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Weinheimer Bürger schließt Erbvertrag mit der Bürgerstiftung


Im Jahr 1914, vor hundert Jahren also, gründete der Bankier und Rechtsanwalt Frederick Goff, mit der Cleveland Foundation die erste Bürgerstiftung. Seine Begründung fasste er in diese Worte: "Es wäre schön, wenn jemand, der sein Testament aufsetzt, zu einer dauerhaft bestehenden Organisation gehen und sagen könnte: Hier ist eine große Geldsumme. Ich möchte sie hinterlassen, um das Gemeinwohl vor Ort zu fördern. Da ich nicht weiß, was in 50 Jahren die größten Bedürfnisse sein werden, gebe ich sie in Ihre Hände, um zu entscheiden, was getan werden soll.”











Im Juni 2013 treffen sich ein Weinheimer Bürger und die Vorsitzenden des Vorstandes der Bürgerstiftung Weinheim im Notariat I in Weinheim. Vor der Oberjustizrätin Claudia Stauffer schließen dieser Bürger und die beiden Vorsitzenden „in ihrer vollen Geschäftsfähigkeit” einen Erbvertrag, in dem der Erblasser die Bürgerstiftung zum alleinigen Erben seines nicht unbeträchtlichen Vermögens einsetzt. Diesem Rechtsakt war eine ausführliche Beratung mit Fachkundigen und anderen Bürgerstiftungen vorausgegangen: Warum bedenkt jemand die Bürgerstiftung nach seinem Tod mit einem doch erheblichen Vermögen? Woran sollten alle Beteiligten denken? Welche Verpflichtungen gehen die Vertragspartner damit ein?
Einen letzten Impuls, meint der kinderlose Mittsechziger, habe die große Geste des Ehepaars Maiwald gegeben. Wie die Maiwalds gehe er davon aus, dass die Bürgerstiftung Weinheim die Gewähr dafür biete, dass nach seinem Tod „das Richtige” mit seinem Vermögen geschehe. Dem Stifter gefällt, dass die Bürgerstiftung ausschließlich in seiner Heimatstadt unbürokratisch und bürgernah tätig ist. Dies alles habe ihn bestärkt in seinen Überlegungen, die Bürgerstiftung als Erbin einzusetzen.
Die Bürgerstiftung übernimmt die Verantwortung einer „Vorsorge- und Generalvollmacht”, wenn der Erblasser selbst nicht mehr für bestimmt rechtliche Handlungen in der Lage wäre. Außerdem schließen die „Vertragspartner” eine Patienten- und eine Betreuungsverfügung ab.
Der Austausch mit anderen Bürgerstiftungen zeigt, dass diese Form der Erbregelung nicht selten ist. Etwas Besondere ist jedoch das Vertrauen in eine Bürgerstiftung, den Nachlass nicht mit einer bestimmten Zweckbindung verbinden.
Die Bürgerstiftung Weinheim dankt von ganzem Herzen dem großzügigen Spender und wünscht ihm nach dem Ende seiner beruflichen Aufgaben ein langes, gesundes und erfülltes Leben.


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