Aktuell

Es gibt wieder Weihnachtskarten

Wie in den Jahren  2013 und 2014 bietet die Bürgerstiftung  wieder Weihnachtskarten zugunsten der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Weinheim an. Diesmal haben die Karten Nadine Asfour und Hannah Schwöbel in einem Projekt der Stiftungsinitiative Schüler-Stipendien (SiSS) gestaltet. Diese Initiative der Forschungsgruppe Modellprojekte (SFGM) Weinheim fördert Kinder und Jugendliche, die ein besonderes Interesse oder Talent auf dem Gebiet der Sprache, der Bildenden Kunst, der Musik, der Naturwissenschaft oder des Sports haben. Die Stipendiat/innen werden von ihren Lehrer/innen vorgeschlagen, doch spielen schulische Leistungen bei der Vergabe des Stipendiums keine Rolle. Das Stipendium soll vielmehr außerschulische Talente anerkennen und ein Anreiz sein, sich selbst weiterzuentwickeln. Dabei stehen den Schülerinnen und Schülern ehrenamtliche Bildungspaten zur Seite.

Wie in den vergangenen Jahren werden die Karten in Weinheimer Buchhandlungen und anderen Geschäften zu bekommen sein. Die Bürgerstiftung freut sich auch über größere Aufträge zum Beispiel von Firmen und anderen Institutionen. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte an Monika Endriß, Telefon 06201-14735  endriss@gmx.de oder an die Bürgerstiftung Weinheim, Telefon 06201-3892025 info@buergerstiftung-weinheim.de

Stifterforum der Bürgerstiftung Weinheim

Das 12. Stifterforum am 26. Oktober stand ganz im Zeichen einer Interviewstudie, die ein Team der Bürgerstiftung im Mai und Juni diesen Jahres durchgeführt hatte. Zuvor hatten  Margarete Ruoff und Dr. Adalbert Knapp über das Jahr 2016 berichtet. Den Bericht finden Sie hier.

Anschließend präsentierte Katja Hoger die Preisträger des

Gudrun und Karl Heinz Maiwald-Förderpreises

Der 2017 zum dritten Mal verliehene Preis ist nach Gudrun und Karl Heinz Maiwald benannt, die der Bürgerstiftung 2012 eine Summe von 750 000 Euro vermacht haben. Der Preis soll  die schöpferischen Kräfte von solchen Kindern und Jugendlichen wecken, für die der Weg zur Kunst nicht einfach und nicht selbstvertsändlich ist. In diesem Jahr kamen zwei Vorschläge in die Endauswahl: „Skulpturengarten in der Helen-Keller-Schule (HKS)“ und „Kreativ im Jahreslauf an der Albert-Schweitzer-Grundschule“. Nach intensiven Beratungen war sich die Jury einig, dass beide Bewerbungen den Kriterien des Preises sehr gut entsprechen. Dies betreffe die möglichen Adressaten ebenso wie die inhaltlichen Aspekte.So wurde das Preisgeld für den Skulpturengarten zur Verfügung gestellt; „Kreativ im Jahreslauf konnte durch eine sehr großzügige Geburtstagsspende und weitere Mittel der Bürgerstiftung finanziert werden.

Das Projekt

Skulpturengarten

stellte Alexander Haas, Lehrer an der Helen-Keller-Schule, eindruckvoll vor. Im Modellversuch „AV dual“ sei die Schule besonders darum bemüht, den Schülerinnen und Schülern neue Wege zu zeigen und ihnen so zum einen eine positivere Verbindung zur Schule zu ermöglichen und zum anderen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die Schülerinnen und Schüler im „AV dual“ kämen zum größten Teil aus Elternhäusern, denen Kontakt zur Kunst eher fern ist.
Der Innenhof der HKS neben dem Schulgarten eignete sich hervorragend für eine solche künstlerische Gestaltungsweise. Die Arbeiten aus Holz und Stein/Beton wurden in Zusammenarbeit mit der WERKstattSCHULE e.V. aus Heidelberg hergestellt. Die offizielle Einweihung am 8. November um 11 Uhr wird vor allem auch  der Wertschätzung der Leistung der beteiligten Schüler für ihre Projektarbeit dienen.

 „Kreativ im Jahres-Lauf“

temperamentvoll vorgestellt von Felicitas Vajna, schließt einmal wöchentlich an die Kernzeitbetreuung der Albert-Schweitzer Schule an und beinhaltet das Erleben der jahreszeitlichen Zyklen. Mit Hilfe von Exkursionen, künstlerischer Arbeit, saisonaler Essenszubereitung und sinnesfördernden Spielen entdecken die teilnehmenden Kinder die Vielfalt des Jahreslaufs.
Im Vordergrund unseres Projekts stehe der Ansatz, die Welt mit allen Sinnen zu begreifen und zu erfassen und dies künstlerisch umzusetzen. In Absprache mit der Schulleitung der Albert–Schweitzer–Schule wurden Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund und / oder aus schwierigem sozialen Umfeld ausgewählt, die einer besonderen Zuwendung und Förderung in kindgerechter Perspektive und alternativen Spielmöglichkeiten bedürfen.

