stifterpost-nr.-34-januar-2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
liebe Stifterinnen und Stifter,

nein, nein, nein! Dieses Thema lassen wir heute ganz weg! Oder doch nicht? Ist es heutzutage noch wichtiger als schon immer, dass Leute sagen, das machen wir einfach, weil es wichtig ist, oder weil es dem oder jenem (und vielleicht auch mir selbst) nützt, vielleicht sogar guttun könnte?
Oder dass, zum Beispiel, so ein Theatersprachprojekt für 20 Kinder ganz wichtig und für eines oder mehrere sogar sehr hilfreich war,
dass Dieter Gerstner sich seit mehr als einem Jahrzehnt darum kümmert, dass Menschen mit Demenz nicht vergessen werden,
dass „Weinheim bleibt bunt” zu einer Mahnwache für die Opfer von Aleppo (die gibt es noch!) und die des scheinbar Irren auf dem Berliner Weihnachtsmarkt aufruft,
dass die 250 Weihnachtspäckchen für Weinheimer Kinder auch ein großes Kompliment an die Spendenbereitschaft der Weinheimerinnen und Weinheimer sind,
dass in der Reihe „Weinheim und die Welt” der Abend „Menschenwürde und Scham: Ein Thema für die Arbeit mit Flüchtlingen?” nicht ganz daneben ist,
dass „Ivo & Friends” sich als „persönlich-musikalisches Integrationstrio” sehen,und
dass Gunter Faigle zur Bürgerstiftung Weinheim „beträchtlicher sozial-, kultur- und kommunalpolitischer Rang” einfällt … Hoppla, das geht jetzt zu weit, eigenlobmäßig.

Also, frisch voran, Zivilgesellschaft: „Wir schaffen die!”

Ihr

Dr. Adalbert Knapp

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Mit freundlicher Unterstützung

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Das Gedicht

Ausgewählt und kommentiert von Hans-Joachim Gelberg

Größe des Menschen

Nimm nur die Berge, die abträgt der Regen
Und schwemmt sie flußwärts ins Meer wie nichts
.
Oder das Meer selber, das schiffemordende
In der Sturmflut, wie es die Inseln wegleckt
.
Oder wenn aufbrechen die Wunden der Erde
In Vulkanen, städtebegrabenden Massen
.
Oder auch, von denen wir wieder hörten:
Den länderzertrümmernden Erdbeben
.
– sie alle übertrifft der Mensch
in seiner Zerstörungskraft
.
Wolf Biermann

Foto: Alexa Gelberg

Da ist Aufschrei und Klage. Das Gedicht von der vermeintlichen Größe des Menschen wurde 1977 veröffentlicht. Damals schwelte atomare Bedrohung. Und nun? Der Mensch mit seiner übermächtigen Technik und Erfindungskunst verharrt in maßloser Zerstörungssucht. So ist dieses Gedicht die reine Wahrheit. Biermanns Ausbürgerung aus der DDR 1976 wirkte wie ein Signal und öffnete dem Liedermacher die Weltbühne. Viele seiner Gedichte sind autobiographisch geprägt. Immer wieder singt er den Widerspruch, gibt vielfältige Antwort: „Warte nicht auf bessere Zeiten!” Im Lied für den Lyriker Peter Huchel rät er: „Du lass dich nicht verbrauchen / Gebrauche Deine Zeit”. 1936 in Hamburg geboren, übersiedelte er mit 16 Jahren in die DDR. November 2016 feierte er den 80. Geburtstag und veröffentlichte dazu seine 500-seitige lesenswert aufregende Autobiographie.
Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Heinrich-Heine- und dem Georg-Büchner-Preis.

