Aktuell

Es gibt wieder Weihnachtskarten

Wie in den Jahren  2013 und 2014 bietet die Bürgerstiftung  wieder Weihnachtskarten zugunsten der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Weinheim an. Diesmal haben die Karten Nadine Asfour und Hannah Schwöbel in einem Projekt der Stiftungsinitiative Schüler-Stipendien (SiSS) gestaltet. Diese Initiative der Forschungsgruppe Modellprojekte (SFGM) Weinheim fördert Kinder und Jugendliche, die ein besonderes Interesse oder Talent auf dem Gebiet der Sprache, der Bildenden Kunst, der Musik, der Naturwissenschaft oder des Sports haben. Die Stipendiat/innen werden von ihren Lehrer/innen vorgeschlagen, doch spielen schulische Leistungen bei der Vergabe des Stipendiums keine Rolle. Das Stipendium soll vielmehr außerschulische Talente anerkennen und ein Anreiz sein, sich selbst weiterzuentwickeln. Dabei stehen den Schülerinnen und Schülern ehrenamtliche Bildungspaten zur Seite.

Wie in den vergangenen Jahren werden die Karten in Weinheimer Buchhandlungen und anderen Geschäften zu bekommen sein. Die Bürgerstiftung freut sich auch über größere Aufträge zum Beispiel von Firmen und anderen Institutionen. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte an Monika Endriß, Telefon 06201-14735  endriss@gmx.de oder an die Bürgerstiftung Weinheim, Telefon 06201-3892025 info@buergerstiftung-weinheim.de

Stifterforum der Bürgerstiftung Weinheim

Das 12. Stifterforum am 26. Oktober stand ganz im Zeichen einer Interviewstudie, die ein Team der Bürgerstiftung im Mai und Juni diesen Jahres durchgeführt hatte. Zuvor hatten  Margarete Ruoff und Dr. Adalbert Knapp über das Jahr 2016 berichtet. Den Bericht finden Sie hier.

Anschließend präsentierte Katja Hoger die Preisträger des

Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Förderpreises

Der 2017 zum dritten Mal verliehene Preis ist nach Gudrun und Karl Heinz Maiwald benannt, die der Bürgerstiftung 2012 eine Summe von 750 000 Euro vermacht haben. Der Preis soll  die schöpferischen Kräfte von solchen Kindern und Jugendlichen wecken, für die der Weg zur Kunst nicht einfach und nicht selbstvertsändlich ist. In diesem Jahr kamen zwei Vorschläge in die Endauswahl: „Skulpturengarten in der Helen-Keller-Schule (HKS)“ und „Kreativ im Jahreslauf an der Albert-Schweitzer-Grundschule“. Nach intensiven Beratungen war sich die Jury einig, dass beide Bewerbungen den Kriterien des Preises sehr gut entsprechen. Dies betreffe die möglichen Adressaten ebenso wie die inhaltlichen Aspekte.So wurde das Preisgeld für den Skulpturengarten zur Verfügung gestellt; „Kreativ im Jahreslauf konnte durch eine sehr großzügige Geburtstagsspende und weitere Mittel der Bürgerstiftung finanziert werden.

Das Projekt

Skulpturengarten

stellte Alexander Haas, Lehrer an der Helen-Keller-Schule, eindruckvoll vor. Im Modellversuch „AV dual“ sei die Schule besonders darum bemüht, den Schülerinnen und Schülern neue Wege zu zeigen und ihnen so zum einen eine positivere Verbindung zur Schule zu ermöglichen und zum anderen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die Schülerinnen und Schüler im „AV dual“ kämen zum größten Teil aus Elternhäusern, denen Kontakt zur Kunst eher fern ist.
Der Innenhof der HKS neben dem Schulgarten eignete sich hervorragend für eine solche künstlerische Gestaltungsweise. Die Arbeiten aus Holz und Stein/Beton wurden in Zusammenarbeit mit der WERKstattSCHULE e.V. aus Heidelberg hergestellt. Die offizielle Einweihung am 8. November um 11 Uhr wird vor allem auch  der Wertschätzung der Leistung der beteiligten Schüler für ihre Projektarbeit dienen.

 „Kreativ im Jahres-Lauf“

temperamentvoll vorgestellt von Felicitas Vajna, schließt einmal wöchentlich an die Kernzeitbetreuung der Albert-Schweitzer Schule an und beinhaltet das Erleben der jahreszeitlichen Zyklen. Mit Hilfe von Exkursionen, künstlerischer Arbeit, saisonaler Essenszubereitung und sinnesfördernden Spielen entdecken die teilnehmenden Kinder die Vielfalt des Jahreslaufs.
Im Vordergrund unseres Projekts stehe der Ansatz, die Welt mit allen Sinnen zu begreifen und zu erfassen und dies künstlerisch umzusetzen. In Absprache mit der Schulleitung der Albert–Schweitzer–Schule wurden Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund und / oder aus schwierigem sozialen Umfeld ausgewählt, die einer besonderen Zuwendung und Förderung in kindgerechter Perspektive und alternativen Spielmöglichkeiten bedürfen.