Im dritten Teil des Abends stellten Dr. Alexander Boguslawski, Karin Graf und Dr. Adalbert Knapp die Interviewstudie vor.

Die Bürgerstiftung Weinheim im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt

Ziel dieser Befragung im Juni 2017 sei es, im 12. Jahr ihres Bestehens ein Bild davon zu bekommen, wie die Bürgerstiftung in der Weinheimer Bevölkerung wahrgenommen werde, und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Als Methode wurden  qualitative Interviews ausgewählt, eine sozialwissenschaftlich  bewährte Umfragemethode.  Die Projektgruppe suchte 22 Personen aus der Weinheimer Stadtgesellschaft aus, von denen man sich neutrale aber ergiebige Antworten erwartete. Es waren Befragte aus der Politik, den Kirchen, Sozialverbänden, Vereinen, der Wirtschaft und der Kunst.. Grundlage war ein Gesprächsleitfaden mit 17 offenen, nicht strukturierten Fragen.  Dauer der Interviews ca.1 Stunde.

Hier zusammenfassende Sätz aus dem Bericht: „Die Umfrage hat ein breites Spektrum von bürgerschaftlichem Engagement in Weinheim sichtbar gemacht. Für manche wäre es wünschenswert , wenn mehr Koordination und Vernetzung stattfände.
Die Bürgerstiftung hat im vielstimmigen Orchester des Bürgerlichen Engagements in Weinheim in den vergangenen 11 Jahren einen guten Ruf erworben. Hervorgehoben werden ihre Offenheit für alle Themen und alle potentiellen Unterstützer. Ihre gelegentliche Charakterisierung als eliteorientiert bezieht sich auf die Gründungszeit der Bürgerstiftung.

Als Wünsche wurden formuliert:
Es könnte mehr für ältere Menschen getan werden.
Mehr Bürgernähe, u.a durch stärkere stadtteilbezogene Arbeit sei sinnvoll.
Kümmern um Benachteiligte sollte verstärkt werden
Sehr wichtig ist, dass das Tätigkeitsspektrum nicht eingeengt wird.
Im Sinne ihres Mottos „Fördern und gestalten“ und der breiten Zustimmung zu ihrer bisherigen Arbeit wird die Bürgerstiftung an diesem Ruf weiter arbeitend sich um die oben genannten Themenfelder kümmern.“
Den gesamten Bericht über die Studie mit einer Dokumentation der Interviews finden Sie hier.

Vorstand und Stiftungsrat sehen nach der Vorstellung im Stifterforum in den Ergebnissen der Studie eine gute Grundlage für die weitere Arbeit der Bürgerstiftung Weinheim.

 

„Endlich weiß ich, was ich demnächst verschenken werde“

Wenn auch Sie die Gedichte für sich oder für Freunde zum Klingen bringen möchten, ist der Weg in eine der Weinheimer Buchhandlungen sinnvoll, wie ihn auch Ingrid Noll gefunden hat: „Endlich weiß ich, was ich demnächst verschenken werde! Das Gedichtbändchen ‚Augenblick‘ ist so liebevoll gestaltet und die Gedichte sind von Hans-Joachim Gelberg so trefflich ausgewählt, dass mir das Herz aufgegangen ist. Sicher wird es allen so gehen, die das Buch zur Hand nehmen, darin blättern, lesen und sich die Illustrationen anschauen. Eine feine, kleine & reine Freude!“

88 Seiten, 20 farbige Abbildungen, fester Einband,
11,90 Euro, erhältlich in den Weinheimer Buchhandlungen und dem Diesbach-Kartenshop.
Die Bürgerstiftung Weinheim als Herausgeberin dankt der Freudenberg&Co KG für die großzügige Förderung des Projekts.

Auch das könnte ein Geschenk sein – oder Sie haben es selbst noch nicht

„Dieses Buch ist ein Erlebnis. Alles zusammen wirkt wie eine Oase der Besinnung. Die Fotos, natürlich, atmen fast. So schön kennt man den alten Friedhof beinahe noch nicht. Aber er ist so. Mit kundiger Behutsamkeit wird erzählt und  beschrieben, wie dieser Friedhof über Jahrhunderte wuchs und alt wurde. An alles ist gedacht, selbst die Baumarten werden vorgestellt. Ein Gedenkbuch, mehr noch, lesend fühlt man sich zugehörig. Auch ich dachte, nun bin ich ein Weinheimer.“
Hans-Joachim Gelberg

140 Seiten, über 40 meist farbige Abbildungen, 17 Euro
Erhältlich in den  Weinheimer Buchhandlungen und im Diesbach Kartenshop
Die Bürgerstiftung Weinheim als Herausgeberin sowie die Autoren danken der Freudenberg&Co KG für die großzügige Förderung des Projekts.

Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte:

Zwangsarbeiter im Dritten Reich

„Ein vergessenes Kapitel deutscher Geschichte“ war der Vortrag des ehemaligen Zwangsarbeiters Dr. Stanislas Stepien im Mai 1988 überschrieben, zu dem die Friedensinitiative Weinheim eingeladen hatte. Seitdem hat sich in der Literatur einiges auch zum Thema Zwangsarbeiter getan. In dem verdienstvollen, von der Stadt Weinheim im Jahr 2000 herausgegebenen Buch „Die Stadt Weinheim zwischen 1933 und 1945“ beschreibt Toni Lang in seiner Abhandlung über die „nationalsozialistische Wirtschaft- und Sozialpolitik in der Stadt Weinheim“ ausführlich die Lage der „Fremd- und Zwangsarbeiter in Weinheim“. Auch Ute Grau und Barbara Guttmann widmen zwei Seiten in „Weinheim – Geschichte einer Stadt“ (Weinheim 2008) dem Thema „Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene“. Nicht zuletzt Joachim Scholtysecks „Freudenberg – Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur“ (München 2016) befasst sich sehr detailliert mit der „Zwangsarbeit bei Freudenberg“.

Nichtsdestoweniger fristet ein Grabfeld von 14 Zwangsarbeitern am äußersten Rand des Weinheimer Hauptfriedhof ein im Sinn des Wortes weit abgelegenes, weitgehend unbekanntes Dasein. Pfarrer i.R. Robert Schmekal erinnerte im November 2015 durch eine Kranzniederlegung bei den Gräbern an das Schicksal dieser Menschen. Vor einiger Zeit ist, über die Stadt Weinheim, diese Thematik  von Pfarrer Schmekal an die Bürgerstiftung herangetragen worden.
Inzwischen haben sich sieben Schülerinnen des Neigungskurses Geschichte am Werner-Heisenberg-Gymnasium unter der Leitung ihres Lehrers Konrad Fink und mit Unterstützung von Stadtarchivarin Andrea Rößler dazu bereit erklärt, diese Thematik im Rahmen eines Projekts zu bearbeiten. Sie haben inzwischen den Text über die Geschichte der Zwangsarbeiter in Weinheim für eine Tafel erstellt, die bei dem Gräberfeld für die Zwangsarbeiter aufgestellt werden soll. Auch der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge beteiligt sich an dem Vorhaben.

„Sie kam aus Mariupol“

Ob es ein Zufall ist, sei dahin gestellt: Im Frühjahr dieses Jahres erschien „ein großartiges Buch gegen das Schweigen“ (Bayern 2 Kultur): „Sie kam aus Mariupol“ von Natascha Wodin. Die Autorin „geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die mit ihrem Mann 1944 als ‚Ostarbeiterin‘ nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv von einem Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich.“ Diesem Klappentext ist nach der Lektüre dieses mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichneten Werkes nichts hinzuzufügen.

Auch diese Initiative von Bürgerstiftung und Stadt Weinheim hat das Ziel, ein vergessenes Kapitel neu zu lesen.
Die mit dem von den Schülerinnen erarbeiteten Text und weiteren Informationen versehene Tafel soll im Frühjahr 2018 an einem Tag zwischen dem 28. März, der Befreiung Weinheims, und dem 8. Mai, dem endgültigen Ende des Nationalsozialismus, enthüllt werden.

Bürgerschaftliche Beteiligung durch Spenden

Bürgerstiftung und Stadt Weinheim bitten um Spenden für die Finanzierung der Tafel. Die Unterstützung unterstreicht die Bedeutung dieses Gedenkens der Weinheimer Bürgerinnen und Bürger und dokumentiert die bürgerschaftliche Beteiligung an der Erinnerungstafel. So wie seinerzeit die Errichtung des Mahnmals an der Ehretstraße durch eine bürgerschaftliche Initiative und eine finanzielle Beteiligung zustande kam.
Spendenkonto: Bürgerstiftung Weinheim, Volksbank Weinheim eG
IBAN: DE 64 670 923 00 0003 7770 06
BIC: GENODE61WNM Kennwort: Zwangsarbeiter in Weinheim


 

11. Basar im Rolf-Engelbrecht-Haus

Samstag, 25. März 2017 von 10:00 bis 13:00 Uhr

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Die Bürgerstiftung Weinheim öffnet einmal im Jahr die Tore des Rolf-Engelbrecht-Hauses für ihren großen Basar mit attraktiven Angeboten „vom Kochtopf bis zum Ausgehrock” zu kleinsten Preisen.
Zugleich fördert jede Besucherin und jeder Besucher mit dem Kauf, mag er noch so klein sein, die Arbeit der Bürgerstiftung, denn der Verkaufserlös geht zu 100 Prozent in die Finanzierung gemeinnütziger Vorhaben in unserer Stadt. Immerhin konnten durch die bisherigen Basare rund 25.000 Euro für gute Zwecke erwirtschaftet werden.
Viele Helferinnen und Helfern mit Familienmitgliedern und Freunden unterstützen Vorstand und Stiftungsrat bei der Vorbereitung und Durchführung des Basars.

