Projektleiter vorgestellt. In den nächsten Ausgaben möchten wir Ihnen Mitglieder unseres Stiftungsrates vorstellen, eines Gremiums, das in der Regel im Hintergrund wirkt. Welches die Aufgaben des Stiftungsrates sind, finden Sie hier.

Wir beginnen die Reihe mit Johannes Pförtner, seit der Gründung Vorsitzender des Gremiums.

Stifterpost: Herr Pförtner, Sie sind seit der Gründung der Bürgerstiftung Weinheim Vorsitzender des Stiftungsrates. Wie kam es dazu?

Johannes Pförtner:  Ich fand diese Idee „Bürgerstiftung “ schon lange gut. Als ich gefragt wurde, ob ich dabei sein  wolle und bereit wäre, eine Aufgabe zu übernehmenm, war die Antwort schnell gegeben.

Was war für Sie an dieser Aufgabe besonders reizvoll?

Von Anfang an bei einer neuen Sache dabei sein zu können, hat mich sehr gereizt.  Außerdem hatte ich natürlich aus meiner beruflichen Tätigkeit Erfahrungen in Unternehmensführung. Wie das im Zusammenhang mit bürgerschaftlichem Engagement und lauter ehrenamtlich Tätigen sein würde, hat mich sehr interessiert.  Dazu kommt, dass es beim Entwickeln von neuen Strukturen und Inhalten viele Möglichkeiten des Mitgestaltens gibt.

Sie sind im Ruhrgebiet aufgewachsen. Wie hat Sie Ihre Kindheit und Jugend dort geprägt?

Ich wuchs in Essen auf, einer Stadt, die in meiner Kindheit und Jugend von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, der „Luftschlacht über der Ruhr“, geprägt war. 90 Prozent der Innenstadt, 50 Prozent Essens waren zerstört. Essen war mehrheitlich katholisch geprägt, insbesondere die katholische Arbeitnehmerbewegung  war im Ruhrgebiet insgesamt stark. Ich besuchte eine katholische Volksschule und anschließend ein humanistisches, also altsprachliches Gymnasium.

Waren Sie in Ihrer Jugend und später  außerschulisch  tätig?

Ich war begeisterter Pfadfinder und habe deshalb auch gerne Leitungsaufgaben übernommen. Nach dem Zweiten Vatikanum wurden in allen Gemeinden Pfarrgemeinderäte eingerichtet. Mir hat diese Form der Beteiligung sehr gefallen und so war auch ich Mitglied in diesem neuen Mitbestimmungsgremium unserer Gemeinde.

Wie kam es, dass Sie nach Süddeutschland gezogen sind?

Ich habe BWL studiert und habe bei Raab Karcher gearbeitet. Ich bekam  im Rhein-Neckar-Raum eine Geschäftsführerposition angeboten. So kamen wir 1977 nach Weinheim und haben es nicht bereut.

Wie ist es bei Ihnen mit Hobbys?

Vielleicht spreche ich lieber von Vorlieben. Die Familie mitsamt den Enkelkindern ist mir sehr wichtig, ein zweites Domizil in Mallorca freut uns sehr, und dann gibt es noch die Doppelkopffreundesrunde und das Golfen.

Wenn Sie die Entwicklung der Bürgerstiftung in den 11 Jahren ihres Bestehens Revue passieren lassen: Was erscheint ihnen besonders wichtig?

Das eine ist die beständige Förderung von guten und für mich wichtigen Projekten. Nicht wenige der von der Bürgerstiftung selbst durchgeführten Aufgaben sind z.T. auf Dauer angelegt, so z.B. der KontaktPunkt, die Singfeste oder auch die mit der  Broschüre „Denken von der  ersten Minute an“ verbundenen jährlich angebotenen Seminare, oder auch die Theatertage und der Maiwald-Förderpreis; dabei finde ich die Mischung  von Kontinuität und  Förderung von aktuell anstehenden Projekten sehr gut. Dass diese Arbeit in einer vetrauensvoll und guten Zusammenarbeit von Stiftungsrat und Vorstand getan wird,  finde ich angenehm und vor allem sehr produktiv.

Welche Bereiche in der Arbeit der Bürgerstiftung liegen Ihnen persönlich besonders am Herzen?

Besonders gefällt mir, was für und mit Kindern stattfindet, alles, was mit Musik und Kunst zu tun hat, die gute Zusammenarbeit  mit der Musikschule, ja, und dann die Weihnachtsbaumaktion, die gefällt mir ganz besonders gut.

Gibt es Themen, die Sie in der Bürgerstiftung stärker vertreten sehen möchten?