Hans-Joachim Gelberg

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Nachgefragt

Spracherwerb durch Theaterspiel

Von Januar bis zum September 2016 nahmen zwischen acht und 20 jugendliche Flüchtlinge an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule an dem Projekt „Spracherwerb durch Theaterspiel” teil.
Felicitas Vajna, Theaterpädagogin und Schauspielerin, Leiterin des Projekts, das von der Freudenberg Stiftung und der Bürgerstiftung finanziert wurde, berichtet:„Theaterspielen holt die Wörter vom Papier.” Mit dieser Erkenntnis von Satore aus
Afghanistan schließt sich der Kreis eines ereignisreichen Jahres mit den Vorbereitungsklassen der Dietrich-Bonhoeffer–Schule. Die Idee zu dem Konzept zur Erleichterung des Erwerbs der deutschen Sprache durch theatrale Elemente (Bewegung, Rhythmus und logische Einbettung in alltägliche Szenen) wurde vor einem Jahr zu Papier gebracht.
Der Schulleitung der Dietrich–Bonhoeffer-Werkrealschule und mir ging es dabei um
eine zusätzliche Motivation fu¨r geflüchtete Schüler, neben dem klassischen Lernen
mit Arbeitsblättern und Tafelanschrieben einen Raum zu schaffen, in dem die deutsche Sprache in Aktion angewandt wird. Das Konzept „ Spracherwerb durch Theaterspiel” sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang an einem Theaterprojekt arbeiten, das gemeinsam mit der Theaterpädagogin entwickelt wird.
Die ersten Hospitationen in den betreffenden Schulklassen ließen schnell die großen Niveauunterschiede der einzelnen Schüler erkennen: Vom hochbegabten Mehrsprachler bis zum Analphabeten, vom schwerst traumatisierten Kriegsflüchtling bis zum behütet aufgewachsenen Immigranten war eine Bandbreite vertreten, die von den Lehrkräften der Schule ein hohes Maß an Flexibilität erfordert.
Die meisten Jugendlichen kam aus Syrien, einige aus Mazedonien, einzelne aus dem Irak, Afghanistan, Libyen, Albanien, Bulgarien, Polen und Ungarn. Viele kamen mit Familienmitgliedern nach Deutschland, einige männliche Jugendliche auch allein. Fu¨r die meisten war „Theater” ein unbekannter Begriff, und es bedurfte einiger Stunden, bis alle verstanden hatten, wie wir nun miteinander arbeiten würden. Vieles fand noch nonverbal statt.
Nach einem Monat verließen uns vier Schu¨ler, um in die Regelklasse der Realschule zu wechseln. Ein Junge albanischer Herkunft wurde mit seiner Familie abgeschoben und zwei neue Schu¨ler aus Syrien ohne jegliche Deutschkenntnisse kamen zu uns in die Theater-Klasse. Damit begann die Schwierigkeit, das Projekt in geplanter Weise durchzufu¨hren: Die hohe Fluktuation bei den Schülerinnen und Schülern erschwerte die Probenkontinuität.
Außerdem wirkte sich das große Thema Abschiebung auf uns aus: Ein Geschwisterpaar stand kurz vor der Rücküberführung nach Skopje. Dies löste vielschichtige emotionale Reaktionen bei den Jugendlichen aus, die sich inzwischen freundschaftlich oder sogar verliebt verbunden fühlten.
Letztendlich mussten uns im Laufe des Schuljahrs vierzehn Schüler verlassen. Trotzdem gelang es, die Begrüßungsfeier fu¨r die neuen Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule mit unserem Theaterstu¨ck maßgeblich mitzugestalten. Die Teilnehmenden erdachten eine sehr persönliche Geschichte zum Thema „Erster Schultag”. Als Fazit legten sie den neuen Schülern ans Herz, ihre Ängste und Erwartungen in Neugier umzuwandeln. Trotz Nervosität standen die Akteure souverän auf der Bühne: ein tolles Erfolgserlebnis fu¨r die Jugendlichen! Von diesem Ereignis beflügelt, konnten sie mit Selbstbewusstsein in das neue Schuljahr starten.
Ru¨ckblickend haben alle Beteiligten im letzten Jahr viel gelernt.
Neben dem praktischen Umgang mit der deutschen Sprache nahm die Auseinandersetzung mit kulturellen und religiösen Unterschieden einen wichtigen Teil ein: Welche Werte leiten die Menschen in unserem Land? Was beinhaltet das Grundgesetz? Wie funktioniert das deutsche Schulsystem? Wie verhalte ich mich gegenüber Erwachsenen? Wie feiern wir Geburtstag und Weihnachten? Welche Lieder singen wir dazu?
Die Schülerinnen und Schüler waren wissbegierig und offenherzig, sie schauen alle nach vorne, manche haben bescheidene Wünsche, andere wiederum sehr ehrgeizige Ziele. Alle vereint ihre Dankbarkeit dafür, in Weinheim in Frieden und Sicherheit leben zu dürfen.
Felicitas Vajna

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Spaziergang über den Alten Friedhof bei Kerzenlicht

Die Idee eines Freundes des Alten Friedhofs war schnell umgesetzt: Am Dienstag, dem 29. November lud die Bürgerstiftung zu einem Lichter-Spaziergang ein.
Erschienen sind etwa 40 interessierte Personen, die im wunderschönen Kerzenschein Gedichten wie „Niemand geht unbelohnt” von Peter Rosegger oder „St.-Peters-Friedhof” von Georg Trakl lauschen durften. Vorgetragen wurden diese Poeme von der Schauspielerin Felicitas Vajna. Ivo Shishkov sowie Birgit und Bernhard Rummel sorgten als „Ivo & Friends“ für die musikalische Begleitung mit Klassikern wie „Hallelujah” von Leonard Cohen oder „Le Complainte de Rutebeuf”. Die Führung leitete Dr. Alexander Boguslawski, welcher sich schon lange mit dem Alten Friedhof beschäftigt und mit Ute Haizmann und Siegfried Demuth das Buch „Weinheims Alter Friedhof – ein Park der Erinnerung” veröffentlicht hat. Die Einnahmen jedes verkauften Buches kommen hierbei dem Alten Friedhof zugute. Der Rundgang hatte drei Stationen. An der oberen Station angelangt, genossen die Spaziergänger den wunderschönen Blick auf den
Sonnenuntergang und den Odenwaldhang. Dabei erzählte Dr. Boguslawski erfrischende Anekdoten über den Friedhof und das Weinheim des 19. Jahrhunderts. An der letzten Station angekommen, dankte Dr. Adalbert Knapp allen Beteiligten und lud zu einem Abend mit Musik und Gesprächen über den Alten Friedhof für 9. Februar um 19:30 Uhr in die Peterskirche ein.
Paul Schumann

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Der Alte Friedhof ist für viele neu

Seitdem sich die Bürgerstiftung um den Alten Friedhof an der Peterskirche kümmert, haben viele Menschen in Weinheim diesen „Park der Erinnerung” erstmals mit Interesse wahrgenommen. Mit gärtnerischen Aktionen auf dem Gelände selbst, bei Führungen und Vorträgen konnten wir darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, diesem ehemaligen Friedhof mit Grabsteinen vieler Weinheimer Persönlichkeiten aus dem vorletzten Jahrhundert wieder mehr Beachtung zu schenken. Alexander Boguslawski, der Mitautor des im April 2016 erschienenen Buches, hat in den letzten Monaten manche Gelegenheit dazu genutzt. Es gab öffentliche Führungen am Denkmalstag, mit der Casinogesellschaft, auch mit einer Besuchergruppe des Oberbürgermeisters. Dazu kamen Vorträge mit Bildern bei den Freien Wählern und der Kolpingfamilie; demnächst gibt es das Thema auch in der Volkshochschule
(siehe unten) und beim Lions Club.

