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„Man muss etwas dafür tun, um etwas zu bewahren”

Präsentation des Buches Weinheims Alter Friedhof
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird er nicht mehr als Begräbnisstätte genutzt: Weinheims Alter Friedhof. Hinter der Peterskirche eher abseits liegend, ist er bei vielen Weinheimern längst in Vergessenheit geraten. Doch bereits seit einiger Zeit haben sich Bürgerstiftung und Stadt Weinheim zur Aufgabe gemacht, den Friedhof wieder zum Leben erwecken.
An einer Ideenwerkstatt im Februar 2016 beteiligten sich mehr als 90 Leute mit vielen guten Ideen. In Zusammenarbeit mit dem Verlag regionalkultur gibt nun die Bürgerstiftung ein Buch mit den Autoren Alexander Boguslawski, Siegfried Demuth und Ute Haizmann heraus, das am 22. April im Sitzungssaal des Alten Rathaus vorgestellt wurde.


Frau Sitzler

In seiner Begrüßung erinnerte Bürgerstiftungsvorsitzender Dr. Adalbert Knapp an die Arbeit der Gebrüder Noe seit den 80er Jahren und bedankte sich bei der Firma Freudenberg und Co KG für die großzügige Unterstützung. In seinem Grußwort betonte Erster Bürgermeister Dr. Fetzner: „Man muss etwas dafür tun, um etwas zu bewahren”. Anschließend bedankte er sich bei der Bürgerstiftung, den Autoren und bei Frau Sitzler vom Verlag regionalkultur, die der Stadt Weinheim zur Bürgerstiftung, dem großzügigen Sponsor, dem schönen Erscheinungsbild und natürlich den Autoren gratulierte. Mit herzlichen Dank überreichte Dr. Knapp den Autoren und Fotografen ihr Werk.

Dann kamen die Autoren selber zu Wort. Sie erzählten, lebendig moderiert vom Pressesprecher der Stadt Weinheim Roland Kern, über ihre Erfahrungen und Verbindungen mit dem Friedhof. So liegt die Urgroßmutter von Siegfried Demuth dort begraben, Alexander Boguslawski berichtete davon, dass man auf dem Friedhof viele Namen finde, die vom Netzwerk der Stadt Weinheim im 19. Jahrhundert erzählen. Pfarrerin Haizmann erinnerte daran, dass auf dem Gelände des Friedhofs inzwischen auch Taufen stattfänden. Eine neuerliche Nutzung als Friedhof konnte sie sich angesichts der Bestattungsmöglichkeiten auf dem Hauptfriedhof nicht vorstellen.


Abschließend befragte Kern seine Gesprächspartner, welche Nutzung sie sich für den Alten Friedhof in Zukunft vorstellen könnten. Es waren dies zum Beispiel ruhige Konzerte oder Theaterstücke sowie etwa eine Kinderspielecke. Nach dem Vortrag gab es noch die Gelegenheit, sich bei einem Getränk über das zum Verkauf ausliegende Buch auszutauschen.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Querflötenensemble der Musikschule mit Miriam Herhold, Louisa Ebert, Kira Reichenbacher und Oriana Leister unter der Leitung von Barbara Pfliegensdörfer.

Information: Das Buch ist zu erhalten in den Weinheimer Buchhandlungen Beltz, Bücherwald und Schäffner sowie im Kartenshop der Diesbach Medien.

Am Tag des offenen Denkmals (11. September) finden folgende Führungen statt:

13.30 Uhr Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)
15.00 Uhr Pflanzen- und Tierwelt auf dem Friedhof (Siegfried Demuth)
16.30 Uhr Die Geschichte des Friedhofs und seiner Gräber (Dr. Alexander Boguslawski)
Treffpunkt: Eingang Alter Friedhof, Grundelbachstraße (hinter der Peterskirche)

Fred End

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Neues vom Alten Friedhof - Ideenwerkstatt

Mehr als eineinhalb Jahrzehnt haben sich die Brüder Alfred und Ernst Noe bis 2005 mit großem Einsatz um den Alten Friedhof gekümmert. Es ging ihnen dabei ebenso um pflegerische und gestalterische Aufgaben wie darum, den Alten Friedhof wieder stärker ins Bewusstsein Weinheims zu bringen. Jährlich gab es unter dem Titel „Neues von Alten Friedhof” ein Faltblatt, das über die einzelnen Pfleg- und Restaurierungsschritte berichtete. Auch die von Bürgerstiftung und Stadt Weinheim veranstaltete Ideenwerkstatt am 16. Februar im Foyer der Stadthalle widmete sich dem Thema Neues für den Alten Friedhof.

Mehr als 80 Interessierte hatten sich eingefunden, um sich zunächst vom Ersten Bürgermeister Dr.Torsten Fetzner über die rechtlichen und baulichen Rahmenbedingungen und dann von Dr.Alexander Boguslawski, dem Autor des am 22. April erscheinenden Buches „Weinheims Alter Friedhof - Ein Park der Erinnerung” kurz über die Geschichte dieses Weinheimer Juwels informieren zu lassen. Die anschließenden Gruppengespräche hatten die Themen „Nutzung”, „Pflege und Gestaltung” und „Kommunikation und Organisation”. Bei den Berichten aus den einzelnen Gruppen wurde im Plenum sehr deutlich, dass viele der Besucher nicht etwas Neues, sondern die Grundstruktur erhalten wollten. Stichworte dazu waren: Ruheoase, grüne Oase, als Park erhalten als naturnahen Landschaftspark. Nicht wenige konnten sich auch eine Art Friedwald oder Friedpark mit
Urnengräbern vorstellen. Des weiteren war die Rede von Führungen durch den historischen Park einschließlich Themenführungen, Erinnerung an historische Persönlichkeiten, und ganz allgemein wollten viele Teilnehmende den Alten Friedhof wieder entdecken lernen. Auch über Theater, zurückhaltende Musikveranstaltungen, Serenaden, geistliche Musik, Kunstausstellung, Lesungen, Gottesdienste, Konzerte wurde gesprochen. Eine Zusammenstellung aller Ideen und Anregungen finden Sie hier.

15 Besucher des Abends waren bereit, sich ganz praktisch in anstehende Aufgaben mit einzubringen. Alle anderen wollten weiterhin informiert sein, manche signalisierten eventuelle Mitarbeit. Natürlich stellte sich zum Schluss die Frage: Wie soll es weiter gehen? Dr. Adalbert Knapp, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, versuchte einen Ausblick. Als ersten Schritt würden Bürgerstiftung und Stadt Weinheim alle Ideen sichten und auswerten und Weiteres überlegen. Dabei sollten alle Interessierten auf dem Laufenden gehalten werden.
Am Ende waren alle Beteiligten sich einig: Es war ein gelungener, viel versprechender Neustart für die Erhaltung und Gestaltung des Alten Friedhofs.

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