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33 Jahre währt die Knechtschaft schon …

1848: Szenen einer Revolution

14. Juli 2019, 18:00 Uhr und 19:30 Uhr,  Alter Friedhof

1848 Cover BildRevolution auf dem Alten Friedhof in Weinheim! Theaterverein Holzwurm, Musikschule und Bürgerstiftung machen es möglich. Die Besucherinnen und Besucher erleben den Vormärz, die Situation von Handwerkern, Bauern und Taglöhner in diesen Tagen. Es ist Aufregung im ganzen Land, die Leute deklamieren „Gott segne das liebe Vaterland! Wie ist die Zeitung doch interessant“! 20 Schauspielerinnen und Schauspieler der Holzwurmtruppe übernehmen die Rollen von Bäuerinnen, Gerbern und Lehrern, Pfarrern, Juristen und Künstlern, die Pressefreiheit und mehr Beteiligung an der Lenkung ihre Geschicke fordern. Bei der Inszenierung des Attentats wird es ernst: „Das haben sie sich verdient, die hohen Herren. Uns kann man nicht länger mit preußischen Soldaten drohen.“ Nun denn, die waren allerdings schon durch und so waren die Folgen des Attentats für die preußischen Truppen nicht ganz so dramatisch, wie von vielen erhofft.
Freilich, die Revolutionäre von damals, sie traf die Härte der Obrigkeit, Friedrich Härter und viele andere mussten jahrelang ins Gefängnis oder, wie der Sohn Härters, in die USA fliehen. Härter hat sich davon nicht mehr erholt. So wird der Pfarrer Julius Zäringer alias Holger Mattenklott seine Rede am Grab mit den Worten schließen:

„Und wer wie er geliebt / Volk, Vaterland, die Seinen / Der hat ein Recht darauf / Dass alle ihn beweinen“.
Neben den Schauspielerinnen und Schauspielern des Theatervereins Holzwurm spielt ein Bläserensemble der Musikschule unter der Leitung von Martina Heimes auf und Erster Bürgermeister Dr. Fetzner tritt in der Rolle des Barden in Erscheinung, der vom Traum der deutschen Republik singt. Der Eintritt ist frei. Über Spenden zur Deckung der Kosten und zugunsten des Alten Friedhofs freuen sich die Veranstalter.

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Begeisterndes Chorfestival „Stimmen für Europa“

Die Bürgerstiftung ist dabei!

Die große Ode an die Freude

Viele Stimmen für Europa: Rund 600 Menschen bildeten das Gesangsfinale am Blauen Hut im Weinheimer Schlosspark

Chorfestival Finale Stimmen für Europa

Weinheim. Wenn Gänsehaut als Gradmesser für die Europawahl gilt, dann ist Europa in den Herzen der Menschen angekommen. Zumindest in Weinheim. Rund 600 Menschen bildeten am Sonntagabend am Blauen Hut im Schlosspark das vielstimmige emotionale Finale eines großen Konzerttages, von dem man noch lange sprechen wird.

Seit der Mittagszeit bis in den frühen Abend, als sich am Himmel schon die Sonne und der Mond grüßten, traten Chöre und Gesangvereine aus Weinheim und Umgebung auf; alle hatten sie europäische Lieder im Repertoire. Gut sechs Stunden lang dauerte das abwechslungsreiche Konzert am alten Wehrturm, unterhaltsam und lehrreich moderiert von Nikolaus Knapp und Katja Hoger.

Beim großen Finale, dirigiert und begleitet von den Chorleitern Wolfram Schmidt, Norbert Thiemel und Martin Lehr, stimmten rund 600 Weinheimerinnen und Weinheimer mit ein, als Beethovens „Ode an die Freude“ angestimmt wurde – die Europahymne! Europaflaggen und Fahnen europäischer Nationen wurden dabei geschwenkt. Es gab Beteiligte, die hatten Tränen in den Augen in diesem pathetischen Moment.

Dr. Adalbert Knapp und Dr. Alexander Boguslawski, die beiden Gründer und Motoren der Bewegung „Doch Europa“, sowie Roland Kern, Jürgen Osuchowski, Sabine Nick und Norbert Kramer aus dem Orga-Team zogen eine begeisterte Bilanz. „Es war so, wie wir es uns gewünscht haben“, fasst Adalbert Knapp zusammen, „da ist ein Funke übergesprungen“.