„Dieses Buch ist ein Erlebnis. Alles zusammen wirkt wie eine Oase der Besinnung. Die Fotos, natürlich, atmen fast. So schön kennt man den Alten Friedhof beinahe noch nicht. Aber er ist so. Mit kundiger Behutsamkeit wird erzählt und beschrieben, wie dieser Friedhof über Jahrhunderte wuchs und alt wurde. An alles ist gedacht, selbst die Baumarten werden vorgestellt. Ein Gedenkbuch, mehr noch, lesend fühlt man sich zugehörig. Auch ich dachte, nun bin ich ein Weinheimer.”
Hans-Joachim Gelberg

140 Seiten, über 40 meist farbige Abbildungen, 17 Euro
Erhältlich in den Weinheimer Buchhandlungen und im Diesbach Kartenshop
Die Bürgerstiftung Weinheim als Herausgeberin sowie die Autoren danken der Freudenberg & Co KG für die großzügige Förderung des Projekts.

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Gedanken und Erinnerungen

Ein Abend mit Musik und Gesprächen über den Alten Friedhof
Donnerstag, 9. Februar 2017 , 19:30 Uhr
Peterskirche
„Weinheims Alter Friedhof – ein Park der Erinnerung”, der Titel des im Frühjahr des vorigen Jahres erschienenen Buches ist das Leitmotiv dieses Abends. Menschen, deren Vorfahren auf dem Alten Friedhof ruhen, erzählen von den Geschichten und Erinnerungen in ihren Familien: Wer sie waren, was sie in der Stadt und möglicherweise darüber hinaus bedeutet haben und warum sie für sie immer noch wichtig sind.
Drei Familien stehen dabei im Mittelpunkt: Die Gebrüder Bender und die Familie Landfermann, über die Gerhard Däublin, ehemaliger Pfarrer an der Stadtkirche, berichten wird. Heidemarie Bordasch entstammt der Familie Reinig und Armin Krichbaum ist ein Nachkomme der Müllerfamilie Fuchs.
Sicher wird darüber hinaus manche Besucherin, mancher Besucher dies und jenes erzählen können, von Vorfahren, die dort ruhen, oder auch davon, welche Freude in früheren winterlichen Zeiten das Schlittenfahren oder das Spazieren im nahen Park war.
Die Moderation übernehmen Dr. Alexander Boguslawski und Dr. Adalbert Knapp, Peter Jochim begleitet den Abend auf der Gitarre. Der Eintritt ist frei.

 

Vortrag

Dr. Alexander Boguslawski
Weinheims Alter Friedhof – ein Park der Erinnerung
13. März 2017
15:00 Uhr in der Volkshochschule

Eine Chronik Alter Friedhof finden Sie hier.

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Rolf-Engelbrecht-Preis für Dieter Gerstner

Dieter Gerstner ist der dritte Träger des Rolf-Engelbrecht-Preises – Dr. Florian von Pein hält bei der Verleihung einen erfrischenden Vortrag

„Demenzkranke haben ein besonderes Gespür für Stimmungen und Gefühle”, weiß Dr. von Pein, der Chefarzt der GRN-Kliniken für Geriatrische Rehabilitation in Weinheim und Schwetzingen. Angehörige und Bekannte könnten das Leben demenzkranker Menschen – und ihr eigenes – bereichern, indem sie den Erkrankten Vertrautheit und Wertschätzung entgegenbringen – und die Akzeptanz der Schwächen. Seiner Erfahrung nach können Demenzkranke einen wunderbaren und bisweilen ungehemmten Humor an den Tag legen und: „Wir können von ihnen lernen.” Denn Demenzkranke seien oft die „Könige der Gefühle”.
Das war der Tenor eines erfrischenden Vortrages, den der Mediziner am Samstagmorgen im Weinheimer Rathaus anlässlich der Verleihung des Rolf-Engelbrecht-Preises an Dieter Gerstner hielt. Der 72-jährige Gründer des Runden Tisches Demenz und des Fördervereins Alzheimer, der unermüdliche Kämpfer gegen die Krankheiten des Vergessens, nahm den Preis als dritter Geehrter aus den Händen von Christoph Engelbrecht, dem Sohn des früheren Oberbürgermeisters Rolf Engelbrecht, entgegen. Mit dem Preis werden in Weinheim Menschen geehrt, die sich in besonderem Maße für die Integration und die kommunale Solidarität einsetzen. Preisgeber sind gemeinsam mit der Stadt die Freudenberg Stiftung und die Bürgerstiftung. Dieter Gerstner nahm den Preis stellvertretend für den Runden Tisch Demenz entgegen.