Weinheim und die Welt

Weinheim und die Welt

Eine Veranstaltungsreihe von Stadt Weinheim, Bürgerstiftung Weinheim und

Volkshochschule Badische Bergstraße

„Global denken, lokal handeln” war das Motto der Agenda 21, eines entwicklungs- und umweltpolitischen Aktionsprogramms für das 21. Jahrhundert, ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro (1992). Seit dem Beschluss der Vereinten Nationen 1992 sind bald 25 Jahre vergangen. Die Welt hat sich weiter vernetzt, das Lokale hängt immer enger mit dem Globalen zusammen. Die weltweit deutlich gestiegene Fluchtbewegung ist vor zwei Jahren erneut in den Städten und Gemeinden angekommen. Sie ist eine von vielen globalen Herausforderungen, die auch im Lokalen ihre Wirkung zeigen.
Oberbürgermeister Bernhard beschreibt das Ziel dieser neuen Veranstaltungsreihe so: „In einer Zeit, in der wir ständig mit Menschen aus anderen Regionen dieser Erde, aus anderen Kulturkreisen und ethnischen Beziehungen zu tun haben, sind Blicke über den Kirchturm in einer Stadtgesellschaft enorm wichtig.”
In der Reihe sollen namhafte Fachleute zu Wort kommen, die sich mit den Zusammenhängen von Welt- und Lokalentwicklung befassen.
Den Auftakt machte der Ökonomie-Professor Dr. Bernd Nolte mit dem Thema „Warum die einen Nationen reich und erfolgreich sind – viele andere aber nicht”.

Am Donnerstag, 16. März fand der zweite Abend in der Reihe statt:

Welt der Würde

„Menschenwürde und Scham: Ein Thema für die Arbeit mit Flüchtlingen?“ war der Titel eines Vortrags, zu dem Stadt Weinheim, Volkshochschule Badische Bergstraße und Bürgerstiftung Weinheim eingeladen hatten. Ulrike Herrmann, Flüchtlingsbeauftragte unterstrich bei der Begrüßung, wie sehr die Thematik ihren Alltag bestimme und dass sie deshalb sehr froh darüber sei, Dr. Stephan Marks als Referenten begrüßen zu können.

IMG 6564 1Was macht Scham aus uns und mit uns und was macht sie mit anderen? Was geschieht, wenn das Glas das Aushaltbaren überläuft und die Scham übermächtig wird? Diese zentralen Fragen stellte der Referent, den das Thema seit zwei Jahrzehnten nicht mehr loslässt. Sehr schnell wurde klar, dass die Würde eines Menschen beeinträchtigt ist, ja, dass ein beschämter Mensch seiner Würde beraubt und damit in seinem Innersten getroffen wird. Es geschieht dies durch uns als Einzelne, die wir andere beschämen, indem wir sie ausgrenzen und diffamieren, ihr Ansehen zu zerstören versuchen. Es geschieht aber auch durch Strukturen und ein „System“, das dem einzelnen Menschen, seiner Einzigartigkeit und seiner ganz besonderen Problematik nicht gerecht wird oder auch werden kann. Eine besondere Hausforderung ist unser Umgang mit Fremden. Wir kennen ihre Kultur und ihre Gewohnheiten nicht oder nur bruchstückhaft, sind in Vorurteilen befangen und beschämen Menschen, nicht selten ohne es zu wollen oder aus Unwissenheit.

Die Frage eines Besuchers, selbst Flüchtling und Betreuer von Geflüchteten, was man tun könne, wenn das Gefühl der Scham im Umgang übermächtig wird und unausweichlich erscheint, war nicht einfach zu beantworten. Denn: „Über Gefühle kann man nicht diskutieren.“ Eine andere Besucherin versuchte eine indirekte Antwort: Es gelte besonders achtsam und sensibel zu sein, sei es im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache oder im einzelnen Gespräch. Und natürlich gelte es, sich Wissen über die Lebensgewohnheiten der Geflüchteten anzueignen und in ihre Situation hineinzuversetzen.

Freilich, auch dies wurde an dem Abend deutlich: Scham, ein Gefühl, das sich bei Kindern im zweiten Lebensjahr entwickelt, ist auch ein Etwas, das Unterscheidung ermöglicht und die Bildung des Gewissens begleitet. Der Referent zitierte in diesem Zusammenhang aus der Schöpfungsgeschichte: Sie erkannten, dass sie nackt waren und lernten, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Abschließend wünschte sich der Referent, einen Raum der Würde zu gestalten, in dem Menschen nicht beschämt werden, sondern die ihnen gemäße Anerkennung finden. In seinem Dank- und Schlusswort griff Oberbürgermeister Bernhard diesen Wunsch auf, indem er an die Willkommensbereitschaft breiter Teile der Bevölkerung im Jahr 2015 erinnerte und die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass auch Weinheim immer mehr ein Ort der Würde werde. Dazu sollte auch die Veranstaltungsreihe „Weinheim und die Welt“ beitragen, deren zweiten Abend die Besucherinnen und Besucherin heute erlebt hätten, in der kundige Referentinnen und Referenten Fenster öffnen.