Den ganzen Tag über haben rund 1500 Menschen das wohl größte Chorkonzert erlebt, das es in Weinheim je gegeben hat. Auch der neue Oberbürgermeister Manuel Just gehörte zu den begeisterten Mitsängern der abschließenden Hymne.

Am Vormittag hatte Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner als Schirmherr die Besucher begrüßt. Er lieferte ein leidenschaftliches Bekenntnis für Europa ab.
„Dieses Staatenbündnis hat in den vergangenen Jahrzehnten für Frieden und Wohlstand gesorgt. Es hat nach dem Krieg Brücken gebaut zwischen verfeindeten Völkern, traumatisiert durch die Folgen des hetzerischen Nationalsozialismus. Denn eine Verabschiedung von einem gemeinsamen Europa bedeutet die Rückkehr in den Nationalstaat. Und in einem solchen Staat möchte ich nicht leben“, erklärte er.

Die musikalische Bandbreite war enorm: Es traten Schulchöre auf, klassische Gesangvereine, Projektchöre, Jugend- und Kirchenchöre auf: Im Einzelnen der Frauenchor Oberflockenbach, die Nordstadtsingers, der Schulchor der Carl-Orff-Grundschule Sulzbach, der Jugendchor Heddesheim, der MGV 1873 Großsachsen, der Gospelchor an der Peterskirche, die Celtic Songs, der Jugendchor vivida banda, die Sängervereinigung Germania Weinheim, der Chor 60 plus mit Evangelischem Kirchenchor Lützelsachsen und der Evangelischen Singgemeinde Weinheim, der Chor Cantus Vivus sowie der Pop- und Jazzchor Weinheim.

Mit dieser Mail bedankt sich das Organisationsteam bei den Chören und Mitwirkenden:

Liebe Sängerinnen und Sänger, liebe Leiterinnen und Leiter der Chöre, liebe Katja, lieber Niko, lieber Herr Holland,
wir möchten uns bei Ihnen allen sehr herzlich dafür bedanken, dass Sie das gestrige Chorfestival „Stimmen für Europa!“ zu dem gemacht haben, was die vielen Besucherinnen und Besucher immer wieder formuliert haben und das – fast ohne Worte – im diesem Video von Sven Holland von den Weinheimer Jugendmedien  zum Ausdruck kommt: Ein großes Fest für Europa. Nachdem vor der Ode an die Freude Katja Hoger und Niko Knapp an de Gaulles Bild der Kathedrale Europa erinnert haben*, passt das Foto, das Stefan Buchholz gelungen ist, irgendwie, naja Kathedrale nicht, aber immerhin ein Turm von Heinrich Hübsch entworfen, sagt man, und, welche Symbolik, der Neubau drei Monate und 14 Tage vor Beginn des Ersten Weltkrieg eingeweiht.

Chorfestival ST Laurentius

Beigefügt erhalten Sie die Pressereaktionen in den Weinheimer Nachrichten, in der Rhein-Neckar-Zeitung, in der Weinheimer Woche und ein Podcast der Weinheimer Nachrichten.
Nochmals vielen herzlichen Dank,
alles Gute für Ihr weiteres Schaffen, Wirken, Singen und
beste Grüße

Alexander Boguslawski – Roland Kern – Adalbert Knapp – Norbert Kramer – Sabine Nick – Jürgen Osuchowski

*Charles de Gaulle im Juni 1965 in Bonn :
„Wir Europäer sind Kathedralenbauer. Wir haben lange gebraucht. Es hat uns viel Mühe gekostet. Aber wir haben es geschafft… Jedenfalls gibt es ein Fundament, das ist die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Die Säulen sind unsere sechs Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Oben wird es ein Gewölbe und ein Dach haben, und das wird unsere politische Kooperation sein. Die Säulen werden gebaut, wenn das Fundament gelegt ist. Das Dach wird aufgesetzt, wenn die Säulen richtig gebaut sind… Wenn unsere Kathedrale gebaut ist, wird man sie anderen öffnen. Und wenn wir dann Geschmack am Bauen gefunden haben, wer weiß, ob wir nicht eine noch größere und schönere Kathedrale erbauen werden, die Union des gesamten Europa?“

PS.: Wenn Sie bei „Doch Europa!“ auf dem Laufenden bleiben möchen: Hier finden Sie zu unserer Website , den Woinemer Euroletter gibt es hier.