OB Heiner Bernhard, Dr. Pia Gerber, Dieter Gerstner, Christoph Engelbrecht, Dr. Adalbert Knapp
Dr. von Peins Vortrag, der einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die Demenz ermöglichte, bestätigte Gerstners jahrzehntelanges Wirken eindrucksvoll. Denn darin sieht der gelernte Altenpfleger und spätere Pflegedienstleiter auch sein Lebenswerk. So bescheinigte auch Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard: „Durch sein unermüdliches Engagement hat Dieter Gerstner dafür gesorgt, dass das Thema Demenz in der Weinheimer Stadtgesellschaft und weit über die Region hinaus deutlich höhere Aufmerksamkeit gefunden hat.” Ihm, so der OB, sei es zu verdanken, dass der Umgang mit direkt oder mittelbar Betroffenen nicht mehr durch Rat- und Hilflosigkeit, sondern mehr und mehr durch Wissen und Verständnis geprägt ist.
Dieter Gerstner verbinde fachliche Kompetenz mit hohem persönlichen Einsatz für Menschen, die Rat und Unterstützung brauchen. Bernhard: „Er stellt stets die Sache in den Vordergrund und nicht sich selbst.”
Den „Ball” des Mediziners, die Krankheit nicht nur negativ zu sehen, nahm auch Christoph Engelbrecht auf. Im eigenen persönlichen Umfeld habe er erfahren, dass die Demenz auch eine durchaus glückliche Lebensphase für einen Menschen bedeuten könne – wenn man in seinem Umfeld ein System schafft, das ihn mit der Krankheit gut leben lässt. Er beglückwünschte nicht nur den Preisträger sondern auch die Akteure der Stadt Weinheim zu dieser Verleihung, die beweise, „dass sich die Stadt einen Geist erhält, der sie voranbringt”.
Dazu passte auch ein kurzer gedanklicher Ausflug des Arztes Dr. von Pein in das Jahr 2019: In diesem Jahr soll an der GRN-Klinik des Kreises auch ein Altersmedizinisches Zentrum entstehen.
Dieter Gerstner nahm den Preis stolz aber auch ergriffen entgegen und verwies auf viele Partner am Runden Tisch Demenz. Sein Engagement sei aus vielen beruflichen Erfahrungen gewachsen und der Gewissheit, dass sich etwas ändern müsse. Die Verleihung mit ihren Aussagen bewies: Es hat sich etwas geändert. Die Verleihungsfeier wurde vom Gitarrenensemble „Finger-Tips” der Musikschule begleitet.
Roland Kern

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Dieter Gerstner spendet Preisgeld für Therapieboxen

10 Therapieboxen mit Spiel- und Trainingsmaterialien stellte Dieter Gerstner mit seiner Frau Inge Gerstner zusammen und übergab sie an Einrichtungen, die damit für ihre Patienten und Bewohner Spiel und Training bereichern können: Kreativknete, Igelbälle, Knautschball, Würfel, Pustefix, Luftballone samt Pumpe, Girlanden und eine Spielsammlung mit 150 verschiedenen Spielen.

Adalbert Knapp, Hannelore Kawoll, Förderverien Alzheimer,Dieter Gerstner, Heimleiter Henning Hesselmann, Pflegedienstleiterin Sonja Beetz

Wie Heimleiter Henning Hesselmann und stellvertretende Pflegedienstleiterin Sonja Beetz vom GRN-Betreuungszentrum Weinheim freuten sich darüber das Bodelschwingh-Heim, Senioren-Residenz Weinheim GmbH Sankt Barbara, die Nachbarschaftshilfe, die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation, die Grünen Damen der GRN-Klinik, die Nikolauspflege, das Pilgerhaus, die Tagespflege des DRK und die Katholische Sozialstation.

„Der Terrorismus wird nicht siegen”

Etwa 100 Menschen kamen zur Mahnwache gegen Krieg und Terror auf den Weinheimer Marktplatz

„Wir lassen uns nicht davon abbringen, unsere demokratischen Werte einer weltoffenen und toleranten Gesellschaft zu leben. Wir werden sie noch entschlossener verteidigen.” Sätze wie dieser fielen am Mittwochabend auf dem Weinheimer Marktplatz, wohin das Bündnis „Weinheim bleibt bunt” zu einer Mahnwache gegen Terror und Krieg auf der Welt aufgerufen hatte. Die Veranstaltung war ursprünglich als Mahnwache für die Opfer von Aleppo vorgesehen, hatte aber durch den Anschlag von Berlin eine neue Bedeutung gewonnen. Einige Hundert Menschen waren dem Aufruf gefolgt und mit Kerzen zum Marktplatz bekommen.
„Der Terrorismus wird nicht siegen. Die Angst wird uns nicht beherrschen, die Zuversicht, dass Demokratie und Menschenrechte letztlich siegen werden, trägt uns”, so drückte es der Weinheimer Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadtrat Hans-Ulrich Sckerl aus, der auch Mitglied des Sprecherkreises im „Bunten Weinheim” ist.
Außer Hans-Ulrich Sckerl sprach ein 25-jähriger Mann aus Syrien, der als Flüchtling in Weinheim lebt, zu den Weinheimer Bürgern. Er drückte sein tiefes Mitgefühl für die Opfer des Anschlags aus und versicherte, dass terroristische Gruppen den Islam lediglich für ihre Gräueltaten missbrauchten. Der Syrer dankte den Weinheimerinnen und Weinheimern für ihre Gastfreundschaft und auch für die Betroffenheit, die mit der Mahnwache gegenüber dem Krieg in seinem Heimatland ausgedrückt werde.
Albrecht Lohrbächer, Sprecher im Arbeitskreis Asyl, Pfarrer und Mitglied im Initiativkreis von „Weinheim bleibt bunt”, schloss die Mahnwache mit einem Gebet des Rabbiners Leo Baeck ab, der das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte. Darin heißt es unter anderem: „Friede sei den Menschen, die bösen Willens sind, und ein Ende sei gesetzt aller Rache und allem Reden von Strafen und Züchtigung.”
Roland Kern

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„Weinheim bleibt bunt” ist vorbildlich

Weinheimer Bündnis gehört zu den Gewinnern des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz”