Dr. Stephan Marks ist Sozialwissenschaftler, Supervisor und Sachbuchautor. Er leitet seit vielen Jahren im deutschsprachigen Raum und in Lateinamerika Fortbildungen zum Thema Scham und Menschenwürde.

Information:

Angst, Scham, Trauma
Ursachen, Auswirkungen
und professionelle Begleitung

Symposion vom 2. – 3. November 2017   in Weinheim

Veranstalter: Odenwaldinstitut

der  Karl Kübel Stiftung in

Zusammenarbeit mit der Stadt Weinheim

Näheres finden Sie: hier

Augenblick

Im April 2017 wird es fünf Jahre her sein, dass Hans-Joachim Gelberg für die Stifterpost jeweils ein Gedicht aussucht, kurz interpretiert und Informationen über die Autorin oder den Autor gibt.
Die Bürgerstiftung hat dieses kleine Jubiläum auf die Idee gebracht, diese Gedichte in einem kleinen Buch zusammenzufassen. Der Herausgeber war sehr angetan, alle, die davon hörten, auch und so wird die Bürgerstiftung am 22. Juni im Bürgersaal des Alten Rathauses mit „Augenblicke” ein viertes von ihr herausgegebenes oder unterstütztes Buch präsentieren können. Davor freilich gibt es noch einiges zu tun:
Die Gedichte wollen eingeordnet und die anderen Texte redigiert werden, ein Verlag ist zu finden und überhaupt: Sollte in diesem Band auch bildende Kunst eine Rolle spielen? Die beiden Kunsterzieherinnen Anke Krause und Rosi Reusch vom Werner-Heisenberg-Gymnasium waren sofort dabei und 64 Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse hörten höchst interessiert zu, als Hans-Joachim Gelberg am 23. November die Gedichte aus fünf Jahren vortrug. Auf der Website des WHG ist über den Vormittag zu lesen:

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„Hans-Joachim Gelberg, Gründer des Kinder- und Jugendbuchprogramms Beltz & Gelberg, lebt heute als freischaffender Autor und Herausgeber in Weinheim. Für sein erstes Jahrbuch der Kinderliteratur erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis. In höchst anschaulicher, eindringlicher, aber auch humorvoller Weise hat er die seit 2012 in der Stifterpost der Bürgerstiftung Weinheim veröffentlichten Gedichte präsentiert.”

Die Verbindung zum Verlag Regionalkultur stellte Alexander Boguslawski her, Autor des Buches über den Alten Friedhof und kundiger Begleiter des Projekts. Passenderweise in der Buchhandlung Beltz fand im Dezember eine erste Redaktionskonferenz statt, wo in einem Gespräch zwischen Hans-Joachim Gelberg und Adalbert Knapp von der Bürgerstiftung das Ganze begonnen hatte.

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Rosi Reusch, Anke Krause, Hans-Joachim Gelberg, Adalbert Knapp, Alexander Boguslawski
 Die jungen Künstler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium sind mit ihren Lehrerinnen eifrig am Schaffen, die Zeit fliegt und alle sind gespannt, was das alles wird, überzeugt davon, dass es angesichts der Beteiligten nur etwas ganz Besonderes sein kann.

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Spaziergang über den Alten Friedhof bei Kerzenlicht

Geschichte – Gedichte – Musik
Dienstag, 29. November, 17:00 Uhr

Bild: Uwe Klein

Die Bürgerstiftung lädt für Dienstag, 29. November, 17:00 Uhr zu einen Lichter-Spaziergang im Alten Friedhof ein. Auf vielen der Gräber werden Lichter brennen. Dr. Boguslawski, (einer der Autoren des Buches über „Weinheims Alten Friedhof”) begibt sich mit den Besucherinnen und Besuchern auf einen Rundgang und erzählt von der Geschichte des Friedhofs und den dort ruhenden Menschen. Die Schauspielerin Felicitas Vajna rezitiert Gedichte von Theodor Fontane, Erich Fried, Andreas Gryphius, Heinrich Heine, Friederike Mayröcker und Georg Trakl. Für die musikalische Begleitung sorgen Ivo Shishkov mit Birgit und Bernhard Rummel.
Treffpunkt ist der Eingang zum Alten Friedhof hinter der Peterskirche in der Grundelbachstraße.