Im dritten Teil des Abends stellten Dr. Alexander Boguslawski, Karin Graf und Dr. Adalbert Knapp die Interviewstudie vor.

Die Bürgerstiftung Weinheim im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt

Ziel dieser Befragung im Juni 2017 sei es, im 12. Jahr ihres Bestehens ein Bild davon zu bekommen, wie die Bürgerstiftung in der Weinheimer Bevölkerung wahrgenommen werde, und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Als Methode wurden  qualitative Interviews ausgewählt, eine sozialwissenschaftlich  bewährte Umfragemethode.  Die Projektgruppe suchte 22 Personen aus der Weinheimer Stadtgesellschaft aus, von denen man sich neutrale aber ergiebige Antworten erwartete. Es waren Befragte aus der Politik, den Kirchen, Sozialverbänden, Vereinen, der Wirtschaft und der Kunst.. Grundlage war ein Gesprächsleitfaden mit 17 offenen, nicht strukturierten Fragen.  Dauer der Interviews ca.1 Stunde.

Hier zusammenfassende Sätz aus dem Bericht: „Die Umfrage hat ein breites Spektrum von bürgerschaftlichem Engagement in Weinheim sichtbar gemacht. Für manche wäre es wünschenswert , wenn mehr Koordination und Vernetzung stattfände.
Die Bürgerstiftung hat im vielstimmigen Orchester des Bürgerlichen Engagements in Weinheim in den vergangenen 11 Jahren einen guten Ruf erworben. Hervorgehoben werden ihre Offenheit für alle Themen und alle potentiellen Unterstützer. Ihre gelegentliche Charakterisierung als eliteorientiert bezieht sich auf die Gründungszeit der Bürgerstiftung.

Als Wünsche wurden formuliert:
Es könnte mehr für ältere Menschen getan werden.
Mehr Bürgernähe, u.a durch stärkere stadtteilbezogene Arbeit sei sinnvoll.
Kümmern um Benachteiligte sollte verstärkt werden
Sehr wichtig ist, dass das Tätigkeitsspektrum nicht eingeengt wird.
Im Sinne ihres Mottos „Fördern und gestalten“ und der breiten Zustimmung zu ihrer bisherigen Arbeit wird die Bürgerstiftung an diesem Ruf weiter arbeitend sich um die oben genannten Themenfelder kümmern.“
Den gesamten Bericht über die Studie mit einer Dokumentation der Interviews finden Sie hier.

Vorstand und Stiftungsrat sehen nach der Vorstellung im Stifterforum in den Ergebnissen der Studie eine gute Grundlage für die weitere Arbeit der Bürgerstiftung Weinheim.

 

„Endlich weiß ich, was ich demnächst verschenken werde“

Wenn auch Sie die Gedichte für sich oder für Freunde zum Klingen bringen möchten, ist der Weg in eine der Weinheimer Buchhandlungen sinnvoll, wie ihn auch Ingrid Noll gefunden hat: „Endlich weiß ich, was ich demnächst verschenken werde! Das Gedichtbändchen ‚Augenblick‘ ist so liebevoll gestaltet und die Gedichte sind von Hans-Joachim Gelberg so trefflich ausgewählt, dass mir das Herz aufgegangen ist. Sicher wird es allen so gehen, die das Buch zur Hand nehmen, darin blättern, lesen und sich die Illustrationen anschauen. Eine feine, kleine & reine Freude!“

88 Seiten, 20 farbige Abbildungen, fester Einband,
11,90 Euro, erhältlich in den Weinheimer Buchhandlungen und dem Diesbach-Kartenshop.
Die Bürgerstiftung Weinheim als Herausgeberin dankt der Freudenberg&Co KG für die großzügige Förderung des Projekts.