Das „Bunte Festival” anlässlich des NPD-Parteitages im November 2015 hallt in Weinheim und der Region deutlich nach, jetzt auch bundesweit. Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz gegenüber Extremismus und Gewalt”, das ein Teil der Bundeszentrale für politische Bildung mit Sitz in Berlin ist, hat das Bündnis „Weinheim bleibt bunt”, dem auch die Bürgerstiftung angehört, jetzt im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz” als „vorbildlich” eingestuft. Diese Auszeichnung ist mit einem Preis in Höhe von 4000 Euro verbunden.
Das „Bündnis für Demokratie” würdigte nicht nur das kulturelle Gegengewicht, das vom Bündnis „Weinheim bleibt bunt” im November 2015 in dem zwölfstündigen Festival gebündelt wurde, sondern auch die nachhaltige Wirkung in der Weinheimer Stadtgesellschaft. Ein Jahr lang hatte das Bündnis monatlich zu Bunten Montags-Spaziergängen für eine weltoffene Stadtgesellschaft ohne Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung aufgerufen, meistens zu aktuellen Themen und Anlässen. Ein „Bunter Schülerspaziergang” der Weinheimer Schulen ist daraus als jährliches Projekt haften geblieben. Des Weiteren gab es Vortragsveranstaltungen und Gedenkstunden anlässlich aktueller Anlässe.
Der Sprecherkreis soll die Auszeichnung im Rahmen einer regionalen Preisverleihung im ersten Halbjahr 2017 entgegennehmen. Die Auszeichnung gelte dem Bündnis, genauso aber einer breiten Bewegung in der Stadt, die das Festival im November 2015 durch Spenden, Sponsoring und andere Beiträge ermöglich hat, betonte Roland Kern.
„Die Auszeichnung ist für uns auch ein Ansporn, in unseren Bemühungen für eine tolerante und weltoffene Stadtgesellschaft nicht nachzulassen”, so die Mitglieder des Sprecherkreises. Die aktuelle politische Lage mit dem weltweiten Erstarken rechtspopulistischer Kräfte erfordere gerade in den Kommunen eine hohe Wachsamkeit und gute Argumente an der Basis.
Das Bündnis „Weinheim bleibt bunt” hat sich im Dezember 2014 gegründet. Zu den Mitgliedern gehören neben der Stadtverwaltung selbst fast alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sowie Gruppen, Vereine, Stiftungen und Organisationen aus der Stadt.
Roland Kern

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Weihnachtsbaumaktionen – nicht nur in Weinheim

Wie die „Initiative Bürgerstiftungen” im Bundesverband deutscher Stiftungen mitteilt, gibt es geschmückte Wunschbäume dank Bürgerstiftungen an vielen Orten im ganzen Land. So hat den Weihnachtsbaum im Emsteker Rathaus die Bürgerstiftung mit Wunschkugeln geschmückt. Darin: Weihnachtswünsche bedürftiger Kinder. Wer einen der Wünsche erfüllen mochte, nahm eine Kugel vom Baum. Auch in Weinheim hat die Bürgerstiftung den Baum mit Wunschanhängern ausgestattet: 240 Kinderwünsche gingen im Jahr 2016 Jahr in Erfüllung.

Eine ähnliche Aktion organisierte die Bürgerstiftung Oberndorf am Neckar: Hier haben engagierte Geflüchtete Sterne gebastelt, die, mit Wünschen versehen, den Baum schmückten und auf Menschen, die diese erfüllen möchten, warteten. Wunschsterne hat auch die Bürgerstiftung Laichinger Alb organisiert. Und auch in Syke, Hude und Jüchen gibt es dank der Bürgerstiftungen Wunschbäume.

Die Bürgerstiftung Osnabrück hat – unterstützt von Sponsoren – 1.200 Geschenke für bedürftige Kinder verpackt. Und auch die Bürgerstiftung für Goslar und Umgebung sorgt mit ihrer Aktion „Leuchtende Kinderaugen” dafür, dass auch für bedürftige Kinder der Weihnachtsmann kommt.

In Weinheim gab es zum siebten Mal die Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung.
„Ein großes Kompliment an die Spendenbereitschaft der Weinheimerinnen und Weinheimer!” ist das Resümee der Koordinatorin Margarete Ruoff zur siebten Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung Weinheim. Diesmal waren es mit 238 Päckchen 58 mehr als im vergangenen Jahr und dennoch sind alle Wünsche von den Bäumen gepflückt und liebevoll verpackt worden. Für viele Spenderinnen und Spender ist es zur Gewohnheit geworden, einen oder auch mehrere Wünsche zu erfüllen. Oft sind auch noch zwei oder vier Kinokarten zusätzlich dabei. Nicht selten betonen Spender, dass sie sich darüber besonders freuen, dass sie etwas für Weinheimer Kinder tun können.
Die Bürgerstiftung dankt den Spenderinnen und Spendern im Namen aller beschenkten Kinder von ganzem Herzen. Wieder einmal kam dank der optimalen Zusammenarbeit mit Caritas, Diakonie und dem Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren unter der Koordination von Beate Schneider nur Weihnachtsstimmung im Helferteam auf.
Mitarbeiter der Caritas, der Diakonie und des Amtes für Soziales, Jugend, Familie und Senioren brachten die Päckchen zu den Familien, damit sie am Weihnachtsabend Freude bereiten konnten.

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Das Porträt

Ivo & Friends

Warum die Stifterpost diesmal eine Musikgruppe vorstellt, erfahren Sie 367 Wörter weiter unten.
„Papa, Mama, Großpapa, Großmama, Leib und Seele und überhaupt das ganze Leben ist Musik” für Ivo Shishkov. Begonnen hat es in den 60er Jahren in der Nähe von Sofia. Wenn andere Kinder draußen Fußball spielten, übte der kleine Ivo und übte und übte, acht Stunden am Tag unter den strengen Augen des Vaters, einem Akkordeonvirtuosen, der jeden Abend mit seinem Ensemble in einem großen Restaurant aufspielte. Alle 14 Tage gab es große Auftritte in der Residenz des Präsidenten Schiwkow am Schwarzen Meer. Musikgymnasium, Engagements in Sinfonieorchestern, Kammermusik, vor allem aber bulgarische Volksmusik prägten und zogen den jungen Menschen an.
Hatte eigene Volksmusik das Überleben der bulgarischen Kultur während der fast 500-jährigen Unterdrückung im osmanischen Reich möglich gemacht, so bedeutete das Ende des realsozialistischen Systems 1989/90 auch das Ende der blühenden Musikszene, zumindest zunächst in Bulgarien. Das Land, im Ostblock erfolgreich, wenn auch weiterhin eines der ärmsten Länder, sank wirtschaftlich noch tiefer. Der junge Musiker verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Taxifahren und wenigen Musikaufträgen, bis er sich 2003 entschloss, nach Deutschland zu gehen und den Lebensunterhalt für die Familie durch Straßenmusik zu verdienen.