Weihnachtsbaumaktion der Bürgerstiftung: Diesmal noch mehr Päckchen

Zum siebten Mal führt die Bürgerstiftung Weinheim unter dem Motto „Das Geschenk mit dem Lächeln” die Aktion „Weihnachtsbaum” durch. Spenden aus der Bürgerschaft ermöglichen es, Kindern aus bedürftigen Weinheimer Familien einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Diesmal wird es noch mehr Päckchen als in früheren Jahren geben: 240 (anstatt der bisher 200) Kinder dürfen sich der Erfüllung ihrer Wünsche sicher sein. Wie die vergangenen Jahre zeigten, war die Bereitschaft der Bürger, Kindern zu Weihnachten einen Herzenswunsch zu erfüllen, sehr groß. In der Innenstadt (Weinheim Galerie), in der Südstadt (Marktkauf), in der Nordstadt (Amend) und in der Weststadt (Filiale der Volksbank) sind ab Montagnachmittag (21. November) Weihnachtsbäume aufgestellt, an denen Wünsche von Weinheimer Kindern hängen, die von Diakonie, Caritas und
Jugendamt ermittelt wurden. Wer einen dieser Wünsche erfüllen möchte, nimmt den Wunschanhänger ab, besorgt das Geschenk und gibt es verpackt im Bürgerbüro der Stadt Weinheim ab. Caritas, Diakonie und Jugendamt sorgen dafür, dass diese Geschenke den Kindern rechtzeitig zum Fest übergeben werden.
Im Umfeld der Standorte informieren Aufsteller sowie ein Faltblatt über das Projekt.

Spenderinnen und Spender können sich bei Fragen an Margarete Ruoff (Telefon 06204 73290 oder 01522 1908336) wenden.

Pflanzaktion auf dem Alten Friedhof

Auf Anregung eines Helfers beim Freiwilligentag bepflanzen die Herren Boguslawski, Flothmann, Gerlach und Knapp, (Erkältung und Bandscheiben hatten die Teilnahmezahl reduziert) Gräber am südöstlichen Aufgang. Die 300 Pflanzen besorgte Elisabeth Schmid (Leiterin CF Gärten und Grünlagen). Spenderinnen und Spender sind Elisabeth Bauer, Dr. Ditmar Flothmann und Elisabeth Schmid.

Vorher -> nachher

Alter Friedhof: Säuberungsaktion am Freiwilligentag der Metropolregion

„Wir schaffen was” ist das Motto des Freiwilligentages der Metropolregion, der am 17. September inzwischen zum fünften Mal stattfindet. Die Bürgerstiftung ist wie vor zwei Jahren wieder dabei. Damals kümmerte sich eine Gruppe von 12 Freiwilligen um das Grab des Ehrenbürgers Adam Karrillon, beseitigten Sträucher sowie wucherndes Unkraut und bepflanzten es neu.alterfriedhof_2

Im Jahr 2014 war noch nicht absehbar, wie viel sich in den kommenden Jahren tun würde. Aus der Initiative von Bürgerstiftung und Stadt Weinheim entstand eine höchst fruchtbare Zusammenarbeit. Im vergangenen Jahr wurde das Areal eingezäunt, um das Unwesen der Wildschweine künftig zu verhindern. Im Februar gab es eine Ideenwerkstatt und im April erschien das Buch „Weinheims Alter Friedhof – Ein Park der Erinnerung” (siehe oben). Eine wichtige Voraussetzung für künftige Gestaltungen ist eine gründliche Reinigung und Durchforstung der Grünanlage. Ein Anfang hierzu soll am Freiwilligentag der Metropolregion gemacht werden.
Bürgerstiftung und Stadtverwaltung rufen alle Interessierten dazu auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Alle, die Lust haben, einen Tag lang unter fachkundiger Anleitung zu gärtnern oder auch einen Grabstein zu reinigen, sind eingeladen.Wir danken den Zweiburgenhelden für die freundliche Unterstützung und Zusammenarbeit.
Die Helferinnen und Helfer sollten wenn möglich als Gerätschaft eine Gartenschere, einen Garten- oder Laubrechen, einen Straßenbesen, eine Schaufel und natürlich Arbeitshandschuhe mitbringen. Treffpunkt ist am 17. September um 10 Uhr der untere Eingang des Alten Friedhofs hinter der Peterskirche. Nähere Information und Anmeldung bei der Bürgerstiftung (Tel. 06201 63254 oder 06201 12651)
oder bei „Wir schaffen was“ der Metropolregion.
Wir freuen uns auf Sie!