Welche Themen in der Bürgerstiftung wichtig sind, darüber entscheiden vor allem die Bedürfnisse  in der Bvölkerung. Deshal halte ich es für wichtig, dass die Bürgerstiftung möglichst breit in der Bügerschaft verankert ist und dadurch weitere Geld- und Zeitstifterinnen und -stifter gewinnt.

Biografische Daten:
Johannes Pförtner
Geboren 1946 in Essen,
nach dem Abitur Wehrdienst, Leutnant d.R., BWL-Studium in Münster, Dipl.-Kaufmann.
Berufliche Stationen in Essen, im Rhein-Neckar-Raum und in Aschaffenburg, Vorsitzender der Geschäftsführung.
Verheiratet mit Jutta Pförtner, drei Kinder und vier Enkelkinder.

Porträts der Gründungsvorsitzenden Elisabeth Bettermann und Ihres Nachfolger und jetzigen Stiftungsratsmitglieds, Dr. Peter Schuster und unseres derzeitigen Vorstandsvorsitzendn sind  in der RNZ erschienen. Den Artikel über Frau Bettermann finden Sie hier, den über Dr. Schuster hier, den über den derzeitugen Vorstandsvorsitzenden hier.


Herzlichen Dank, Herr Graf!

marcus grafVor sieben Jahren hat Marcus Graf die Administration der Website der Bürgerstiftung Weinheim übernommen. Dabei hat er auch die Voraussetzung dafür geschaffen, dass wir seit Oktober 2010 die Stifterpost elektronisch versenden konnten.

Den Dank für sieben Jahre ehrenamtliche Tätigkeit für die Bürgerstiftung sei  mit einem offenen Brief formuliert:

„Lieber Herr Graf,

zunächst vielen Dank für die Unterstützung bei der Migration Ihrer, unserer „neuen“ Website.

Dies ist eine gute Gelegenheit, Ihnen sehr herzlich zu danken für die großzügige und äußerst hilfreiche – ehrenamtliche – Unterstützung der Bürgerstiftung in den vergangenen Jahren.

Ihnen den großen Respekt Ihres jüngeren Kollegen Ulrich Becker, der unser neuer Administrator ist,  angesichts Ihrer Programmierleistung zu übermitteln, möchte ich nicht versäumen.

Zwei Gründe haben uns letztendlich dazu bewogen, einen neuen Start zu wagen: Mit der neuen Grundlage ist die Bürgerstiftung unabhängiger in Zusammenhang mit ihrem digitalen Auftritt –  und  die Tatsache, dass es angesichts Ihrer beruflichen Veränderung immer schwieriger war, Zeit für die Bürgerstiftung zu erübrigen.

Wir kennen uns seit mehr als 20 Jahren. Dabei habe ich Sie als sehr zuverlässigen, beliebten, fachlich höchst kompetenten und methodisch und pädagogisch außerordentlich versierten Kursleiter aus ureigner Erfahrung in einem WORD- und einem Powerpointkurs kennen und schätzen gelernt.

Gerne erinnere ich mich an das seinerzeitige Interview https://www.vhs-bb.de/newsletter/2008/2008-04/portrait.html und manches außerordentlich anregende Gespräch.

 

Für all das möchte ich mich persönlich und im Namen der Bürgerstiftung, sehr herzlich bedanken.

Man sieht sich im Leben immer zweimal: Diesen gelegentlich fast drohenden Spruch  wende ich ausschließlich positiv. Es würde mich sehr freuen, wenn wir in Verbindung bleiben könnten

Alles Gute, besonders in Ihrer neuen Herausforderung als Chef eines Software-Unternehmens und beste Grüße

Ihr

Adalbert Knapp“

In eigener Sache – die

Bürgerstiftung Weinheim Logo

sucht einen Raum für ein / eine

Büro/Geschäftsstelle

FoundationPlus heißt das digitale Verwaltungssystem, das die Bürgerstiftung gerade einführt. Obwohl dadurch sehr viel Verwaltungs- und Organisationsvorgänge in der Cloud untergebracht werden können, ist das papierlose Büro ein Traum geblieben. Im 12. Jahr ihre Bestehens benötigt die Bürgerstiftung ein Büro, ein Geschäftsstelle.

Wir stellen uns einen Raum von 15 bis 20 qm vor mit einem eigene Zugang, einer Toilette, mit Wasseranschluss, außerdem sollte möglichst ein Internetanschluss vorhanden sein.

Angebote bitte an Dr. Adalbert Knapp, T. 06201 63254 oder info@buergerstiftung-weinheim.de


Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal eine Mail an uns,
das ist nicht so riskant …


So helfen Sie uns

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Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Siegfriedstraße 7
69469 Weinheim
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim
Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Redaktion: Adalbert Knapp
Texte:  Hans-Joachim Gelberg,  Adalbert Knapp,
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Mitarbeit: Alexander Boguslawski, Brigitte Burger, Marcus Graf und Claudia Werner
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