Ivo Shishkov, Bigit Rummel, Bernard Rummel

So blieb er in der Rhein-Neckar-Region hängen, wo er durch einen glücklichen Zufall das Ehepaar Birgit und Bernard Rummel kennnelernte, sie Physikerin, er Psychologe, beide inzwischen IT-Fachleute mit dem ungewöhnlichen Faible für bulgarische Folklore und manches andere mehr. Und so bilden sie jetzt das persönlich-musikalische Integrationstrio „Ivo & Friends”, das Melodien vom Balkan bis zur Ostseeküste und weiter bietet. Ivo lässt akustische und elektrische Geige singen, krächzen oder wie eine Hummel brummen – mit seiner langjährigen Bühnenerfahrung beherrscht er virtuos alle Stile, die Balkan, Swing und Klassik hergeben. Die Größe des Instruments ist ihm dabei ziemlich egal, so bedient er bei Bedarf auch den Kontrabass. Birgit sorgt mit dem Akkordeon für die harmonische und rhythmische Basis, aber auch für wunderschöne Melodielinien im Zusammenspiel  mit Ivos Geige oder Bernards Gesang. Bernard singt und sorgt für die rhythmische Ergänzung auf Gitarre, Mandoline oder Bass, wenn er nicht gerade Geige spielt. Nur Blockflöte – die spielt er nicht.

Erfreute sich die Bürgerstiftung in der Person ihres Vorsitzenden seit Jahren an der Musik Ivos, so vermehrte sich die Freude um ein Vielfaches, seit am Samstagvormittag das Trio mit viel brio und meist im 7/8-Takt die Menschen an der Ecke Grabengasse/Hauptstraße erfreute. Was lag näher, als Ivo & Friends zu fragen, ob sie beim Spaziergang auf dem Alten Friedhof mit Lichtern, Gedichten und Musik den musikalischen Part übernehmen wollten. Gesagt, getan: Über das Ergebnis konnten Sie oben Näheres lesen.
Übrigens: Sie können die drei auch buchen: Entweder über IvoAndFriends, oder hier, oder, ganz einfach, an einem Samstag in der Hauptstraße.Adalbert Knapp

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Blick über den Zaun

Im Gespräch: Gunter Faigle

Der Blick über den Zaun kann von innen nach außen in die Ferne schweifen und so daran erinnern, dass es jenseits dieses Zauns auch eine Welt oder eine Bürgerstiftung gibt. Es gibt aber auch den Blick über den Zaun vom Nachbarn oder von sonstigen neugierigen klugen Leuten. Dieser Blick kann kritisch, wohlwollend, mit guten Ratschlägen verbunden sein (die mögen wir besonders gern), er kann auf jeden Fall dazu beitragen, die Innensicht zu überprüfen und das Außenbild kennenzulernen.
Wenn beides gravierend auseinanderdriftet, dann entsteht etwas, was man Identitätsproblem nennt. Dann muss der Psychologe ran oder so jemand Ähnliches.
Das wollen wir nicht hoffen, wenn wir in der nächsten Zeit Leute befragen, wie sie die Bürgerstiftung Weinheim sehen.

Das erste Gespräch dieser Art führte die Stifterpost mit Gunter Faigle, M.A., seit sechs Jahren freier Kulturjournalist beim Südkurier, im früheren Leben Verlagslektor und dann Volkshochschulleiter. Faigle übernimmt seit Beginn des digitalen Versandes der Stifterpost die Schlusskorrektur, von der Redaktion ob der Genauigkeit fast gefürchtet. Er hat auch die Herausgabe des Porträts des Ehepaars Maiwald als Lektor und herstellerisch begleitet.
Dass das Interview exterritorial für beide Seiten im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart stattfindet, hat damit zu tun, dass dort sowohl der Cappuccino als auch die Croissants besonders köstlich sind.
Was für ihn das herausragende Merkmal der Bürgerstiftung Weinheim sei, beantwortet Faigle sehr klar: In all den Jahren, seit er die Bürgerstiftung Weinheim beobachtet, fällt ihm die offensichtliche Nähe zur Bürgerschaft und zu sehr unterschiedlichen Milieus auf, in denen die Bürgerstiftung tätig ist und die sie repräsentiert. Dies drücke sich auch in der breiten Vielfalt der Projekte aus, welche die Bürgerstiftung unterstützt oder selbst initiiert hat und sich kontinuierlich um sie kümmert.
Nicht nur nebenbei erwähnt er positiv, dass man in Weinheim nicht erst Geld stiften muss, um in der Bürgerstiftung tätig sein zu können. Ganz wichtig erscheint ihm auch, dass in den Gremien und ebenso bei den Projekten auch Berufstätige und ausgewiesene Profis mitwirken: Ein aktiver Bankfachmann kümmere sich zum Beispiel um die Finanzen und die Öffentlichkeitsarbeit genüge durchdachten und seriösen Maßstäben.
Auf der anderen Seite beobachte er, in welchem Maß das Ehrenamt in Form der Arbeit der Zeitstifterinnen und -stifter Wertschätzung erfahre, welche die Großzügigkeit der Geldstifter bestens ergänze. Als Beispiel für eine gelungene Integrationsmaßnahme führt er den Freiwilligentag an, bei dem es die Bürgerstiftung schaffte, über 40 Aktive, unter diesen nicht wenige Flüchtlinge, zu gewinnen. Oder wie das Thema Alter Friedhof sich wirksam verbreite, zeige etwa der Besuch von über 100 Interessierten an einem Tag. Zielführende Spontaneität und das produktive Aufgreifen aktueller Fragen erkenne er ebenso wie bewusst gepflegte Kontinuität, wenn er an die Projekte denke, die sich über Jahre entwickelt haben und dauerhaft das Stadtleben bereichern.
Bemerkenswert finde er die vielen nutzbringenden Kooperationen. Er nennt die Partnerschaft mit der Verwaltung der Stadt Weinheim etwa beim Rolf-Engelbrecht-Preis, beim Alten Friedhof oder bei der Vortragsreihe „Weinheim und die Welt”. Und überhaupt spüre er über die Lektüre der Stifterpost eine offensichtliche Sympathie vieler Beteiligter untereinander und zur Sache.
Er wolle ja nicht zu dick auftragen, aber ihm fiele bei seiner persönlichen Einschätzung schon so eine Formulierung ein wie „beträchtlicher sozial-, kultur- und kommunalpolitischer Rang”.
Das Erröten der Stifterpost wird angesichts der Stuttgarter christlichen Umgebung schnell zu bescheidener Demut bei der Antwort auf die Frage, was denn aus seiner Sicht fehle. Zum einen, meint Faigle, könne man wirklich nicht alles machen, und zum anderen gäbe es natürlich immer Verbesserungspotenzial im Detail. Sein augenzwinkernder Wunsch: Keinen einzigen Fehler mehr in der Stifterpost! Und er zitiert zum Schluss des gemeinsamen Kaffees einen Schweizer Journalisten-Kollegen: „Fehlerreiches Schreiben ist wie Sprechen mit vollem Mund – unanständig und der Verständigung abträglich.“
Adalbert Knapp