Auch das könnte ein Geschenk sein – oder Sie haben es selbst noch nicht

„Dieses Buch ist ein Erlebnis. Alles zusammen wirkt wie eine Oase der Besinnung. Die Fotos, natürlich, atmen fast. So schön kennt man den alten Friedhof beinahe noch nicht. Aber er ist so. Mit kundiger Behutsamkeit wird erzählt und  beschrieben, wie dieser Friedhof über Jahrhunderte wuchs und alt wurde. An alles ist gedacht, selbst die Baumarten werden vorgestellt. Ein Gedenkbuch, mehr noch, lesend fühlt man sich zugehörig. Auch ich dachte, nun bin ich ein Weinheimer.“
Hans-Joachim Gelberg

140 Seiten, über 40 meist farbige Abbildungen, 17 Euro
Erhältlich in den  Weinheimer Buchhandlungen und im Diesbach Kartenshop
Die Bürgerstiftung Weinheim als Herausgeberin sowie die Autoren danken der Freudenberg&Co KG für die großzügige Förderung des Projekts.

Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte:

Zwangsarbeiter im Dritten Reich

„Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte“ war der Vortrag des ehemaligen Zwangsarbeiters Dr. Stanislas Stepien im Mai 1988 überschrieben, zu dem die Friedensinitiative Weinheim eingeladen hatte. Seitdem hat sich in der Literatur einiges auch zum Thema Zwangsarbeiter getan. In dem verdienstvollen, von der Stadt Weinheim im Jahr 2000 herausgegebenen Buch „Die Stadt Weinheim zwischen 1933 und 1945“ beschreibt Toni Lang in seiner Abhandlung über die „nationalsozialistische Wirtschaft- und Sozialpolitik in der Stadt Weinheim“ ausführlich die Lage der „Fremd- und Zwangsarbeiter in Weinheim“. Auch Ute Grau und Barbara Guttmann widmen zwei Seiten in „Weinheim – Geschichte einer Stadt“ (Weinheim 2008) dem Thema „Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene“. Nicht zuletzt Joachim Scholtysecks „Freudenberg – Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur“ (München 2016) befasst sich sehr detailliert mit der „Zwangsarbeit bei Freudenberg“.

Nichtsdestoweniger fristet ein Grabfeld von 14 Zwangsarbeitern am äußersten Rand des Weinheimer Hauptfriedhof ein im Sinn des Wortes weit abgelegenes, weitgehend unbekanntes Dasein. Pfarrer i.R. Robert Schmekal erinnerte im November 2015 durch eine Kranzniederlegung bei den Gräbern an das Schicksal dieser Menschen. Vor einiger Zeit ist, über die Stadt Weinheim, diese Thematik  von Pfarrer Schmekal an die Bürgerstiftung herangetragen worden.
Inzwischen haben sich sieben Schülerinnen des Neigungskurses Geschichte am Werner-Heisenberg-Gymnasium unter der Leitung ihres Lehrers Konrad Fink und mit Unterstützung von Stadtarchivarin Andrea Rößler dazu bereit erklärt, diese Thematik im Rahmen eines Projekts zu bearbeiten. Sie haben inzwischen den Text über die Geschichte der Zwangsarbeiter in Weinheim für eine Tafel erstellt, die bei dem Gräberfeld für die Zwangsarbeiter aufgestellt werden soll. Auch der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge beteiligt sich an dem Vorhaben.

„Sie kam aus Mariupol“

Ob es ein Zufall ist, sei dahin gestellt: Im Frühjahr dieses Jahres erschien „ein großartiges Buch gegen das Schweigen“ (Bayern 2 Kultur): „Sie kam aus Mariupol“ von Natascha Wodin. Die Autorin „geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die mit ihrem Mann 1944 als ‚Ostarbeiterin‘ nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv von einem Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich.“ Diesem Klappentext ist nach der Lektüre dieses mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichneten Werkes nichts hinzuzufügen.

Auch diese Initiative von Bürgerstiftung und Stadt Weinheim hat das Ziel, ein vergessenes Kapitel neu zu lesen.
Die mit dem von den Schülerinnen erarbeiteten Text und weiteren Informationen versehene Tafel soll im Frühjahr 2018 an einem Tag zwischen dem 28. März, der Befreiung Weinheims, und dem 8. Mai, dem endgültigen Ende des Nationalsozialismus, enthüllt werden.

Bürgerschaftliche Beteiligung durch Spenden

Bürgerstiftung und Stadt Weinheim bitten um Spenden für die Finanzierung der Tafel. Die Unterstützung unterstreicht die Bedeutung dieses Gedenkens der Weinheimer Bürgerinnen und Bürger und dokumentiert die bürgerschaftliche Beteiligung an der Erinnerungstafel. So wie seinerzeit die Errichtung des Mahnmals an der Ehretstraße durch eine bürgerschaftliche Initiative und eine finanzielle Beteiligung zustande kam.
Spendenkonto: Bürgerstiftung Weinheim, Volksbank Weinheim eG
IBAN: DE 64 670 923 00 0003 7770 06
BIC: GENODE61WNM Kennwort: Zwangsarbeiter in Weinheim