Tag des offenen Denkmals auf dem Alten Friedhof

Am 11. September, dem Tag des offenen Denkmals, finden auf dem Alten Friedhof folgende Führungen statt:

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13:30 Uhr
Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)

15:00 Uhr
Pflanzen- und Tierwelt auf dem Friedhof (Siegfried Demuth)

16:30 Uhr
Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)

Treffpunkt: Eingang Alter Friedhof, Grundelbachstraße (hinter der Peterskirche)

Kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Stifterforum 2016

Das nächste Stifterforum der Bürgerstiftung Weinheim findet am
Donnerstag, 6. Oktober 2016 um 19:30 Uhr im Bürgersaal des Alten Rathauses statt.
Die Besucherinnen und Besucher erwartet wie immer der Jahresbericht des Vorstandes der Bürgerstiftung. Im weiteren Verlauf des Abends geht es um das Thema Bürgerstiftung und musikalische Förderung. Immerhin konnte die Bürgerstiftung in den vergangenen 10 Jahren mit rund 40 000 Euro ein Fünftel ihrer Fördersumme in dieser Zeit für die musikalische Förderung zur Verfügung stellen. Es reicht dies von der Finanzierung von Musikfreizeiten in Weikersheim, die Durchführung von bisher vier Singfesten, der Förderung von musikalischer Fortbildung für über 150 Erzieherinnen bis zur Unterstützung einzelner Vereine und Aktivitäten und vielem anderen mehr.

Bisher haben immerhin rund 2000 Kinder,Jugendliche und Erwachsene von dieser Unterstützung profitiert. Die Präsentation wird musikalisch begleitet sein

„Man muss etwas dafür tun, um etwas zu bewahren”

Präsentation des Buches Weinheims Alter Friedhof
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird er nicht mehr als Begräbnisstätte genutzt: Weinheims Alter Friedhof. Hinter der Peterskirche eher abseits liegend, ist er bei vielen Weinheimern längst in Vergessenheit geraten. Doch bereits seit einiger Zeit haben sich Bürgerstiftung und Stadt Weinheim zur Aufgabe gemacht, den Friedhof wieder zum Leben erwecken.
An einer Ideenwerkstatt im Februar 2016 beteiligten sich mehr als 90 Leute mit vielen guten Ideen. In Zusammenarbeit mit dem Verlag regionalkultur gibt nun die Bürgerstiftung ein Buch mit den Autoren Alexander Boguslawski, Siegfried Demuth und Ute Haizmann heraus, das am 22. April im Sitzungssaal des Alten Rathaus vorgestellt wurde.buchpräsentation_alter_friedhof_autoren_750
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Frau Sitlzer

In seiner Begrüßung erinnerte Bürgerstiftungsvorsitzender Dr. Adalbert Knapp an die Arbeit der Gebrüder Noe seit den 80er Jahren und bedankte sich bei der Firma Freudenberg und Co KG für die großzügige Unterstützung. In seinem Grußwort betonte Erster Bürgermeister Dr. Fetzner: „Man muss etwas dafür tun, um etwas zu bewahren”. Anschließend bedankte er sich bei der Bürgerstiftung, den Autoren und bei Frau Sitzler vom Verlag regionalkultur, die der Stadt Weinheim zur Bürgerstiftung, dem großzügigen Sponsor, dem schönen Erscheinungsbild und natürlich den Autoren gratulierte. Mit herzlichen Dank überreichte Dr. Knapp den Autoren und Fotografen ihr Werk.

Dann kamen die Autoren selber zu Wort. Sie erzählten, lebendig moderiert vom Pressesprecher der Stadt Weinheim Roland Kern, über ihre Erfahrungen und Verbindungen mit dem Friedhof. So liegt die Urgroßmutter von Siegfried Demuth dort begraben, Alexander Boguslawski berichtete davon, dass man auf dem Friedhof viele Namen finde, die vom Netzwerk der Stadt Weinheim im 19. Jahrhundert erzählen. Pfarrerin Haizmann erinnerte daran, dass auf dem Gelände des Friedhofs inzwischen auch Taufen stattfänden. Eine neuerliche Nutzung als Friedhof konnte sie sich angesichts der Bestattungsmöglichkeiten auf dem Hauptfriedhof nicht vorstellen.

 Abschließend befragte Kern seine Gesprächspartner, welche Nutzung sie sich für den Alten Friedhof in Zukunft vorstellen könnten. Es waren dies zum Beispiel ruhige Konzerte oder Theaterstücke sowie etwa eine Kinderspielecke. Nach dem Vortrag gab es noch die Gelegenheit, sich bei einem Getränk über das zum Verkauf ausliegende Buch auszutauschen.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Querflötenensemble der Musikschule mit Miriam Herhold, Louisa Ebert, Kira Reichenbacher und Oriana Leister unter der Leitung von Barbara Pfliegensdörfer.
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 Information: Das Buch ist zu erhalten in den Weinheimer Buchhandlungen Beltz, Bücherwald und Schäffner sowie im Kartenshop der Diesbach Medien.