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Aktuell

Augenblicke

Im April 2017 wird es fünf Jahre her sein, dass Hans-Joachim Gelberg für die Stifterpost jeweils ein Gedicht aussucht, kurz interpretiert und Informationen über die Autorin oder den Autor gibt.
Die Bürgerstiftung hat dieses kleine Jubiläum auf die Idee gebracht, diese Gedichte in einem kleinen Buch zusammenzufassen. Der Herausgeber war sehr angetan, alle, die davon hörten, auch und so wird die Bürgerstiftung am 22. Juni im Bürgersaal des Alten Rathauses mit „Augenblicke” ein viertes von ihr herausgegebenes oder unterstütztes Buch präsentieren können. Davor freilich gibt es noch einiges zu tun:
Die Gedichte wollen eingeordnet und die anderen Texte redigiert werden, ein Verlag ist zu finden und überhaupt: Sollte in diesem Band auch bildende Kunst eine Rolle spielen? Die beiden Kunsterzieherinnen Anke Krause und Rosi Reusch vom Werner-Heisenberg-Gymnasium waren sofort dabei und 64 Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse hörten höchst interessiert zu, als Hans-Joachim Gelberg am 23. November die Gedichte aus fünf Jahren vortrug. Auf der Website des WHG ist über den Vormittag zu lesen:

„Hans-Joachim Gelberg, Gründer des Kinder- und Jugendbuchprogramms Beltz & Gelberg, lebt heute als freischaffender Autor und Herausgeber in Weinheim. Für sein erstes Jahrbuch der Kinderliteratur erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis. In höchst anschaulicher, eindringlicher, aber auch humorvoller Weise hat er die seit 2012 in der Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim veröffentlichten Gedichte präsentiert.”

Die Verbindung zum Verlag Regionalkultur stellte Alexander Boguslawski her, Autor des Buches über den Alten Friedhof und kundiger Begleiter des Projekts. Passenderweise in der Buchhandlung Beltz fand im Dezember eine erste Redaktionskonferenz statt, wo in einem Gespräch zwischen Hans-Joachim Gelberg und Adalbert Knapp von der Bürgerstiftung das Ganze begonnen hatte.

Rosi Reusch, Anke Krause, Hans-Joachim Gelberg, Adalbert Knapp, Alexander Boguslawski

Die jungen Künstler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium sind mit ihren Lehrerinnen eifrig am Schaffen, die Zeit fliegt und alle sind gespannt, was das alles wird, überzeugt davon, dass es angesichts der Beteiligten nur etwas ganz Besonderes sein kann.

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Weinheim und die Welt

Eine Veranstaltungsreihe von Stadt Weinheim, Bürgerstiftung Weinheim und Volkshochschule Badische Bergstraße
„Global denken, lokal handeln” war das Motto der Agenda 21, eines entwicklungs- und umweltpolitischen Aktionsprogramms für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro (1992). Seit dem Beschluss der Vereinten Nationen 1992 sind bald 25 Jahre vergangen. Die Welt hat sich weiter vernetzt, das Lokale hängt immer enger mit dem Globalen zusammen. Die weltweit deutlich gestiegene Fluchtbewegung ist vor zwei Jahren erneut in den Städten und Gemeinden angekommen. Sie ist eine von vielen globalen Herausforderungen, die auch im Lokalen ihre Wirkung zeigen.
Oberbürgermeister Bernhard beschreibt das Ziel dieser neuen Veranstaltungsreihe so: „In einer Zeit, in der wir ständig mit Menschen aus anderen Regionen dieser Erde, aus anderen Kulturkreisen und ethnischen Beziehungen zu tun haben, sind Blicke über den Kirchturm in einer Stadtgesellschaft enorm wichtig.”
In der Reihe sollen namhafte Fachleute zu Wort kommen, die sich mit den Zusammenhängen von Welt- und Lokalentwicklung befassen.
Den Auftakt machte der Ökonomie-Professor Dr. Bernd Nolte mit dem Thema „Warum die einen Nationen reich und erfolgreich sind – viele andere aber nicht”.

Referent, Titel, Termin und Ort der nächsten Veranstaltung:

 

Dr. Stephan Marks – Menschenwürde und Scham: Ein Thema für die Arbeit mit Flüchtlingen?

Donnerstag, 16. März, 19:00 Uhr, Volkshochschule, Luisenstraße 1
Scham ist eine schmerzhafte, oft übersehene Emotion, die in jeder Begegnung mit Menschen akut werden kann. Zum Beispiel in der Arbeit mit Flüchtlingen, wenn diese sich für erlittene Traumata oder für ihre Hilflosigkeit schämen. Wenn unterschiedliche Schamgrenzen und verschiedene Auffassungen von Intimität, Ehre und Schande aufeinandertreffen, besteht die Gefahr zusätzlicher Beschämungen. Dabei kann auch bei den Helfenden die eigene Scham-Geschichte berührt werden. Unerkannte Schamgefühle können zu Depressionen, Rückzug oder Suizid führen – oder in Zynismus, Trotz oder Aggression umschlagen. Daher ist es für alle, die mit Menschen arbeiten, wichtig, Scham zu erkennen und konstruktiv mit ihr umgehen zu können. Denn sie ist zwar schmerzhaft, hat aber auch positive Aufgaben: Scham ist, so Leon Wurmser, „die Wächterin der menschlichen Würde”.

Dr. Stephan Marks ist Sozialwissenschaftler, Supervisor und Sachbuchautor. Er leitet seit vielen Jahren im deutschsprachigen Raum und in Lateinamerika Fortbildungen zum Thema Scham und Menschenwürde.

Der Eintritt ist frei

 

11. Basar im Rolf-Engelbrecht-Haus

Samstag, 25. März 2017 von 10:00 bis 13:00 Uhr

Die Bürgerstiftung Weinheim öffnet einmal im Jahr die Tore des Rolf-Engelbrecht-Hauses für ihren großen Basar mit attraktiven Angeboten „vom Kochtopf bis zum Ausgehrock” zu kleinsten Preisen.
Zugleich fördert jede Besucherin und jeder Besucher mit dem Kauf, mag er noch so klein sein, die Arbeit der Bürgerstiftung, denn der Verkaufserlös geht zu 100 Prozent in die Finanzierung gemeinnütziger Vorhaben in unserer Stadt. Immerhin konnten durch die bisherigen Basare rund 25.000 Euro für gute Zwecke erwirtschaftet werden.
Viele Helferinnen und Helfern mit Familienmitgliedern und Freunden unterstützen Vorstand und Stiftungsrat bei der Vorbereitung und Durchführung des Basars.

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Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Förderpreis

Zum dritten Mal seit 2013 lobt die Bürgerstiftung Weinheim den Gudrun-und Karl Heinz Maiwald-Förderpreis aus:
Kinder und Jugendliche können Kunst begegnen,
Kreativität verwirklichen und stärken in Projekten
aus Musik, bildender Kunst, Tanz und Theater
Die Zielsetzung:
Der „Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Förderpreis“ möchte die schöpferischen Kräfte von solchen Kindern und Jugendlichen wecken, für die der Weg zur Kunst nicht einfach und nicht selbstverständlich ist.Die Kinder und Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, ihre Kreativität in den Bereichen Musik, bildende Kunst, Tanz und Theater zu entfalten, und können so- auf ihre Begabungen aufmerksam werden,
– Selbstvertrauen und Zutrauen zu musischem Arbeiten entwickeln,
– lernen, ein Vorhaben gemeinsam zu tragen und zu verantworten sowie dadurch schließlich
– Anerkennung erfahren.Bewerben können sich insbesondere Förderschulen bzw. Schulen mit Förderlehrgängen, ähnliche Einrichtungen und Gruppen, die Musikschule u . a. als Kooperationspartnerinnen sowie Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Musik, bildende Kunst, Tanz und Theater.Weitere Informationen finden Sie hier

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Nur Mut!

Sie haben eine gute Idee für ein Projekt oder einen Vorschlag oder wollen einmal in einem persönlichen Gespräch erfahren, was es bei der Bürgerstiftung alles gibt? Oder Sie wollen selbst mitarbeiten?

Nur Mut! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

Dr. Adalbert Knapp (Tel. 06201 63254)

Oder Sie schreiben erst einmal eine Mail an uns,
das ist nicht so riskant …

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So helfen Sie uns

Wie Sie uns helfen können, das erfahren Sie hier.

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Impressum

Herausgeberin:

Bürgerstiftung Weinheim

Vorstandsvorsitzender: Dr. Adalbert Knapp
Siegfriedstraße 7
69469 Weinheim

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Michael Ender
c/o Volksbank Weinheim, Bismarckstraße 1
69469 Weinheim

Kontakt: info@buergerstiftung-weinheim.de

Anerkennung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe am 17. November 2005 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen RechtsRedaktion: Adalbert Knapp

Texte: Alexander Boguslawski, Hans-Joachim Gelberg, Roland Kern, Adalbert Knapp, Paul Schumann
Bilder: Hans-Joachim Gelberg: Alexa Gelberg
Dietrich-Bonoeffer-Schule, Michael Endriß, Gunter Faigle, Gunnar Fuchs, Ivo & Friends, Roland Kern, Uwe Klein, Adalbert Knapp, Ulla Körnig, Martina Reck, A. Schiffner
Mitarbeit: Alexander Boguslawski, Brigitte Burger, Gunter Faigle, Marcus Graf und Claudia WernerLayout und Webdesign:

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Web-Hosting & Programmierung:
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