Am Tag des offenen Denkmals (11. September) finden folgende Führungen statt:

13.30 Uhr Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)
15.00 Uhr Pflanzen- und Tierwelt auf dem Friedhof (Siegfried Demuth)
16.30 Uhr Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)
Treffpunkt: Eingang Alter Friedhof, Grundelbachstraße (hinter der Peterskirche)

Neues vom Alten Friedhof

Ideenwerkstatt

Mehr als eineinhalb Jahrzehnt haben sich die Brüder Alfred und Ernst Noe bis 2005 mit großem Einsatz um den Alten Friedhof gekümmert. Es ging ihnen dabei ebenso um pflegerische und gestalterische Aufgaben wie darum, den Alten Friedhof wieder stärker ins Bewusstsein Weinheims zu bringen. Jährlich gab es unter dem Titel „Neues von Alten Friedhof” ein Faltblatt, das über die einzelnen Pfleg- und Restaurierungsschritte berichtete. Auch die von Bürgerstiftung und Stadt Weinheim veranstaltete Ideenwerkstatt am 16. Februar im Foyer der Stadthalle widmete sich dem Thema Neues für den Alten Friedhof.

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Mehr als 80 Interessierte hatten sich eingefunden, um sich zunächst vom Ersten Bürgermeister Dr.Torsten Fetzner über die rechtlichen und baulichen Rahmenbedingungen und dann von Dr.Alexander Boguslawski, dem Autor des am 22. April erscheinenden Buches „Weinheims Alter Friedhof – Ein Park der Erinnerung” kurz über die Geschichte dieses Weinheimer Juwels informieren zu lassen. Die anschließenden Gruppengespräche hatten die Themen „Nutzung”, „Pflege und Gestaltung” und „Kommunikation und Organisation”. Bei den Berichten aus den einzelnen Gruppen wurde im Plenum sehr deutlich, dass viele der Besucher nicht etwas Neues, sondern die Grundstruktur erhalten wollten. Stichworte dazu waren: Ruheoase, grüne Oase, als Park erhalten als naturnahen Landschaftspark. Nicht wenige konnten sich auch eine Art Friedwald oder Friedpark mit
Urnengräbern vorstellen. Des weiteren war die Rede von Führungen durch den historischen Park einschließlich Themenführungen, Erinnerung an historische Persönlichkeiten, und ganz allgemein wollten viele Teilnehmende den Alten Friedhof wieder entdecken lernen. Auch über Theater, zurückhaltende Musikveranstaltungen, Serenaden, geistliche Musik, Kunstausstellung, Lesungen, Gottesdienste, Konzerte wurde gesprochen. Eine Zusammenstellung aller Ideen und Anregungen finden Sie hier.

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15 Besucher des Abends waren bereit, sich ganz praktisch in anstehende Aufgaben mit einzubringen. Alle anderen wollten weiterhin informiert sein, manche signalisierten eventuelle Mitarbeit. Natürlich stellte sich zum Schluss die Frage: Wie soll es weiter gehen? Dr. Adalbert Knapp, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, versuchte einen Ausblick. Als ersten Schritt würden Bürgerstiftung und Stadt Weinheim alle Ideen sichten und auswerten und Weiteres überlegen. Dabei sollten alle Interessierten auf dem Laufenden gehalten werden.
Am Ende waren alle Beteiligten sich einig: Es war ein gelungener, viel versprechender Neustart für die Erhaltung und Gestaltung des Alten Friedhofs.

Weinheims alter Friedhof

Weinheims Alter Friedhof

Die Bürgerstiftung Weinheim hat sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung entschlossen, den Alten Friedhof an der Peterskirche als historischen Friedhof, zugleich aber auch als Landschaftspark und Sehenswürdigkeit wieder für die Bürgerschaft und die Besucher von Weinheim attraktiv zu gestalten. Nachdem in den letzten Jahrzehnten trotz vielen ehrenamtlichen Engagements immer nur das Nötigste zur Pflege des Friedhofs getan werden konnte, sieht die Bürgerstiftung die Zeit gekommen, den Anstoß für einen langfristigen Erhalt dieses „Parks der Erinnerung” zu geben.

Im Oktober 2015 wurde als erste Maßnahme vom Grünflächenamt ein neuer Zaun um den Friedhof aufgestellt, der das Eindringen von Wildschweinen verhindern soll. Für den Februar 2016 planen Bürgerstiftung und Verwaltung eine Ideenwerkstatt mit der Bevölkerung, in der Vorschläge und Wünsche für die zukünftige Nutzung des Alten Friedhofs erarbeitet werden sollen. Deren Realisierung wird eine Aufgabe für die folgenden Jahre sein.

Am Anfang des Projekts wird auch ein Buch über den Alten Friedhof stehen, das das Interesse an diesem innerstädtischen Kleinod wecken soll. Das Buch wird neben vielen Abbildungen drei Kapitel beinhalten: einen längeren Teil zur Historie des Friedhofs hinter der Peterskirche sowie eine kurze Geschichte der Stadt Weinheim im 19. Jahrhundert anhand der heute noch stehenden Grabsteine, des weiteren einen theologischen Beitrag zur christlichen Begräbniskultur sowie ein Kapitel über die Pflanzen und Tiere, die auf dem Alten Friedhof heimisch geworden sind. Die Autoren sind Alexander Boguslawski, Siegfried Demuth und Ute Haizmann. Das Buch wird im April 2016 erscheinen.

Alexander Boguslawski